Prozess in München Auch Zugführer hält Brunner für Angreifer
Der Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft im Prozess um den Tod von Dominik Brunner bröckelt: Ein weiterer Zeuge sagte aus, der Verstorbene habe zuerst zugeschlagen.
Die Schüler Sebastian L. (18) und Markus S. (19) stehen wegen Mordes an dem Münchner Manager Dominik Brunner vor Gericht. Doch allmählich erwecken Zeugenbefragungen immer mehr den Eindruck, dass nicht sie, sondern der Tote den ersten Angriff ausgeführt hatte. Brunner sei am Bahnsteig "zügig mit zwei Schritten" auf die beiden Angeklagten zugegangen und habe einem mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sagte ein S-Bahn-Zugführer am fünften Verhandlungstag vor dem Landgericht München I.
"Die beiden Angeklagten waren äußerst überrascht – wie ich", sagte der 46-Jährige. Für ihn sei Brunner der Angreifer gewesen. Von der vorangegangenen Auseinandersetzung habe er nichts mitbekommen. "Jetzt gibt's hier hinten Ärger", habe Brunner gesagt, berichtete der Zugführer. Die beiden Angeklagten seien "ganz normal ausgestiegen wie jeder andere auch". "Als sie dann in der Nähe von Herrn Brunner waren, ging Herr Brunner zügig mit zwei Schritten auf sie zu und schlug einem mit der Faust ins Gesicht."
Anschließend habe der 50-Jährige gesagt: "Das klären wir jetzt mit der Polizei." Er habe deshalb geglaubt, die Sache sei erledigt, berichtete der Zugführer – zumal der Mann, der zuerst zugeschlagen hatte, von sich aus von der Polizei gesprochen habe. Er habe daraufhin seinen Fahrdienstleiter verständigt und sei weitergefahren. Aus seiner Sicht hätte Brunner einfach nur gehen müssen, sagte der Zeuge. Dafür sei genug Zeit gewesen.
Brunner war vor zehn Monaten von Sebastian L. und Markus S. am S-Bahnhof Solln zusammengeschlagen worden, als er vier Schüler vor ihnen in Schutz nehmen wollte. Er starb noch am Tatort an Herzversagen . L. und S. haben die Schläge zugegeben, allerdings jede Tötungsabsicht bestritten .
Die Kammer des Landegerichts will mit Hilfe der Zeugenbefragungen herausfinden, ob die Täter tatsächlich – wie in der Anklageschrift dargestellt – einen Mord aus Rache verübten oder ob es sich um eine milder zu bestrafende Tat wie Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge handelte. Zuvor hatte bereits der als Haupttäter angeklagte S. davon gesprochen, Brunner habe zuerst angegriffen. Eine Augenzeugin, einer der von dem Manager geschützten Schüler sowie zwei Polizeibeamte hatten diese Version vor Gericht bestätigt .
Einer Zeugin zufolge soll Markus S. Brunner aber mit dem Tode bedroht haben. "Ich bring dich um" und Beschimpfungen wie "Motherfucker" habe S. gerufen und den Manager mit den Füßen traktiert, sagte eine 16 Jahre alte Schülerin am Dienstag vor Gericht.
Die Verteidigung beantragte einen Ortstermin am Tatort. Die Situation am Bahnsteig müsse in Augenschein genommen werden, sagte der Anwalt von S., Hermann Sättler. Die Angeklagten hätten der Gruppe der Schüler mit Brunner auf dem Bahnsteig gar nicht ausweichen können, da diese den Weg versperrt habe. Auf den dem Gericht vorliegenden Bildern sei gar nicht zu erkennen, wie eng es dort gewesen sei.
Außerdem beantragte die Verteidigung, den Notfallmediziner Peter Sefrin hören. Sefrin habe in einem Teilgutachten festgestellt, dass der Verlauf der Notfallversorgung nicht für einen traumatisch, sondern für einen kardiologisch bedingten Kreislaufstillstand spreche. Dies würde bedeuten, dass nicht die Schläge von L. und S., sondern Brunners Herzprobleme der unmittelbare Grund für seinen Tod gewesen wären.
Der Fall Brunner hatte bundesweit Aufsehen erregt. Der 50-Jährige hatte für seine Zivilcourage posthum den Bayrischen Verdienstorden und das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Das Urteil gegen L. und S. ist für Ende Juli angesetzt.
- Datum 20.07.2010 - 19:16 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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[...]
