Loveparade Polizei übt harsche Kritik an Veranstalter
Zu wenige und völlig überforderte Ordner: Die Polizei hat schwere Vorwürfe gegen den Veranstalter der Loveparade und dessen Sicherheitskonzept erhoben.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung erhebt heftige Vorwürfe gegen die Veranstalter der Loveparade , die Lopavent GmbH des Unternehmers Rainer Schaller, sowie die Stadt Duisburg. Der Veranstalter habe bei dem Unglück am vergangenen Samstag die Vorgaben seines eigenen Sicherheitskonzeptes nicht eingehalten, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Bezug auf den vorläufigen Ermittlungsbericht der Polizei Duisburg. Dadurch habe sich die Lage bei der Techno-Party zugespitzt, der Veranstalter habe dann die Polizei zu Hilfe gerufen.
Auch die Stadt habe Fehler gemacht . So wurde der Polizei erst auf Nachfrage die Erlaubnis und das Lopavent-Sicherheitskonzept für die Veranstaltung ausgehändigt – und zwar viel zu spät, nämlich erst am Morgen der Loveparade. "Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt stelle ich mir anders vor", sagte Jäger auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Für ihn sei es auch "unerträglich, dass Verantwortung vonseiten des Veranstalters der Loveparade und der Stadt als Genehmigungsbehörde abgeschoben wird und zwar bevor alle Fakten bekannt sind".
Nach Angaben des NRW-Polizeiinspekteur Dieter Wehe kam es von Anfang an zu organisatorischen Schwierigkeiten. So habe der Veranstalter das Gelände später als geplant geöffnet – erst nach 12 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich schon lange Schlangen gebildet. Ursprünglich sollte das Gelände um 11 Uhr, bei großem Andrang bereits um 10 Uhr geöffnet werden. Als die Polizei nach dem Grund gefragt habe, hieß es, es müssten auf dem Gelände noch Planierarbeiten durchgeführt werden.
Als die Schleusen dann geöffnet wurden, habe sich bereits eine große Menschenmenge im Tunnel und auf dem Weg hoch zum Gelände angestaut. Es seien immer mehr Menschen in dieses Nadelöhr nachgeströmt. Auf der anderen Seite, im Eingangsbereich des Geländes, hätte sich die Menge erneut gestaut. Die Menschen dort seien am Ende des Aufgangs stehen geblieben und hätten den Weg nicht frei gemacht. Auf dem Gelände selbst hätte es noch viele freie Flächen gegeben.
Ursprünglich war der Veranstalter davon ausgegangen, dass sich die Menschen an dieser Stelle nicht lange aufhalten würden, sondern sich zusammen mit den vorbeifahrenden Trucks weiterbewegen würden. Die sogenannten "Floats" würden die Besucher mitnehmen, hieß es laut Wehe im Lopavent-Sicherheitskonzept vom 28. Juni. Darin stand auch, was passieren sollte, wenn dies nicht der Fall ist: Ordner – sogenannte "Pusher" – sollten die Menschen dazu bringen, auf die Freifläche zu gehen. Ursprünglich waren auch Lautsprecher auf den Trucks vorgesehen, um die Massen der Raver zu steuern. Wehe zufolge habe es jedoch keine Lautsprecherdurchsagen gegeben.
Um 15.30 Uhr dann sei die Situation außer Kontrolle geraten und das Ordnungssystem zusammengebrochen; der Veranstalter habe die Polizei um Hilfe gerufen. Nach Absprache mit der Polizei habe der Veranstalter seine Ordner um 15.46 Uhr angewiesen, die Schleusen vor dem Tunnel zu sperren, damit keine Menschen mehr in den überfüllten Bereich gelangen. Dies sei aber aus bislang unbekannten Gründen nicht umgesetzt worden, sagte Wehe. Auch weitere Versuche zur Deeskalation der Situation scheiterten: So hätten die Sicherheitskräfte des Veranstalters Zäune entfernt, um Krankenwagen durchzulassen. Durch diese Lücken seien dann aber wiederum neue Menschenmassen geströmt.
- Datum 28.07.2010 - 16:24 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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auf die druckfrische Ausgabe einer Zeitung für "Fach- und Führungskräfte im öffentlichen Dienst".
http://dguv-faktor-arbeit...
So etwas wird natürlich von den wirklich wichtigen Führungskräften im öffentlichen Dienst nie gelesen. Oder, Herr Sauerland?
Ihre Sachbearbeiter, die sie anschließend nach Belieben an die Kette legen können, nicht wahr? Mich überkommt da eine ziemliche Wut, denn die Loveparade ist in dieser Beziehung nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs.
Ihre Sachbearbeiter, die sie anschließend nach Belieben an die Kette legen können, nicht wahr? Mich überkommt da eine ziemliche Wut, denn die Loveparade ist in dieser Beziehung nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs.
