Duisburg Spekulationen um Abwahl von OB Sauerland
Verwirrung in Duisburgs Rathaus: Steht Bürgermeister Sauerland vor der Ablösung? Linkspartei und FDP wollen ihn abwählen. Angeblich ist der Stadtchef damit einverstanden.
Ein Rathaus steht Kopf : Zeitungen berichten über die Ablösung des Oberbürgermeisters von Duisburg, Adolf Sauerland . Laut Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist der CDU-Politiker mit seiner Abwahl einverstanden, laut Berliner Morgenpost und Der Westen will er zurücktreten. Die Mitarbeiter des Stadtchefs sind von den angeblichen Ankündigungen ihres Chefs so überrascht wie die Öffentlichkeit. "Um 15 Uhr heißt es, er will zurücktreten", sagte eine Mitarbeiterin im Rathaus zu ZEIT ONLINE. Dann wieder lese man Sauerlands Zitat, alle Rücktrittsmeldungen könne man "in die Tonne kloppen" . "Und jetzt das!", ruft die Frau am Telefon, als sie die FAZ -Meldung entdeckt. Eine Sprecherin der Stadt hat anscheinend resigniert: "Wir wissen von nichts. Mit uns wird eh nichts mehr besprochen!"
Zuvor hatte ein Sprecher des Rathauses mitgeteilt, die Meldung der Berliner Morgenpost über einen Rücktritt sei eine "Ente". Das Blatt hatte unter Berufung auf ranghohe Sicherheitskreise berichtet, der Stadtchef habe sich zum Rücktritt entschlossen. Die FAZ wiederum beruft sich bei ihrem Bericht auf "die Umgebung des Stadtchefs". Demnach sei Sauerland mit seiner Abwahl im Rat der Stadt einverstanden. Auch diese Meldung wurde inzwischen dementiert. Der Oberbürgermeister habe "sich heute an dem Verfahren nicht aktiv beteiligt", sagte sein Sprecher Josip Sosic.
Linkspartei und die FDP hatten bereits am Donnerstag eine Abstimmung über Sauerland im Stadtparlament für die Ratssitzung am 4. Oktober beantragt. Ungeachtet aller juristischen Fragen trage Sauerland als Rathauschef die moralisch-politische Schuld an den Ereignissen, sagte FDP-Ratsherr Wilhelm Bies. Ihm zufolge habe sich die SPD Bedenkzeit bis nach der Trauerfeier ausgebeten. Der Liberale rechnet damit, dass sich die Geschäftsstellen der Fraktionen zu der Frage am Wochenanfang austauschen werden.
Eine Abstimmung über die Abwahl des Oberbürgermeisters muss nach der Kommunalverfassung von der absoluten Mehrheit im Rat beantragt werden. Für die Abwahl selbst wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Zumindest für die erste Abstimmung gebe es gute Erfolgsaussichten, sagte Bies. Für die Zwei-Drittel-Mehrheit zur eigentlichen Abwahl seien nach seiner Berechnung aber auch CDU-Stimmen erforderlich. Auch das sei denkbar, wahrscheinlich sei für den Wahlgang eine geheime Wahl möglich. Die juristischen Details müssten noch geklärt werden.

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Die Abwahl ist der reguläre Weg aus dem Amt, denn einen Rücktritt von Bürgermeistern sieht die nordrhein-westfälische Gemeindeordnung nicht vor. Allenfalls könnte Sauerland um die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis bitten, was allerdings den Verzicht auf alle Beamtenbezüge und Pensionsansprüche bedeuten würde. Nach einer Abwahl erhielte er hingegen eine Versorgung bis zum Ablauf der regulären Amtszeit oder bis zum Eintritt in den Ruhestand. "Dies wären nach neuesten Zahlen mindestens 35 Prozent von 10.709,29 Euro, der Besoldungsgruppe B 10 des Oberbürgermeisters", sagte der Haushaltsfachmann des nordrhein-westfälischen Steuerzahlerbundes, Heiner Cloesges.
