Loveparade-Aufarbeitung Duisburg macht dicht
Die Hinweise mehren sich: Das Duisburger Rathaus wusste von Sicherheitsbedenken. Die Stadtverwaltung scheint verstockt. Sie reagiert mit undurchdringlichem Schweigen.
© Oliver Berg/dpa

Vertreter der ermittelnden Behörden begehen das Gelände der Loveparade
Seit Beginn dieser Woche haben die Malteser in Duisburg keine eigene Pressestelle mehr. "Von uns hören sie nichts", erklärt eine Mitarbeiterin des Hilfsdienstes kategorisch, "wir haben alles der Pressestelle der Stadt Duisburg übertragen". Bei den Maltesern sei niemand mehr zur Loveparade ansprechbar. Ein mehr als ungewöhnlicher Vorgang: Ein rechtlich unabhängiger Verein gibt seine Öffentlichkeitsarbeit an eine staatliche Stelle ab. (siehe dazu Anmerkung der Redaktion am Ende des Textes)
Schweigen als Pressearbeit auch bei der Duisburger Feuerwehr, beim Baudezernenten und im Ordnungsamt. Alle verweisen auf die Pressestelle des Rathauses – bei der niemand zu erreichen ist, weder telefonisch noch per E-Mail.
Auch die Duisburger Polizei ist stumm geworden, leitet alle Anfragen an die Staatsanwaltschaft weiter, ebenso wie die Kölner Polizei, die mit den Ermittlungen in Sachen Loveparade-Katastrophe betraut ist. Und was sagt die Staatsanwaltschaft, bei der alles zusammenlaufen soll? Nichts. Man gebe momentan keine Auskunft zu Detailfragen.
Diese Abschottung aller beteiligten Institutionen zeigt, wie groß die Angst in der Stadt ist. Dabei geraten die Akteure durch neue Erkenntnisse über die Planung und den Ablauf der Loveparade ständig weiter in Bedrängnis. Besonders Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist in Erklärungsnot geraten.
[M] Ulf Kleczka/dpa/ZEIT ONLINE
Ein Sitzungsprotokoll vom 18.Juni belegt , dass die Stadt in den Verhandlungen mit dem Loveparade-Veranstalter Lopavent tatsächlich weitgehende Konzessionen machte. Wenige Wochen vor der Loveparade diskutierten Vertreter von Lopavent, Ordnungsamt und Feuerwehr über die Länge der Fluchtwege. Den Lopavent-Leuten waren die vorgeschriebenen insgesamt 440 Meter zu viel, 155 Meter seien vollkommen ausreichend.
Das Protokoll vermerkt, wie sich Ordnungsdezernent Rabe in die Debatte einmischt: Der Oberbürgermeister wünsche die Veranstaltung, es müsse eine "Lösung gefunden" werden. Das Bauordnungsamt solle an dem Rettungswegekonzept "konstruktiv mitarbeiten".
Baudezernats-Leiter Jürgen Dressler kritzelte wütend auf das Protokoll, er lehne "eine Zuständigkeit und Verantwortung (...) ab." Das Vorgehen entspreche "in keinerlei Hinsicht einem ordentlichen Verwaltungshandeln und einer sachgerechten Projektstellung." Darunter benennt ein handschriftlicher Vermerk den Empfänger des Protokolls: "OB". Sauerland aber hatte behauptet, er habe von den großen Bedenken beim Sicherheitskonzept nichts gewusst.
- Datum 27.07.2010 - 19:28 Uhr
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Wenn ich mir überlege, seit wann und warum Kachelmann in U-Haft sitzt
[...]
Bitte verzichten Sie auf Vorverurteilung. Die Redaktion/is
sondern grob fahrlässig war das ganze!
Höchststrafe dafür auch für Schaller, der hat das nicht zum ersten Mal gemacht und wusste wieviele Leute da kommen würden - was hätte er denn mit den 500k - 1 Mio Menschen gemacht, die, wenn die Panik nicht passiert wäre, trotzdem nicht auf das Gelände gekommen wären, weil die gar nicht sdrauf passen... - sollten die durch Duisburg irren - [...]
ob für sein Ego, für das Marketing seiner Mc-Fit-Kette oder weil er daran verdienen wollte, das ist eigentlich egal - aber er hätte es wissen müssen, das schon das Gesamtkonzept nicht gut gehen konnte!
