Flut in PakistanIm Norden fehlt Nahrung, der Süden ertrinkt

In den Bergen Pakistans fließt ein Teil des Hochwassers ab, doch Hunderttausende sind von der Außenwelt abgeschnitten. Im Süden rollt die Flutwelle weiter. von 

Flüchtlinge auf einem Wagen, den sie mit ihren letzten Habseligkeiten beladen haben

Flüchtlinge in der Nähe von Muzaffargarh im Punjab. Wegen der Flut wurde Muzaffargarh komplett evakuiert; 750.000 Menschen mussten die Stadt verlassen  |  © Daniel Berehulak/Getty Images

"Es ist noch nicht vorbei", sagt Maya Dähne. Die Sprecherin der Organisation Save the Children steht von Berlin aus in ständigem Kontakt zu den Helfern, die in den überfluteten Gebieten Pakistans unterwegs sind. In den gebirgigen Regionen des Nordens seien die Wassermassen zum Teil schon abgelaufen, sagt sie. "Wir fangen gerade erst an, die Schäden abzuschätzen. Aber es ist immer noch Wasser da." Weitere Regenfälle sind fürs Wochenende angekündigt; Helfer und Betroffene können nur hoffen, dass sie nicht zu neuen Fluten führen. In der Mitte des Landes, im Punjab, sprechen die Behörden bereits von einer zweiten Welle.

Mit dem Fluss Indus, der Pakistan von Nord nach Süd durchschneidet, bewegen sich die Wassermassen durch das Land. Die Katastrophe begann am Fuß der über 8000 Meter hohen Gipfel des Nordens. Jetzt wälzt sich die Flut durch die flachen Regionen des Südens. Wegen der speziellen Topographie Pakistans unterscheiden sich die Folgen der Überschwemmung in Nord und Süd grundlegend, und ebenso die drängendsten Aufgaben der Helfer.

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"Es ist sehr schwierig, in die Gebirgsregionen des Nordwestens vorzudringen – auch zu normalen Zeiten", sagt Dähne. "Jetzt versperren Schlammmassen und Trümmer die Pfade." In den ersten Tagen der Katastrophe war Save the Children hauptsächlich im Nordwesten aktiv, in den Distrikten Swat, KI Khan, Buner und Allai. Die Gegend ist relativ dünn besiedelt. "Es gibt dort nicht viele Städte, eher kleine Siedlungen und Dörfer aus Lehmhütten", beschreibt Dähne die Gegend.

Blogs

Zulfiquar Ali Haider, ein Gesundheitsexperte des Hilfswerkes Oxfam, berichtet in seinem Tagebuch auf der BBC-Seite über seine Erfahrungen im von der Flut zerstörten Norden Pakistans.

Die Nothilfe-Koordinatoren der Hilfsorganisation Save The Children informieren auf Deutsch und Englisch über persönliche Schicksalsschläge. Unter anderem auch über Gefahren, die momentan der Bevölkerung drohen, zum Beispiel durch Cholera.

Pakistanische Presse

Auf der Internetseite der englischsprachigen Zeitung Express Tribune lassen sich ortsnahe Berichte sowie Videoreportagen vom pakistanischen Nachrichtensender Express 24/7 finden.

Ebenfalls in Pakistan erscheint die Tageszeitung Dawn (auf Englisch). Sie berichtet regelmäßig über die Flutkatastrophe.
 

Karten und Statistiken

Das UN-Hilfsprojekt World Food Programme bietet detaillierte Karten von Pakistan an, die zeigen wie stark die jeweiligen Regionen betroffen sind.

Wer sich für die Lage in der Nord-West-Provinz Khyber Pakhtunkhwa interessiert, kann auf der Internetseite der Regierung Karten und Statistiken über die aktuelle Situation finden.

Dem World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen zufolge sind 600.000 Menschen im Norden des Landes nicht erreichbar. "Wenn es im Gebirge stark regnet, können auch Hubschrauber nicht landen", erklärt Wolfgang Herbinger, WFP-Landesdirektor in Pakistan. "Die Flüsse steigen wieder an, Lastwagen können nicht passieren." Einige der Lastwagenfahrer des WFP seien bereits traumatisiert, "weil sie schon einmal untergegangen sind", sagt Herbinger. "In Kohistan und Shangla ist die Infrastruktur völlig zerstört, auch im Norden von Swat. Der ganze Karakorum-Highway ist im Moment nicht passierbar. Die Menschen dort sind völlig von der Außenwelt abgeschnitten."

Immerhin gibt es im Norden noch saubere Quellen, anders als im Süden. Aus ihnen können die Menschen sich Trinkwasser holen. Doch Nahrungsmittel werden knapp. "Zucker, Milch und Hülsenfrüchte sind gar nicht mehr erhältlich", berichtet Herbinger. "Der Preis von Benzin ist stark gestiegen." 

Leserkommentare
  1. was ich angesichts der drastischen Zustände in Pakistan so oder so nicht ganz verstehe, hier ein ganz interessanter kurzer Erfahrungsbericht: http://www.zeit.de/politi...

  2. 2. Karte

    Das Gebiet "Jammu und Kashmir" (hier auf der Karte gepunktet und als "Dschammu und Kaschmir bezeichnet) ist kein Teil Pakistans, sondern ein indischer Bundesstaat.

    Ein ganz geringer Teil im Westen dieses Gebietes steht unter pakistanischer Herrschaft aber nicht *das ganze* (Gebiet, wie oben auf der Karte dargestellt!

    Ich finde, man sollte sich bei der Darstellung der Karte schon an die offiziellen Staatsgrenzen halten, so, wie sie nun mal sind.

    Gebiete, auf die die muslimische Atommacht Pakistan territoriale Ansprüche erhebt, gehören da absolut nicht hin und das macht man ja bei anderen ja schließlich auch nicht.

    Außerdem bin ich der meinung, das so etwas mit dem Thema des Artikels nichts - aber auch wirklich rein garnichts - zu tun hat. Dies ist wohl wirklich der grundfalsche Augenblick um gerade bei diesem Thema pakistanischen Großmachtansprüchen und Hegemoniephantasien zu schmeicheln.

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  • Schlagworte Pakistan | Flut | Vereinte Nationen | Babynahrung | Flüchtlingslager | Gebäude
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