Streik in Griechenland Militär sichert Benzinversorgung im Land

Die Versorgungssituation in Griechenland verbessert sich langsam. In den Großstädten hat sich die Lage entspannt. Doch im Norden und auf den Inseln gibt es noch Engpässe.

Das griechische Militär hat die Belieferung von Krankenhäusern, staatlichen Behörden, Elektrizitätswerken und anderen logistisch wichtigen Bereichen wie Häfen und Flughäfen übernommen. Rund 250 Militär-Tankwagen waren im Einsatz, wie die Athener Zeitung To Vima berichtete. Die Marine sollte abgelegene Inseln versorgen.

In den Großstädten Athen und Thessaloniki hat sich die Lage nach Angaben der Behörden verbessert. Aus dem Norden des Landes und von vielen Urlaubsinseln wurden demnach aber weiter Probleme gemeldet.

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Den Notfallplan hatten die zuständigen Minister am Freitagabend angesichts der schlechter werdenden Versorgungslage beschlossen. Medien gingen davon aus, dass bis Samstagabend etwa 50 Prozent der Tankstellen im Großraum Athen Treibstoff erhalten haben sollten.

"Wenn die Lastwagen an den Raffinerien am Wochenende beladen werden können, sollte bis zum Montag die Versorgung zu einem angemessenen Grad wieder hergestellt sein", sagte der Vorsitzende des Verbandes der griechischen Tankstellenbesitzer, Michalis Kiousis.

Am Freitag hatten die Last- und Tankwagenfahrer beschlossen, ihren Streik unbefristet fortzusetzen. Bereits am Mittwoch hatte Regierungschef Giorgos Papandreou die Fahrer zur Arbeit verpflichtet. Doch seine Notverordnung zeigte bislang keine Wirkung. In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki kam es am Freitagabend zu Auseinandersetzungen zwischen streikenden Lastwagenbesitzern und der Polizei. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt.

Unter dem Streik leidet vor allem die griechische Tourismusbranche. Zwar hat sich die Situation nach Angaben des staatlichen Rundfunks auf den Inseln Rhodos, Paros, Naxos und Chios erheblich verbessert. Im Norden des Landes sind aber vor allem die touristische Halbinsel Chalkidiki sowie einige Regionen der Insel Kreta betroffen. Hunderte Urlauber ließen ihre Mietautos stehen, weil sie kein Benzin mehr hatten.

Der Präsident der griechischen Handelskammer, Vassilis Korkidis, sagte, der seit vergangenem Sonntag andauernde Ausstand treffe das Land "auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison". "Wir haben nun eine ganze Woche verloren", sagte Korkidis.

Die Lastwagenbesitzer protestieren seit Montag gegen ein geplantes Gesetz der Regierung zur Liberalisierung des Berufszweigs. So soll künftig jeder Besitzer eines Lkw-Führerscheins als Lastwagenfahrer arbeiten. Zudem sollen die Gebühren für neue Lizenzen drastisch gesenkt werden. Je nach Größe des Wagens kosteten Lizenzen bisher bis zu 300.000 Euro. Dagegen laufen die Lizenzinhaber Sturm, die seinerzeit hohe Gebühren in Kauf nehmen mussten.

Das geplante Gesetz ist Teil der Abmachung zwischen Griechenland und der Europäischen Union sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF). IWF und EU hatten die Pleite des Landes mit einem milliardenschweren Rettungspaket abgewendet.

 
Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Bemühen Sie sich bitte in Zukunft darum, nicht ausschliesslich in Grossbuchstaben zu schreiben und sachliche Agurment anzuführen. Die Redaktion / mh

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    • joG
    • 31.07.2010 um 12:28 Uhr

    ....auf Korfu auch in Bezug Nahrung ok? Wir waren gerade dort und hatten in zwei Wochen (x2 Mahlzeiten täglich) nur zwei oder drei Mal anständig (griechisch) gegessen. Sonst ist das dort sehr schön; eine wunderbar grüne Insel, aber das Essen war enttäuschend.

    • joG
    • 31.07.2010 um 12:28 Uhr

    ....auf Korfu auch in Bezug Nahrung ok? Wir waren gerade dort und hatten in zwei Wochen (x2 Mahlzeiten täglich) nur zwei oder drei Mal anständig (griechisch) gegessen. Sonst ist das dort sehr schön; eine wunderbar grüne Insel, aber das Essen war enttäuschend.

