Shirin Neshat "Der Schleier ist nicht von Bedeutung"Seite 2/2

Munis in der Menge der Demonstranten

Munis in der Menge der Demonstranten

ZEIT ONLINE: Nicht nur die Frauen, generell sind die Bilder des Films gleichzeitig schön und verstörend. Zarin sitzt zwischen den leuchtenden Blumen, die sie aus dem kargen Boden gezaubert zu haben scheint. Sie treibt ohnmächtig im von Blättern bedeckten Teich. Was ist Schönheit für Sie?

Neshat: Wir sind nicht nur schön und wir sind nicht nur grausam und böse. In jedem von uns ist immer beides. Dualität ist der Kern unseres Wesens. Und das versuche ich in den Bildern wiederzugeben. ( siehe die ausführliche Beschreibung von Schönheit im Film )

ZEIT ONLINE: Eine einzelne Frau steht in ihrem schwarzen Tschador zwischen vielen protestierenden Männern in weißen Hemden. Auch das ist ein sehr ästhetisches Bild. Welche Rolle spielt der Schleier für Sie?

Neshat: Ich finde die Aufregung um den Schleier in westlichen Ländern sehr oberflächlich. Natürlich ist es wichtig, Frauen die Wahl zu lassen. Wenn sie sie haben, ist der Schleier aber nicht mehr von Bedeutung. Für mich ist er einfach etwas, das Menschen tragen. Und für iranische Frauen bedeutet er etwas anderes als für türkische oder syrische. Ich will ihn nicht idealisieren und nicht exotisieren. Ich nutze ihn als ästhetisches Element. Iranische Frauen schaffen es ja auch so, schön mit dem Kopftuch zu sein.

 
Leser-Kommentare
    • jum
    • 20.07.2010 um 12:12 Uhr

    Selbstverliebt in die "Ästhetik der Bilder", langweiliger Film, alles vorhersehbar, eine Bildidee, die stundenlang durchgezogen wird - erinnert der Film mich mehr an Sie Art von Musikvideos als an spannende Filme über den Nahen Osten und seine Geschichte. Da gibt es viel interessantere Filme (Persepolis, Lemontree, ...)
    Ausserdem "schaffen" es auch syrische Frauen schön mit Kopftuch auszusehen. Aber darum geht es gar nicht.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service