Ground Zero : New Yorker streiten um Moscheebau

Nicht weit voneinander entfernt demonstrieren Menschen in New York gegen und für den Moscheebau nahe Ground Zero. Der US-Präsident schweigt.
Gegner des Moscheebaus demonstrieren in New York © Chris Hondros/Getty Images

Die Gegner lehnen das umstrittene Projekt als "Zitadelle des Islamismus" ab. Befürworter verteidigen es als Beweis für amerikanische Toleranz und Religionsfreiheit; auf Spruchbändern warfen sie den Moscheebau-Gegnern "Rassismus" vor.

Beide Protestaktionen verliefen friedlich, wie der örtliche Sender CBS 2 berichtete. Die Polizei hatte Barrikaden auf den Straßen um Ground Zero errichtet und weitere Sicherheitsvorkehrungen für den Fall von Ausschreitungen getroffen.

Die Moschee soll in direkter Nachbarschaft zum Ground Zero entstehen, wo islamistische Terroristen am 11. September 2001 das World Trade Center zerstört hatten und über 2700 Menschen gestorben waren. Die muslimische Gemeinde will ein 150 Jahre altes Gebäude abreißen und ein 15-stöckiges Zentrum mit der Moschee als Kernstück errichten. Die Kosten werden auf etwa 100 Millionen Dollar geschätzt.

Offen ist noch, ob die Gemeinde auf einen Vorschlag des New Yorker Gouverneurs David Paterson eingehen wird, den Bau an einen anderen Platz in Manhattan zu verlegen. Ihr Imam, Feisal Abdul Rauf, reist derzeit mit Unterstützung des US-Außenministeriums durch den Nahen Osten.

Die Debatte hat inzwischen das ganze Land ergriffen. Umfragen zufolge sind derzeit mehr als 60 Prozent der Bürger gegen das Projekt an dem Ort – die Mehrheit gesteht den Muslimen indes das prinzipielle Recht auf den Bau eines solchen Zentrums zu. Republikaner, die das Projekt ablehnen, versuchen damit im Vorfeld der Kongresswahlen Anfang November Stimmung gegen Präsident Barack Obama und dessen Demokraten zu machen.

Obama hatte kürzlich gesagt, zur freien Religionsausübung zähle auch das Recht, auf einem Privatgrundstück in Manhattan ein Gemeindezentrum und einen Ort für Gottesdienste zu errichten. Wenig später präzisierte er die als Unterstützung aufgefassten Äußerungen, nachdem er dafür teils heftig kritisiert worden war. Er habe lediglich erörtert, dass die Organisatoren des Projekts grundsätzlich das Recht hätten, das Gemeindezentrum zu errichten. Ob es jedoch klug sei, dieses an dem umstrittenen Ort zu bauen, habe er nicht kommentiert – und das habe er auch nicht vor.

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Kommentare

144 Kommentare Seite 1 von 14 Kommentieren

In der Politik wie im Verbrechen

ist die wesentliche Frage zur Aufklärung der Wahrheit: Folge dem Geld. Als z.B. in Kalifornien mit "Prop 8" die Schwulenehe verboten werden sollte, flossen Millionen in "pro"-Propaganda aus den Kassen der Mormonen.

Vielleicht wäre es hilfreich, einmal zu recherchieren wer wirklich hinter "Cordoba House" steckt. Leute die wirklich an einem Frieden zwischen den Religionen interessiert sind, oder mal wieder die Saudis mit ihrem rückständigen Wahabismus.

gute idee:

"Vielleicht wäre es hilfreich, einmal zu recherchieren wer wirklich hinter "Cordoba House" steckt. Leute die wirklich an einem Frieden zwischen den Religionen interessiert sind, oder mal wieder die Saudis mit ihrem rückständigen Wahabismus."

_gute idee!
und wenn ich sie richtig vertehe, angenehm unideologisch in dieser überdrehten 'islam-debatte'.
den saudis sollte in dieser hinsicht wirklich mal ein riegel vorgeschoben werden (wie übrigens auch den mormonen, israel-lobby etc.)!
dann - und es ist nicht schwer zu erraten - sollte man der spur des geldes noch ein stück weiter folgen, denn woher haben es wohl die saudis ... ?!

feingefühl gefragt

es hat vielmehr mit feingefühl zu tun als mit religionsfreiheit meiner meinung nach.
natürlich besitzt die gemeinde das recht in manhattan eine moschee zu bauen. nur ob es umbedingt direkt neben ground zero sein muss, ist meiner meinung nach fraglich. natürlich hat ein islamisches kulturzentrum mit islamismus nichts zu tun, durch den viele menschen den tod fanden. doch für den religiösen dialog ist es sicherlich nicht umbedingt förderlich einen emotional belasteten ort wie ground zero zu wählen, was sich an dem protest zeigt.
Und gegen diesen protest trotzdem zu bauen ist auch fraglich.