Bitte sehen Sie von dieser Art der Spekulationen ab. Die Redaktion/is
....wie gefährlich es ist selbst Zivilcourage einzubringen. Man stelle sich vor, der Mann lebte noch und müsste eine Klage wegen Körperverletzung hinnehmen. Jedenfalls muss man jedem raten sich das genau zu überlegen, bevor er Kindern vor erpresserischem Raub zu schützen sucht.
....wie gefährlich es ist selbst Zivilcourage einzubringen. Man stelle sich vor, der Mann lebte noch und müsste eine Klage wegen Körperverletzung hinnehmen. Jedenfalls muss man jedem raten sich das genau zu überlegen, bevor er Kindern vor erpresserischem Raub zu schützen sucht.
Wenn Markus und Sebastian keinen Mord begangen haben, sondern gegebenen Falls Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge, dann sollen sie auch dafür bestraft werden (und natürlich für die versuchte Erpressung der Schüler, aber das wird wahrscheinlich kaum ins Gewicht fallen).
Ich wünsche mir da vor allem, dass die Staatsanwaltschaft umsichtig reagiert und sich nicht aus Gründen eines möglicher Gesichtsverlustes auf einen in die Länge gezogenen Prozess einlässt.
Gerade bei jungen Tätern ist es auch psychologisch wichtig, dass die Strafe zügig nach der Tat ausgesprochen wird.
Entfernt. Bitte äußern Sie Ihre Argumente sachlich. Die Redaktion /ft
..stellt in Frage, dass die Täter (hart) bestraft werden sollten.
2 Dinge sollten jedoch festgehalten werden:
1. Auch diesen beiden Tätern steht ein fairer und rechtsstaatlicher Prozess zu, welcher alle Facetten der Tat beleuchtet. Das Recht unterscheidet (zu Recht) zwischen Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge. Zum Glück entscheidet darüber jedoch weder der Mob auf der Straße, der Mob in den Medien noch der Mob in den Foren, sondern ein Profi (der Richter) nach Anhörung aller Zeugen und Gutachter.
2. Die Glorifizierung Brunners war voreilig. Er hat sich vorbildlich verhalten, indem er nicht weggesehen hat und die Schüler beschützen wollte. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat er laut inzwischen mehrerer Zeugenaussagen jedoch das Recht in die eigenen Hände genommen und aktiv auf die späteren Täter zugehend als erster zugeschlagen. Sollte es sich wirklich so zugetragen haben, ist das keine Zivilcourage, sondern im höchsten Grade dämlich. Es rechtfertigt natürlich in keiner Weise die folgende Gewaltorgie, jedoch taugt es sicher nicht als Vorbild für Zivilcourage, denn das primäre Ziel jedes Eingreifens ist die Deeskalation (Menschen ansprechen, Verbündete gewinnen etc.) und nicht die gewalttätige Eskalation, die natürlich als ultima ratio gelten muss. Tatsächlich ist es besser, nicht zu handeln, sich die Gesichter, Kleidung der Täter etc. einzuprägen, sofort die Polizei und den Notarzt zu benachrichtigen, erste Hilfe zu leisten als den Rächer zu spielen...
Ich verstehe Ihren Beitrag als Satire, denn ansonsten würde ich meineN Glauben an den gesunden mesnchenverstand verlieren. Wie kann man sonst rechtfertigen, eine Einschätzung über einen Sachverhalt einzugeben, wenn man sich in manipulativen und voreingenommenen Begriffen wie "Schlägertypen" und "engagierter Mensch" verliert. Das ganze braucht wirklich mehr Obejktivität, auch von Seiten der medien. Gut, dass hier nicht die Mehrheit darüber zu entscheiden hat sondern (hoffentlich) kompetente Juristen. Denn wenn der "engagierter Mensch" tatsächlich den Streit provoziert hat, ist das ein vollkommen andere Sachverhalt und ganz und garnicht vorbildlich. Auch wenn ich es sehr gut nachvollziehen kann.
jemand der die Sache beim Namen nennt
[...] Die betreffenden Kommentare wurden in der Zwischenzeit moderiert. Die Redaktion /ft
Natürlich muss Körperverletzung mit oder ohne Todesfolge im Rahmen des Gesetztes bestraft werden.
Aber es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob es sich um Mord handelt oder um ein anderes Delikt.
Und ich bin auch froh darüber, in einem Rechtsstaat zu leben, der sehr wohl die Begleitumstände einer Straftat und den Hintergrund der Täter berücksichtigt.
