Golf von Mexiko Tropensturm "Bonnie" stoppt Kampf gegen Ölpest
Das aufziehende Sturmtief legt die Arbeit der Krisenbekämpfer im Golf lahm. BP zieht einen Großteil der Hilfsschiffe ab, die Arbeiten am Bohrloch verzögern sich.
© Joe Raedle/Getty Images

Der aufziehende Tropensturm "Bonnie" unterbricht die Arbeiten an der Bohrinsel im Golf von Mexiko
Der Kampf um einen dauerhaften Verschluss des Bohrlochs im Golf dauert länger als geplant: Die US-Krisenbehörde ordnete an, einen großen Teil der Schiffe und des Geräts sowie die Plattform für die Entlastungsbohrung in Sicherheit zu bringen. Die geplante Entlastungsbohrung wird deshalb erst mehrere Tage später fertig.
"Wegen des Risikos durch den Tropensturm Bonnie für die Sicherheit der fast 2000 Menschen, die an der Bohrstelle gegen die BP-Ölpest kämpfen, werden sich viele der Schiffe von heute Nacht an darauf vorbereiten, dem Unheil aus dem Weg zu gehen", sagte der für die Bekämpfung der Katastrophe zuständige US-Admiral Thad Allen. Dazu gehöre auch die Plattform für das Entlastungsbohrloch, das die Quelle letztlich verschließen wird, sowie andere Schiffe.
Als letzte sollten die Unterwasser-Roboter zur Überwachung der provisorisch gestopften Ölquelle abgezogen werden. Sobald der Sturm vorüber sei, solle das Abschöpfen des Öls von der Meeresoberfläche sofort wieder beginnen.
Ein BP-Sprecher sagte allerdings, der Abzug von Arbeitern von den Ölplattformen behindere den Kampf gegen die Ölkatastrophe nicht. Es seien nur Arbeiter an Land gebracht worden, auf die man zwischenzeitlich verzichten könne.
Die auf das lecke Bohrloch aufgesetzte Abdeckhaube, die in den vergangenen Tagen einen weiteren Ölaustritt verhinderte, soll auch nach dem Abzug von Schiffen und Gerät bleiben. Experten hatten dazu Bedenken geäußert, weil während des Sturms der Druck in dem Zylinder nicht überwacht werden kann und nicht auffallen würde, wenn Öl an anderen Stellen am Meeresgrund austräte. Allen sagte, er habe BP angewiesen, die Schiffe, von denen aus Untersee-Roboter zur Überwachung des Zylinders gesteuert würden, als letztes vor dem Sturm abzuziehen.
Das US-Hurrikan-Warnzentrum , auf dessen Internetseite aktuelle Sturmwarnungen verfolgt werden können, hatte am Donnerstag eine bisher als Tief bezeichnete Wetterlage zum "tropischen Sturm" heraufgestuft. Aufklärungsflüge ergaben, dass die Windstärke auf 65 Kilometer pro Stunde stieg. Der Sturm dürfte die Region am Samstagmorgen erreichen und bis Sonntagmorgen weitergezogen sein.
- Natur in Gefahr
-
Anfangs hieß es noch, dass aus den Lecks unter der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon nach Schätzungen des Ölkonzerns BP und der Behörden täglich rund 5000 Barrel Öl schießen würden. Das sind knapp 800.000 Liter der zähen schwarzen Masse. Mittlerweile hat die US-Regierung ihre Schätzung deutlich nach oben korrigiert. Sie liegt nun zwischen 35.000 und 60.000 Barrel pro Tag. Das wären bis zu 9,5 Millionen Liter. Seit Wochen weisen Forscher auf entsprechende Mengen hin.
Bedroht ist nicht nur die Küstenregion des amerikanischen Bundesstaates Louisiana, wo das Öl bereits auf Land getroffen ist. Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOOA) kommt es auch zu Auswirkungen für Tiere und Pflanzen entlang der Küsten der Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Florida. Derzeit schätzt NOOA, dass allein in Louisiana zehn Tierschutzgebiete betroffen sind.
Die Sumpflandschaften in der Region sind artenreiche Ökosysteme, die fast 40 Prozent der Feuchtgebiete der USA ausmachen.
- Meerestiere
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Louisianas Ministerium für Natur und Fischerei sieht 445 Fischarten, 45 Säugetierarten, 32 Amphibienarten und 134 Vogelarten unmittelbar durch den wabernden Ölteppich in Gefahr.
