Flüchtlinge in DeutschlandEin Leben in der Warteschleife

Der Alltag von Asylbewerbern liegt bis ins kurioseste Detail in der Hand deutscher Behörden. Manchmal jahrelang. Von Lisa Caspari

Kein Arztbesuch, kein Ausflug in den benachbarten Landkreis, keine Ausbildung, keine Arbeitsstelle – nichts geht ohne Papierkrieg mit den Behörden. Menschen ohne feste Aufenthaltsgenehmigung haben es in Deutschland nicht gerade einfach. Diesen Sonntag ist Weltflüchtlingstag. ZEIT ONLINE beschreibt aus diesem Anlass das Leben einer jungen Asylbewerberfamilie aus Iran.

Eigentlich wollten Miriam und Amir (Name von der Redaktion geändert) nie aus ihrer Heimatstadt Teheran weg. Doch dann bekam Amir 2001 erstmals Probleme mit dem iranischen Regime. So jedenfalls erzählt es das junge Paar an diesem heißen Frühsommertag im Besucherraum der Asylberatung in Hennigsdorf bei Berlin.

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Sie flohen mit ihrem kleinen Sohn nach Deutschland, stellten einen ersten Asylantrag. Ein Jahr später, das Verfahren lief noch, kam ein Anruf vom Rechtsanwalt. "Es hieß, wir hätten jetzt kein Problem mehr in Iran", erzählt die 35-jährige Miriam. Das junge Paar zog erleichtert wieder nach Teheran, die gemeinsame Tochter wurde dort geboren. "Doch dann kamen die Probleme wieder", sagt Miriam leise und blickt zu Boden. Einmal sei ihr Mann drei Tage lang verschwunden gewesen. Schließlich habe ihn jemand nachts blutüberströmt auf der Straße vor ihrer Wohnung aufgelesen.

Im Januar 2007 dann der zweite Asylantrag. Sie seien über die Türkei mit dem Auto nach Deutschland gefahren, berichtet Miriam. Hals über Kopf – nur weg hätten sie gewollt. Seitdem  wohnt die junge Familie im brandenburgischen Hennigsdorf, zehn S-Bahnstellen vom Zentrum Berlins entfernt. Sie seien froh, hier unversehrt leben zu können, sagt sie. Aber als Asylbewerber habe man es nicht leicht: "Wir haben gedacht, wir sind in Deutschland und alles wird gut, aber hier gibt es andere Probleme."

Da ist zum Beispiel die Sache mit dem Arztbesuch. "Wenn man krank ist, darf man nicht einfach zum Arzt gehen", erzählt Miriam: "Man muss zum Gesundheitsamt fahren und fragen. Die geben einem einen Überweisungsschein." Doch der gilt nur für einen Tag. Schafft man es an diesem Tag nicht zum Arzt, muss man erneut zum Gesundheitsamt. Der Hintergrund: Asylbewerber sind in Deutschland nicht gesetzlich krankenversichert .

Weltflüchtlingstag

Die UN-Vollversammlung hat den 20. Juni zum internationalen Gedenktag für Flüchtlinge ausgerufen. Mit Aktionen soll in vielen Ländern auf die besondere Situation und die Not der 42 Millionen Flüchtlinge weltweit aufmerksam gemacht werden. Die diesjährige Kampagne steht unter dem Motto "They took my home, but they can’t take my future".

Menschenrechte in Iran

Menschenrechtsorganisationen beklagen seit Jahren die politische Willkür in Iran. Laut Amnesty International werden dort insbesondere seit den umstrittenen Wahlen im Juni 2009 Meinungs- und Versammlungsfreiheit massiv eingeschränkt und Regimekritiker willkürlich verhaftet. Eine unbekannte Zahl von Gefangenen sei in der Haft gestorben.