Nach dem derzeitigen Stand der veröffentlichten Verhandlungsergebnisse muss sich ein Teil der deutschen Presselandschaft doch eine harsche Kritik gefallen lassen, weil Sie die Täter nicht aufgrund der damals noch weitgehend unbekannten Fakten vorschnell zu brutalen Mördern erklärt hat und derartige, wie den hier kritisierten Kommentar beförderte.
Man möge sich den Blick auf die Tatsachen freimachen, auch wenn es sehr unbequem ist, und man nach all denn langen Abenden an den Biertischen, an welchen man die Todesstrafe gefordert hat, wieder zurückrudern muss.
Wenn sich herausstellt, dass Herr Brunner angegriffen hat, verwässert das Bild des Helden, auch wenn er durch seinen Tod eine prinzipielle -leider wieder verebbte- Diskussion um Zivilcourage angestossen hat.
..stellt in Frage, dass die Täter (hart) bestraft werden sollten.
2 Dinge sollten jedoch festgehalten werden:
1. Auch diesen beiden Tätern steht ein fairer und rechtsstaatlicher Prozess zu, welcher alle Facetten der Tat beleuchtet. Das Recht unterscheidet (zu Recht) zwischen Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge. Zum Glück entscheidet darüber jedoch weder der Mob auf der Straße, der Mob in den Medien noch der Mob in den Foren, sondern ein Profi (der Richter) nach Anhörung aller Zeugen und Gutachter.
2. Die Glorifizierung Brunners war voreilig. Er hat sich vorbildlich verhalten, indem er nicht weggesehen hat und die Schüler beschützen wollte. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat er laut inzwischen mehrerer Zeugenaussagen jedoch das Recht in die eigenen Hände genommen und aktiv auf die späteren Täter zugehend als erster zugeschlagen. Sollte es sich wirklich so zugetragen haben, ist das keine Zivilcourage, sondern im höchsten Grade dämlich. Es rechtfertigt natürlich in keiner Weise die folgende Gewaltorgie, jedoch taugt es sicher nicht als Vorbild für Zivilcourage, denn das primäre Ziel jedes Eingreifens ist die Deeskalation (Menschen ansprechen, Verbündete gewinnen etc.) und nicht die gewalttätige Eskalation, die natürlich als ultima ratio gelten muss. Tatsächlich ist es besser, nicht zu handeln, sich die Gesichter, Kleidung der Täter etc. einzuprägen, sofort die Polizei und den Notarzt zu benachrichtigen, erste Hilfe zu leisten als den Rächer zu spielen...
Ich verstehe Ihren Beitrag als Satire, denn ansonsten würde ich meineN Glauben an den gesunden mesnchenverstand verlieren. Wie kann man sonst rechtfertigen, eine Einschätzung über einen Sachverhalt einzugeben, wenn man sich in manipulativen und voreingenommenen Begriffen wie "Schlägertypen" und "engagierter Mensch" verliert. Das ganze braucht wirklich mehr Obejktivität, auch von Seiten der medien. Gut, dass hier nicht die Mehrheit darüber zu entscheiden hat sondern (hoffentlich) kompetente Juristen. Denn wenn der "engagierter Mensch" tatsächlich den Streit provoziert hat, ist das ein vollkommen andere Sachverhalt und ganz und garnicht vorbildlich. Auch wenn ich es sehr gut nachvollziehen kann.
jemand der die Sache beim Namen nennt
[...] Die betreffenden Kommentare wurden in der Zwischenzeit moderiert. Die Redaktion /ft
Natürlich muss Körperverletzung mit oder ohne Todesfolge im Rahmen des Gesetztes bestraft werden.
Aber es ist doch ein gewaltiger Unterschied, ob es sich um Mord handelt oder um ein anderes Delikt.
Und ich bin auch froh darüber, in einem Rechtsstaat zu leben, der sehr wohl die Begleitumstände einer Straftat und den Hintergrund der Täter berücksichtigt.
Nach dem derzeitigen Stand der veröffentlichten Verhandlungsergebnisse muss sich ein Teil der deutschen Presselandschaft doch eine harsche Kritik gefallen lassen, weil Sie die Täter nicht aufgrund der damals noch weitgehend unbekannten Fakten vorschnell zu brutalen Mördern erklärt hat und derartige, wie den hier kritisierten Kommentar beförderte.
