Laura Dekker 14-Jährige darf Welt allein umschiffen
Die amtliche Vormundschaft für Laura Dekker ist aufgehoben: Die 14-Jährige kann nun endlich zu ihrer Weltumseglung aufbrechen – und einen neuen Rekord aufstellen.
© Valerie Kuypers/AFP/Getty Images

Zuspruch von Vater (l.) und Anwalt: Laura Dekker darf nun endlich die Welt allein umsegeln
Der Rechtsstreit um die 14-jährige Niederländerin Laura Dekker ist beendet: Ein Gericht in der Provinzmetropole Middelburg hat die behördliche Aufsicht über das Mädchen aufgehoben und die Entscheidungsgewalt wieder zurück an die Eltern delegiert. Damit dürfte der geplanten Solo-Weltumseglung von Dekker nichts mehr im Weg stehen: Vater und Mutter hatten sich bereits für den Abenteuer-Trip ihrer Tochter ausgesprochen.
Allerdings hatte Dekkers deutsche Mutter zunächst Zweifel und den Rekordversuch des Mädchens abgelehnt. Kurz vor Beginn der Gerichtsverhandlung vor einer Woche hat sie ihre Ablehnung aber aufgegeben. Sie habe in Gesprächen mit Laura ihre Meinung geändert und stimme dem Solo-Törn jetzt zu, erklärte Barbara Müller. "Ich weiß, dass sie das kann. Sie ist ein starkes Mädchen, und sie gibt nicht so schnell auf." Die Mutter hatte Laura am 20. September 1995 in Neuseeland auf einem Segelboot zur Welt gebracht. Sie war damals mit Lauras Vater auf einer Weltumseglung. 2006 ließ sich das Paar scheiden.
Dekker wollte die Weltumseglung mit der acht Meter langen Yacht Guppy eigentlich schon im September 2009 beginnen, Kinderschützer schalteten jedoch die Justiz ein. Kurz vor ihrem geplanten Aufbruch wurde das Mädchen per Gerichtsentscheidung unter amtliche Vormundschaft gestellt, die Maßnahme wurde mehrfach verlängert. Die Richter waren bislang der Auffassung, dass die Eltern des Mädchens die Gefahren der Weltumseglung unterschätzten.
Nun will Dekker in etwa zwei Wochen zu dem etwa zweijährigen Solo-Törn starten – und den Rekord von Jessica Watson brechen. Die Australierin hatte ihre 23.000 Seemeilen lange Solo-Weltumseglung am 15. Mai erfolgreich beendet. Nach 210 Tagen auf dem Meer lief sie drei Tage vor ihrem 17. Geburtstag in den Hafen von Sydney ein.
Dekker wiederum müsste ihre Segeltour vor ihrem 17. Geburtstag am 20. September 2012 beenden. Dann wäre wiederum sie die jüngste Weltumseglerin in der Geschichte. Dafür hatte sie bereits vor der Gerichtsentscheidung eifrig trainiert. "Ich kann es kaum noch erwarten, endlich in See zu stechen", sagte sie.
Dass das Abenteuer auch scheitern kann, zeigte der Fall einer 16-Jährigen aus den USA. Sie geriet im Juni in Seenot, nachdem ihr Boot in einem schweren Sturm im Indischen Ozean einen Mastbruch erlitten hatte. Das Mädchen musste bei einem Hilfseinsatz gerettet werden und brach die Weltumseglung ab.
- Datum 27.07.2010 - 17:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 18
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wieviel Vertrauen manche Eltern in ihre Kinder haben! Hätte mir auch mal passieren sollen!
Na ja! Die Seenotrettung ist ja heutzutage einigermaßen gut, falls irgendetwas schief gehen sollte!
Man kann ihr nur Glück wünschen!
... anscheinend sind Sie noch nie richtig gesegelt, sonst wüßten Sie, dass in den Weiten des Pazifik (u.a.) eine Seenotrettung bei den Entfernungen auch nicht mal eben innerhalb von ein paar Stunden vor Ort sein kann...
Ich denke, das Mädchen ist sich der Gefahr NICHT bewußt. Wie auch, da fehlt die Lebenserfahrung... aber bitte, wenn die Eltern alle etwaigen notwendigen Einsätze aus eigener Tasche bezahlen und ihrer Tochter auch nach dem Ende der "Tour" noch in die Augen sehen können...
... anscheinend sind Sie noch nie richtig gesegelt, sonst wüßten Sie, dass in den Weiten des Pazifik (u.a.) eine Seenotrettung bei den Entfernungen auch nicht mal eben innerhalb von ein paar Stunden vor Ort sein kann...
Ich denke, das Mädchen ist sich der Gefahr NICHT bewußt. Wie auch, da fehlt die Lebenserfahrung... aber bitte, wenn die Eltern alle etwaigen notwendigen Einsätze aus eigener Tasche bezahlen und ihrer Tochter auch nach dem Ende der "Tour" noch in die Augen sehen können...