  2. Da irrt Herr Korkidis, Griechenland hat durch den Streik mehr als eine Woche verloren.

    Wer, der in dieser Woche im Stau steckte, kommt denn im nächsten Jahr wieder nach Griechenland?

    Wir sind früher immmer mit griechischen Fähren und dann quer durch Griechenland bis in die Türkei gefahren.
    So etwas würde ich mir jetzt angesichts der Bestreikung von Fähren und dem derzeitgen Streik der Tanklastfahrer nicht mehr trauen. Man muß sich doch darauf verlassen können, dass die Fähre auch fährt und dass man Benzin bekommt.

    Für uns waren die Fahrten durch Griechenland immer sehr schön.
    Auch meine Urlaube auf Korfu, Kreta usw. waren sehr schön.
    Aber jetzt hinfahren? Keine Chance!

    Die Griechen machen ihr Land wirklich gründlich kaputt.

    • joG
    • 31.07.2010 um 12:28 Uhr

    ....auf Korfu auch in Bezug Nahrung ok? Wir waren gerade dort und hatten in zwei Wochen (x2 Mahlzeiten täglich) nur zwei oder drei Mal anständig (griechisch) gegessen. Sonst ist das dort sehr schön; eine wunderbar grüne Insel, aber das Essen war enttäuschend.

    Antwort auf "SOLLTEN WİR"
  3. Die Lizenzen sind rar und verdammt viel wert. Jetzt sollen sie für Bearbeitungsgebühr und Jederman zu haben sein. Viele werden die Lizenz immer als Sicherheit angesehen haben, vielleicht sogar als Sicherheit für Kredite und Firma benutzen. Und jetzt soll es nur noch ein Stück papier sein?

    Die EU-Regelung ist ja durchaus sinnvoll, aber es hat sich durch das fehlen der Regelung in Griechenland eben eine völlig andere Entwicklung ergeben, die auch die EU beachten sollte.

  4. ...für ein Stück Papier ausgeben muss das der Nächste dann umsonst bekommt würde ich mich auch aufregen, vollkommen egal wie schlecht es mit der Finanzlage der Nation steht oder welche Verträge die Regierung unterschrieben hat.

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    schon aus ihrer Sicht,aber bedenken wir doch mal wer sich solche schwachsinnigen Regelungen überhaupt erst ausdenkt!
    Ich haette ganz natürliche Bedenken wenn ich fürs Arbeiten so einen teuren Wisch kaufen müsste.

    schon aus ihrer Sicht,aber bedenken wir doch mal wer sich solche schwachsinnigen Regelungen überhaupt erst ausdenkt!
    Ich haette ganz natürliche Bedenken wenn ich fürs Arbeiten so einen teuren Wisch kaufen müsste.

  5. Griechenland war auf einem guten Weg, seine Probleme zu meistern, warum eskaliert nun wieder alles und wird zerstört??

    Wenn jetzt auch noch der Tourismus geschädigt wird, dann Akropolis adieu...

  6. Genau so würde ich es auch sehen. Da hab ich dann ne Hyphotek
    auf Haus und Hof aufgenommen um an das begehrte Stück Papier zu bekommen. Dann auf einmal soll alles fürn n Appel und Ei zu bekommen sein? Da würde ich nicht nur auf die Barrikaden gehen! Sie sollen sich nicht klein kriegen lassen,die Griechen.
    Es geht doch nur drum das herrschende System zu stabilisieren,
    auf Kosten des Mittelstandes. Genau so wie man hier die Bankenpleite mit Hilfe von Lieschen Möller abgewendet hat. Lieschens Möllers Guthaben wäre jedenfalls nicht gefährdet gewesen,es ging in Wirklichkeit nur um die Rettung der Grossvermögen. Alles andere,reine Propaganda!
    Erst nach ner schönen Insolvenz kann es einen Neuanfang geben.

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    Es kann im Einzelfall zu Beeinträchtigungen kommen, das ist schon richtig. Aber das kann kein Grund sein an dem bestehenden System festzuhalten. Es wurden seit Jahrzehnten keine neuen Lizenzen mehr herausgegeben sondern lediglich die bestehenden weitvererbt/zu horrenden Summen weiterverkauft (kein Wunder bei der "limitierten Auflage").