Im Duisburger Rat sitzen 75 Vertreter. Die SPD hat 30 Sitze, die CDU 25 Sitze, die Grünen 6 Sitze, Die Linke 6 Sitze, die FDP 3 Sitze und eine Wählergemeinschaft 3 Sitze. Ein Mitglied des Rates gehört keiner Fraktion an. Vorsitzender des Rates ist der Oberbürgermeister. Er hat Stimmrecht im Rat und besitzt die 75. Stimme.
In den vergangenen Tagen hatten Vertreter von Politik, Polizei und aus der Gesellschaft Sauerland zum Amtsverzicht aufgefordert. Sauerland wird vorgeworfen, Warnungen vor Sicherheitsrisiken bei der Loveparade in den Wind geschlagen zu haben. Sauerland steht inzwischen unter Polizeischutz und war seit Tagen nicht mehr öffentlich aufgetreten. Bei den Bürgern der Stadt gilt er als Symbolfigur für die Weigerung hochrangiger Behördenvertreter, politische und moralische Verantwortung für den tödlichen Ausgang der Techno-Party zu übernehmen. Vor allem aus der rot-grünen Landesregierung im benachbarten Düsseldorf, aber auch aus der eigenen Partei wurden wiederholt Forderungen nach der Demission Sauerlands laut, der einst als Hoffnungsträger der CDU im roten Ruhrgebiet galt.
Doch besonders unter den Duisburgern herrscht Wut auf den Oberbürgermeister. Bei einem Besuch am Unfallort am Wochenende musste er sich von Leibwächtern schützen und mit Müll bewerfen lassen. Am Donnerstag forderten rund 250 aufgebrachte Demonstranten vor dem Rathaus seinen Abgang. Und es soll sogar Morddrohungen gegen ihn gegeben haben, der sich auf seiner inzwischen geschwärzten Internetseite mit einer persönlichen Stellungnahme präsentiert. "Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen hat, dann werden wir Verantwortung übernehmen", versichert er dort.
- Datum 30.07.2010 - 19:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 56
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erwarte ich. Bei der Abwahl bekäme er seine vollen Pensionsansprüche. Wieso soll der Steuerzahler so einen unsympatischen Menschen auch noch bezahlen. Ich bin der Meinung, er müsste Verantwortung übernehmen.
....abtreten? Nur damit Sie und die Anderen zufrieden sind, dass er mittellos da steht? Ich glaube nicht, dass ihn dieses Argument überzeugt.
Es geht um die politische Verantwortung, nicht um die persönliche Schuld.
Woher dieser biblische Haß auf ein schwarzes Schaf?
Wie können die Bürger nur derart außer sich und von Sinnen sein?
Abwahl nach dem Gesetz, aber doch kein Rücktritt, ist geboten.
....abtreten? Nur damit Sie und die Anderen zufrieden sind, dass er mittellos da steht? Ich glaube nicht, dass ihn dieses Argument überzeugt.
Es geht um die politische Verantwortung, nicht um die persönliche Schuld.
Woher dieser biblische Haß auf ein schwarzes Schaf?
Wie können die Bürger nur derart außer sich und von Sinnen sein?
Abwahl nach dem Gesetz, aber doch kein Rücktritt, ist geboten.
Er will abgewählt werden, damit er circa 3700 Euro Steuergelder im Monat als Pension kassieren kann.
Mir wird übel, wenn ich mir überlege, dass jemand, der fahrlässige Tötungen und Verletzungen in Kauf genommen hat, jetzt auch noch taktiert.
Ein erbärmlicher EWicht ist noch ein Riese neben Sauerland.
So viele Menschen sind gestorben und verletzt worden!
So vielen Müttern und Vätern und Geschwistern ist das Leben zerstört. Manche von den Toten hatten auch bereits Partner und Kinder.
Sauerland denkt in einer solchen Situation ans Geld!
...lasst ihn doch weitermachen! Wer nach seiner Abwahl verlangt, folgt falschen Instinkten. Was glaubt ihr, was er für einen Spass an seiner Arbeit hat, wenn man ihm den Gefallen der Abwahl nicht tut: Schaffen muss er für sein Geld!
Kommentare wie Ihrer zeigen: Der Volkszorn kocht. Mir wird übel.
