Ölpest vor Louisiana "Top Cap" statt "Top Kill"

BP ist es offenbar gelungen, als Übergangslösung eine Glocke über das Bohrloch zu stülpen. Doch US-Präsident Obama warnt vor allzu großem Optimismus.

Die Folgen der Ölpest sind auch für die Tiere drastisch: Ein Vogel vor der Insel East Grand Terre,  Louisiana

Die Folgen der Ölpest sind auch für die Tiere drastisch: Ein Vogel vor der Insel East Grand Terre, Louisiana

Nach einer Reihe von Fehlschlägen im Kampf gegen die Ölpest ist den Krisenmanagern offenbar ein wichtiger Teilerfolg gelungen. In der Nacht zum Freitag wurde eine Glocke über das Unglücksbohrloch in 1500 Meter Tiefe gestülpt. Sie soll den Großteil des ausströmenden Rohöls einfangen; dann wird es zu Schiffen an der Wasseroberfläche geleitet.

In Fischergemeinden im Mississippidelta wie Venice und Grand Isle wurde die Nachricht mit Erleichterung aufgenommen. In den Wochen zuvor waren Wut und Verzweiflung gewachsen, weil kein Ende des Desasters abzusehen war. Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer, dass der gigantische Ölfluss stark reduziert werden kann.

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Die guten Nachrichten – BP-Chef Tony Hayward beraumte extra eine Telefonkonferenz mit Investoren an – wirkten sich kurzzeitig positiv auf den Aktienkurs aus, wenn auch nur wenige Stunden.

Thema Ölpest
Lesen Sie mehr über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und die Umweltfolgen

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Die Anwohner wissen: In den 46 Tagen seit dem Unglück sind viele Millionen Liter in den Golf von Mexiko geströmt; ein Teil davon wird zeitverzögert an die Südküste der USA gespült. An mehreren Orten in Louisiana reinigen Spezialteams bereits Strände vorgelagerter Inseln, zum Beispiel Grand Terre. Die Verschmutzung weiterer Abschnitte wird in den nächsten Tagen zunehmen, auch in Alabama, Mississippi und im Nordwesten Floridas. Doch sobald kein Öl mehr nachströmt, ist irgendwann ein Ende in Sicht. Das hoffen die Menschen zumindest.

Am Freitag war zunächst unklar, wie erfolgreich die komplizierte Aktion war. BP hatte schon einmal einen Auffangtrichter über dem Bohrloch platziert. Doch wegen der geringen Temperaturen so tief unter Wasser vereiste ein Teil des Gemischs aus Öl, Gas und Wasser, und die Operation wurde abgebrochen. Dagegen wurden nun Vorkehrungen getroffen.

Der sogenannte "Top Cap", das Auffangen des Öls an der Spitze des Bohrlochs, ist eine Notlösung, nachdem der "Top Kill" misslungen war: der Versuch, das Bohrloch von oben zu verschließen. Bei der Vorbereitung des neuen Anlaufs hatte es erneut Pannen gegeben. Zunächst musste das alte Steigrohr durch Roboter abgesägt werden.

Nach der Explosion der Plattform vor sechseinhalb Wochen war es auf den Meeresboden gesunken und dabei mehrfach abgeknickt. Doch dann verklemmte sich die mit Diamanten gehärtete Spezialsäge und ließ sich nicht mehr gängig machen. Das Steigrohr musste schließlich mit einer Art Zange abgezwackt werden.

Leser-Kommentare
  1. ...unberührt bleibt der gehört eigentlich nicht in diese Welt. Uns alle sollte man einmal ins Ölbad schicken. Oder besser: Zu Greenpeace.

  2. Dieses Bild zum Artikel sagt mehr als tausend Worte. Wann endlich begreift der Mensch, dass er nicht alleine auf diesem Planeten lebt.

  3. Der ehemalige US-Arbeitsminister Robert Reich fordert BP unter staatliche Zwangsverwaltung zu stellen:

    http://bueso.de/news/ehem...

    http://www.salon.com/news...

    Aber dafür wird Obama wohl der Mut fehlen

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    ...noch ein paar tausend Meter tief zu bohren stelle ich mir nicht so einfach vor. Das muß ähnlich sein wie Menschen auf den Mond zu schicken. Beides kann schiefgehen - beides ist schon schiefgegangen. Will man nun fordern beides zu verbieten? Daß man mich richtig versteht: Ich will BP keinesfalls verteidigen. Uns nur zum gelegentlichen Nachdenken anregen.