Asylverfahren

Das Asylrecht (Artikel 16a GG) ist ein Grundrecht für schutzbedürftige Ausländer. In Deutschland leben derzeit mehr als 34.000 Asylbewerber. Sie bekommen nach dem Gesetz staatliche Sozialleistungen. Diese sind niedriger als Hartz-IV-Sätze. Oftmals bekommen die Flüchtlinge Gutscheine anstatt von Bargeld für den alltäglichen Bedarf. Krankenversichert sind Asylbewerber nicht. Das Asylbewerberleistungsgesetz regelt nur den Fall von "akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen". Deshalb werden Flüchtlingen  Krankenscheine, Medikamente, Heil- und Hilfsmittel wie Brillen oder Krücken und vieles andere oft verweigert.

Gerade sei dem inzwischen zehnjährigen Sohn der Besuch des Augenarztes untersagt worden. Erst mit Hilfe der Hennigsdorfer Flüchtlingsberaterin Simone Tetzlaff habe Miriam vom Amt das Geld für eine Brille erstritten.

Hinzu kommt, dass das zuständige Gesundheitsamt in der Kreisstadt Oranienburg liegt, die Hin- und Rückfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kostet um die fünf Euro. "Das Geld bekommen wir nicht zurück", sagt Miriam. Trotzdem: Wenn es sich nicht um einen medizinischen Notfall handelt, muss die Familie persönlich vorstellig werden, bestätigt auch Tetzlaff. Und so zahlen die Flüchtlinge dafür, um einen Facharztbesuch zu bitten, der ihnen dann unter Umständen gar nicht gewährt wird.

Leserkommentare
  1. Hallo
    Das einzige Problem ist das die Warteschleife so lang dauert.
    Die Bewilligung oder Ablehnung von Asyl sollte innerhalb von sechs Wochen erfolgen, anders ist diesem Problem sonst nicht beizukommen.
    Gruss
    Rene

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    • lepkeb
    • 20.06.2010 um 9:49 Uhr

    deutsche Rechtssystem und die Rechts- und NGO-Industrie dagegen. Wobei Letztere sich ihr finanziell lukratives Geschäftfeld nicht kaputt machen lassen werden.

    • lepkeb
    • 20.06.2010 um 9:49 Uhr

    deutsche Rechtssystem und die Rechts- und NGO-Industrie dagegen. Wobei Letztere sich ihr finanziell lukratives Geschäftfeld nicht kaputt machen lassen werden.

    • lepkeb
    • 20.06.2010 um 9:49 Uhr

    deutsche Rechtssystem und die Rechts- und NGO-Industrie dagegen. Wobei Letztere sich ihr finanziell lukratives Geschäftfeld nicht kaputt machen lassen werden.

    Antwort auf "Warteschleife"
  2. "Kein Arztbesuch, kein Ausflug in den benachbarten Landkreis, keine Ausbildung, keine Arbeitsstelle.."
    ..das trifft auch auf Millionen von Deutsche in diesem Land zu! Viele Deutsche sind nicht krankenversichert, können sich keinen Ausflug leisten und haben weder Ausbildung noch Arbeitsplatz.

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    • Buh
    • 20.06.2010 um 10:31 Uhr

    ....wollen Sie damit sagen?

    außergewöhnliches tragisches Schicksal ist, arm in Deutschland zu sein.
    Das Wichtigste für diese Leute ist, dass sie nicht politisch verfolgt werden und um ihr Leben bangen müssen. Das ist der Zweck der Übung und nichts anderes. Es ist nicht die Aufgabe, den Leuten ein besseres soziales Leben zu ermöglichen, sondern sie vor der Verfolgung und den Menschenrechtsverletzungen ihrer Heimatländer zu schützen. Recht auf Arbeit und Allimentierung ist kein Menschenrecht, echt auf die Unversehrtheit des eigenen Leib und Lebens sehr wohl!

