Loveparade Veranstalter veröffentlicht Überwachungsvideos
Loveparade-Veranstalter Schaller hat Videos von Überwachungskameras veröffentlicht. Er will eine Mitschuld der Polizei an der Katastrophe in Duisburg nachweisen.
© DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images

Der Veranstalter der Loveparade, Rainer Schaller, hat Überwachsungsvideos der Loveparade ins Internet gestellt
Die Filmaufnahmen von Überwachungskameras sind jetzt im Internet zu sehen. Es handele sich um das vollständige Videomaterial, teilte das Veranstalter-Unternehmen Lovpavent mit. Lopavent sehe sich in der moralischen Verantwortung und wolle mit der Veröffentlichung des Materials dazu beitragen, "die Vorgänge am 24.7.2010, die zu der Katastrophe geführt haben, nachzuvollziehen und aufzuklären". Alle Materialien lägen den Ermittlungsbehörden vor.
Während der Loveparade am 24. Juli war am überfüllten Zugangstunnel zum Duisburger Veranstaltungsgelände
eine Massenpanik ausgebrochen
. 21 Menschen starben an den Folgen,
mehr als 500 wurden
verletzt.
Das Unternehmen veröffentlichte auf seiner Website außerdem
einen Dokumentarfilm
. In ihm wird die Polizeikette auf der Hauptrampe als entscheidende Ursache für die Katastrophe dargestellt. Ohne die Polizeikette würden die Menschen noch leben, glaubt Schaller.
Vertreter der Polizei wiesen die Vorwürfe scharf zurück. Die Beamten hätten teilweise unter Einsatz ihres Lebens versucht, die schlimmsten Folgen der schlampigen Veranstaltungsplanung zu verhindern, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt.
In vielen Fernsehberichten sei schon zu sehen gewesen, dass die Polizisten "förmlich überrannt wurden, als sie den Versuch unternommen hatten, weiteren Zulauf auf das Gelände zu unterbinden", sagte Wendt. Der Inspekteur der nordrhein-westfälischen Polizei, Dieter Wehe, sagte zu Schallers Vorwürfen: "Seine Aussagen werden nicht besser, nur weil er sie wiederholt." Der Veranstalter habe die Polizei um Hilfe gebeten, weil sein Sicherheitskonzept zusammengebrochen sei. "Er hatte zugesagt, die Eingangsschleusen zu schließen. Das ist nicht geschehen", sagte Wehe.
Die Polizei werde den nordrhein-westfälischen Landtag und die Öffentlichkeit am Donnerstag
im Innenausschuss
weiter über ihre Erkenntnisse zum eigenen Handeln bei der Loveparade informieren, sagte Wehe. Schaller wird dem Ausschuss fernbleiben. Er will Vertreter seiner Firma schicken. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) dagegen hatte sein Kommen zur der Sitzung zugesagt.
Die Ratsfraktionen von SPD, Linken und FDP haben die Abwahl des umstrittenen Oberbürgermeisters beantragt. Über ihn soll bei einer Sondersitzung Mitte September unter allen Mitgliedern abgestimmt werden. Sauerland selbst darf bei der Abstimmung nicht teilnehmen.
Bei der Sitzung müssen zwei Drittel der Mitglieder dem Abwahl-Antrag zustimmen. Akzeptiert der Bürgermeister das Ergebnis, ist er abgewählt. Akzeptiert er nicht, entscheiden die Bürger.
Sauerland lehnt seit Wochen einen Rücktritt ab und sieht keine persönliche Schuld.
- Datum 30.08.2010 - 14:50 Uhr
- Quelle dpa
- Kommentare 27
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Ich bin wirklich gespannt, wie sich die Ermittlungen entwickeln werden. Wessen Köpfe am Ende rollen werden.
Dabei sitzen doch alle in einem boot.
EInfach nur um sich selbst zu "retten".
Ich finde, dass jeder seinen teil dazu traegt.
Veranstalter, Buergermeister, Polizei, etc.pp.
