Kirche und Staat Streit um Schul-Kruzifixe erreicht Europa-Ebene

Das Verhältnis von Kirche und Staat ist in Europa alles andere als einheitlich. Vor diesem Problem steht nun der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

Die alte Debatte wird in weiten Teilen Europas geführt: Verletzen Kruzifixe in Klassenzimmern die Trennung von Kirche und Staat?

Die alte Debatte wird in weiten Teilen Europas geführt: Verletzen Kruzifixe in Klassenzimmern die Trennung von Kirche und Staat?

Die 17 Richter der großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) haben sich in Straßburg mit der Beschwerde einer italienischen Mutter beschäftigt, die in erster Instanz erfolgreich gegen Italien geklagt hatte. Kruzifixe in Schulen seien eine Verletzung der Religionsfreiheit, befand die Vorinstanz des EGMR damals. Ein Urteil der großen Kammer wird in einigen Monaten erwartet.

Bei der Anhörung wies die italienische Regierung jede Verletzung der Grundrechte entschieden zurück. Kreuze seien "Ausdruck der Tradition" und "volkstümliches Symbol", sagte der Vertreter der Regierung in Rom, Nicola Lettieri.

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Als Nebenparteien in dem Verfahren traten zur Verteidigung Italiens orthodoxe Staaten wie Griechenland auf, wo das Christentum Staatsreligion ist, ferner Bulgarien, Zypern, Rumänien und Russland. Ihr Rechtsberater Joseph Weiler von der Universität New York plädierte dafür, die Frage der Kruzifixe den Regierungen zu überlassen. "Der Gerichtshof sollte sich nur einmischen, wenn ein religiöser Zwang auf die Schulkinder ausgeübt wird", sagte er.

Die Deutsche Bischofskonferenz forderte unterdessen den Erhalt von Kreuzen in den Schulen. Für die Identität Europas insgesamt wie auch der europäischen Länder sei es von entscheidender Bedeutung, die eigenen Traditionen und Werte wahren und vermitteln zu können, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Der CSU-Europaparlamentarier Manfred Weber sagte, Kruzifixe gehörten zur Identität Europas.

Kruzifixe verletzten in keiner Weise die religiöse Neutralität des Staates, sagte der italienische Regierungsvertreter Lettieri. Den Fall nannte er "ideologisch und politisch". Die Beschwerdeführerin sei eine "atheistische Aktivistin". Schulkinder würden durch das Kreuz an der Wand in keiner Weise religiös indoktriniert.

Der Anwalt der Klägerin Niccolo Paoletti hielt dagegen, dass das italienische Verfassungsgericht das Prinzip der religiösen Neutralität des Staates mehrfach bestätigt habe und 2001 sogar Kruzifixe aus dem eigenen Gerichtssaal entfernt habe. Das Kreuz im Klassenzimmer sei ein Verstoß gegen das Recht der Mutter, ihre damals elf und 13 Jahre alten Söhne nach ihren eigenen religiösen und philosophischen Überzeugungen zu erziehen. Außerdem vermittle das Kreuz den Eindruck, dass der Staat die christliche Religion begünstige, was zu einer Ausgrenzung von Kindern anderer Glaubensrichtungen führe.

 
Leser-Kommentare
    • hk0815
    • 30.06.2010 um 16:27 Uhr
    1. .....

    Ich es abstrus, dass man auf Europaebene bestimmen will, wie ein Land mit seiner Religion umzugehen hat. Schweden haben ein anderes Verhältnis zu Religion als Italiener oder Polen. Das sollen die Länder doch bitte für sich selbst klären.

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    • Anonym
    • 01.07.2010 um 10:16 Uhr

    ...es abstrus, dass man auf Staatenebene bestimmen will, wie ein Land mit seiner Religion umzugehen hat. NRW haben ein anderes Verhältnis zu Religion als Hessen oder Bayern. Das sollen die Länder doch bitte für sich selbst klären.

    ...es abstrus, dass man auf Länderebene bestimmen will, wie eine Stadt mit seiner Religion umzugehen hat. Bielefeld hat ein anderes Verhältnis zu Religion als Köln oder Paderborn. Das sollen die Städte doch bitte für sich selbst klären.

    ...es abstrus, dass man auf Stadtebene bestimmen will, wie eine Schule mit seiner Religion umzugehen hat. Die Martin-Niemöller-Gesamtschule hat ein anderes Verhältnis zu Religion als das Städtische Gymnasium am Waldhof oder die Rudolf-Steiner-Schule. Das sollen die Schulen doch bitte für sich selbst klären.