    • Buh
    • 20.06.2010 um 10:31 Uhr

    ....wollen Sie damit sagen?

    außergewöhnliches tragisches Schicksal ist, arm in Deutschland zu sein.
    Das Wichtigste für diese Leute ist, dass sie nicht politisch verfolgt werden und um ihr Leben bangen müssen. Das ist der Zweck der Übung und nichts anderes. Es ist nicht die Aufgabe, den Leuten ein besseres soziales Leben zu ermöglichen, sondern sie vor der Verfolgung und den Menschenrechtsverletzungen ihrer Heimatländer zu schützen. Recht auf Arbeit und Allimentierung ist kein Menschenrecht, echt auf die Unversehrtheit des eigenen Leib und Lebens sehr wohl!

    • Buh
    • 20.06.2010 um 10:31 Uhr

    ....wollen Sie damit sagen?

    Antwort auf "eim Westen nichts Neus"
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    • Loki45
    • 21.06.2010 um 11:59 Uhr

    Na, strengen Sie doch mal die kleinen, grauen Zellen an! ;-)

    • Loki45
    • 21.06.2010 um 11:59 Uhr

    Na, strengen Sie doch mal die kleinen, grauen Zellen an! ;-)

  3. außergewöhnliches tragisches Schicksal ist, arm in Deutschland zu sein.
    Das Wichtigste für diese Leute ist, dass sie nicht politisch verfolgt werden und um ihr Leben bangen müssen. Das ist der Zweck der Übung und nichts anderes. Es ist nicht die Aufgabe, den Leuten ein besseres soziales Leben zu ermöglichen, sondern sie vor der Verfolgung und den Menschenrechtsverletzungen ihrer Heimatländer zu schützen. Recht auf Arbeit und Allimentierung ist kein Menschenrecht, echt auf die Unversehrtheit des eigenen Leib und Lebens sehr wohl!

    Antwort auf "eim Westen nichts Neus"
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    Tragische Schicksale kann man auf der ganzen Welt finden, jedoch ist die Bundesrepublik nach wie vor vergleichsweise ein Tal der Seeligen. Ich bin sog. "Migrant" und wenn ich an die Verhältnisse im Heimatland meines Vaters denke kann ich nur den Kopf schütteln über was sich Teutonen so tagtäglich in größer Melodramatik und mit größtem Alarmismus beklagen. Und mit Verlaub, wer auf der Flucht ist - eben ein Flüchtling - der beklagt sich doch nicht darüber dass er für die Fahrt zum Amt, wo er ein Dokument erhält was ihn zur _kostenlosen_ Nutzung des hiesigen Gesundheitssystemes berechtigt, irgendwie wenigstens selbst sorgen muss. Meiner Meinung nach ist das eine Anspruchshaltung - eine für die ich keinerlei Verständnis habe. Ebenso wie jüngst hier in Bayern "Hungerstreiks" von Asylbewerbern weil ihnen die Essenspakete nicht genehm waren die ihnen gestellt werden. Ich habe in einer Reportage gesehen woraus sich dieses Paket zusammensetzt, ich kann mir die Lebensmittel darin zB nicht jede Woche leisten! Und würde Luftsprünge machen wenn ich die einfach geschenkt bekomme. Ich weiss nicht wodurch sich solch eine Anspruchshaltung entwickelt, vielleicht nach dem Motto "versuchen kann man es ja mal", irgendwelche teutonischen "Kümmerer" scheint's immer zu geben die sich dann "betroffen" zeigen. Wer auf der Flucht ist, Leib und Leben retten will, dem helfe ich gern (durch meine Steuern > Asylunterkunft..). Mehr als Nothilfe kann dies aber nicht sein! Das ist kein Einwanderungsverfahren!