Nun, Alexander89........

von der Freiheit der westlichen Welt leben wir alle - auch Sie - indes ganz prima. Meinungsäußerungen wie die unsrigen hier wären ansonsten u.a. nicht möglich. Wir nehmen diese Rechte selbstverständlich für uns in Anspruch, wie das Recht auf die Selbstbestimmung, die Gleichheit, die Würde des Menschens, die Meinungsfreiheit und das Recht, seinen Wohnort zu wählen, wo immer man möchte. Hohe Werte, für die die westliche Welt einst durch ein finsteres Tal wanderte. Würden wir - um bei Ihrem Ansatz zu bleiben - hier Gleiches mit Gleichem verrechnen wollen und den Moslems den Bau ihrer Gotteshäuser hier verbieten, weil sie die unsrigen in ihren Ländern nicht zulassen, dann stellen Sie damit eben auch die genannten Rechte mit in Frage, auf die wir doch alle wohl nicht mehr verzichten möchten. "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu."

Tolleranz in anderen Ländern

Die Christen werden in vielen muslimischen Ländern z.B. Agypten unterdrückt dies sollte ich belegen, da mein Kommentar sonst nicht haltbar sei. http://de.wikipedia.org/w...Ägypten so liebe Reaktion als Beleg. Falls die tolle Reaktion hiermit nichts anfangen kann wäre es doch intelligent einmal zu googlen! Falls der äußerst "kompetenten" Redaktion Wiki nicht reicht ein Artikel des ORF http://wien.orf.at/storie... zu diesem Thema.

Es lebe die Vernunft!

Wir sollten nicht andere Unterdrücken jedoch das Zusammenlenben stärker Regeln unterwerfen. Wohin hat uns diese tolle Tolleranz denn gebracht? Die Ausländer in unserem Land sind deutlich schlechter integriert als in Holland in dem es heißt mach mit oder du wirst nicht unterstützt. wir spenden Millionen über Millionen an muslimische Länder wie etwa Pakistan. Wir stellen allerdings nie Bedingungen wie rüstet atomar ab!Seid tolleranter!Von mir aus kann an jeder Ecke auch ein muslimisches Gotteshaus stehen in dem auf deutsch gepredigt wird und gebetet.
Tolleranz ohne Bedingungen ist allerdings unvernünftig und schädlich!

Wieso Islambashing?

Der User fragte, weshalb in Mekka nicht gegen Kirchen demonstriert wird. Dies ist der Grund.

Wären Sie der Ansicht, es wäre "Zweibashing", wenn ich auf die Frage, was zwei und zwei machen, "vier" antwortete?

Wo wir gerade beim Vatikan sind: Sie möchten gar nicht wissen, was ich in diesem Forum bereits über den Katholizizmus und das Christentum im Allgemeinen geschrieben habe (sofern Sie selbst Christ sind) und was ich von Religionen überhaupt halte, aber im Gegensatz zu Mekka ist im Vatikan zwar genauso keine Moschee vorhanden, wie es in Mekka keine Kirche gibt, aber zumindest haben Muslime zutritt.

Und, sofern Ihnen diese (weitere) Tatsache unbekannt sein sollte: Der Vatikan hat eine Fläche von 0,44 km², Mekka eine von 850 km². Sehen Sie den Unterschied?

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf provozierende Bemerkungen. Die Redaktion/sh

@PGMN

[...]

Den vollbärtigen Moslem mit Turban möchte ich im Vatikan sehen, der frei rumlaufen kann. Du kannst ja mal versuchen dort als Moslem mit Turban und Vollbart rumzulaufen. Da wird sich aber die Schweizer Garde freuen.
Ist jetzt der Vatikan besser, weil Sie Deiner Meinung nach Zutritt für Muslimen zulässt?

Die flächenmäßige Größe eines religiösen Zentrum steht hier nicht zur Debatte.

Sowohl in Mekka als auch im Vatikan wird nicht demonstriert. Punkt. Da sind wir uns zwei einig.
Was hat es aber mit WTC zu tun? Ist WTC ein religiöses Zentrum, welches sich mit dem Mekka vergleichen vermag?