    ...es abstrus, dass man auf Schulebene bestimmen will, wie eine Klasse mit seiner Religion umzugehen hat. Die 8a hat ein anderes Verhältnis zu Religion als die 8b oder die 5a. Das sollen die Klassen doch bitte für sich selbst klären.

    ...es abstrus, dass man auf Klassenebene bestimmen will, wie die Schüler mit ihrer Religion umgehen soll. Lena hat ein anderes Verhältnis zu Religion als Patrick oder Birit. Das sollen die Schüler doch bitte für sich selbst klären.

    Nach diese Argumentation, ist klar, jeder Schüler sollte das Symbol in der Klasse aufhängen, welches er/sie möchte. Jede Klasse sollte so viele Symbole und Zeichen an der Wand haben, wie SchülerInnen da sind.

    • delsa
    • 01.07.2010 um 10:48 Uhr

    Diese Institution ist mit ihren unsensiblen und realitätsfernen abgehobenen Urteilen ein Grund mehr EU und
    allen Euro-Bürokraten zu mißtrauen, ja hassen !

    • Anonym
    • 01.07.2010 um 10:16 Uhr

    ...es abstrus, dass man auf Staatenebene bestimmen will, wie ein Land mit seiner Religion umzugehen hat. NRW haben ein anderes Verhältnis zu Religion als Hessen oder Bayern. Das sollen die Länder doch bitte für sich selbst klären.

    ...es abstrus, dass man auf Länderebene bestimmen will, wie eine Stadt mit seiner Religion umzugehen hat. Bielefeld hat ein anderes Verhältnis zu Religion als Köln oder Paderborn. Das sollen die Städte doch bitte für sich selbst klären.

    ...es abstrus, dass man auf Stadtebene bestimmen will, wie eine Schule mit seiner Religion umzugehen hat. Die Martin-Niemöller-Gesamtschule hat ein anderes Verhältnis zu Religion als das Städtische Gymnasium am Waldhof oder die Rudolf-Steiner-Schule. Das sollen die Schulen doch bitte für sich selbst klären.

    ...es abstrus, dass man auf Schulebene bestimmen will, wie eine Klasse mit seiner Religion umzugehen hat. Die 8a hat ein anderes Verhältnis zu Religion als die 8b oder die 5a. Das sollen die Klassen doch bitte für sich selbst klären.

    ...es abstrus, dass man auf Klassenebene bestimmen will, wie die Schüler mit ihrer Religion umgehen soll. Lena hat ein anderes Verhältnis zu Religion als Patrick oder Birit. Das sollen die Schüler doch bitte für sich selbst klären.

    Nach diese Argumentation, ist klar, jeder Schüler sollte das Symbol in der Klasse aufhängen, welches er/sie möchte. Jede Klasse sollte so viele Symbole und Zeichen an der Wand haben, wie SchülerInnen da sind.

    • delsa
    • 01.07.2010 um 10:48 Uhr

    Diese Institution ist mit ihren unsensiblen und realitätsfernen abgehobenen Urteilen ein Grund mehr EU und
    allen Euro-Bürokraten zu mißtrauen, ja hassen !

  1. Wenn es lediglich ein "volkstümliches Symbol" ist, es also keinen ernstzunehmenden religiösen Gehalt mehr hat, hat man sicher nichts dagegen, das Kreuz auch mal verkehrt herum aufzuhängen, vielleicht auch mal einen lachenden statt eines toten Jesus am Kreuz darzustellen oder eine halbnackte Frau anstatt eines halbnackten Mannes...

    Ich möchte fast annehmen, daß diejenigen, die die Bedeutung des Kreuzes jetzt herunterspielen, dann wieder sehr empfindlich reagieren würden.

    Folgerung: Es handelt sich sehr wohl um ein hochgradig religiös aufgeladenes Symbol, das in einer öffentlichen Schule nichts verloren hat.

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    Ich bin auch der Meinung, dass Kruzifixe nicht in Institutionen von Staaten sein sollten, die sich neutral gegenueber Religionen geben. Auf der anderen Seite, muss es Staaten wohl gestattet werden, traditionelle Kreuze zu verwenden. Es steht jedenfalls nicht zu erwarten, dass die Nationalflaggen von Daenemark, Finnland, Schweden, Norwegen, Griechenland, Malta, Grossbritannien und der Slowakei geaendert werden, weil sich jemand durch sie in seiner Religionsfreiheit eingeschraenkt fuehlen koennte.

    was haben den Nationalflaggen mit religiösen Symbolen zu tun??

