Sexueller Missbrauch Drei Jugendliche gestehen Missbrauch auf Ameland
Die ersten Jugendlichen haben gestanden, in einem Feriencamp auf Ameland Kinder missbraucht zu haben. Die Polizei geht von weitaus mehr Tätern aus.
Während der Ferienfreizeit des Stadtsportbundes Osnabrück auf der niederländischen Insel Ameland wurden sechs 13-Jährige von anderen Jugendlichen sexuell misshandelt. Diesem Verdacht geht die Polizei nach. Inzwischen haben drei Jugendliche aus der Gruppe der 13- bis 16-Jährigen die Vorwürfe vollständig zugegeben.
Nach Angaben der Ermittler gebe es jedoch noch mehr Verdächtige aus der insgesamt 40-köpfigen Gruppe. "Wir gehen davon aus, dass maximal 13 Personen als Beschuldigte in Betracht kommen", sagte der Sprecher der Osnabrücker Staatsanwaltschaft, Alexander Retemeyer. Bisher war man von sechs bis acht möglichen Tätern ausgegangen.
Die Polizei hofft, die Vernehmungen bis zum Ende der Ferien Anfang August abschließen zu können. Von den 39 Jugendlichen in dem Schlafsaal seien bislang 25 befragt worden. Möglicherweise kämen noch andere Jugendliche aus Nachbarhäusern hinzu. Es müsse geklärt werden, wer was gewusst habe.
Die Vorfälle ereigneten sich während der Ferienfreizeit zwischen dem 25. Juni und 8. Juli. Die zum Zeitpunkt der Vorfälle 14 und 15 Jahre alten Jungen sollen jüngere Kinder nachts im Schlafsaal aus ihren Betten gerissen und in die Mitte des Raumes gelegt haben. Dort sollen sie misshandelt worden sein.
Retemeyer zufolge sind bislang sechs Opfer bekannt. Um noch weitere identifizieren zu können, seien medizinische Untersuchungen der Kinder notwendig. Die Ermittler suchen dabei nach Verletzungen, die "möglicherweise auch heute noch zu sehen wären". Zumindest in zwei Fällen haben die Eltern eine solche Untersuchung aber abgelehnt.
Auch die Betreuer der Jugendgruppe sollen vernommen werden. Das Betreuerteam werde von den Opfern beschuldigt, auf konkrete Bitten um Hilfe nicht reagiert zu haben, sagte Retemeyer. So hätten sich Kinder noch vor Ort Hilfe suchend an das Personal gewandt, dieses habe aber nichts unternommen. Erst die Mutter eines Kindes hatte sich nach Rückkehr der Gruppe bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler schließen nicht aus, dass sich die Betreuer der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht haben.
Die Missbrauchsfälle beschäftigten inzwischen auch die Landespolitik. Die SPD der CDU/FDP-Regierung schwere Versäumnisse vor: Sie habe sich aus der Fort- und Weiterbildung von Jugendleitern fast komplett zurückgezogen. "Das Land lässt die Verbände bei der Finanzierung allein", sagte Vize-Fraktionschef Uwe Schwarz, der damit unter anderem auf die massive Kürzung der Fördermittel für Bildungsstätten seit 2003 verweist. Regelmäßige Fortbildungen sollten aber obligatorisch sein. Der Fall Ameland zeige, dass Jugendleiter für das Thema Kinderschutz offenbar "nicht überall in ausreichendem Maße sensibilisiert" seien. "Hier sind die Verbände, aber auch das Land gefordert", sagte Schwarz.
Mehrere Organisationen weisen darauf hin, dass sie Schulungsmaterialien über Sexualität und Prävention entwickelt hätten. Sexualität und sexuelle Gewalt seien Themen, die Betreuer bei internationalen Treffen sowie Kinder- und Jugendreisen besonders herausforderten, teilten der Kölner Verein transfer und das BundesForum Kinder- und Jugendreisen aus Berlin mit. Einerseits entdeckten Heranwachsende ihre Sexualität. Andererseits seien Eltern von den aktuellen Fällen sexueller Übergriffe sensibilisiert.
Der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, appellierte an Eltern, genau darauf zu achten, mit wem sie ihre Kinder in den Urlaub schickten. Auch bei Reisen mit freien Trägern sollte es selbstverständlich sein, dass die Leitung eine gute sozialpädagogische Ausbildung, möglichst ein entsprechendes Studium und ausreichende Erfahrung hat.
Hilgers ergänzte, er habe bisher den Eindruck gehabt, dass die freien Träger ihre Angebote sehr ordentlich organisieren. Vermutlich sei das auch bei dem Feriencamp auf Ameland der Fall gewesen. Dann allerdings sei die einzige Erklärung, die er für den Vorfall habe, dass einige Betreuer Urlaub gemacht hätten, statt ihre Aufgaben wahrzunehmen. Das Klima der Angst und Gewalt, das dort geherrscht haben müsse, müsste ihnen sonst aufgefallen sein, sagte er.
- Datum 22.07.2010 - 14:58 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 25
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Internetmöglichkeiten zum virtuellen sexuellen Quälen (mit Punktestand) von Frauen.
