Hochwasser Neues Tief bringt noch mehr Regen für Sachsen

An der Neiße entspannt sich die Lage langsam, auch wenn in Görlitz Strom und Trinkwasser fehlen und mehr Regen erwartet wird. Die Elbe wartet noch auf den Höhepunkt der Flut.

Schwere Überschwemmungen haben in Sachsen Erinnerungen an die Jahrhundert-Flut aus dem Jahr 2002 geweckt. Regen und ein Dammbruch an einem See hinter der polnischen Grenze führten dazu, dass der Grenzfluss Neiße binnen weniger Stunden über die Ufer getreten war. Unter anderem in der Grenzstadt Görlitz richtete das Wasser schwere Verwüstungen an. In Deutschland, Polen und Tschechien starben zehn Menschen: vier in Tschechien, drei in Polen und drei in Sachsen. Letztere hatten versucht, aus dem Keller eines Mehrfamilienhauses in Neukirchen bei Chemnitz Waschmaschinen zu bergen, als das Wasser sie überraschte. Sie konnten am Samstagmorgen nur noch tot geborgen werden.

Meteorologen befürchten, dass sich die Lage noch verschlimmern wird: Neues Ungemach drohe den Hochwassergebieten mit dem Tief "Wilhelmina", das weiteren Regen bringe, sagte Meteorologe Hans-Jürgen Langner vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Östlich der Orte Zittau auf deutscher und dem schon fast komplett überfluteten Bogatynia auf polnischer Seite gebe es bereits erste Gewitter.

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Bislang besonders betroffen war der Landkreis Görlitz. Bereits am Samstag war dort Katastrophenalarm ausgerufen worden. Der höchste Pegelstand wurde in Görlitz am Sonntagmorgen mit 7,07 Meter erreicht, mehr als drei Mal so hoch wie üblich. Das war nach Angaben des sächsischen Landeshochwasserzentrums die höchste Marke seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1912. Bisher war der höchste Stand im Jahr 1981 erreicht worden, als die Neiße bis auf 6,70 Meter gestiegen war. Beim sogenannten Jahrhundert-Hochwasser im Jahr 2002, als Sachsen großflächig überschwemmt wurde, war die Grenzregion im Vergleich zu den Gegenden um Leipzig oder Dresden herum nur verhältnismäßig wenig betroffen gewesen.

Bis zum Sonntagnachmittag brachten Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk mit Booten, Bussen und Hubschraubern im Landkreis knapp 1500 Menschen in Sicherheit, wie der regionale Katastrophenstab mitteilte. 1700 Rettungskräfte waren im Einsatz. Das Wasser hatte in dem für seine malerische Altstadt bekannten Görlitz zahlreiche Straßen und Häuser überschwemmt. Die Menschen mussten ihre Häuser oft in Eile verlassen, weil die Pegel schnell stiegen.

Im Verlauf des Sonntags ging der Pegel der Neiße langsam zurück, stand mit 6,73 Meter aber weiter so hoch wie niemals zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund einhundert Jahren. Ein Teil des Wassers wurde aus Görlitz in einen nahe gelegenen See geleitet. Die geschätzten fünf Millionen Kubikmeter, die dort hineinliefen, haben in Görlitz wohl schlimmere Schäden verhütet. Doch sind etwa 5000 Haushalte ohne Strom, da Umspannwerke abgeschaltet wurden und auch das Trinkwasser könnte knapp werden. Derzeit wird die Versorgung durch Notbrunnen und Trinkwasserwagen vorbereitet.

Schwer betroffen waren auch die Städte Ostritz und Zittau im Dreiländereck von Deutschland, Tschechien und Polen. In Ostritz brachten die Wassermassen ein unbewohntes Haus zum Einsturz.

Leser-Kommentare
  1. Die Flüsse sollten sich aus eigener Kraft tiefer eingraben können. http://freigeldpraktiker....