Meeressäuger, wie die Delfinart Großer Tümmler oder der Pottwall können sich im klebrigen Öl verfangen, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Der Karibik-Manati, eine bereits gefährdete Seekuhart, wandert entlang der Golfküste in warme Gewässer.
Auch einige Schildkrötenarten könnten unter dem Öl leiden. Gerade beginnt die Zeit, in der sie ihre Eier an den Stränden ablegen und auf Futtersuche sind.
Einige Umweltschützer fürchten sogar, dass der Alligator Schwierigkeiten bekommen könnte, im brackigen Mündungsgebiet des Mississippi-Delta Nahrung zu finden. Viele Fischarten, die auf seinem Speiseplan stehen, könnten vom Öl eingefangen werden.
- Vögel
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Eine Vielzahl an Vogelarten lebt und zieht an der Golfküste entlang, um hier Eier zu legen, Nester zu hüten und nach Futter zu suchen. Allein an der Küste Louisianas zählt man rund fünf Millionen Zugvögel in den Sumpfgebieten.
Der offizielle Vogel des Staates Louisiana, der Braunpelikan, hat gerade angefangen auf den Sandinseln, die parallel zur Küstenlinie verlaufen, zu brüten. Weitere rund hundert Zugvögelarten, darunter Schwalben, Ammern und Waldsänger, legen derzeit einen Zwischenstopp in der Region ein.
Hinzu kommen zahlreiche Vogelarten, die an den Stränden nisten.
- Pflanzen
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Besonders die weitverbreiteten Mangrovenwälder an der Küste des Golfs von Mexiko reagieren sehr empfindlich auf eine Ölverschmutzung. Sie sterben ab, sobald das Öl ihre Luftöffnungen in den Wurzeln verklebt.
Dies ist nicht nur ein ökologisches Problem. Die Mangroven spielen auch eine wichtige Rolle im Küstenschutz. Gerade in der Region vor Louisianas Küste kommt es immer wieder zu starken Hurrikans. Die Mangroven bieten als eine Art natürliche Barriere Schutz für das gesamte Mississippi-Delta.
Künftige Stürme könnten größere Schäden anrichten, weil Mangroven nur langsam nachwachsen.
- Fischerei
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Der Golf von Mexiko ist der einzige Ort, an dem der Blauflossenthun im Westatlantik seine Laichgründe hat. Die Laichzeit hat gerade begonnen und die Meerestiere sind ohnehin eine gefährdete Art. Ihre Eier schwimmen an der Wasseroberfläche und auch die Larven bleiben in den oberen Wasserschichten, die direkt vom Öl verseucht sind.
Auch der Menaden, eine Heringsart, ist direkt vom Öl betroffen. Die Fische ziehen ihre Nahrung aus dem Wasser, indem sie es filtern. So kann das Öl direkt in ihren Organismus gelangen.
In den Gewässern vor der US-Küste leben zudem riesige Mengen Austern, Krabben, Muscheln und weitere Fische.
Noch geht die örtliche Industrie zwar nicht von einem dramatischen Einfluss auf die Fischereibetriebe aus. Dennoch geht die Furcht um. Einige Krabbenfischer haben bereits BP, Transocean und die anderen an dem Bohrvorhaben beteiligten Konzerne Halliburton sowie Cameron wegen Fahrlässigkeit verklagt.
Auch für die Bahamas und Teile Floridas gibt es Sturmwarnungen. Das Tief zieht nach Nordwesten. Die Ankunft des Sturms in der Gegend des Bohrlochs erwartet der Admiral unterdessen am frühen Samstagmorgen (Ortszeit).
Erst Ende Juni hatte der Sturm "Alex" die Öl-Helfer gezwungen, ihre Arbeit zu unterbrechen . Das Unwetter zog dann aber über die mexikanische Halbinsel Yucatán und weiter nach Westen, wo er die Bundesstaaten Tamaulipas und Nuevo León unter Wasser setzte.
Die Behörden gaben unterdessen ein Drittel des bislang für die Fischerei gesperrten Gebietes im Golf von Mexiko wieder frei. Untersuchungen und Überflüge hätten über die vergangenen 30 Tage keine Hinweise auf Öl ergeben, teilte die Einsatzleitung mit.
- Datum 23.07.2010 - 07:23 Uhr
- Quelle dpa, afp, Reuters
- Kommentare 6
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Es ist schon eigenartig, dass Vertrauen von BP und die des Krisenmanagers Thad Allen in die Technik scheint ungebrochen.