Aber da merkt man mal, dass man sich in Deutschland auf niemanden mehr wirklich verlassen kann, wenn man sich nicht selbst engagiert.
Cicada
Dabei sitzen doch alle in einem boot.
EInfach nur um sich selbst zu "retten".
Ich finde, dass jeder seinen teil dazu traegt.
Veranstalter, Buergermeister, Polizei, etc.pp.
Aber da merkt man mal, dass man sich in Deutschland auf niemanden mehr wirklich verlassen kann, wenn man sich nicht selbst engagiert.
Cicada
Wenn Polizeiketten aufgemacht werden, weil sie nicht mehr zu halten sind, stimmt was nicht an der Planung ... Das heißt die beteiligten Beamten mussten aufmachen, weil sie es nicht mehr schafften! Was aber sollen 3x 20-30 Polizisten (oder mehr?) gegen eine solche Menge ausrichten? Entsetzlich, wenn der Zusammenstoß der Massen nur dadurch entstand. Wie so gab es keine Vorsperren? Keine Zäune, keine Barrieren? Mehrfach-Abriegelung zur Peripherie hin? Wir finden doch sonst immer überzeugende Absperrungen ... Es war doch wesentlich mehr Betrieb als bei einer 5000-Menschen-Versammlung! Wir sehen hier einen Teil der Wahrheit, die niedergetrampelten Zäune kennen wir aus den anderen Filmen ... Die Sperren waren offensichtlich zu schwach. Vielleicht kann die Polizei ein Gegenvideo veröffentlichen, ganz nach Protokolllage?
nach der derzeitigen kenntnislage ist das konzept von schaller zusammengefallen wie ein kartenhaus.
allein, dass er jetzt versucht sich mit seinen videoaufzeichnungen zu entlasten wird nicht gelingen.
warten wir also das ergebnis der ermittlungen ab ...
hier entscheidet nicht die öffentlichkeit sondern am ende die justiz.
Vielleicht irre ich mich, aber war die Loveparade überhaupt Aufgabe der Polizei? Meines Wissens wurde diese erst hinzu gezogen, als die Security Firma "Lopavent" die Sache nicht mehr unter Kontrolle hatte. Wenn dem so ist, kann man auch nicht sorgfälltig planen.
nach der derzeitigen kenntnislage ist das konzept von schaller zusammengefallen wie ein kartenhaus.
allein, dass er jetzt versucht sich mit seinen videoaufzeichnungen zu entlasten wird nicht gelingen.
warten wir also das ergebnis der ermittlungen ab ...
hier entscheidet nicht die öffentlichkeit sondern am ende die justiz.
Vielleicht irre ich mich, aber war die Loveparade überhaupt Aufgabe der Polizei? Meines Wissens wurde diese erst hinzu gezogen, als die Security Firma "Lopavent" die Sache nicht mehr unter Kontrolle hatte. Wenn dem so ist, kann man auch nicht sorgfälltig planen.
Eins ist doch mal unbestritten. Die Loveparade ist als Massenveranstaltung bekannt. Und das nicht erst seit gestern. Und natürlich war es Ziel des Veranstalters Lovpavent hier möglichst viel Profit zu machen.
Deshalb wurde hier bewusst das Risiko eingegangen einen Veranstalungsort zu wählen, der für die Masse an Menschen nicht ideal geeignet war.
Da hilft es nachher auch nicht Videos ins Netz zu stellen, um die Schuld von sich zu weisen.
Ein Videobeweis sind die Filmchen von Schaller und co sicher nicht. Sämtliche Kommunikation zwischen den Einsatzkräften (Ordner, Polizei, Krauts- bzw. Croudmanager etc) ist da natürlich noch von ganz erheblicher Bedeutung.
Dass sich Lopavent als unschuldig darzustellen ist nicht anders zu erwarten gewesen und unglaubwürdig. Besucherzahlen künstlich klein anzugeben um die Genehmigung zu erhalten (im schlampigen / grob fahrlssigen Einvernehmen mit Rüttgers und Sauerland) und dann erstaunt in die WDR Kamera zu sprechen, dass wie die Jahre davor ja (oooops) viel mehr Leute kommen; das zeugt schon von krasser Verantwortungslosigkeit.