Hat er tatsächlich fahrlässige Tötungen und Verletzungen in Kauf genommen? So schlimm und entsetzlich das Unglück ist! Es gab doch keine fahrlässigen Tötungen! Und schon gar nicht hat Sauerland dies alles "in Kauf genommen, wenn die Medienberichte korrekt sind.
Er taktiert schamlos. Das stimmt. Noch dazu macht er es sehr ungeschickt.
Wo bleibt die Erregung über diejenigen, die die bewußte und vorsätzliche Entscheidung über den Bundeswehreinastz in Afganistan getroffen haben. Da gibt es nicht einmal eine nennenswerte Diskussion. Diese (damaligen Regierungsmitglieder und Abgeordnete sowie Militärangehörigen) haben viel mehr Schuld auf sich geladen, als nun Sauerland.
Ich möchte nicht daraus ableiten müssen, daß die afganischen Opfer des deutschen Einsatzes weniger bedeutend sind.
...lasst ihn doch weitermachen! Wer nach seiner Abwahl verlangt, folgt falschen Instinkten. Was glaubt ihr, was er für einen Spass an seiner Arbeit hat, wenn man ihm den Gefallen der Abwahl nicht tut: Schaffen muss er für sein Geld!
Kommentare wie Ihrer zeigen: Der Volkszorn kocht. Mir wird übel.
Hat er tatsächlich fahrlässige Tötungen und Verletzungen in Kauf genommen? So schlimm und entsetzlich das Unglück ist! Es gab doch keine fahrlässigen Tötungen! Und schon gar nicht hat Sauerland dies alles "in Kauf genommen, wenn die Medienberichte korrekt sind.
Er taktiert schamlos. Das stimmt. Noch dazu macht er es sehr ungeschickt.
Wo bleibt die Erregung über diejenigen, die die bewußte und vorsätzliche Entscheidung über den Bundeswehreinastz in Afganistan getroffen haben. Da gibt es nicht einmal eine nennenswerte Diskussion. Diese (damaligen Regierungsmitglieder und Abgeordnete sowie Militärangehörigen) haben viel mehr Schuld auf sich geladen, als nun Sauerland.
Ich möchte nicht daraus ableiten müssen, daß die afganischen Opfer des deutschen Einsatzes weniger bedeutend sind.
Wenn es um die Abwahl des OBs geht hat der OB nach GO NW, natürlich kein Stimmrecht.
Die Zeit sollte sich mal eine Ausgabe der DVP leisten.
Man sollte ihm wenigstens sein Ruhegehalt als Lehrer lassen.
Weil das sind ja zwei verschieden Beamtenverhältnisse einmal Beamter auf Lebenszeit und zum anderen ist er politischer Beamter auf Zeit.
müssen in diesem Land so viele Menschen leben, die sich nichts zuschulden haben kommen lassen. Für einen Politiker, der durch Leichtfertigkeit und Profilierungsdrang den Tod junger Menschen verursacht hat, ist es gewiss nicht unbillig, wenn er durch seinen Rücktritt materielle Einbußen erleidet. Für Sauerland wie auch für Veranstalter Schaller wäre ein Leben in Armut eine angemessene Buße.
müssen in diesem Land so viele Menschen leben, die sich nichts zuschulden haben kommen lassen. Für einen Politiker, der durch Leichtfertigkeit und Profilierungsdrang den Tod junger Menschen verursacht hat, ist es gewiss nicht unbillig, wenn er durch seinen Rücktritt materielle Einbußen erleidet. Für Sauerland wie auch für Veranstalter Schaller wäre ein Leben in Armut eine angemessene Buße.
...wäre auch mal angebracht gewesen und nicht ein Zitat:"Wenn sich die Stadt etwas vorzuwerfen hat, dann werden wir Verantwortung übernehmen"
Was heißt da wenn?? Einfach mal gerade stehen für das was da verbockt würde.
Nach § 66 I 3 GO NW, muss die Abstimmung namentlich sein.
Also gibt es keine geheime Abstimmung
Der OB hat nach § 40 II 6 GO NW im Falle einer Abstimmung nach § 66 I GO NW nicht mit.
