Regenflut Pakistans Kornkammer steht unter Wasser
Viele Flutopfer in Pakistan hungern, weil die Hilfe ihr Ziel nicht erreicht. Und die Tragödie könnte sich fortsetzen, denn die Landwirtschaft ist schwer geschädigt.
© A Majeed/AFP/Getty Images

Heimkehr nach der Regenflut: Der Ort Pir Sabaaq in der Region Nowshera
Es ist die wohl größte Katastrophe, die Pakistan jemals heimgesucht hat. Das Ausmaß und die Kosten der Regenflut können bislang nur geschätzt werden. Rund 20 Millionen Menschen sind betroffen, die meisten sind obdachlos, viele Bauern sind ihrer Lebensgrundlage beraubt. Mindestens 1500 Menschen starben in den Fluten, in manchen Berichten ist sogar von 2000 Todesopfern die Rede.
Damit nicht genug: Weitere schwere Regenfälle werden am Indus vorhergesagt, weiter südlich im Punjab, der Kornkammer Pakistans. Es ist eine der wichtigen Wirtschaftsregionen Asiens. Ein Fünftel von Pakistan steht nach UN-Angaben bereits unter Wasser. Im Katastrophengebiet des Nordens herrsche ein unfassbares Chaos, sagt Jürgen Mika von der Welthungerhilfe. Er war zuletzt im Norden in Shangla, einem Nachbardistrikt des Swat-Tals, und in der Region Nowshera zwischen Islamabad und Peschawar unterwegs, zwei der am schlimmsten von den Fluten betroffenen Gegenden: "Die Infrastruktur ist zerstört, vor allem die Straßen, viele Orte sind nicht zu erreichen. Immerhin wurden aber die ersten Straßen wieder planiert", berichtet er.

Diese Satellitenbilder zeigen die Überflutungen im Süden Pakistans. Klicken Sie auf das Bild für eine größere Ansicht
Unter den Millionen Flüchtlingen können sich nun Krankheiten ausbreiten, Helfer rechnen mit mehr Toten. "Wir müssen uns darauf vorbereiten", sagte der stellvertretende Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Abdullah Assaedi. Die Fluten hätten ein Fünftel der Gesundheitseinrichtungen im Land zerstört oder beschädigt. Der Regionaldirektor des Kinderhilfswerks Unicef, Daniel Toole, sagt mit Blick auf die drohende Ausbreitung von Krankheiten: "Wir haben nicht Hunderttausende, sondern Millionen Frauen und Kinder, die gefährdet sind." Auch die ohnehin im Land verbreitete Unterernährung werde nun noch zunehmen.
"Dort, wo noch keine Hilfe angekommen ist, wird jetzt gehungert. Die ersten zwei Tage einer solchen Katastrophe können sich die Menschen noch untereinander helfen, danach wird es ernst", sagt Jürgen Mika, der mit der Welthungerhilfe bereits bei dem großen Erdbeben von 2005 mit mindestens 73.000 Toten Erfahrungen im Umgang mit Großkatastrophen in Pakistan sammeln konnte. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ruft wegen des Ausmaßes der Flut die Staatengemeinschaft zu mehr Hilfe auf. "Nahrungsmittel, Lastwagen, Hubschrauber und Arbeitskräfte – das alles kostet Geld", sagt WFP-Landesdirektor Wolfgang Herbinger. Die Hindernisse bei der Hilfe für Notleidende seien weiterhin "massiv". Da viele Straßen und Brücken fortgespült wurden, seien viele Gegenden nur per Hubschrauber erreichbar. Lastwagen mit Hilfsgütern müssten große Umwege fahren.
Nahrungsmittel, Lastwagen, Hubschrauber und Arbeitskräfte – das alles kostet Geld
WFP-Landesdirektor Wolfgang Herbinger
Das WFP geht davon aus, dass im Rahmen der Verteilungen bis heute bereits eine Million Menschen eine Monatsration an Nahrungsmitteln erhielt. Da mindestens 6 Millionen Menschen Hilfe benötigen, bemühen sich die Organisation Roter Halbmond, lokale Behörden, Firmen und Privatpersonen, den Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken.
Viel Geld erfordert aber nicht nur die unmittelbare humanitäre Hilfe. Ein Großteil der 170 Millionen Pakistaner lebt ohnehin in Armut. Die Zerstörungen in der Landwirtschaft, die mehr als 21 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmacht, treffen Pakistan nun umso schwerer. Das Land ist drittgrößter Weizenproduzent Asiens, doch nun wurden rund 500.000 Tonnen Weizen in ihren Lagern zerstört. In dieser Saison war eine gute Ernte erwartet worden, ursprünglich sollte das Land in diesem Jahr nach der Aufhebung eines Exportverbots wieder Weizen ausführen. Doch nun könnten die Ausfälle den Getreidemarkt weiter belasten. Wege einer Dürre um das Schwarze Meer kletterte der Weizenpreis in der vergangenen Woche knapp unter den höchsten Stand seit zwei Jahren.