Man möge sich den Blick auf die Tatsachen freimachen, auch wenn es sehr unbequem ist, und man nach all denn langen Abenden an den Biertischen, an welchen man die Todesstrafe gefordert hat, wieder zurückrudern muss.
Wenn sich herausstellt, dass Herr Brunner angegriffen hat, verwässert das Bild des Helden, auch wenn er durch seinen Tod eine prinzipielle -leider wieder verebbte- Diskussion um Zivilcourage angestossen hat.
Das ist doch nur Logisch, dass der Zuzgführer diese Behauptung aufstellt. Sonst müsste er sich womöglich ja noch fragen lassen, weshalb er nicht gegen die aggressiven Jugendlichen eingeschritten sei. Wenn er jedoch keine aggressiven Jugendlichen bemerkt und nur den ersten Schlag von Brunner gesehen hat, ist er aus dem Schneider. Für mich ist diese Behauptung eine Lüge.
Zum Glück wir Ihr Urteil nicht gebraucht.
wenn Sie, weil - nach Ihren eigenen - Worten das Verhalten des Zugführers mit seiner Aussage über das Geschehen zusammenpasst, feststellen wollen, die Aussage sei eine Lüge.
Eigentlich schließt man doch aus Widersprüchen in einer Aussage, oder zwischen Aussage und Verhalten auf eine Unwahrheit, oder?
Aber beruhigen Sie sich, Sie können weiterhin ruhig schlafen, auch wenn Sie Tatsachen zu Kenntnis nähmen:
Selbst wenn sich Herr Brunner auf dem Bahnsteig später falsch verhalten haben sollte, dadurch würde er nicht selbst zum Schläger, der eine Abreibung verdiente. Und an seinem zuvor vorbildlichen Verhalten würde dies nichts ändern.
Ich stimme Ihnen zu, der Zugführer redet sich hier einfach raus.
Der Zugführer hat in erster Linie den Zug zu _fahren_ (Zugbegleiter gibt es meines Wissens in der Münchner S-Bahn nicht), und dürfte schon deshalb von dem Vorlauf in der S-Bahn _nichts_ mitbekommen haben.
Wenn er dann aber aus seinem Fenster raus beim pflichtgemäßen Überwachen der Abfahrt eine Schlägerei beobachtet, und dabei sogar noch _sieht_, wer angefangen hat, sehe ich keinen Grund für ihn zu lügen (warum sollte er daran interessiert sein, den (wie es aussieht vermeintlichen) Helden zu desavouieren?).
Wir haben es aber wohl auch mit einem klassischen Beispiel der Informationsmanipulation zu tun - die Staatsanwaltschaft hat Fakten hinter dem Berg gehalten, die es den Medien vereinfacht hätten, den Tötungsfall differenzierter darzustellen. Da sollte wohl nicht sein können, was nicht sein darf...
Schade, dass Herr Brunner anscheinend auf dem Bahnsteig eine Art Selbstjustiz verüben wollte. Das ließe einen großen Wermutstropfen in die Wahrnehmung seines zuvor wahrlich zivil couragierten Verhaltens fallen...
ist eine Straftat, die ein Richter gar nicht mag. Jeder der vor einem Gericht als Zeuge aussagt, wird über die Pflicht zur Wahrheit belehrt. Ob sich der Zugführer absolut korrekt verhalten hat, kann und mag ich nicht beurteilen. Er ist auch nicht der Angeklagte. Ich unterstelle aber, dass er ganz bestimmt keine Straftat begeht, nur damit er besser da steht und vielleicht einer unangenehmen Frage ausweichen muss.
Normalerweise werden Zeugen abgeschirmt, in diesem Fall konnte der Lokführer aber schon am Vortag in der Zeitung lesen, daß gegen ihn ausgesagt wurde ("der hat es gesehen und ist einfach weitergefahren"). Na, wie wird er sich da wohl äußern?
Eines vorweg: Die Täter gehören empfindlich bestraft, aber:
Im Gegensatz zu Ihnen erkenne ich keinen Konflikt des Zugführers.
1. Wenn es so wäre, dass sich der Zugführer einer Unterlassungsstraftat verdächtig gemacht hätte, dann hätte das Gericht den Zugführer darauf hinweisen müssen, dass er wegen einer Selbstbelastung die Aussage verweigern könnte.
2. Als Herr Brunner intervenierte lag vermutlich ein Erpressungsdelikt zu Lasten der Jugendlichen vor. Dies ist schlimm, aber es handelt sich um ein Eigentumsdelikt, wenn ich mich richtig erinnere empfielt auch die Polizei, in solchen Fällen dem Täter oder den Tätern die Beute zu übergeben.