    Das ist doch sehr abwegig.
    Dem Kommentar #2 kann ich mich hingegen nur voll anschließen. Von wegen das Kruzifix hat für die die es erhalten wollen keine (zutiefst) religiöse Bedeutung.

    Unsere Verfassung mag zwar an christlichen Werten orientiert sein, das ist aber noch lange kein Grund warum man nicht Kirche und Staat strikt trennen kann.
    Schulen sind staatlich und schon aus diesem Grunde wäre es begrüßenswert, wenn an diesen Schulen zwar Religionsunterricht stattfindet um die Kinder ethisch und moralisch zu sensibilisieren, aber man möge doch bitte auf Kruzifixe und deren Symbolik verzichten.

    Die Idee, die hinter dem Christentum steht und so manche Lehre die man aus der Bibel ziehen kann sind durchaus sehr positiv zu bewerten. Jedoch das was die katholische Kirche daraus gemacht hat und mit welcher brutalität sie ihre Interpretation durchgesetzt und an einigen Stellen ihr auch zuwider gehandelt hat ist doch im großen Maße abstoßend und nichts was man Schulkindern aufdrängen sollte.

    Deswegen denke ich, christliche Ethik ja, aber keine kirchlichen Symbole in staatlichen Einrichtungen..wie z.B. Schulen!

    Ich bin auch der Meinung, dass Kruzifixe nicht in Institutionen von Staaten sein sollten, die sich neutral gegenueber Religionen geben. Auf der anderen Seite, muss es Staaten wohl gestattet werden, traditionelle Kreuze zu verwenden. Es steht jedenfalls nicht zu erwarten, dass die Nationalflaggen von Daenemark, Finnland, Schweden, Norwegen, Griechenland, Malta, Grossbritannien und der Slowakei geaendert werden, weil sich jemand durch sie in seiner Religionsfreiheit eingeschraenkt fuehlen koennte.

    was haben den Nationalflaggen mit religiösen Symbolen zu tun??

    Das ist doch sehr abwegig.
    Dem Kommentar #2 kann ich mich hingegen nur voll anschließen. Von wegen das Kruzifix hat für die die es erhalten wollen keine (zutiefst) religiöse Bedeutung.

    Unsere Verfassung mag zwar an christlichen Werten orientiert sein, das ist aber noch lange kein Grund warum man nicht Kirche und Staat strikt trennen kann.
    Schulen sind staatlich und schon aus diesem Grunde wäre es begrüßenswert, wenn an diesen Schulen zwar Religionsunterricht stattfindet um die Kinder ethisch und moralisch zu sensibilisieren, aber man möge doch bitte auf Kruzifixe und deren Symbolik verzichten.

    Die Idee, die hinter dem Christentum steht und so manche Lehre die man aus der Bibel ziehen kann sind durchaus sehr positiv zu bewerten. Jedoch das was die katholische Kirche daraus gemacht hat und mit welcher brutalität sie ihre Interpretation durchgesetzt und an einigen Stellen ihr auch zuwider gehandelt hat ist doch im großen Maße abstoßend und nichts was man Schulkindern aufdrängen sollte.

    Deswegen denke ich, christliche Ethik ja, aber keine kirchlichen Symbole in staatlichen Einrichtungen..wie z.B. Schulen!

    • th
    • 30.06.2010 um 16:52 Uhr

    wenn der europäische Gerichtshof sich hier einmal diskret zurückzöge. Das letzte was wir in Europa gebrauchen können, ist ein ideologischer Grabenkrieg hier verbiesterte Atheisten (bzw. eher Antiklerikale) - da verbissene orthodox Konservative aller Glaubensrichtungen, bis hin zu BurkaträgerInnen (sic! auch hierhin gehört Geschlechtergerechtigkeit). Erst recht keinen Glaubenskrieg Polen/Italien/Irland/Rumänien/Griechenland/Malta gegen BRD/Tschechien/Schweden/Niederlande/Frankreich usw.

    Was soll der Blödsinn!

  2. Ich bin auch der Meinung, dass Kruzifixe nicht in Institutionen von Staaten sein sollten, die sich neutral gegenueber Religionen geben. Auf der anderen Seite, muss es Staaten wohl gestattet werden, traditionelle Kreuze zu verwenden. Es steht jedenfalls nicht zu erwarten, dass die Nationalflaggen von Daenemark, Finnland, Schweden, Norwegen, Griechenland, Malta, Grossbritannien und der Slowakei geaendert werden, weil sich jemand durch sie in seiner Religionsfreiheit eingeschraenkt fuehlen koennte.