    Diesen Wahnsinn muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Unabhängig von EU-Beitritt und dem damit verbundenen enormen Wirtschaftswachstum, unabhängig von Krisen und Depressionen gibt es eine fixe Anzahl von Lastwagenfahrern und somit Infrastrukturkapazitäten.
    Gegen diese komplett bedarfsunabhängige Reglung sieht selbst die Planwirtschaft der DDR alt aus.

    Und das ist bekanntlich nur ein Beispiel aus dem Griechenland-Absurditäten-Sammelsurium.
    Wen wurderts da noch, dass der Karren gegen die Wand gefahren ist. Es ist dringend notwendig, dass die EU denen die bei dem Verein mitmachen wollen wenigstens die Basics einer funktionierenden Wirtschaft diktiert. Wer fordert, man möge doch den Lastwagenfahrern zuliebe die Gesetzteslage beibehalten ist bestenfalls ein naiver Gutmensch der den finanziellen Ruin Europas in Kauf nimmt.

    • Prach
    • 31.07.2010 um 19:49 Uhr

    ... waren die Lizenzen zuletzt 1971 vergeben worden, noch zur Zeit der Militärdiktatur. Daher standen in Griechenland insgesamt nur 30.000 lizenzierte LKWs zur Verfügung, zusätzliche kamen nicht hinzu. Wer selbst LKW fahren wollte, mußte eine der vorhandenen Lizenzen privat kaufen, und dafür wurden in Ausnahmefällen tatsächlich bis zu 300.000 Euro fällig.

    Daß sich diese Regelung massiv negativ auf die Wirtschaftsentwicklung auswirkte, liegt wohl auf der Hand.

    Der Streik richtet sich natürlich auch dagegen, daß es plötzlich Konkurrenz durch neue LKW-Unternehmer gibt...

    Lustigerweise verstoßen die Griechen mit dieser Regelung schon seit 30 Jahren gegen EU-Vorschriften, aber offensichtlich hat erst der eklatante Geldmangel die griechische Regierung dazu bewogen, diesen "geschlossenen Beruf" zu öffnen und den vorhandenen LKW-Unternehmern ihr Monopol mit entsprechenden Gewinnmöglichkeiten wegzunehmen...

    Es kann im Einzelfall zu Beeinträchtigungen kommen, das ist schon richtig. Aber das kann kein Grund sein an dem bestehenden System festzuhalten. Es wurden seit Jahrzehnten keine neuen Lizenzen mehr herausgegeben sondern lediglich die bestehenden weitvererbt/zu horrenden Summen weiterverkauft (kein Wunder bei der "limitierten Auflage").

    Diesen Wahnsinn muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Unabhängig von EU-Beitritt und dem damit verbundenen enormen Wirtschaftswachstum, unabhängig von Krisen und Depressionen gibt es eine fixe Anzahl von Lastwagenfahrern und somit Infrastrukturkapazitäten.
    Gegen diese komplett bedarfsunabhängige Reglung sieht selbst die Planwirtschaft der DDR alt aus.

    Und das ist bekanntlich nur ein Beispiel aus dem Griechenland-Absurditäten-Sammelsurium.
    Wen wurderts da noch, dass der Karren gegen die Wand gefahren ist. Es ist dringend notwendig, dass die EU denen die bei dem Verein mitmachen wollen wenigstens die Basics einer funktionierenden Wirtschaft diktiert. Wer fordert, man möge doch den Lastwagenfahrern zuliebe die Gesetzteslage beibehalten ist bestenfalls ein naiver Gutmensch der den finanziellen Ruin Europas in Kauf nimmt.

    • Prach
    • 31.07.2010 um 19:49 Uhr

    ... waren die Lizenzen zuletzt 1971 vergeben worden, noch zur Zeit der Militärdiktatur. Daher standen in Griechenland insgesamt nur 30.000 lizenzierte LKWs zur Verfügung, zusätzliche kamen nicht hinzu. Wer selbst LKW fahren wollte, mußte eine der vorhandenen Lizenzen privat kaufen, und dafür wurden in Ausnahmefällen tatsächlich bis zu 300.000 Euro fällig.

    Daß sich diese Regelung massiv negativ auf die Wirtschaftsentwicklung auswirkte, liegt wohl auf der Hand.

    Der Streik richtet sich natürlich auch dagegen, daß es plötzlich Konkurrenz durch neue LKW-Unternehmer gibt...