Trotz verständlichem "Konsequenzen-Fordern" vermeiden Sie Vorverurteilung. Die Redaktion/is
...sehr gut der Vergleich mit Kachelmann.
Hier fehlt das Maß bei der deutschen Justiz.
Aber Sauerland gehört direkt vor den Kadi und dann ins Exil, wohin ihn sein Name schon führt --- ...ins Sauerland, auf den höchsten Berg, nackt in Schnee und Eis.
Damit er erkennen wird, wieviel Unheil er von Amtswegen eingeleitet hat...
Allerseits einen schönen Tag, so traurig es auch leider ist.
Redaktionsanmerkung: Verständlicherweise ist der Ruf nach Verantwortlichen groß. Bitte verzichten Sie dennoch auf das Posten verbaler Rachefeldzüge und kehren zu einem sachlichen Diskussionston zurück. Danke. Die Redaktion/is
sondern grob fahrlässig war das ganze!
Höchststrafe dafür auch für Schaller, der hat das nicht zum ersten Mal gemacht und wusste wieviele Leute da kommen würden - was hätte er denn mit den 500k - 1 Mio Menschen gemacht, die, wenn die Panik nicht passiert wäre, trotzdem nicht auf das Gelände gekommen wären, weil die gar nicht sdrauf passen... - sollten die durch Duisburg irren - [...]
ob für sein Ego, für das Marketing seiner Mc-Fit-Kette oder weil er daran verdienen wollte, das ist eigentlich egal - aber er hätte es wissen müssen, das schon das Gesamtkonzept nicht gut gehen konnte!
Trotz verständlichem "Konsequenzen-Fordern" vermeiden Sie Vorverurteilung. Die Redaktion/is
...sehr gut der Vergleich mit Kachelmann.
Hier fehlt das Maß bei der deutschen Justiz.
Aber Sauerland gehört direkt vor den Kadi und dann ins Exil, wohin ihn sein Name schon führt --- ...ins Sauerland, auf den höchsten Berg, nackt in Schnee und Eis.
Damit er erkennen wird, wieviel Unheil er von Amtswegen eingeleitet hat...
Allerseits einen schönen Tag, so traurig es auch leider ist.
Redaktionsanmerkung: Verständlicherweise ist der Ruf nach Verantwortlichen groß. Bitte verzichten Sie dennoch auf das Posten verbaler Rachefeldzüge und kehren zu einem sachlichen Diskussionston zurück. Danke. Die Redaktion/is
Alleine die Aussage, dass die Genehmigung erst am stattfindenden Tag (!!!!) ausgestellt wurde, zeigt überdeutlich mit welchem hohen Dillentantismus hier gearbeitet wurde. Jeder weitere Kommentar erübrigt sich damit.
Auch viele Österreicher haben diese Tragödie mitbekommen und sind entsetzt und erzürnt, dass Oberbürgermeister Sauerland und Dezernent Rabe nicht umgehend den Hut nehmen. Es mutet an, dass nun alles vertuscht werden soll und dass weitere Verantwortliche gedeckt werden sollen. Wir werden über eine österreichische Rechtsanwaltskanzlei eine weitere Strafanzeige gegen Sauerland und Rabe bei der StA Köln, die ja wohl zuständig ist, einreichen, damit dieser unglaubliche Vorgang lückenlos aufgeklärt wird und Verantwortliche bittere Konsequenzen zu ziehen haben. Nach der derzeitigen Sachlage, wie sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, sollten Herr Sauerland und Herr Rabe die schmerzhaftesten Konsequenzen zu spüren bekommen.
sondern grob fahrlässig war das ganze!