3. Demzufolge hätte Herr Brunner sich auch nicht zu einer Hilfeleistung herausgeforder fühlen müssen, was natürlich nicht Notwehr in Form der Nothilfe ausschließt. Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen, aber niemand ist verpflichtet sein Leben für das Eigentum anderer zu riskieren, auch nicht ein Zugführer der Bahn. Notwehr ist ein Recht, aber keine Pflicht!
Abschließend: Ich halte die Glorifizierung von Herrn Brunner für sehr gefährlich. Wer Zeuge eines Raubes ist soll nicht den Helden spielen, sondern sich den Täter merken und seine Beobachtungen der Polizei mitteilen. Eskaliert die Lage und wird das Opfer oder der Helfer verletzt, dann ist niemandem geholfen.
Zum Glück wir Ihr Urteil nicht gebraucht.
wenn Sie, weil - nach Ihren eigenen - Worten das Verhalten des Zugführers mit seiner Aussage über das Geschehen zusammenpasst, feststellen wollen, die Aussage sei eine Lüge.
Eigentlich schließt man doch aus Widersprüchen in einer Aussage, oder zwischen Aussage und Verhalten auf eine Unwahrheit, oder?
Aber beruhigen Sie sich, Sie können weiterhin ruhig schlafen, auch wenn Sie Tatsachen zu Kenntnis nähmen:
Selbst wenn sich Herr Brunner auf dem Bahnsteig später falsch verhalten haben sollte, dadurch würde er nicht selbst zum Schläger, der eine Abreibung verdiente. Und an seinem zuvor vorbildlichen Verhalten würde dies nichts ändern.
Ich stimme Ihnen zu, der Zugführer redet sich hier einfach raus.
Der Zugführer hat in erster Linie den Zug zu _fahren_ (Zugbegleiter gibt es meines Wissens in der Münchner S-Bahn nicht), und dürfte schon deshalb von dem Vorlauf in der S-Bahn _nichts_ mitbekommen haben.
Wenn er dann aber aus seinem Fenster raus beim pflichtgemäßen Überwachen der Abfahrt eine Schlägerei beobachtet, und dabei sogar noch _sieht_, wer angefangen hat, sehe ich keinen Grund für ihn zu lügen (warum sollte er daran interessiert sein, den (wie es aussieht vermeintlichen) Helden zu desavouieren?).
Wir haben es aber wohl auch mit einem klassischen Beispiel der Informationsmanipulation zu tun - die Staatsanwaltschaft hat Fakten hinter dem Berg gehalten, die es den Medien vereinfacht hätten, den Tötungsfall differenzierter darzustellen. Da sollte wohl nicht sein können, was nicht sein darf...
Schade, dass Herr Brunner anscheinend auf dem Bahnsteig eine Art Selbstjustiz verüben wollte. Das ließe einen großen Wermutstropfen in die Wahrnehmung seines zuvor wahrlich zivil couragierten Verhaltens fallen...
ist eine Straftat, die ein Richter gar nicht mag. Jeder der vor einem Gericht als Zeuge aussagt, wird über die Pflicht zur Wahrheit belehrt. Ob sich der Zugführer absolut korrekt verhalten hat, kann und mag ich nicht beurteilen. Er ist auch nicht der Angeklagte. Ich unterstelle aber, dass er ganz bestimmt keine Straftat begeht, nur damit er besser da steht und vielleicht einer unangenehmen Frage ausweichen muss.
Normalerweise werden Zeugen abgeschirmt, in diesem Fall konnte der Lokführer aber schon am Vortag in der Zeitung lesen, daß gegen ihn ausgesagt wurde ("der hat es gesehen und ist einfach weitergefahren"). Na, wie wird er sich da wohl äußern?
Eines vorweg: Die Täter gehören empfindlich bestraft, aber:
Im Gegensatz zu Ihnen erkenne ich keinen Konflikt des Zugführers.
1. Wenn es so wäre, dass sich der Zugführer einer Unterlassungsstraftat verdächtig gemacht hätte, dann hätte das Gericht den Zugführer darauf hinweisen müssen, dass er wegen einer Selbstbelastung die Aussage verweigern könnte.
2. Als Herr Brunner intervenierte lag vermutlich ein Erpressungsdelikt zu Lasten der Jugendlichen vor. Dies ist schlimm, aber es handelt sich um ein Eigentumsdelikt, wenn ich mich richtig erinnere empfielt auch die Polizei, in solchen Fällen dem Täter oder den Tätern die Beute zu übergeben.