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    Die Kreuze auf einigen europäischen Flaggen sind tatsächlich "Ausdruck der Tradition" und "volkstümliches Symbol" - im Gegensatz zum Kruzifix.
    Die Argumentation, dieses sei gar kein religiöses Symbol (mehr), sondern Geschichte und Tradition ist in ihrer Selbstverläugnung schlicht absurd.

    Kruzifixe sind religiöse Symbole, deswegen hängen sie in Klassenzimmern und über Altaren und deswegen werden sie von Kirchenleuten verteidigt.

    Wer kein Problem damit hat, der historisch dominanten Religion hier einen Sonderstatus zuzubilligen, der kann die Kruzifixe hängen lassen, sollte sich aber überlegen, ob es wirlich so toll für die Entwicklung der Schüler ist, unter dem Bildnis eines zu Tode gequälten Menschen unterrichtet zu werden - die Ironie dabei ist dann, dass diejeniegen, die bei "Schulhof-Gewaltvideos" etc am heftigsten reagieren oft die sind, die mit Exekutionsbildnissen im Klassenzimmer keine Probleme haben.

    Die Kreuze auf einigen europäischen Flaggen sind tatsächlich "Ausdruck der Tradition" und "volkstümliches Symbol" - im Gegensatz zum Kruzifix.
    Die Argumentation, dieses sei gar kein religiöses Symbol (mehr), sondern Geschichte und Tradition ist in ihrer Selbstverläugnung schlicht absurd.

    Kruzifixe sind religiöse Symbole, deswegen hängen sie in Klassenzimmern und über Altaren und deswegen werden sie von Kirchenleuten verteidigt.

    Wer kein Problem damit hat, der historisch dominanten Religion hier einen Sonderstatus zuzubilligen, der kann die Kruzifixe hängen lassen, sollte sich aber überlegen, ob es wirlich so toll für die Entwicklung der Schüler ist, unter dem Bildnis eines zu Tode gequälten Menschen unterrichtet zu werden - die Ironie dabei ist dann, dass diejeniegen, die bei "Schulhof-Gewaltvideos" etc am heftigsten reagieren oft die sind, die mit Exekutionsbildnissen im Klassenzimmer keine Probleme haben.

  3. Die Kreuze auf einigen europäischen Flaggen sind tatsächlich "Ausdruck der Tradition" und "volkstümliches Symbol" - im Gegensatz zum Kruzifix.
    Die Argumentation, dieses sei gar kein religiöses Symbol (mehr), sondern Geschichte und Tradition ist in ihrer Selbstverläugnung schlicht absurd.

    Kruzifixe sind religiöse Symbole, deswegen hängen sie in Klassenzimmern und über Altaren und deswegen werden sie von Kirchenleuten verteidigt.

    Wer kein Problem damit hat, der historisch dominanten Religion hier einen Sonderstatus zuzubilligen, der kann die Kruzifixe hängen lassen, sollte sich aber überlegen, ob es wirlich so toll für die Entwicklung der Schüler ist, unter dem Bildnis eines zu Tode gequälten Menschen unterrichtet zu werden - die Ironie dabei ist dann, dass diejeniegen, die bei "Schulhof-Gewaltvideos" etc am heftigsten reagieren oft die sind, die mit Exekutionsbildnissen im Klassenzimmer keine Probleme haben.

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    "unter dem Bildnis eines zu Tode gequälten Menschen unterrichtet zu werden - die Ironie dabei ist dann, dass diejeniegen, die bei "Schulhof-Gewaltvideos" etc am heftigsten reagieren oft die sind, die mit Exekutionsbildnissen im Klassenzimmer keine Probleme haben."

    Das ist wohl der haarsträubendste Vergleich den ich je gelesen habe.

    "unter dem Bildnis eines zu Tode gequälten Menschen unterrichtet zu werden - die Ironie dabei ist dann, dass diejeniegen, die bei "Schulhof-Gewaltvideos" etc am heftigsten reagieren oft die sind, die mit Exekutionsbildnissen im Klassenzimmer keine Probleme haben."

    Das ist wohl der haarsträubendste Vergleich den ich je gelesen habe.

  4. "unter dem Bildnis eines zu Tode gequälten Menschen unterrichtet zu werden - die Ironie dabei ist dann, dass diejeniegen, die bei "Schulhof-Gewaltvideos" etc am heftigsten reagieren oft die sind, die mit Exekutionsbildnissen im Klassenzimmer keine Probleme haben."

    Das ist wohl der haarsträubendste Vergleich den ich je gelesen habe.