Ihre Sachbearbeiter, die sie anschließend nach Belieben an die Kette legen können, nicht wahr? Mich überkommt da eine ziemliche Wut, denn die Loveparade ist in dieser Beziehung nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs.
Ich habe die Pressekonferenz auf n-tv von 15:00 - 15:55 aufmerksam verfolgt. Dabei wurde auch von den Reportern eine Teilfrage gestellt, um die sich Herr Polizeiinspekteur Wehe wortreich herumgewunden hat.
Es gab auf der Mitte der Rampe eine auf Wunsch des Veranstalters eingerichtete Polizeikette, die zum "Abfließen" der auf der Rampe aufgestauten Teilnehmer auf das Veranstaltungsgelände etwa gegen 16:30 Uhr errichtet worden war.
Warum wurde diese in Anbetracht der sich bildenden Enge in den darauffolgenden 30 Minuten nicht rechtzeitig wieder geöffnet?
Wer meine Frage bildlich sehen möchte, sollte sich folgendes Video einmal anschauen: http://www.youtube.com/wa...
bleibt es bei meiner anfänglichen Schilderung des groben Geschehensablaufes: http://www.zeit.de/gesell...
Wie auf dem Video gut zu erkennen ist, blockieren die Teilnehmer, welche das Geländer bereits wieder verlassen wollten von der Gegenseite die Polizeikette (die auf dem Video kaum erkennbar in der Mitte der Menschenmenge liegt).
Das Video zeigt sehr schön die Situation und auch die PK weist auf den unteren Teil der Rampe hin:
Auf der Rampe geht es im oberen Teil locker zu. Es liegen teilweise Leute auf dem Boden und sonnen sich, andere spazieren auf den Tunnel zu. Die meisten Leute stehen am Rand der Menschenmenge mit dem Rücken zum Veranstaltungsgelände. Das zeigt deutlich, dass hier Leute weg gehen wollen.
Von beiden Tunnels her wollen aber Leute zum Gelände, d.h. hier blockieren sich drei Gruppen gegenseitig und drücken gegeneinander. Der Platz der Menschenmenge ist vielleicht 20 bis 30 Meter breit (Rampe) und die Tunnels haben 16 Meter Breite. Insgesamt blockieren sich die Leute auf vielleicht 500 bis 1000 Quadratmetern. Da braucht es keine Million Besucher sondern hierfür benötigt es nur 2500 bis 5000 Besucher (5 pro Quadratmeter) um eine entsprechende Dichte zu erzeugen. Wenn dann von den Tunnels her noch ordentlich gepresst wird, braucht man sich über Tote nicht zu wundern.
Aber wer in Gottes Namen hat diese Schnapsidee dieser Eingang-gleich-Ausgang-Regelung an dieser Stelle abgesegnet???????
Egal wo die Eingangskontrolle ist, oder ob sie offen oder geschlossen ist: An diesem Punkt hätten sich immer Kommende und Gehende getroffen - und blockiert
bleibt es bei meiner anfänglichen Schilderung des groben Geschehensablaufes: http://www.zeit.de/gesell...
Wie auf dem Video gut zu erkennen ist, blockieren die Teilnehmer, welche das Geländer bereits wieder verlassen wollten von der Gegenseite die Polizeikette (die auf dem Video kaum erkennbar in der Mitte der Menschenmenge liegt).
Das Video zeigt sehr schön die Situation und auch die PK weist auf den unteren Teil der Rampe hin:
Auf der Rampe geht es im oberen Teil locker zu. Es liegen teilweise Leute auf dem Boden und sonnen sich, andere spazieren auf den Tunnel zu. Die meisten Leute stehen am Rand der Menschenmenge mit dem Rücken zum Veranstaltungsgelände. Das zeigt deutlich, dass hier Leute weg gehen wollen.
Von beiden Tunnels her wollen aber Leute zum Gelände, d.h. hier blockieren sich drei Gruppen gegenseitig und drücken gegeneinander. Der Platz der Menschenmenge ist vielleicht 20 bis 30 Meter breit (Rampe) und die Tunnels haben 16 Meter Breite. Insgesamt blockieren sich die Leute auf vielleicht 500 bis 1000 Quadratmetern. Da braucht es keine Million Besucher sondern hierfür benötigt es nur 2500 bis 5000 Besucher (5 pro Quadratmeter) um eine entsprechende Dichte zu erzeugen. Wenn dann von den Tunnels her noch ordentlich gepresst wird, braucht man sich über Tote nicht zu wundern.
Aber wer in Gottes Namen hat diese Schnapsidee dieser Eingang-gleich-Ausgang-Regelung an dieser Stelle abgesegnet???????
Egal wo die Eingangskontrolle ist, oder ob sie offen oder geschlossen ist: An diesem Punkt hätten sich immer Kommende und Gehende getroffen - und blockiert
Naja vielleicht weil in dem Tunnel oder davor der Funk nicht mehr ging?