3. Demzufolge hätte Herr Brunner sich auch nicht zu einer Hilfeleistung herausgeforder fühlen müssen, was natürlich nicht Notwehr in Form der Nothilfe ausschließt. Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen, aber niemand ist verpflichtet sein Leben für das Eigentum anderer zu riskieren, auch nicht ein Zugführer der Bahn. Notwehr ist ein Recht, aber keine Pflicht!
Abschließend: Ich halte die Glorifizierung von Herrn Brunner für sehr gefährlich. Wer Zeuge eines Raubes ist soll nicht den Helden spielen, sondern sich den Täter merken und seine Beobachtungen der Polizei mitteilen. Eskaliert die Lage und wird das Opfer oder der Helfer verletzt, dann ist niemandem geholfen.
Dieser Fall ist ein interessantes Beispiel dafür, wie irreführende Artikel die Meinung der Leser so beeinflussen, dass diese im Nachhinein nur noch selten zu einer Korrektur fähig sind. Am Anfang wurde ein sehr deutliches Bild der zwei Jugendlichen gezeichnet - wohlgemerkt scheinbar ohne jegliche Grundlage - die mit einer so enormen Intensität auf das Opfer einprügelten, dass dieses an den Wunden erlag. Auf der einen Seite die Prolls, die zu fürchtende neue hoffnungslose Generation, und auf der anderen Seite der heldenhafte Brunner, dessen Zivilcourage sofort den Anklang der Leser und scheinbar auch der Redakteure fand. Dieser Fall wurde zur perfekten Projektionsfläche für die eigene Angst vor einer neuen, skrupellosen Generation, die im Verlauf der Berichterstattung zunehmend unwirklicher und unmenschlicher skizziert wurde: Es handelte sich um das pure Böse.
Und jetzt dreht sich der Wind, weil das erste Mal seit Monaten Tatsachen veröffentlicht werden, die vorher nicht zugänglich waren. Sicherlich, die Tat der zwei Jugendlichen ist abscheulich, jedoch konnte man in diversen Foren immer wieder den Ruf nach der Todesstrafe hören. Ein fairer Gerichtsprozeß wurde diesen zwei "Monstern" nicht gestattet. Ich denke, die Schuldfrage ist in diesem Fall schon lange klar, jedoch darf die geplante Tötungsabsicht mindestens bei einem der Täter bezweifelt werden. Für mich gewinnt das Ganze eher den Charakter einer heftigen Schlägerei (wie man sie oft sieht) mit unglücklichstem Ausgang.
vielen Dank für ihren intelligenten und klug formulierten Kommentar. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.
Fakt ist nach wie vor, dass einer der beiden, auf den bereits vielfach blutenden, zusammengesackten Brunner eingetreten bzw. "draufgestampft" (so eine Zeugin) hat, worauf dieser an was auch inmmer verstarb. Mit Sicherheit haben diese Tritte dazu beigetragen.
Wer einen Wehrlosen so behandelt zeigt schon eine monströse Killernatur. Insofern ist von den früheren Einschätzungen trotz veränderter Faktenlage nicht abzuweichen.
Außerdem gibt es Vorstrafen, u.a. wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung. Das sollte eigentlich reichen, um solche Typen dauerhaft zu entfernen.
vielen Dank für ihren intelligenten und klug formulierten Kommentar. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.
Fakt ist nach wie vor, dass einer der beiden, auf den bereits vielfach blutenden, zusammengesackten Brunner eingetreten bzw. "draufgestampft" (so eine Zeugin) hat, worauf dieser an was auch inmmer verstarb. Mit Sicherheit haben diese Tritte dazu beigetragen.
Wer einen Wehrlosen so behandelt zeigt schon eine monströse Killernatur. Insofern ist von den früheren Einschätzungen trotz veränderter Faktenlage nicht abzuweichen.
Außerdem gibt es Vorstrafen, u.a. wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung. Das sollte eigentlich reichen, um solche Typen dauerhaft zu entfernen.
Unterlassen Sie geschmacklose Kommentare. Die Redaktion / mh
..stellt in Frage, dass die Täter (hart) bestraft werden sollten.