Höchststrafe dafür auch für Schaller, der hat das nicht zum ersten Mal gemacht und wusste wieviele Leute da kommen würden - was hätte er denn mit den 500k - 1 Mio Menschen gemacht, die, wenn die Panik nicht passiert wäre, trotzdem nicht auf das Gelände gekommen wären, weil die gar nicht sdrauf passen... - sollten die durch Duisburg irren - [...]
ob für sein Ego, für das Marketing seiner Mc-Fit-Kette oder weil er daran verdienen wollte, das ist eigentlich egal - aber er hätte es wissen müssen, das schon das Gesamtkonzept nicht gut gehen konnte!
Trotz verständlichem "Konsequenzen-Fordern" vermeiden Sie Vorverurteilung. Die Redaktion/is
Wenn so viele Entscheidungsträger so viele Bauchschmerzen vor der Durchführung der Loveparade in Duisburg gehabt haben, wie sie es nun nachträglich den Medien erzählen, dann frage ich mich warum sie nicht die Zivilcourage hatten den Machern rechtzeitig in den Arm zu fallen. Mit den übrig gebliebenen wenigen 'Jasagern' hätte dieser Unsinn vielleicht verhindert werden können. Glaubwürdig sind für mich nur die Fachleute, die vorher öffentlich gewarnt haben
... der Beteiligten an dieser ganzen skandalösen Aktion sollte zur Rechenschaft gezogen werden!
Es geht um fahrlässige Tötung in 50 und fahrlässige Körperverletzung in über 500 Fällen - diese Zahlen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!
[...]
Es ist so absurd, dass einem eigentlich die Worte fehlen.
Bitte vermeiden Sie das vorschnelle Fordern von Haftstrafen. Die Redaktion/is
Aber auch wenn es nur 20 Tote sind, dann ist diese Katastrophe mal wieder ein Paradestück in Sachen "Habgier, Prestigedenken und Größenwahnsinn".
Ich kann mir richtig gut vorstellen wie die Verantwortlichen bei der Planung diese Punkte der mangelnden Sicherheit angesprochen haben und der Satz gefallen ist: "Wird schon nichts schief gehen..."
Dumm nur, dass es schief gegangen ist. Damit gerechnet hat sicher niemand der Verantwortlichen und ihnen steht es frei, im Falle eines Strafverfahrens (was ja sicherlich folgen wird) die Aussagen zu verweigern. Aber wie jetzt wieder die Schuld auf andere abgeschoben wird, da muss ich wirklich mit dem Kopf schütteln. Ist der Machtwille des Bürgermeisters und die Geldgier des Veranstalters wirklich größer als moralische Werte?
Aber auch wenn es nur 20 Tote sind, dann ist diese Katastrophe mal wieder ein Paradestück in Sachen "Habgier, Prestigedenken und Größenwahnsinn".
Ich kann mir richtig gut vorstellen wie die Verantwortlichen bei der Planung diese Punkte der mangelnden Sicherheit angesprochen haben und der Satz gefallen ist: "Wird schon nichts schief gehen..."
Dumm nur, dass es schief gegangen ist. Damit gerechnet hat sicher niemand der Verantwortlichen und ihnen steht es frei, im Falle eines Strafverfahrens (was ja sicherlich folgen wird) die Aussagen zu verweigern. Aber wie jetzt wieder die Schuld auf andere abgeschoben wird, da muss ich wirklich mit dem Kopf schütteln. Ist der Machtwille des Bürgermeisters und die Geldgier des Veranstalters wirklich größer als moralische Werte?
Der OB sollte Reue zeugen und aus dem Amt treten, dem er nicht gerecht wurde. Aus der Situation hilft ihm auch der beste Anwalt nichtmehr raus und so könnte er wenigstens noch einen letzten Funken Anstand zeigen.
und nicht Sauerland (CDU), was wäre dann los in den deutschen "Qualitätsmedien"?
[...]
Bitte unterlassen Sie geschmacklose Unterstellungen. Die Redaktion/is
Wir haben Ihre Anmerkung zur Kenntnis genommen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass einzelne Fragen zur Moderation den Diskussionsfluss stören. Bei weiteren Fragen schreiben Sie uns bitte an: community@zeit.de. Die Redaktion/is
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