    Antwort auf "Flaggen und Kruzifixe"
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    • Aha°
    • 30.06.2010 um 20:24 Uhr

    sogar an ein detailgetreues 3D-Bild von einem gefolterten und getöteten Mann in jedem Klassenzimmer, in jedem Raum, über jedem Esstisch. Guten Appetit. Nachdem sie 2000 Jahre Kummer und Leid unter die Menschheit gebracht hat, muss sich diese Religionsgemeinschaft durchaus mal die eine oder andere interessante Frage gefallen lassen. Ich bin gespannt.

    • PGMN
    • 30.06.2010 um 20:44 Uhr

    aber nur insofern, als dass Gewaltvideos die Qualen einer real existierenden Person darstellen, während das Kruzifix die Exekution einer womöglich fiktiven, mit Sicherheit aber vor langer Zeit gelebt habenden Person zeigt. Ihr Vorposter hat allerdings insofern auch Recht, als dass sich diejenigen, die sich für Kruzifixe in Klassenzimmern aussprechen, auch normalerweise die ersten sind, "Killerspiele" zu verteufeln.

    • Aha°
    • 30.06.2010 um 20:24 Uhr

    sogar an ein detailgetreues 3D-Bild von einem gefolterten und getöteten Mann in jedem Klassenzimmer, in jedem Raum, über jedem Esstisch. Guten Appetit. Nachdem sie 2000 Jahre Kummer und Leid unter die Menschheit gebracht hat, muss sich diese Religionsgemeinschaft durchaus mal die eine oder andere interessante Frage gefallen lassen. Ich bin gespannt.

    • PGMN
    • 30.06.2010 um 20:44 Uhr

    aber nur insofern, als dass Gewaltvideos die Qualen einer real existierenden Person darstellen, während das Kruzifix die Exekution einer womöglich fiktiven, mit Sicherheit aber vor langer Zeit gelebt habenden Person zeigt. Ihr Vorposter hat allerdings insofern auch Recht, als dass sich diejenigen, die sich für Kruzifixe in Klassenzimmern aussprechen, auch normalerweise die ersten sind, "Killerspiele" zu verteufeln.

  5. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip sollte sich der Europäische Gerichtshof in dieser Sache zurückhalten. Meines Erachtens steht dem Gerichtshof nicht zu, europaweit verbindliche Anordnungen über die Gepflogenheiten der europäischen Staaten in dieser Frage zu treffen. Dennoch könnten die individuellen Rechte der Klägerin berücksichtigt werden. Die Einzelfallbetrachtung sollte also im Vordergrund stehen. Und so würde sich eine Lösung in diesem Rechtsstreit doch recht einfach abzeichnen: Das Gericht könnte seine Rechtsprechung in dieser Frage dahingehend zur Geltung bringen, dass es über die Tradition der Kruzifix-Aufstellung in den einzelnen Staaten nicht befinden will. Es könnte aber die Schule anweisen, im Klassenzimmer des Kindes das Kreuz abzuhängen, und als Lösung für ähnliche Situationen durchsetzen, dass Eltern das Abhängen des Kreuzes durchsetzen können, wenn sie ihrem Kind dessen Anblick nicht gestatten wollen. Wo freilich keine Eltern vorhanden sind, die sich am Kruzifix stören, könnte dann das Kreuz hängen bleiben, wenn es in den jeweiligen Staaten so Tradition ist.

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    • ddkddk
    • 30.06.2010 um 19:13 Uhr

    haben mit der vorliegenden Sache absolut nichts zu tun.

    Es geht hier nicht um europäisches Recht, sondern um die Frage, ob das Menschenrecht auf Religionsfreiheit verletzt wurde.

    Hierüber entscheidet der EGMR, der auf Grund der Europäischen Menschenrechtskonvention eingerichtet wurde. Den Entscheidungen dieses Gerichtshof haben sich z. B. auch Russland, die Türkei und die Schweiz unterworfen.

    • ddkddk
    • 30.06.2010 um 19:13 Uhr

    haben mit der vorliegenden Sache absolut nichts zu tun.

    Es geht hier nicht um europäisches Recht, sondern um die Frage, ob das Menschenrecht auf Religionsfreiheit verletzt wurde.

    Hierüber entscheidet der EGMR, der auf Grund der Europäischen Menschenrechtskonvention eingerichtet wurde. Den Entscheidungen dieses Gerichtshof haben sich z. B. auch Russland, die Türkei und die Schweiz unterworfen.

  6. Galgen unsw. gehören dann auch an die Schulwand.

    Wie kann man nur Hinrichtungszenen an die Wand hängen.

    Mit Verlaub: Die spinnen, die Römer....

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