[...]

Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde inzwischen gekürzt. Die Redaktion/sh

@bayro79

Sollte ich Ihnen jemals das Du angeboten haben, sehen Sie sich dieses Privilegs enthoben.

Sehen Sie, ich habe durchaus nachgedacht, als Ich Sie darauf hinwies, dass ich wertungsfrei eine Frage eines anderen Users beantwortete. Oder um es einmal so auszudrücken, dass Sie es verstehen: Was passt Ihnen an meinem ursprünglichen Kommentar nicht? Sind denn Nichtmuslime (Dies betrifft Katholiken nur als Untergruppe) seit Neuestem in Mekka erlaubt? Denn dies wäre die einzige Möglichkeit, wie mit meinem Kommentar eine Meinungsverschiedenheit zustande kommen könnte.

Außerdem: Ich habe die Sprache nicht auf Mekka gebracht. Das war mein Vorposter. Auch habe ich die Sprache nicht auf den Vatikan gebracht. Das waren Sie. Und was das WTC angeht: Mir ist es völlig egal, was wer dort baut, und ich denke, das sollte jeder so sehen.

So. Dieser Kommentar ist der einzige nicht-wertungsfreie, den Sie hier von mir sehen. Falls Sie immer noch Islamophobie bei mir erkennen wollen, dann liegt das daran, dass Sie offenbar eine Nicht-Philie nicht von einer Phobie unterscheiden können.

Wo Sie bei mir feststellen wollen, dass Ich den Vatikan Mekka vorziehe, kann ich mir beileibe nicht vorstellen. Bleibt die (akkurate, wertungsfreie) Beobachtung, dass Mekka für Andersgläubige offiziell tabu ist, der Vatikan aber nicht. Sollten Sie hieran ein Werteurteil feststellen wollen, so glaube ich eher, dass Sie mit dem ersten Punkt meiner Liste Probleme haben.

nicht hilfreich

Beide Seiten verhalten sich nicht verantwortungsvoll.

Die muslimische Gemeinde sollte einlenken, denn der Zweck des geplanten Religionszentrums, nämlich Toleranz und bessere Verständigung zwischen Christen und Moslems, wird von vornherein unmöglich, wenn sie gegen den erbitterten Widerstand dort bauen.

Die Gegner verhalten sich jedoch mindestens genauso verantwortungslos. Dass die Republikaner diese ansonsten wahrscheinlich kleine und unbedeutende Debatte nun aus wahltaktischen Gründen so aufbauschen und ausbeuten ist einfach nur eklig.

Dazu kommt, dass sich die USA damit vor der ganzen Welt blamiert, halten Sie doch sonst immer Ihre Verfassung hoch, die Viele nun wo sie mal nicht in den Kram passt aussetzen oder gleich anpassen wollen.

Demokratie

"Beide Seiten verhalten sich nicht verantwortungsvoll"

Das würde ich so auf keinen Fall sagen. Die Tatsache, dass Befürworter wie Gegner des Projekts gleichermassen ihre Meinung frei äussern können, ist im Gegenteil ein Beispiel für die Lebendigkeit der amerikanischen Demokratie. Wenn Sie der Ansicht sind, dass die USA sich damit vor der "ganzen Welt" blamieren, dann haben Sie nicht verstanden, was Freiheit und Demokratie wirklich bedeuten.

In den meisten anderen Staaten wäre dgl sicher nie Teil des öffentlichen Diskurses geworden, sondern per staatlichem Ukas im Sinne einer scheinheiligen Friedhofsruhe Pekinger Art gelöst worden - ob pro oder contra ist hier nicht wirklich von Belang. Der Euphemismus des "verantwortungsbewussten Bürgers", der keine eigene Meinung hat, sondern stets nur die seiner Regierung, wird in dgl Regimen ja stets sehr hoch gehalten. Mit Demokratie hat dgl aber wie gesagt nichts zu tun.

Unabhängig davon wie man selbst zu dem Projekt stehen mag, ist die Tatsache, dass beide Seiten frei und kontrovers ihre Meinung äussern können, weit mehr ein Zeichen für die angesprochene Toleranz und Stärke der amerikanischen Demokratie, als sämtliche Sonntagsreden zu 9/11 oder zu vermeintlich grossartigen kulturübergreifenden Projekten es je sein könnten.

Grundrechte

"Wenn Sie der Ansicht sind, dass die USA sich damit vor der "ganzen Welt" blamieren, dann haben Sie nicht verstanden, was Freiheit und Demokratie wirklich bedeuten."