Auf den nun online gestellten Videos ist mir beim drüberschauen folgendes aufgefallen:
Schon vor 16:00 bildet sich auf der Rampe ein rasch wachsender Rückstau. Grund: das Konzept, dass die Leute mit den Floats mitgezogen werden funktioniert nicht. Die Floats stehen immer wieder minutenlang still, die Masse kommt nicht vorwärts(!), der Druck entweicht seitlich vor dem Ende der Rampe über die Grasbewachsenen Böschungen, einen Lichtmast, Räuberleitern etc., ein Bauzaun vor der westlichen Grasfläche wird umgeworfen. Ordner (in ihren türkisenen Shirts gut zu erkennen) stehen in der Nähe, sehen nur zu. Dabei ist der Zustrom an Menschen durch den Tunnel noch längst nicht einmal auf seinem Höhepunkt!
Eigentlich war hier KLAR zu erkennen, dass mit weiter wachsendem Zustrom die eigentliche Engstelle (oberes Ende der Rampe) völlig überlastet ist.
Eigentlich war hier KLAR zu erkennen, dass mit weiter wachsendem Zustrom die eigentliche Engstelle (oberes Ende der Rampe) völlig überlastet ist.
Wohl deshalb zieht die Polizei Riegel ein. Zu sehen ist zunächst nur einer im westlichen Tunnel. Der Zustand auf der Rampe verbessert sich langsam. Gegen 16:00 wird dann die westliche Grasböschung an der Rampe (dort wo der Bauzaun umgestoßen wurde) von wenigen Ordnern "gesperrt".
Am unteren Ende der Rampe wird (anscheinend von der Polizei) ein Riegel geschlossen, es beginnen sich jetzt Menschen die die LP verlassen wollen auf der Rampe nach oben zu stauen.
Nach 16:00 wird dann der Polizeiriegel im Tunnel geöffnet (bzw. gibt dem Druck der 10.000enden nach) und strömt schnell zur Rampe die mit den gestauten Heimgehern gefüllt ist.
Der Rest ist bekannt.
Was noch auffällt: bis auf die eine Szene treten nirgendwo Ordner regelnd in Erscheinung. Was machen die in dieser Zeit? Am oberen Ende der Rampe wäre ihr Einsatz dringend nötig gewesen um das Abfließen von der Rampe zu gewährleisten. Dann wären wahrscheinlich auch keine (längeren) Sperren im Tunnel nötig gewesen.
Die Kameras (v.a. Nr. 13) scheinen nicht immer auf die Vorgänge des Croudmanagements gerichtet zu sein.
..........ist nicht eingesetzt worden, anzunehmen, aus Kostengründen.
..........ist nicht eingesetzt worden, anzunehmen, aus Kostengründen.
Dabei sitzen doch alle in einem boot.
EInfach nur um sich selbst zu "retten".
Ich finde, dass jeder seinen teil dazu traegt.
Veranstalter, Buergermeister, Polizei, etc.pp.
Aber da merkt man mal, dass man sich in Deutschland auf niemanden mehr wirklich verlassen kann, wenn man sich nicht selbst engagiert.
Cicada
"Ein Videobeweis sind die Filmchen von Schaller und co sicher nicht."
Da haben Sie sicher recht.
Aber warum nennen Sie die Aufnahmen "Filmchen"?
Schließlich sind es Dokumente, die neben anderen Fakten berücksichtigung finden müssen.
Mir scheint, Sie zeigen hier ganz ungeniert Ihre Voreingenommenheit und Einseitigkeit.
nach der derzeitigen kenntnislage ist das konzept von schaller zusammengefallen wie ein kartenhaus.
allein, dass er jetzt versucht sich mit seinen videoaufzeichnungen zu entlasten wird nicht gelingen.
warten wir also das ergebnis der ermittlungen ab ...
hier entscheidet nicht die öffentlichkeit sondern am ende die justiz.
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