    Moment mal, hier gerät etwas völlig ins falsche Fahrtwasser: Es geht nicht darum, daß dem betroffenen Paar ein besseres soziales Leben in Deutschland gegeben wird. Es geht auch nicht darum arm und arm zu vergleichen. es geht darum, daß typisch deutsche Behörden das angepeilte bessere soziale Leben in Deutschland vereiteln. Und zwar tagtäglich. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich mir aus welchen Gründen auch immer eine Fahrt in den benachbarten Landkreis nicht leisten kann, oder ob mir jemand, in diesem Fall ein Amt, so etwas schlichtweg verbietet. Oder finden sie das ok, daß dieses iranische Paar zum Hilfeempfänger gemacht wird? Die Frau ist Erzieherin - ihre Ausbildung wird nicht anerkannt! Warum? dabei kann sie doch viel mehr als viele deutsche Erzieherinnen: Sie ist zweisprachig. Der Mann hätte einen Job und darf nicht - oh armes Deutschland!

    Tragische Schicksale kann man auf der ganzen Welt finden, jedoch ist die Bundesrepublik nach wie vor vergleichsweise ein Tal der Seeligen. Ich bin sog. "Migrant" und wenn ich an die Verhältnisse im Heimatland meines Vaters denke kann ich nur den Kopf schütteln über was sich Teutonen so tagtäglich in größer Melodramatik und mit größtem Alarmismus beklagen. Und mit Verlaub, wer auf der Flucht ist - eben ein Flüchtling - der beklagt sich doch nicht darüber dass er für die Fahrt zum Amt, wo er ein Dokument erhält was ihn zur _kostenlosen_ Nutzung des hiesigen Gesundheitssystemes berechtigt, irgendwie wenigstens selbst sorgen muss. Meiner Meinung nach ist das eine Anspruchshaltung - eine für die ich keinerlei Verständnis habe. Ebenso wie jüngst hier in Bayern "Hungerstreiks" von Asylbewerbern weil ihnen die Essenspakete nicht genehm waren die ihnen gestellt werden. Ich habe in einer Reportage gesehen woraus sich dieses Paket zusammensetzt, ich kann mir die Lebensmittel darin zB nicht jede Woche leisten! Und würde Luftsprünge machen wenn ich die einfach geschenkt bekomme. Ich weiss nicht wodurch sich solch eine Anspruchshaltung entwickelt, vielleicht nach dem Motto "versuchen kann man es ja mal", irgendwelche teutonischen "Kümmerer" scheint's immer zu geben die sich dann "betroffen" zeigen. Wer auf der Flucht ist, Leib und Leben retten will, dem helfe ich gern (durch meine Steuern > Asylunterkunft..). Mehr als Nothilfe kann dies aber nicht sein! Das ist kein Einwanderungsverfahren!

    Moment mal, hier gerät etwas völlig ins falsche Fahrtwasser: Es geht nicht darum, daß dem betroffenen Paar ein besseres soziales Leben in Deutschland gegeben wird. Es geht auch nicht darum arm und arm zu vergleichen. es geht darum, daß typisch deutsche Behörden das angepeilte bessere soziale Leben in Deutschland vereiteln. Und zwar tagtäglich. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich mir aus welchen Gründen auch immer eine Fahrt in den benachbarten Landkreis nicht leisten kann, oder ob mir jemand, in diesem Fall ein Amt, so etwas schlichtweg verbietet. Oder finden sie das ok, daß dieses iranische Paar zum Hilfeempfänger gemacht wird? Die Frau ist Erzieherin - ihre Ausbildung wird nicht anerkannt! Warum? dabei kann sie doch viel mehr als viele deutsche Erzieherinnen: Sie ist zweisprachig. Der Mann hätte einen Job und darf nicht - oh armes Deutschland!