Das sehe ich nicht so. Wenn Grundrechte oder wie hier die Rechte von Minderheiten betroffen sind, lohnt eben keine Diskussion. Die Religionsfreiheit ist den amerikanischen Bürgern laut Verfassung zugesichert. Demokratie bedeutet nämlich nicht nur, dass die Mehrheitsmeinung das Handeln bestimmt, sondern ausdrücklich auch der Schutz von Minderheiten. Wo kommen wir denn dahin, wenn die Mehrheit über andere schalten ud walten kann, wie es gerade genehm ist? Die Mehrheit darf nie über die Grundrechte einer Minderheit abstimmen. Wen es keine rechtlichen Bedenken gegen den Bau einer Mosche gibt, muß sie natürlich gebaut werden.

@17 zenobit:

"Das sehe ich nicht so. Wenn Grundrechte oder wie hier die Rechte von Minderheiten betroffen sind, lohnt eben keine Diskussion. Die Religionsfreiheit ist den amerikanischen Bürgern laut Verfassung zugesichert."

Das bedeutet aber eben nicht, daß hier Minderheiten der Mehrheit ihren Willen aufzwingen können. Außerdem existieren in der Demokratie verschiedene Grundrechte, und das Recht auf Religionsfreiheit ist eines davon. Wenn hier vierschiedene Grundrechte kollidieren, dann hat eine Abwägung stattzufinden, und die Religionsfreiheit ist nicht die oberste aller Freiheiten, obwohl das hier interessierte Leute zu suggerieren versuchen.

Abgesehen davon: Die Ausübung der islamischen Religion ist an das Vorhandensein von Moscheen nicht gebunden. Im Unterschied zum Christentum ist eine Moschee kein geweihter Ort, sondern lediglich ein Ort, wo man betet.

"Demokratie bedeutet nämlich nicht nur, dass die Mehrheitsmeinung das Handeln bestimmt, sondern ausdrücklich auch der Schutz von Minderheiten. Wo kommen wir denn dahin, wenn die Mehrheit über andere schalten ud walten kann, wie es gerade genehm ist? Die Mehrheit darf nie über die Grundrechte einer Minderheit abstimmen. Wen es keine rechtlichen Bedenken gegen den Bau einer Mosche gibt, muß sie natürlich gebaut werden."

Das hätten Sie sicherlich gern, weil es Ihnen in den argumentativen Kram paßt. Demokratie heißt aber nicht, daß Minderheiten der Mehrheit ihren Willen aufzwingen dürfen bzw. über den Willen dieser regieren können.

Demokratieverständnis

Leider scheinen sie Defizite beim Verständnis westlicher Demokratien zu haben. Der Wille der Mehrheit hört da auf, wo die Rechte der Minderheiten oder Grundrechte/ Menschenrechte allgemein verletzt werden. Mit welchem Grundrecht kollidiert denn ihrer Meinung nach die freie Religionsausübung? Mit der Unterdrückung und Bevormundung Anderer? Tut mir leid, aber das ist kein Grundrecht. Eine Stimmung in der Bevölkerung (selbst in der Mehrheit der Bevölkerung) kann nicht dazu führen, dass jemand seine von der Verfassung zugestandenen Rechte wahrnehmen kann. Jemand, der ein Grundstück rechtmäßig erworben hat, kann daraus alles machen, was dem rechtlichen Rahmen entspricht. Jede x-beliebige Religion könnte da ihre Gebetsräume aufstellen. Wieso nicht die Muslimische? Die Muslima haben mit den Anschlägen vom 11.September so viel zu tun, wie die Christen mit dem Irakkrieg.

Stellen sie sich mal vor, irgendwann kommt die Zeit, in der die deutsche Bevölkerung mehrheitlich jüdische Gechäfte ablehnt. Nach ihrer Argumentation wäre es ja dann richtig. Ich bestätige ungern Godwins law, aber vielleicht verstehen sie es nur mit diesem Beispiel..

Jetzt reicht es doch

mal mit dem Thema, der angestrebte Name Cordoba House sagt doch schon alles über die Intentionen des Baues aus, einen schönen Hintergrund dazu gibt es hier http://hotair.com/greenro...
Auszug
"There is no question that the opulence and beauty of the mosque were the products of Muslim builders and artists. But there is also no question that the mosque at Cordoba represents a history of conquest and reconquest that, from the perspective of Islamists, is at an unfinished stage as of today.".

Gekürzt. Bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels und verzichten Sie auf Provokationen. Die Redaktion/cs