In einer Haftanstalt in Tokyo werden die zu Tode Verurteilten in einem gläsernen, fensterlosen Raum gehängt. Die japanische Justizministerin Keiko Chiba, selbst Gegnerin der Todesstrafe, hatte im vergangenen Monat angekündigt, die Todesstrafe in ihrem Land zu überprüfen und zudem die Hinrichtungskammern für die Medien zu öffnen.

Auf den von mehreren Fernsehsendern übertragenen Bildern war in dem Raum ein rotes Viereck mit einem markierten Kreuz auf dem Boden zu sehen – auf diesen Punkt müssen sich die Verurteilten stellen, bevor ihnen die Schlinge um den Hals gelegt wird. Anschließend öffnet sich unter ihnen eine Falltür. Dieser Mechanismus wird über einen Knopf in einem anderen Raum ausgelöst. Insgesamt gibt es drei dieser Knöpfe, jedoch nur einer löst die Falltür aus. Drei Beamte drücken gleichzeitig die Knöpfe, damit wird unklar, welcher zum Tod des Verurteilten führte.

Chiba hatte sich Ende Juli im Rahmen der ersten Hinrichtungen unter der neuen Mitte-links-Regierung für eine Diskussion über die Todesstrafe ausgesprochen. Japan ist neben den USA das einzige große Industrieland, das die Strafe noch vollstreckt. Das Land wurde wiederholt von Menschenrechtlern dafür kritisiert.