Die provisorische Kappe trotz Bedenken einiger Experten unbeobachtet zu lassen ist ein risikoreiches Vorhaben. Im Falle eines Problems, kann der Zylinder nicht geöffnet werden.
BP und die US Regierung sind sich anscheinend sehr sicher, dass die mittlerweile sechs Austrittsstellen rund um das Bohrloch natürlichen Ursprungs sind.
Wenn das Öl/Gas anderswo austritt und BP da wäre, macht BP den "Zylinder" auf, geht die vollständige Ölmenge ins Meer. BP hat noch nicht die Auffangmöglichkeit aufgebaut. Wenn BP nicht da ist, wird der Zylinder nicht aufgemacht, kommt auch Öl (wahrscheinlich weniger, durch hohem Fließwiederstand) ins Meer. Ok, Meeresgrund könnte verseucht werden, aber bei 1500 m Wassertief, ca. 0 Grad und 150 bar, da leben nicht so viel Mikroorganismen und daher kann das Öl echt nicht viel Schaden anrichten. Andere natürlichen Austrittsstellen produzieren auch ständig Methan.
Es könnte z.B. den gesamten Blowout Preventer wegsprengen, sollte der Druck plötzlich unkontrolliert ansteigen.
Der bisherigen Beobachtungszeitraum lässt eben keine eindeutigen Rückschlüsse auf eine die Unversehrtheit des Bohrgestänges zu. Es gibt genügend kritische Stimmen besorgter Experten, die ein Problem unter dem Meeresboden befürchten.
So ist der Unterschied von dem erwarteten zum tatsächlichen Druck bisher nicht geklärt. Das von den 100 Millionen Barrel Ölreservoir mittlerweile so viel entwichen sein soll, dass dies den signifikant Druckunterschied erklärt, ist ausschließlich eine Beruhigungspille für die Bevölkerung.
Sollte das Öl nun plötzlich vermehrt um das Bohrloch austreten, ist dies eine Bestätigung dafür, dass sich das Öl den Weg durch den Boden bahnt. Da das Öl ziemlich warm ist, löst es die Methanhydratgaskondensationen im Meeresboden. Dabei kann es zu einer Kettenreaktion kommen, die eine explosionsartigen Charakter aufweist, was distrastöse Auswirkungen hätte.
Deshalb könnte bei den ersten Anzeichen der Zylinder wieder geöffnet werden, damit das Öl ungehindert nach obern entweichen kann.
Das sechs dieser angeblich natürlichen Quellen ausgerechnet jetzt um das Bohrloch auftauchen, macht mich stutzig.
Es könnte z.B. den gesamten Blowout Preventer wegsprengen, sollte der Druck plötzlich unkontrolliert ansteigen.
Der bisherigen Beobachtungszeitraum lässt eben keine eindeutigen Rückschlüsse auf eine die Unversehrtheit des Bohrgestänges zu. Es gibt genügend kritische Stimmen besorgter Experten, die ein Problem unter dem Meeresboden befürchten.
So ist der Unterschied von dem erwarteten zum tatsächlichen Druck bisher nicht geklärt. Das von den 100 Millionen Barrel Ölreservoir mittlerweile so viel entwichen sein soll, dass dies den signifikant Druckunterschied erklärt, ist ausschließlich eine Beruhigungspille für die Bevölkerung.
Sollte das Öl nun plötzlich vermehrt um das Bohrloch austreten, ist dies eine Bestätigung dafür, dass sich das Öl den Weg durch den Boden bahnt. Da das Öl ziemlich warm ist, löst es die Methanhydratgaskondensationen im Meeresboden. Dabei kann es zu einer Kettenreaktion kommen, die eine explosionsartigen Charakter aufweist, was distrastöse Auswirkungen hätte.
Deshalb könnte bei den ersten Anzeichen der Zylinder wieder geöffnet werden, damit das Öl ungehindert nach obern entweichen kann.
Das sechs dieser angeblich natürlichen Quellen ausgerechnet jetzt um das Bohrloch auftauchen, macht mich stutzig.
"die US-Energiebehörde geht davon aus, dass es allein im nördlichen Golf etwa 500.000 aktive „Sickerstellen“ gibt. Ein Forscher hat im Jahr 2000 berechnet, dass durch sie pro Jahr 336 Millionen Liter Öl in den Golf gelangen, die nie herausgefiltert werden."
Noch Fragen?
