Fachkräftemangel Wie Deutschland qualifizierte Zuwanderer verprellt
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 "Welche andere Wahl habe ich schon?"

Ob er denn keine andere Arbeit ausüben könne? "Ich liebe meinen Beruf, er ist mein Leben", sagt er mit trotziger Stimme, und: "Ich will kein Geld vom Staat, ich will arbeiten". Sherif Mikhail hat Ein-Euro-Jobs angenommen, Kindern in Schulen Zahnhygiene gezeigt. Er war mit Hilfsorganisationen im Ausland, um zu behandeln.

Er hat bei der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe um Unterstützung gebeten, doch, wie er sagt, nur Abwehr erlebt. Er schrieb Briefe an Politiker und bekam keine Antworten. Erst nachdem eine Zeitung über seine Geschichte berichtete, änderte sich seine Situation. Im Juni bekam er eine einjährige Berufserlaubnis und darf seitdem in einer Praxis behandeln – unter Aufsicht. Sein Gehalt sei niedriger als das anderer Kollegen, er darf keine eigenen Entscheidungen treffen. "Welche andere Wahl habe ich schon?", antwortet er auf die Frage, wie er sich unter Beobachtung fühlt. Momentan werden seine Zeugnisse von einem Gutachter der Bezirksregierung geprüft. In nächster Zeit wird er erfahren, wie und ob und was für eine berufliche Zukunft es für ihn in Deutschland gibt.

Die Industrienation Deutschland behandelt seine schlausten Zuwanderer nicht allzu herzlich. Dabei ist der Fachkräftemangel das vermutlich besterforschte Defizit der Republik. Schon seit Jahren warnen Studien davor, dass der deutschen Wirtschaft in den kommenden Jahren Hunderttausende gut ausgebildete Fachkräfte fehlen werden. Es gibt keinen Mangel an Erkenntnissen, sondern einen Mangel an Handlung.

Denn das Phänomen ist bekannt: Iranische Naturwissenschaftler stehen an der Kneipentheke, ungarische Ärzte putzen deutsche Wohnungen, weil ihr Abschluss und ihre Berufserfahrung hier praktisch nichts wert sind. Und die 2009 angekündigte leichtere Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse lässt weiter auf sich warten.

Im Ausland ausgebildet, in Deutschland arbeitslos – diesen Zustand kennt auch Valentina Silantjewa. Die russische Ärztin, die ihren echten Namen nicht in den Medien lesen möchte, hat in Moskau Medizin studiert und anschließend als Allgemeinärztin gearbeitet. Doch als die 32-Jährige im letzten Jahr nach Deutschland kam, musste sie feststellen, dass ihre Ausbildung wenig wert ist. Eine Arbeitsvermittlerin wollte sie als Pflegekraft in einem Altersheim unterbringen, Valentina Silantjewa lehnte ab. Jetzt bereitet sie sich auf eine "Gleichheitsprüfung" vor, die für viele zugewanderte Mediziner eine unüberwindbare Hürde beim Eintritt in den Arztberuf ist. Sie muss sich wieder in Themen einarbeiten, die sie während des Studiums eigentlich schon abgehakt hat. Als "herablassend" und "frustrierend" empfindet sie dieses Verfahren. Dann schiebt sie die gleichen Worte hinterher, die Sherif Mikhail schon sagte: „Welche andere Wahl habe ich schon?“

 
Leser-Kommentare
  1. Wir brauchen Ärzte und Zahnärzte. Die beschriebenen Fälle sind ein Unding.

    • sauce
    • 12.08.2010 um 16:34 Uhr

    In dem Krankenhaus in dem ich arbeite , herrscht (wie fast überall) eklatanter Ärztemangel.
    Vor einiger Zeit kam ein palästinensischer Arzt zu uns, der nicht nur über ausgeprägtes Fachwissen verfügte, sondern zudem noch "handwerklich" grandios war ... freundlich - UND auch noch Lust hatte, dieses Wissen an die jungen Assistenzärzte weiterzugeben. Leider leider wurde seine Facharztzulassung ewig nicht anerkannt (und damit blieb seine Bezahlung unter Niveau ), das war dann der Hauptgrund warum er wieder zurück nach Israel ging. Wir bedauern das noch immer, er wäre ein wirklicher Gewinn für uns gewesen.

  2. Aber ehrlich, würden Sie denn in Ägypten zum Zahnarzt gehen?

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    ....warum nicht? Es gibt so viele schlechte Zahnärzte in Deutschland; vor allem bin ich mir oft nicht sicher, ob die vorgeschlagene Behandlung immer medizinisch notwendig und für den Patienten sinnvoll ist oder ob sie sich nur optimal abrechnen lässt.