- Der Spendenappell
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Zahlreiche Hilfsorganisationen rufen zu Spenden für die Opfer der Flut in Pakistan auf. Wer Geld geben möchte, kann seine Spende mit dem Stichwort "Pakistan" oder "Fluthilfe Pakistan" versehen. Dann ist die Spende zweckgebunden, darf also nur in Pakistan oder, im zweiten Fall, für die Flutopfer verwendet werden. Hilfsorganisationen bevorzugen jedoch häufig zweckungebundene Spenden, um die Gelder flexibler einsetzen zu können.
Hier können Sie spenden:
Aktion Deutschland hilft: Spendenkonto 102030; Bank für Sozialwirtschaft; BLZ 37020500;
Kennwort: Flut Pakistan. Online-Spenden nimmt das Bündnis mehrerer Hilfsorganisationen hier entgegen.Ärzte ohne Grenzen: Spendenkonto 97097; Bank für Sozialwirtschaft; BLZ 37020500. Online-Spenden nimmt die Organisation hier entgegen.
Caritas international Freiburg: Spendenkonto 202; Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe; BLZ 66020500; Online-Spenden hier
Deutsches Rotes Kreuz: Spendenkonto 414141; Bank für Sozialwirtschaft; BLZ 37020500; Online-Spenden hier
Deutsche Welthungerhilfe e.V.: Kontonummer 1115; Sparkasse Köln-Bonn; BLZ 37050198; Online-Spenden hier
Diakonie Katastrophenhilfe: Kontonummer 502707; Postbank Stuttgart; BLZ 60010070; Online-Spenden hier.
Kindernothilfe: Kontonummer 454540; KD-Bank eG; BLZ 35060190
medico international: Kontonummer 1800; Frankfurter Sparkasse; BLZ 50050201; Online-Spenden hier
Misereor: Kontonummer 101010; Pax-Bank Aachen; BLZ 37060193; Online-Spenden hier
Oxfam: Spendenkonto 131313; Bank für Sozialwirtschaft Köln; BLZ 37020500; Online-Spenden hier
Unicef: Kontonummer 300.000; Bank für Sozialwirtschaft Köln; BLZ 37020500
Save the Children: Spendenkonto 929; Bank für Sozialwirtschaft Berlin; BLZ 10020500; Online-Spenden hier
Shelter Now Germany: Konto 25 23 058; Norddeutsche Landesbank Hannover; BLZ 250 500 00
UNO-Flüchtlingshilfe: Konto 2000 8850; Sparkasse Köln-Bonn; BLZ 37050198
Das World Food Programme der Vereinten Nationen erbittet Spenden per Online-Formular hier.
Insgesamt haben die Fluten rund 700.000 Hektar Erntefläche beschädigt, vor allem Reis, Mais, Baumwolle und Zuckerrohr. Reis beispielsweise ist eines der wichtigsten Anbauprodukte des Landes, in der vergangenen Saison exportierte man ihn noch. Zur pakistanischen Reisernte tragen allein die überfluteten und weiter stark bedrohten Provinzen Punjab mit fast 60 und Sindh mit 30 Prozent bei. Pakistan ist zudem der viertgrößte Baumwollproduzent der Welt. Die Industrie geht davon aus, ein Siebtel der Ernte durch die Fluten zu verlieren. Die Textilindustrie, mit einem Anteil von 60 Prozent an den Exporten der wichtigste Wirtschaftssektor, wird nach Schätzungen von Experten nun große Mengen Baumwolle zur Weiterverarbeitung einführen müssen. Daneben könnten bis zu 500.000 Tonnen Zucker weniger produziert werden.
- Datum 17.08.2010 - 19:15 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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Es lohnt sich - für die Reichen!
http://www.nzz.ch/nachric...
Ja jetzt sollten sich mal die Klimawandel Kritiker zu Wort
melden.
Natürlich oder nicht so eine Katastrophe zeigt einem nur ,dass der eigene Staat in solchen Situationen unfähig ist.
Umwelt ,Grundversorgung ,Bildung und Gewinnung von Sozialen Technologischen Fortschritt, sowie ein ausgeweitetes Verständnis des Ökosystems sind von existenzieller Bedeutung.
Mann sollte endlich anfangen die Führungsebene in der Welt auf mehr Effektivität ausbauen und aufhören nur noch Wirtschafts und Lobbyinteressen umzusetzen.