Ist man mit 16 Jahren reifer und entwicklungsfähiger Risiken abzuwägen ? Ist es der Preis wert ... etwas zu wagen, dessen Erfolg nur darin besteht das Alter immer jünger nach unten zu drücken ? Ist es "der Kick" zu sagen ich war 14 anstelle von ich war 16, wo es schon jemand anderes schaffte ?
Es "winken" sicher Medienaufmerksamkeit und u.U. Folgegeschäfte. Es winkt allerdings das Restrisiko des Todes. Seenotrettung ist etwas für Kompfortregionen und nicht weit vom Land entfernt. Bei einer Weltumsegelung ist dagegen in weiten Regionen ... niemand ... auch keine Seenotrettung. Ist es also ein Wagnis wert, nur um zu sagen ... es klappt auch mit 14 Jahren ?
Aber die Eltern entscheiden mit. Wenn die Eltern es auch wollen, wird das Risiko auf mehrere Schultern verteilt. Es bleibt aber eine in hohem Maße umstrittene Entscheidung. Geht es schief ... tragen die Eltern lebenslang ihren Teil der Verantwortung weiter ... lebenslang.
ich muss jetzt im nachhinein auch ganz ehrlich sagen, dass der artikel auf den allerersten anhieb hin SEHR ambivalente gefühle in mir ausgelöst hat!
wiegesagt: das eine: die faszination, wieviel man einem 14jährigen mädchen zutrauen kann.
vielleicht kommt das aus meiner persönlichen biographie: meine eltern haben mir beide - jeder auf seine art - nie wirklich was zugetraut und ich leide heute noch darunter, weil ich dadurch ein in gewisser weise sehr schüchterner mensch geworden bin.
obwohl ich oft tolle ideen habe, scheitert es bei mir ganz oft an der umsetzung, nämlich genau da, wo ein "bisschen mehr selbstvertrauen" und ein häppchen "ellenbogen-manier" (im sinne von für-sich-einstehen) auch mal nicht schlecht wären.
auf der anderen seite:
mit 14 ist man noch sehr jung! und ein anderer gedanke, der noch im hintergrund bei mir lauerte war, ob die eltern mit ihrer eigenen weltumsegelungserfahrung nicht vielleicht irgendwas auf das mädchen übertragen haben, so dass diese jetzt "stellvertreter-abenteuerin" für sie sein muss.
aber WEIß man es? vielleicht hat einfach unglaublich viel von ihnen gelernt, in punkto segeln und hat einfach nur lust dazu?
restrisiko, mmh ... ja, wenn das so ist, wie sie sagen. ich dachte (wahrscheinlich ziemlich naiv), dass der segeler entweder mit einem seenot-funkruf ausgestattet ist oder ... handy?
und dann können doch auch helicopter eingesetzt werden, oder?
na ja, wir werden keinen einfluss drauf haben, ob sie die umsegelung WIRKLICH antritt (noch ist es ja nicht so weit).
falls sie sie aber antritt, wünsche ich persönlich ihr halt auf jeden fall:
viieeel glück!
...will seine Eltern wieder zusammenbringen.
Das wird so nicht klappen.
die Eltern des Maedchen verdienen das Vorwurf, dass sie so eitelsuechtig sind , ein 14 jaehrige nach so gefaehrlicher Aktion schicken.
Sie denken wahrscheinlich nur an lukrative Einnahme aus eventueller Werbungen.
Armes Maedel.
Als Mutter einer inzwischen 21-jährigen Tochter kann ich die Eltern von Laura nicht verstehen!
Laura hat heute abend in den Nachrichten verkündet, sie werde ja nicht permanent auf See sein, sondern immer wieder Zwischenstops einlegen.
Eine 14-jährige, allein auf hoher See, in fremden Ländern, unbekannten Kulturen, ohne große Lebenserfahrung, ohne eine gewisse Reife, die erst entsteht, wenn Jugendliche Neues ausprobieren, aber noch in einem beschützenden Elternhaus sind, dass notfalls korregierend eingreifen kann..
Kinder müssen ihre Grenzen austesten, aber noch mit den Erwachsenen in der Nähe, die trösten, verteidigen oder auch einmal kritisieren können, die Rückhalt bieten.
Mit 14 ist man nicht fertig.
Unverständnis, für die Eltern, für die Richter, die diesen Eltern das Sorgerecht zurück gegeben haben.
Es geht nicht um das Können sondern eher um die Müdigkeit und die Nerven. Ein Container oder eine Welle reichen aus um die Reise zu beenden. Die Chance auf Seenotrettung ist so groß wie die Chance auf ein Piratenüberfall.
Nächstes Jahr fahren die 10 Jährigen?
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