Das ist das, was keiner wissen soll: Nämlich daß der
Golf von Mexiko sowieso mit zigtausend Litern Öl am
Tag verseucht wird...
natürliche Ölquellen im gesamten Golf von Mexcio - 600 Quellen
http://www.sciencedaily.c...
jährlicher Ölaustritt im gesamten Golf von Mexcio - 980.000 Barrel = ca. 156 Mio Liter http://books.nap.edu/open...
Diese Menge betrifft den gesamten Golf von Mexico und steht im natürlichen Gleichgewicht mit den Mikroorganismen.
natürliche Ölquellen im gesamten Golf von Mexcio - 600 Quellen
http://www.sciencedaily.c...
jährlicher Ölaustritt im gesamten Golf von Mexcio - 980.000 Barrel = ca. 156 Mio Liter http://books.nap.edu/open...
Diese Menge betrifft den gesamten Golf von Mexico und steht im natürlichen Gleichgewicht mit den Mikroorganismen.
Es könnte z.B. den gesamten Blowout Preventer wegsprengen, sollte der Druck plötzlich unkontrolliert ansteigen.
Der bisherigen Beobachtungszeitraum lässt eben keine eindeutigen Rückschlüsse auf eine die Unversehrtheit des Bohrgestänges zu. Es gibt genügend kritische Stimmen besorgter Experten, die ein Problem unter dem Meeresboden befürchten.
So ist der Unterschied von dem erwarteten zum tatsächlichen Druck bisher nicht geklärt. Das von den 100 Millionen Barrel Ölreservoir mittlerweile so viel entwichen sein soll, dass dies den signifikant Druckunterschied erklärt, ist ausschließlich eine Beruhigungspille für die Bevölkerung.
Sollte das Öl nun plötzlich vermehrt um das Bohrloch austreten, ist dies eine Bestätigung dafür, dass sich das Öl den Weg durch den Boden bahnt. Da das Öl ziemlich warm ist, löst es die Methanhydratgaskondensationen im Meeresboden. Dabei kann es zu einer Kettenreaktion kommen, die eine explosionsartigen Charakter aufweist, was distrastöse Auswirkungen hätte.
Deshalb könnte bei den ersten Anzeichen der Zylinder wieder geöffnet werden, damit das Öl ungehindert nach obern entweichen kann.
Das sechs dieser angeblich natürlichen Quellen ausgerechnet jetzt um das Bohrloch auftauchen, macht mich stutzig.
natürliche Ölquellen im gesamten Golf von Mexcio - 600 Quellen
http://www.sciencedaily.c...
jährlicher Ölaustritt im gesamten Golf von Mexcio - 980.000 Barrel = ca. 156 Mio Liter http://books.nap.edu/open...
Diese Menge betrifft den gesamten Golf von Mexico und steht im natürlichen Gleichgewicht mit den Mikroorganismen.
Na klar, alles nicht so schlimm , nichtwahr ?
BP vertuscht und lügt seit die Deepwaterhorizon gesunken ist , man kann weder die Austrittsmenge glauben noch sonst irgendetwas das dieser Konzern von sich gegeben hat.
Seltsam ist auch das Corexit nicht ein viel grösseres Thema ist . Wenn ich mich recht erinnere war der Wortlaut warum es in der Eu verboten ist ungefähr folgendes :'es sei noch weitaus gefährlicher und toxischer als das was es zu bekämpfen VORGIBT'.
Auch das der Corexithersteller eine Kooperation von BP und Exxon ist, das defacto Kosten hier nicht entstehen sondern Gelder lediglich umgeschichtet werden ist kaum ein Thema.
Corexit dient ausschliesslich zum verschleiern von Tatsachen , ein Grossteil der Gelder für die 'Beseitigung der Ölpest' gehen an private Sicherheitskräfte die lediglich dazu da sind unauthorisierte Filmaufnahmen zu verhindern.
Hier drängt sich einem zu recht der Verdacht auf das ein Grossteil der medienwirksam angeführten 'Kosten' lediglich der Vertuschung dienen.
Youtube ist voll von Videos über toxischen Regen der Pflanzen verätzt aus allen Golfanrainerstaaten , von Aufräumarbeitern die in Krankenwagen abtransportiert werden, von Sicherheitskräften die ihre Ausweise nicht zeigen wollen und rabiat gegen Personen mit Kameras vorgehen ...... aber hey ..... vertraut BP die wollen nur unser Bestes.
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