Waldbrände Erste Erfolge, aber viele neue Feuer

Über Moskau liegt giftiger Rauch. Wer kann, versucht die Hauptstadt zu verlassen. Obwohl in manchen Regionen die Brände gelöscht sind, gibt es bereits 250 neue Feuer.

Im Kampf gegen die Feuersbrunst in Russland haben die Behörden erste Erfolge gemeldet. In mehreren Regionen seien Waldbrände gelöscht worden, teilte das Zivilschutzministerium nach Angaben der Agentur Interfax mit. Allerdings brachen in den vergangenen 24 Stunden auch mehr als 250 neue Feuer aus. Landesweit loderten die Flammen auf einer Fläche von rund 200.000 Hektar.

Die Brände rund um das atomare Forschungszentrum in Sarow rund 400 Kilometer östlich von Moskau sind nach Angaben des Zivilschutzministeriums endgültig gelöscht. Soldaten und Feuerwehrleute hätten ihre Aufgabe erledigt, hieß es. Zuvor hatten sie eine acht Kilometer lange und 150 Meter breite Brandschneise zum Schutz der Anlage geschlagen. Von dort waren vorsorglich alle radioaktiven und explosiven Materialien fortgebracht worden. Die bei Sarow zur Brandbekämpfung eingesetzten Soldaten wurden den Angaben zufolge nun an andere Orte verlegt.

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Moskau war weiterhin in den dichten Qualm gehüllt, der von den Torffeuern im Umland der Hauptstadt aufsteigt. Die Bundesregierung kündigte an, Russland als Hilfe 100.000 Atemschutzmasken zur Verfügung zu stellen. An diesem Montag sollen die versprochenen deutschen Hilfslieferungen dort eintreffen. Laut dem russischen Apothekerverband gibt es aber anders als in Medien berichtet keinen Mangel an solchen Masken.

Zur Bekämpfung der über 550 Brände im Land schickt Deutschland auch schweres technisches Gerät nach Russland, wie Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag in Berlin erklärte. Die Bereitstellung von Schläuchen, Pumpen und Motoraggregaten sei angelaufen, jetzt müsse der Transport vorbereitet werden.

Frankreich schickt nach Medienberichten ein Löschflugzeug sowie dutzende Feuerwehrleute zur Bekämpfung der Brände. Italien bot ebenfalls an, mehrere Maschinen zur Verfügung zu stellen. Aus Polen waren 155 Feuerwehrleute auf dem Weg nach Russland.

Wegen der giftigen Dämpfe in der russischen Hauptstadt zogen Österreich, Kanada und Polen Teile ihres diplomatischen Personals und deren Familien ab. Mehrere Länder, darunter Deutschland und die USA, raten von nicht notwendigen Reisen in die Wald- und Torfbrandgebiete ab.

Leser-Kommentare
  1. und Leidenden Menschen in Russland weiter...,
    aber NUN haben wir die Quittung für den Raubbau ohne
    jegliches Gespür für die Natur wie auch gegen die ökologische und ökonomische Vernunft...; wenn man hunderte Quatrat-
    kilometer an Mooren trockenlegt, die Staatliche Aufsicht
    über Wälder FirmanMolochen überläßt, alle Brandschutz-
    maßnahmen wie Brandmelder einfach 'wegrationalisiert',
    um die Sägemehlindustrie für die Baumärkte wüten zu lassen...;
    die Menschen in Moskau können freilich 'nichts dafür'...,
    aber der Herr Putin kann 'was dafür'..., auch unter seiner
    Agenda wurden die Waldschutzmaßnahmen verschlampt...;
    und nun ist es zu spät, um 'was dafür' zu tun...;
    freilich trifft ES nun die, die 'nichts dafür' können...;
    aber die, die 'alles dafür' getan hatten, damit ES passiert, die residieren in klimatisierten Appartements...;
    und die 'Diplomaten' verlassen nun als Erste die Stadt...;
    'das Schiff'...

  2. Das ist Eure Chance, ladet die Moskauer ein zu kommen, lasst sie kostenlos schlafen.

  3. Bei 200.000 ha bald eine Verdopplung der Fläche und solchen Ausmaßen muss sicher schneller und intensiver gehandelt werden. Vielleicht klappt es jetzt besser, obwohl das auch nicht nach viel Hilfe klingt.

  4. "Zur Bekämpfung der über 550 Brände im Land schickt Deutschland auch schweres technisches Gerät nach Russland, wie Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag in Berlin erklärte. Die Bereitstellung von Schläuchen, Pumpen und Motoraggregaten sei angelaufen, jetzt müsse der Transport vorbereitet werden."

    Jetzt müssen die Deutschen im wahrsten Sinne des Wortes Feuerwehr "spielen", weil Russland Investitionen in den Brandschutz verschlampt hat.

    Die Hilfsbereitschaft in allen Ehren, aber es sollte deutlich gemacht werden, dass dieses Vorgehen eine Ausnahme ist und unter keinen Umständen zur Gewohnheit werden kann und darf!

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