Unsere Polizei hat ja noch immer Analog Funk der sehr davon abhängig ist wie gut der Signal Einfall ist und da schon das Handy Netz zusammengebrochen ist könnte es einfach passiert sein, dass man zu den Hundertschaften die da gewesen sein soll keinen Platz mehr hatte.
Wenn ich den Artikel allerdings richtig lese bestand doch das Problem darin, dass immer mehr Leute nachgedrückt haben. Von daher wäre eine Absperrung doch eher sinnvoll gewesen, damit es nicht zu noch mehr Toten und Verletzten kommt oder?
und kann als solcher nicht ausfallen wg. Überlastung.
und kann als solcher nicht ausfallen wg. Überlastung.
bleibt es bei meiner anfänglichen Schilderung des groben Geschehensablaufes: http://www.zeit.de/gesell...
Wie auf dem Video gut zu erkennen ist, blockieren die Teilnehmer, welche das Geländer bereits wieder verlassen wollten von der Gegenseite die Polizeikette (die auf dem Video kaum erkennbar in der Mitte der Menschenmenge liegt).
Na wunderbar. So wird also ein Schuh d'raus. Man hat sich unter den Krähen der staatlichen Stellen darauf geeinigt, sich nicht selbst ein Auge auszuhacken. Stattdessen wird auf die Privaten, also Veranstalter und die Ordner losgegangen. Klar waren wieder die Ordner völlig überfordert. Diese Entwicklung hat sich bereits am Ereignistag abgezeichnet als unmittelbar nach Ereigniseintritt auf allen Kanälen Vertreter von Polizeigewerkschaften (was geht die das eigentlich an???) lauthals ihre tapferen Mitglieder verteidigt haben, obwohl sie noch niemand angegriffen hatte.
Jeder, der ein bisschen Ahnung von Eventorganisation hat weiss, dass bei Anwesenheit von Polizei die Ordner lediglich Befehlsempfänger sind und die Dreckarbeit zu machen in keinster Weise jedoch irgendeine Zuständigkeit für taktische oder strategische Maßnahmen haben. Man kann getrost davon ausgehen, dass, wenn die Ordner Kontrollen eingestellt oder Tore geöffnet oder geschlossen haben, diese Maßnahmen von außerhalb deren Verantwortung angewiesen wurden.
Was mir gut gefallen hat waren Bilder von "überforderten" Ordnern, die Menschen aus der Gefahrenzone gezogen und Personen reanimiert haben.
abwarten, bis man wirklch weiß, was da vorgefallen ist.
Vorgestern hieß es, von den Verletzten sei keiner mehr in Lebensgefahr. Zwei davon sind nun tot.
Es hieß auch, die Menschen seien aufgrund Ihres herumkletterns abgestürzt und zu Tode gekommen, stimmt auch nicht.
Im Tunnel sei Niemand gestorben, hieß es. Stimmt auch nicht.
scheinen die Tunnel nicht das Hauptproblem. Eher die Zusammenlegung von ein und Ausgang über die Rampe.
Die Ordner oder Polizisten konnten bei diesem Gedränge nichts tun. Es war zu spät.
Schuld war die bewusste Umgehung Protokolle und Vorschriften. Dies geschah unter politischem und wirtschaftlichem Druck.
Die Ungeduld der Menschen hat ihr übriges dazu beigetragen
@8: Ja, die Zusammenlegung von Ein- und Ausgang hat nach Sichtung der Videos wesentlich zu der Situation beigetragen.
Von Ungeduld der Menschen wage ich nach dem Lesen einiger Augenzeugenberichte nicht zu reden. So wie es sich teilweise darstellt, haben einige Teilnehmer ca. 3 Stunden für den Weg vom Bahnhof bis zum Gelände benötigt. Und dann haben sie nochmals über 1 Stunde in den Tunneln und auf der Rampe verbracht.
Wer wird da nicht irgendwann ungeduldig, zumal der Haupt-Act gegen 17:00 Uhr beginnen sollte...
Wenn ich mich an die Loveparades in Berlin erinnere, ging das "große Treiben" immer gegen 14:00 Uhr los.
@8: Ja, die Zusammenlegung von Ein- und Ausgang hat nach Sichtung der Videos wesentlich zu der Situation beigetragen.
Von Ungeduld der Menschen wage ich nach dem Lesen einiger Augenzeugenberichte nicht zu reden. So wie es sich teilweise darstellt, haben einige Teilnehmer ca. 3 Stunden für den Weg vom Bahnhof bis zum Gelände benötigt. Und dann haben sie nochmals über 1 Stunde in den Tunneln und auf der Rampe verbracht.
Wer wird da nicht irgendwann ungeduldig, zumal der Haupt-Act gegen 17:00 Uhr beginnen sollte...
Wenn ich mich an die Loveparades in Berlin erinnere, ging das "große Treiben" immer gegen 14:00 Uhr los.
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