2 Dinge sollten jedoch festgehalten werden:
1. Auch diesen beiden Tätern steht ein fairer und rechtsstaatlicher Prozess zu, welcher alle Facetten der Tat beleuchtet. Das Recht unterscheidet (zu Recht) zwischen Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge. Zum Glück entscheidet darüber jedoch weder der Mob auf der Straße, der Mob in den Medien noch der Mob in den Foren, sondern ein Profi (der Richter) nach Anhörung aller Zeugen und Gutachter.
2. Die Glorifizierung Brunners war voreilig. Er hat sich vorbildlich verhalten, indem er nicht weggesehen hat und die Schüler beschützen wollte. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat er laut inzwischen mehrerer Zeugenaussagen jedoch das Recht in die eigenen Hände genommen und aktiv auf die späteren Täter zugehend als erster zugeschlagen. Sollte es sich wirklich so zugetragen haben, ist das keine Zivilcourage, sondern im höchsten Grade dämlich. Es rechtfertigt natürlich in keiner Weise die folgende Gewaltorgie, jedoch taugt es sicher nicht als Vorbild für Zivilcourage, denn das primäre Ziel jedes Eingreifens ist die Deeskalation (Menschen ansprechen, Verbündete gewinnen etc.) und nicht die gewalttätige Eskalation, die natürlich als ultima ratio gelten muss. Tatsächlich ist es besser, nicht zu handeln, sich die Gesichter, Kleidung der Täter etc. einzuprägen, sofort die Polizei und den Notarzt zu benachrichtigen, erste Hilfe zu leisten als den Rächer zu spielen...
Von einer langen Gefängnisstrafe halte ich nicht viel.
Die beiden würden danach wahrscheinlich so weiter machen wie bisher, man müsste diese Menschen irgendwo hin bringen, wo nichts ist und sie auf sich selbst gestellt sind, vielleicht lernen sie dann, das jeder von uns auf fremde Hilfe angewiesen ist...natrülich nicht immer, aber es gibt halt diese Situationen bei denen jeder gerne Hilfe annimmt.
Na wenn das mal keine Vorverurteilung sein soll, bevor überhaupt die Beweisaufnahme abgeschlossen ist... Und Brunner hat sich vorbildlich verhalten, selbst wenn die Chance besteht, dass er ohne Not Jugentlichen mit der Faust ins Gesicht schlugt? Hätte er dies nicht getan, würde er heute vermutlich noch leben.
Da sie hier von "Deeskalation" sprechen und "Verbündete gewinnen" schließe ich daraus, dass sie nie in einer Vergleichbaren Situation waren.
Ich schon.
Ich war um halb 2 Uhr Nachts auf dem Weg nach Hause, als mich drei Jugendliche ansprachen ob ich eine "Kippe" für sie hätte (ich rauchte gerade). Ich verneinte das und wollte meines Weges gehen. Ich wurde jedoch aufgehalten und darum "gebeten" "zeig doch mal dein Handy und deinen mp3-Player". Beide waren allerdings nichts Wert und uralt. Ich versuchte erneut meines Weges zu gehen, bekam stattdessen aber einen Schlag ins Gesicht. Dem folgten weitere Schläge, zwei Tritte und Schläge in andere Regionen meines Oberkörpers.
Zu meinem Glück kam ein privater Sicherheitsbeamter in seinem Auto vorbei, der Nachts Geschäfte kontrollierte (andere Autos fuhren einfach weiter obwohl ich auf die Straße gelaufen bin). Der Sicherheitsbeamte fuhr zielstrebig auf die Angreifer zu und hätte diese mit Sicherheit auch angefahren, wenn diese nicht weggesprungen und auf und davon gelaufen wären.
Ich will damit sagen, solche Angreifer sind dermaßen abgestumpft und nur auf Geld oder eine Schlägerei (meißt einseitig) aus.
Der einzige Weg solche welche zu stoppen ist Gewalt! Der Versuch der Deeskalation wird ihnen allerhöchstens ein Messer zwischen den Rippen bescheren.
Ich mag pessimistisch klingen, vielleicht aber auch nur realistisch.
Es sind beschissene Zeiten in denen wir leben. Zeiten in denen ein 16-jähriger einen 18-jährigen mit einem Messer ersticht, weil der kein Geld dabei hat. Zeiten in denen ein Jugendlicher durch ein Messer im Rücken stirbt, weil er seinem Freund zur Hilfe eilen will und dabei den Freund des Angreifers nicht berücksichtig. Zeiten in denen schwer kranke Menschen auf S-Bahnhöfen solange verprügelt werden bis sie an Herzversagen sterben. Die Jugendlichen haben sich verändert, gerade in Großstädten und sozialschwachen und bildungsfernen Milieus erstreckt sich eine unfassbare Gewalt.