In diesem Feriencamp wurden zwar Jungen vergewaltigt, aber was spielt das Geschlecht eine Rolle!
Ein Zusammenhang zwischen solchen Internetmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche und der realen Anwendung ist natürlich nicht gegeben! Spott!
als ob die Übungsleiterausbildung irgendwas daran hätte ändern können.
Solcherart politische Ausschlachtung ist ignorant, Opferverhöhnend und Engagement diskreditierend.
Bestimmte Probleme haben mit Qualifikation schlicht nichts zu tun, der Vorwurf der SPD ist daher eher ein Eingeständnis völliger Inkompetenz in gesellschaftlichen Belangen und daher mehr als traurig.
[...]
H.
Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich und unterlassen Sie die Verwendung von Kraftausdrücken. Die Redaktion/is
Sie haben ja im Prinzip Recht, doch verdient so manche in wohlfeile Worte gekleiderter rücksichtsloser Blödsinn einfach keine Rücksichtnahme mehr.
Grüße
H.
Sie haben ja im Prinzip Recht, doch verdient so manche in wohlfeile Worte gekleiderter rücksichtsloser Blödsinn einfach keine Rücksichtnahme mehr.
Grüße
H.
Im übrigen empfinde ich es immer noch als unangemessen, daß der besagte Artikel bei ZEIT-Online zu den "Frauenschändungs-Spielen" verlinkt war!
Vielleicht kann man darauf ja verzichten!
"Auch bei Reisen mit freien Trägern sollte es selbstverständlich sein, dass die Leitung eine gute sozialpädagogische Ausbildung, möglichst ein entsprechendes Studium und ausreichende Erfahrung hat"
Ich engagiere mich seit Jahren in Vereinen, das qualifizierteste Personal hat in der Regel nie studiert.
Erziehung und Umgang mit Jugendlichen, vor allem auch mit diversen "Papenheimern" ist Erfahrungs- und Talentsache, manchmal auch eine Frage der Milieuzugehörigkeit. Die meisten Akademiker merken gar nicht, das sie andere Klientels nicht verstehen und nicht verstanden werden, ja nicht mal ernst genommen werden.
Qualifikation ist ein gutes AddOn und kann nur positive Wirkung entfalten, wenn Erfahrung und Talent schon vorhanden sind, was bei der heutigen akademischen Ausbildung eher vom Zufall abhängt.
Eine sozialpädagogische Ausbildung hat keinerlei Belang hinsichtlich Prävention oder schlicht der Erkennung von Problemen. Sie kann deshalb meistens nur den Umgang nach der Katastrophe managen. Ob man das nötige Einfühlungsvermögen besitzt, ja nur die verbale oder nonverbale Sprache von Delinquenten wie Opfern versteht, ist nur sehr eingeschränkt durch theoretische Qualifikation erlernbar. Ohne Erfahrung ist das eher zufällig.
H.
was bitte hat die ausbildung der leute damit zu tun? der GESUNDE MENSCHENVERSTAND reicht doch wohl vollkommen aus, um bei solchen vorkommnissen rigoros einzuschreiten! verstehe ich absolut nicht - die täter gehören ordentlich bestraft und die aufsichtspersonen wegen ihrer versäumnisse zur rechenschaft gezogen. punkt, aus.
"........der GESUNDE MENSCHENVERSTAND reicht doch wohl vollkommen aus, um bei solchen vorkommnissen rigoros einzuschreiten! verstehe ich absolut nicht...."
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Sehe ich genauso, aber offensichtlich gibt es in den Feriencamps keine Nachtkontrolle mehr.
Früher (und ich meine nicht, früher wäre alles besser gewesen) war 1 Betreuer dazu abgestellt, nachts "seine Runden" zu machen!
"........der GESUNDE MENSCHENVERSTAND reicht doch wohl vollkommen aus, um bei solchen vorkommnissen rigoros einzuschreiten! verstehe ich absolut nicht...."
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Sehe ich genauso, aber offensichtlich gibt es in den Feriencamps keine Nachtkontrolle mehr.
Früher (und ich meine nicht, früher wäre alles besser gewesen) war 1 Betreuer dazu abgestellt, nachts "seine Runden" zu machen!
Das ist doch die eigentliche Frage, die in der bisherigen Berichterstattung so lautstark verschwiegen wird.
Hoffentlich verbirgt sich da nichts, was dem sozialen Frieden zum Nachteil gereichen könnte.
Das hoffe ich wirklich inständig...!
Gruß,
Joe
[...]
Bitte verzichten Sie auf das Posten von ungesicheren Annahmen, die die Missbräuchsvorfälle als Missverständnis darstellen. Die Redaktion/is
"........der GESUNDE MENSCHENVERSTAND reicht doch wohl vollkommen aus, um bei solchen vorkommnissen rigoros einzuschreiten! verstehe ich absolut nicht...."
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Sehe ich genauso, aber offensichtlich gibt es in den Feriencamps keine Nachtkontrolle mehr.
Früher (und ich meine nicht, früher wäre alles besser gewesen) war 1 Betreuer dazu abgestellt, nachts "seine Runden" zu machen!
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