    ...noch ein paar tausend Meter tief zu bohren stelle ich mir nicht so einfach vor. Das muß ähnlich sein wie Menschen auf den Mond zu schicken. Beides kann schiefgehen - beides ist schon schiefgegangen. Will man nun fordern beides zu verbieten? Daß man mich richtig versteht: Ich will BP keinesfalls verteidigen. Uns nur zum gelegentlichen Nachdenken anregen.

    • Gafra
    • 05.06.2010 um 9:18 Uhr

    so lange unberührt, solange wir ihr Leiden nicht direkt vor unserer Nase erleben. Es gibt weiteres ewig währendes, milliardenfaches Leiden hilfloser Kreaturen in der Massentierhaltung, in der Milchviehwirtschaft, in der "Forschung" bei Tierversuchen, bei der Pelztierzucht.
    Und überall da wird Geld, sehr viel Geld verdient. Was zählt da das Leiden hilfloser Kreaturen.
    Dass die eigene Lebensweise dies zur Bedingung hat, wird allzu gerne ausgeblendet.

  4. Schaden von der Umwelt zu wenden , den Menschen den Lebensraum zu erhalten. das Meer ist verseucht, für Jahrzehnte vergiftet. Hier muss der Präsident der USA ein Exempel statuieren. die nur eines bedeuten kann . Die Manager einsperren. BP in das Eigentum der USA eingliedern und vor allem Tiefsee Bohrungen Grundsätzlich verbieten !

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    • Buh
    • 05.06.2010 um 10:28 Uhr

    "Die Manager einsperren"
    Ich sehe das auch so. Sie gehören angezeigt. Ich verstehe nicht warum ich Strafe zahle wenn ich meinen Müll auf den Boden werfe, und BP sich mit kleinen zahlungen verdrücken kann. Was da passiert ist, ist ein schweres Verbrechen. Aber Gerechtigkeit gibt es nicht...achja...das macht mich alles so traurig!

    Die Amerikaner sind selbst schuld, wenn sie aus ideologischen und wirtschaftlichen Gründen eine strikte Gesetzgenung für Sicherheitsstandards ablehnen (oder sie in der Praxis nicht umsetzen). Hinterher einfach Leute einzusperren, die sich im Rahmen der bestehenden Gesetze bewegt haben, ist keine rechtsstaatliche Lösung. Das hätte man sich vorher überlegen müssen. Nun kann man nur hoffen, dass BP viel Geld zahlen muss, dass die Folgen der Ölindustrie als mahnendes Beispiel dienen und dass womöglich die Gesetze verschärft werden.

    • Buh
    • 05.06.2010 um 10:28 Uhr

    "Die Manager einsperren"
    Ich sehe das auch so. Sie gehören angezeigt. Ich verstehe nicht warum ich Strafe zahle wenn ich meinen Müll auf den Boden werfe, und BP sich mit kleinen zahlungen verdrücken kann. Was da passiert ist, ist ein schweres Verbrechen. Aber Gerechtigkeit gibt es nicht...achja...das macht mich alles so traurig!

    Die Amerikaner sind selbst schuld, wenn sie aus ideologischen und wirtschaftlichen Gründen eine strikte Gesetzgenung für Sicherheitsstandards ablehnen (oder sie in der Praxis nicht umsetzen). Hinterher einfach Leute einzusperren, die sich im Rahmen der bestehenden Gesetze bewegt haben, ist keine rechtsstaatliche Lösung. Das hätte man sich vorher überlegen müssen. Nun kann man nur hoffen, dass BP viel Geld zahlen muss, dass die Folgen der Ölindustrie als mahnendes Beispiel dienen und dass womöglich die Gesetze verschärft werden.

  5. 6. Öh...

    ...BP ist doch britisch... dumme Globalisierung...

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    "Ein Hahn weniger auf dem Mist."

    Hoffentlich explodiert jetzt keine Texaco-Insel vor der britischen Küste

    "Ein Hahn weniger auf dem Mist."

    Hoffentlich explodiert jetzt keine Texaco-Insel vor der britischen Küste

  6. sehnt man sich nach der Zeit zurück, als der Rockefeller-Firmenpatriarch noch mit seinem Bauchladen von Jahrmarkt zu Jahrmarkt zog, um Petroleum in kleinen Fläschchen als Hautsalbe feilzubieten

  7. "Ein Hahn weniger auf dem Mist."

    Hoffentlich explodiert jetzt keine Texaco-Insel vor der britischen Küste

    Antwort auf "Öh..."
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    ...bummm...dumm!...

    ...bummm...dumm!...

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