Diese Jugendlichen machen keinen Halt mehr vor anderem Leben, es scheint gar so als hätten sie nicht nur den Respekt vor sich selbst verloren, sondern auch den Respekt vor anderem Leben.
Kann man es angesichts dieser Zeiten jemandem verübeln, der sich dieser Kaltblütigkeit ausgesetzt sieht oder andere in einer solchen Situation sieht, mit aller Härte zu reagieren um den Angriff derer zu Beenden die vor nichts zurückschrecken?
Von einer langen Gefängnisstrafe halte ich nicht viel.
Die beiden würden danach wahrscheinlich so weiter machen wie bisher, man müsste diese Menschen irgendwo hin bringen, wo nichts ist und sie auf sich selbst gestellt sind, vielleicht lernen sie dann, das jeder von uns auf fremde Hilfe angewiesen ist...natrülich nicht immer, aber es gibt halt diese Situationen bei denen jeder gerne Hilfe annimmt.
Na wenn das mal keine Vorverurteilung sein soll, bevor überhaupt die Beweisaufnahme abgeschlossen ist... Und Brunner hat sich vorbildlich verhalten, selbst wenn die Chance besteht, dass er ohne Not Jugentlichen mit der Faust ins Gesicht schlugt? Hätte er dies nicht getan, würde er heute vermutlich noch leben.
Da sie hier von "Deeskalation" sprechen und "Verbündete gewinnen" schließe ich daraus, dass sie nie in einer Vergleichbaren Situation waren.
Ich schon.
Ich war um halb 2 Uhr Nachts auf dem Weg nach Hause, als mich drei Jugendliche ansprachen ob ich eine "Kippe" für sie hätte (ich rauchte gerade). Ich verneinte das und wollte meines Weges gehen. Ich wurde jedoch aufgehalten und darum "gebeten" "zeig doch mal dein Handy und deinen mp3-Player". Beide waren allerdings nichts Wert und uralt. Ich versuchte erneut meines Weges zu gehen, bekam stattdessen aber einen Schlag ins Gesicht. Dem folgten weitere Schläge, zwei Tritte und Schläge in andere Regionen meines Oberkörpers.
Zu meinem Glück kam ein privater Sicherheitsbeamter in seinem Auto vorbei, der Nachts Geschäfte kontrollierte (andere Autos fuhren einfach weiter obwohl ich auf die Straße gelaufen bin). Der Sicherheitsbeamte fuhr zielstrebig auf die Angreifer zu und hätte diese mit Sicherheit auch angefahren, wenn diese nicht weggesprungen und auf und davon gelaufen wären.
Ich will damit sagen, solche Angreifer sind dermaßen abgestumpft und nur auf Geld oder eine Schlägerei (meißt einseitig) aus.
Der einzige Weg solche welche zu stoppen ist Gewalt! Der Versuch der Deeskalation wird ihnen allerhöchstens ein Messer zwischen den Rippen bescheren.
Ich mag pessimistisch klingen, vielleicht aber auch nur realistisch.
Es sind beschissene Zeiten in denen wir leben. Zeiten in denen ein 16-jähriger einen 18-jährigen mit einem Messer ersticht, weil der kein Geld dabei hat. Zeiten in denen ein Jugendlicher durch ein Messer im Rücken stirbt, weil er seinem Freund zur Hilfe eilen will und dabei den Freund des Angreifers nicht berücksichtig. Zeiten in denen schwer kranke Menschen auf S-Bahnhöfen solange verprügelt werden bis sie an Herzversagen sterben. Die Jugendlichen haben sich verändert, gerade in Großstädten und sozialschwachen und bildungsfernen Milieus erstreckt sich eine unfassbare Gewalt.
Diese Jugendlichen machen keinen Halt mehr vor anderem Leben, es scheint gar so als hätten sie nicht nur den Respekt vor sich selbst verloren, sondern auch den Respekt vor anderem Leben.
Kann man es angesichts dieser Zeiten jemandem verübeln, der sich dieser Kaltblütigkeit ausgesetzt sieht oder andere in einer solchen Situation sieht, mit aller Härte zu reagieren um den Angriff derer zu Beenden die vor nichts zurückschrecken?
...seit der "kleine Joseph" in Sebnitz "ertränkt" wurde.
Und die ZEIT hat sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
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