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    • pekka
    • 08.08.2010 um 23:34 Uhr

    Habe mir gerade die Seite durchgelesen und dazu sind dann ein paar Fragen aufgetaucht:
    1) Wo bleiben die Sedimente?
    2) Was passiert an Brücken oder in bebautem Gebiet?
    3) Ist die Schiffbarkeit gewährleistet?
    4) Gibt es dazu noch mehr Quellen?
    5) Glaube Sie wirklich, dass sowas nicht von den zuständigen Behörden/Forschungseinrichtungen beachtet wurde? (Also im Rahmen des Geschiebemanagements)?
    Gerade das Geschiebemanagement an großen Flüssen ist ziemlich komplex. Gibt dazu dann auch entsprechende Forschungsthemen und das ganze wird auch schnell sehr groß, von den bewegten Massen gesehen.
    Teilweise muss verhindert werden, dass sich die Flüsse tiefer eingraben, teilweise muss das Geschiebe aktiv aus dem Fluss entfernt werden, um Untiefen zu verhindern. (Siehe Rhein, Geschiebefallen).
    Tut mir leid, aber das sieht dann doch nicht wirklich durchdacht aus!

    • pekka
    • 08.08.2010 um 23:34 Uhr

    Habe mir gerade die Seite durchgelesen und dazu sind dann ein paar Fragen aufgetaucht:
    1) Wo bleiben die Sedimente?
    2) Was passiert an Brücken oder in bebautem Gebiet?
    3) Ist die Schiffbarkeit gewährleistet?
    4) Gibt es dazu noch mehr Quellen?
    5) Glaube Sie wirklich, dass sowas nicht von den zuständigen Behörden/Forschungseinrichtungen beachtet wurde? (Also im Rahmen des Geschiebemanagements)?
    Gerade das Geschiebemanagement an großen Flüssen ist ziemlich komplex. Gibt dazu dann auch entsprechende Forschungsthemen und das ganze wird auch schnell sehr groß, von den bewegten Massen gesehen.
    Teilweise muss verhindert werden, dass sich die Flüsse tiefer eingraben, teilweise muss das Geschiebe aktiv aus dem Fluss entfernt werden, um Untiefen zu verhindern. (Siehe Rhein, Geschiebefallen).
    Tut mir leid, aber das sieht dann doch nicht wirklich durchdacht aus!

  2. und der nachlassenden Rückhaltekraft des Bodens sowie die manipulierten Flußbette, deren Wassermassen durch Befestigung und Begradigung die Menge und Fließgeschwindigkeit erhöhen? Oder wurde in diesen Gebieten zu wenig an wasserstandsausgleichende Maßnahmen gedacht?

    • pekka
    • 09.08.2010 um 9:45 Uhr
    5. Gaffer

    Klar darf man sich ein Bild machen, aber bitte bitte dann nicht im Weg stehen und die notwendigen Arbeiten behindern! Hinzu kommt dann noch das Problem, wenn etwas passieren sollte, müssen die ganzen Gaffer auch noch gerettet werden. Schonmal dran gedacht, dass das auch ziemlich nervig ist, wenn alle die Retter mit Fragen löchern, im Weg stehen und einfach nur stören?

    Antwort auf "Katastrophen-Tourismus"
  3. meinen Kommentar bis zum Ende gelesen?

    Antwort auf "Katastrophen-Tourismus"
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    • pekka
    • 14.08.2010 um 11:24 Uhr

    Ich habe sehr wohl gelesen, dass Sie vorschlagen Kameras aufzustellen und dann die Bilder zu übertragen, leider wird das die Leute aber nicht davon abhalten dann extra hinzufahren.

    • pekka
    • 14.08.2010 um 11:24 Uhr

    Ich habe sehr wohl gelesen, dass Sie vorschlagen Kameras aufzustellen und dann die Bilder zu übertragen, leider wird das die Leute aber nicht davon abhalten dann extra hinzufahren.

    • pekka
    • 14.08.2010 um 11:24 Uhr

    Ich habe sehr wohl gelesen, dass Sie vorschlagen Kameras aufzustellen und dann die Bilder zu übertragen, leider wird das die Leute aber nicht davon abhalten dann extra hinzufahren.

    Antwort auf "Hatten Sie"

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