    Lustigerweise verstoßen die Griechen mit dieser Regelung schon seit 30 Jahren gegen EU-Vorschriften, aber offensichtlich hat erst der eklatante Geldmangel die griechische Regierung dazu bewogen, diesen "geschlossenen Beruf" zu öffnen und den vorhandenen LKW-Unternehmern ihr Monopol mit entsprechenden Gewinnmöglichkeiten wegzunehmen...

  7. Es kann im Einzelfall zu Beeinträchtigungen kommen, das ist schon richtig. Aber das kann kein Grund sein an dem bestehenden System festzuhalten. Es wurden seit Jahrzehnten keine neuen Lizenzen mehr herausgegeben sondern lediglich die bestehenden weitvererbt/zu horrenden Summen weiterverkauft (kein Wunder bei der "limitierten Auflage").

    Diesen Wahnsinn muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Unabhängig von EU-Beitritt und dem damit verbundenen enormen Wirtschaftswachstum, unabhängig von Krisen und Depressionen gibt es eine fixe Anzahl von Lastwagenfahrern und somit Infrastrukturkapazitäten.
    Gegen diese komplett bedarfsunabhängige Reglung sieht selbst die Planwirtschaft der DDR alt aus.

    Und das ist bekanntlich nur ein Beispiel aus dem Griechenland-Absurditäten-Sammelsurium.
    Wen wurderts da noch, dass der Karren gegen die Wand gefahren ist. Es ist dringend notwendig, dass die EU denen die bei dem Verein mitmachen wollen wenigstens die Basics einer funktionierenden Wirtschaft diktiert. Wer fordert, man möge doch den Lastwagenfahrern zuliebe die Gesetzteslage beibehalten ist bestenfalls ein naiver Gutmensch der den finanziellen Ruin Europas in Kauf nimmt.

    Antwort auf "Gerry 10"
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    ... aber niemand verlangt das das Gesetz Wort für Wort beibehalten wird.
    Natürlich kann es in Griechenland nicht so weiter gehen.
    Aber stellen Sie sich doch mal vor man nimmt Ihnen 300,000,- weg. Nicht weil SIE etwas falsch gemacht haben, sondern weil sie sich and die Gesetze und Gepflegenheiten gehalten haben die jetzt plötzlich nicht mehr gelten sollen.
    (Nochmal, es geht nicht um den SINN der Gesetze und Gepflegenheiten, die waren und sind hirnrissig)
    Ich würde auch auf die Barrikaden gehen, weil ich der Dumme wäre wärend andere mit Mörder davon kommen - Steuerhinterziehung, Rente mit 50 usw.
    Die griechische Regierung könnte den Betrag in einen zinslosen zehn jährigen Bond verwandeln (angeblich können die Griechen ja bei 2020 ihre Schulden wieder bezahlen), oder den Betrag auf die Rentenzahlung anrechnen, oder eine Beschäftigungsgarantie für die die davon betroffen sind geben, oder was weis ich noch alles.
    Aber sich hinstellen die Schulter zucken und "Pech, Ar...karte gezogen" sagen, das sollte und darf sich niemand, vor allem nicht in einer Demokratie gefallen lassen.

    ... aber niemand verlangt das das Gesetz Wort für Wort beibehalten wird.
    Natürlich kann es in Griechenland nicht so weiter gehen.
    Aber stellen Sie sich doch mal vor man nimmt Ihnen 300,000,- weg. Nicht weil SIE etwas falsch gemacht haben, sondern weil sie sich and die Gesetze und Gepflegenheiten gehalten haben die jetzt plötzlich nicht mehr gelten sollen.
    (Nochmal, es geht nicht um den SINN der Gesetze und Gepflegenheiten, die waren und sind hirnrissig)
    Ich würde auch auf die Barrikaden gehen, weil ich der Dumme wäre wärend andere mit Mörder davon kommen - Steuerhinterziehung, Rente mit 50 usw.
    Die griechische Regierung könnte den Betrag in einen zinslosen zehn jährigen Bond verwandeln (angeblich können die Griechen ja bei 2020 ihre Schulden wieder bezahlen), oder den Betrag auf die Rentenzahlung anrechnen, oder eine Beschäftigungsgarantie für die die davon betroffen sind geben, oder was weis ich noch alles.
    Aber sich hinstellen die Schulter zucken und "Pech, Ar...karte gezogen" sagen, das sollte und darf sich niemand, vor allem nicht in einer Demokratie gefallen lassen.

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