  4. Tragische Schicksale kann man auf der ganzen Welt finden, jedoch ist die Bundesrepublik nach wie vor vergleichsweise ein Tal der Seeligen. Ich bin sog. "Migrant" und wenn ich an die Verhältnisse im Heimatland meines Vaters denke kann ich nur den Kopf schütteln über was sich Teutonen so tagtäglich in größer Melodramatik und mit größtem Alarmismus beklagen. Und mit Verlaub, wer auf der Flucht ist - eben ein Flüchtling - der beklagt sich doch nicht darüber dass er für die Fahrt zum Amt, wo er ein Dokument erhält was ihn zur _kostenlosen_ Nutzung des hiesigen Gesundheitssystemes berechtigt, irgendwie wenigstens selbst sorgen muss. Meiner Meinung nach ist das eine Anspruchshaltung - eine für die ich keinerlei Verständnis habe. Ebenso wie jüngst hier in Bayern "Hungerstreiks" von Asylbewerbern weil ihnen die Essenspakete nicht genehm waren die ihnen gestellt werden. Ich habe in einer Reportage gesehen woraus sich dieses Paket zusammensetzt, ich kann mir die Lebensmittel darin zB nicht jede Woche leisten! Und würde Luftsprünge machen wenn ich die einfach geschenkt bekomme. Ich weiss nicht wodurch sich solch eine Anspruchshaltung entwickelt, vielleicht nach dem Motto "versuchen kann man es ja mal", irgendwelche teutonischen "Kümmerer" scheint's immer zu geben die sich dann "betroffen" zeigen. Wer auf der Flucht ist, Leib und Leben retten will, dem helfe ich gern (durch meine Steuern > Asylunterkunft..). Mehr als Nothilfe kann dies aber nicht sein! Das ist kein Einwanderungsverfahren!

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    ...in einem fremden Land, dessen Sprache Sie nicht verstehen und nicht sprechen können, dessen Geflogenheiten sie nicht verstehen, bei dessen Beamten Sie teilweise auf recht ausländerfeindlichen Sachbearbeiter treffen, mit allem psychischen Druck, den der jenige aushalten muss (die Strapazen der Reise, das man nicht weiß, was passieren wird, man weiß nicht ob man wieder zurückgeschickt wird, man weiß nicht was dann passieren wird) und noch vieles mehr, swolch ein Formular zu bekommen?

    Meine Frau kann es Ihnen gerne einmal erklären was dies alles bedeutet. Von außen draufspuken kann jeder...

    Da ist es einfach den Passierschein A38 zu bekommen...

    ...in einem fremden Land, dessen Sprache Sie nicht verstehen und nicht sprechen können, dessen Geflogenheiten sie nicht verstehen, bei dessen Beamten Sie teilweise auf recht ausländerfeindlichen Sachbearbeiter treffen, mit allem psychischen Druck, den der jenige aushalten muss (die Strapazen der Reise, das man nicht weiß, was passieren wird, man weiß nicht ob man wieder zurückgeschickt wird, man weiß nicht was dann passieren wird) und noch vieles mehr, swolch ein Formular zu bekommen?

    Meine Frau kann es Ihnen gerne einmal erklären was dies alles bedeutet. Von außen draufspuken kann jeder...

    Da ist es einfach den Passierschein A38 zu bekommen...

  5. Bei solch langen Entscheidungsprozessen ist es wirklich ein Unding, dass man den Menschen verwehrt, sich ein neues Leben Aufzubauen. Tatenlos in einer Warteschleife lässt es sich nicht wirklich glücklich leben. Da muss dringend was geändert werden! Eine Verkürzung des Entscheidungsprozesses ist nicht praktikabel, denke ich, da auch den Asylbewerbern der Rechtsschutz gegen die Entscheidung eines einfachen Sachbearbeiters ermöglicht werden muss. Schließlich sind solche Situationen nicht sehr einfach zu beurteilen, vor allem, ob wirklich ein Asylgrund vorliegt. Was ich mich bei diesem Beispiel dennoch frage ist, warum eine iranische Familie, die mit dem Auto über die Türkei flieht, unbedingt bis nach Deutschland fährt, um ihrem Martyrium zu entkommen. Mir fallen einige Länder, auch EU, ein, die dazwischen liegen und in denen mit Sicherheit auch Asyl gewährt würde. Allerdings kenne ich die Asylbedingungen anderer Staaten nicht und kann nur vermuten, dass Asyl in Deutschland im Vergleich nicht die schlechteste Wahl ist.

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