    Zahnmedizin International
    Aber ehrlich, würden Sie denn in Ägypten zum Zahnarzt gehen?

    um 16:35 Uhr
    AndyCGN

    Leider kann ich ja nicht nach Canada jedesmal fliegen wenn mir in Aegypten eine Plombe rausfaellt.
    Aber um es mal Klar zustellen die wenigsten Deutschenausbildungen ob Akademischer oder nichtakademischer natur erreichen Canadischen Standart, eine Normale Canadische Gessellenpruefung ist vergleichbar mit einem Deutschen Meistertitel. Nur woher haette Canada die so sehr benoetigten Arbeitskraefte wenn nicht Trotzdem die gleichen Einkommen gezahlt wuerden und ein Erwachsenen Bildungssystem bestuende das Einwanderer Betriebe und Ausbildungsansprueche des Staates Harmoniesieren wuerde.
    Vielleicht sollte gerade einmal Deutschland seinen Qualifikationsstand im Internationalen Vergleich besser einschaetzen!

    ....warum nicht? Es gibt so viele schlechte Zahnärzte in Deutschland; vor allem bin ich mir oft nicht sicher, ob die vorgeschlagene Behandlung immer medizinisch notwendig und für den Patienten sinnvoll ist oder ob sie sich nur optimal abrechnen lässt.

    Zahnmedizin International
    Aber ehrlich, würden Sie denn in Ägypten zum Zahnarzt gehen?

    um 16:35 Uhr
    AndyCGN

    Leider kann ich ja nicht nach Canada jedesmal fliegen wenn mir in Aegypten eine Plombe rausfaellt.
    Aber um es mal Klar zustellen die wenigsten Deutschenausbildungen ob Akademischer oder nichtakademischer natur erreichen Canadischen Standart, eine Normale Canadische Gessellenpruefung ist vergleichbar mit einem Deutschen Meistertitel. Nur woher haette Canada die so sehr benoetigten Arbeitskraefte wenn nicht Trotzdem die gleichen Einkommen gezahlt wuerden und ein Erwachsenen Bildungssystem bestuende das Einwanderer Betriebe und Ausbildungsansprueche des Staates Harmoniesieren wuerde.
    Vielleicht sollte gerade einmal Deutschland seinen Qualifikationsstand im Internationalen Vergleich besser einschaetzen!

    • voy
    • 12.08.2010 um 16:45 Uhr

    Ich selber habe 4 Berufe, darunter Akademiker , nach 1000 Bewerbungen habe ich meine Koffer gepackt und lebe nun im Ausland.....mein Pech in D...ich bin über 50----davon gibts noch tausende.....im Bekanntenkreis : mit Dr-Titel in Hartz IV, einfach nur weil zu alt und es gibt weitere Diskriminierungen, etc...z.B. habe mich auf einen Job beworben und wurde abgelehnt, weil nicht genau dieses Diplom verhanden ist.. aber im Nebenfach doch..und über 20 jahre Erfahrung in genau diesem Bereich...ufff...D kann mich mal....so macht man sich selbst kaputt

  3. Entfernt. Verzichten Sie auf diskriminierende Äußerungen. Die Redaktion/sh

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    Also dann doch lieber nach Ägypten, als dass mir eine arbeitslose Krankenschwester im Rentenalter eine Wurzelbehandlung macht.

    ausländischer Fachkräfte, wie einige Forumsteilnehmer meinen, hier darstellen zu müssen, zeugen, wie mir scheint, von einem längst übelebtg geglaubten Nationalismus. Sie scheinen mir weiterhin von einer sachlichen Inkompetenz, die ihresgleichen sucht. Selbstverständlich kann ein in Ägypten ausgebildeter Zahnarzt auch in Deutschland kompetent tätig sein, zumal im geschilderten Fall ein Teil der Ausbildung in Deutschland absolviert wurde. Und der Vorschlag eines Kommentators Sanitäter u.50-jährige Krankenschwestern zu Ärzten umzuschulen, bedarf wohl keiner ernsthaften Antwort.

    Also dann doch lieber nach Ägypten, als dass mir eine arbeitslose Krankenschwester im Rentenalter eine Wurzelbehandlung macht.

    ausländischer Fachkräfte, wie einige Forumsteilnehmer meinen, hier darstellen zu müssen, zeugen, wie mir scheint, von einem längst übelebtg geglaubten Nationalismus. Sie scheinen mir weiterhin von einer sachlichen Inkompetenz, die ihresgleichen sucht. Selbstverständlich kann ein in Ägypten ausgebildeter Zahnarzt auch in Deutschland kompetent tätig sein, zumal im geschilderten Fall ein Teil der Ausbildung in Deutschland absolviert wurde. Und der Vorschlag eines Kommentators Sanitäter u.50-jährige Krankenschwestern zu Ärzten umzuschulen, bedarf wohl keiner ernsthaften Antwort.

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