Sowas kann jeder Azubi zum VFA im 2. Ausbiludungsjahr im Schlaf runterbeten.
... hat der OB kein Stimmrecht...
... hat der OB kein Stimmrecht...
In ihrer Geländekarte ist die Polizeikette (Sperrlinie 3) südlich der Unglückstreppe eingezeichnet. In der PDF-Datei des Innenministeriums steht wörtlich:
"Sperrlinie 3 - ohne Fahrzeugeinsatz nördl. der Karl-Lehr-Str. - östliche Rampe, nördliche des Treppenaufganges an der westlichen Seite der Rampe - über die gesamte Breite der Rampe Zeitraum: 16:01 bis 16:40"
Vermutlich ist das passiert, weil die eher schematische Karte des Innenministeriums da auch etwas Interpretationsfreiheit lässt. Anders als in der Karte des Innenministeriums ist in der ZEIT-Karte die Treppe jedoch nicht symbolisch gekennzeichnet, sonder als Absatz an der Wand eingezeichnet, jedoch auf der falschen Seite der Absperrung. Zwischen Treppe und Tunnelausgang war ein ganze Zeit lang ein Polizeifahrzeug geparkt. Die Polizeikette befand sich ein ganzes Stück nördlich der Treppe. Das Polizeiauto südlich der Treppe wurde, nachdem die nördliche Polizeikette um 16:40 entfernt war, von der Polizei dazu benutzt, den Menschenpfropf, der sich angstvoll um die vermeintliche Fluchtmöglichkeit - den Lichtmast - gebildet hatte, aufzulösen.
Vielen Dank für den Hinweis. Wir werden das überprüfen. Die Redaktion / mh
Lieber User, wir haben den Fehler nun korrigiert. Nochmals danke für den Hinweis. Die Redaktion / mh
Alles schießt auf den OB. Meiner Kenntnis nach hat der gesamte Rat der Stadt dem Event zugestimmt.
Die Folge sollte also der Rücktritt des Gesamten Rates sein.
Man sollte mal im Duisburger Rathaus nachdenken...
Als Verwaltungschef hat er die moralische Verantwortung und müßte
zurücktreten.
Das darf er anscheinend nicht, weil dadurch das Land NRW und die
Stadt Duisburg Gefahr laufen, die finanziellen Folgen dieser
Katastrophe übernehmen zu müssen.
Wir können schon davon ausgehen, das diese Lösung, wenn es
zum Antrag auf Abwahl kommt, von den Juristen der Beteiligten
abgenickt wurde.
Wenn das alles so stimmt, dann ist der OB in einer äußerst mißlichen
Situation, die ihm sein Amt aufgebürdet hat.
Das kann aber jeden Bürgermeister treffen, egal welcher Partei
er angehört.
Es kann auch nicht angehen, das er seine Pensionsansprüche aus
seiner vorhergehenden Tätigkeit als Beamter verliert, nur weil
der OB auch ein Beamter ist und eine Entlassung aus dem
Beamtenstand keinen Unterschied zwischen der vorhergehenden
und derzeitigen Tätigkeit macht.
Als Verwaltungschef hat er die moralische Verantwortung und müßte
zurücktreten.
Das darf er anscheinend nicht, weil dadurch das Land NRW und die
Stadt Duisburg Gefahr laufen, die finanziellen Folgen dieser
Katastrophe übernehmen zu müssen.
Wir können schon davon ausgehen, das diese Lösung, wenn es
zum Antrag auf Abwahl kommt, von den Juristen der Beteiligten
abgenickt wurde.
Wenn das alles so stimmt, dann ist der OB in einer äußerst mißlichen
Situation, die ihm sein Amt aufgebürdet hat.
Das kann aber jeden Bürgermeister treffen, egal welcher Partei
er angehört.
Es kann auch nicht angehen, das er seine Pensionsansprüche aus
seiner vorhergehenden Tätigkeit als Beamter verliert, nur weil
der OB auch ein Beamter ist und eine Entlassung aus dem
Beamtenstand keinen Unterschied zwischen der vorhergehenden
und derzeitigen Tätigkeit macht.
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