Auf Kurz oder Lang kann der Hardcore Kapitalismus ähnliche Folgen haben wie ein Kalter Krieg der ganz plötzlich Heiß geworden wäre.
Da kann einem ein Antiöko noch so viel erzählen aber das Wetter ist im jedenfall extremer geworden ,es kann im Hundertprozentig nicht schaden wenn man aufhört die Luft und das Wasser zu versäuern und mit Energie,Nahrung,u.Ressourcen sparsamer Wirtschaftet.
Der jetzige Kapitalismus ist ein Artefakt aus dem letzten Jahrtausend im nächsten Millennium sollte dieser ausgestorben sein sonst sind wir es möglicher weise!?! .
... braucht keine Spenden. Es gibt genug Geld in Pakistan, aber es wird eben für Kriege und Terror gegen die Nachbarn ausgegeben, für Atomwaffen und für den dekadenten Lebensstil der herrschenden Clans.
Ich würde gerne den Notleidenden Menschen helfen, aber ich sehe keinen Weg, wie meine Spende den tatsächlichen Opfern zugute kommt in diesem Land.
Das ist wirklich originell.
Dass die Bevölkerung in Pakistan in kurzer Zeit von 5 auf 165 Millionen angestiegen ist, liegt also am Klimawandel.
Genial!
Komisch - 1985 hat in keinem Wort erwähnt, dass die Bevölkerungszunahme in Pakistan durch den Klimawandel verursacht sei. Vielmehr spricht einiges dafür dass die Überschwemmungen durch den Klimawandel mit verursacht wurden. Tja, Lesen müsste man können.
Rest entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft
Komisch - 1985 hat in keinem Wort erwähnt, dass die Bevölkerungszunahme in Pakistan durch den Klimawandel verursacht sei. Vielmehr spricht einiges dafür dass die Überschwemmungen durch den Klimawandel mit verursacht wurden. Tja, Lesen müsste man können.
Rest entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft
und eine recht große Armee unterhält, sollte schon in der Lage sein, seine Bürger selbst zu schützen.
Komisch - 1985 hat in keinem Wort erwähnt, dass die Bevölkerungszunahme in Pakistan durch den Klimawandel verursacht sei. Vielmehr spricht einiges dafür dass die Überschwemmungen durch den Klimawandel mit verursacht wurden. Tja, Lesen müsste man können.
Rest entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft
niveau in Leipzig können das von Kommentator Leipziger benannte Problem der Überbevölkerung Pakistans nicht beiseite schieben. Ein Land mit zu hoher Bevölkerungsdichte wird logischerweise mehr Probleme haben, auf Naturkatastrophen zu reagieren als ein dünnbesiedeltes Land. Es ziehen sich dann nämlich Menschen in Gegenden, die historisch als problematischer Lebensraum gemieden worden sind. Seit der Staatsgründung, vor sechs Jahrzehnten hat sich die Bevölkerung vervierfacht. Durchschnittlich 190 Menschen leben in Pakistan pro Quadratkilometer.
Bangladesch, das ehemalige Ostpakistan, hat strukturell übriges das gleiche Problem.
niveau in Leipzig können das von Kommentator Leipziger benannte Problem der Überbevölkerung Pakistans nicht beiseite schieben. Ein Land mit zu hoher Bevölkerungsdichte wird logischerweise mehr Probleme haben, auf Naturkatastrophen zu reagieren als ein dünnbesiedeltes Land. Es ziehen sich dann nämlich Menschen in Gegenden, die historisch als problematischer Lebensraum gemieden worden sind. Seit der Staatsgründung, vor sechs Jahrzehnten hat sich die Bevölkerung vervierfacht. Durchschnittlich 190 Menschen leben in Pakistan pro Quadratkilometer.
Bangladesch, das ehemalige Ostpakistan, hat strukturell übriges das gleiche Problem.
in der Welt.
Wenn ich spenden will, tue ich das aus Intuition und nicht, weil weil die Tagesschau mich dazu animiert.
niveau in Leipzig können das von Kommentator Leipziger benannte Problem der Überbevölkerung Pakistans nicht beiseite schieben. Ein Land mit zu hoher Bevölkerungsdichte wird logischerweise mehr Probleme haben, auf Naturkatastrophen zu reagieren als ein dünnbesiedeltes Land. Es ziehen sich dann nämlich Menschen in Gegenden, die historisch als problematischer Lebensraum gemieden worden sind. Seit der Staatsgründung, vor sechs Jahrzehnten hat sich die Bevölkerung vervierfacht. Durchschnittlich 190 Menschen leben in Pakistan pro Quadratkilometer.
Bangladesch, das ehemalige Ostpakistan, hat strukturell übriges das gleiche Problem.
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