Thilo Sarrazin "Ich fühle mich sehr deutsch"Seite 2/2

Manches an Sarrazin erinnert an Hjalmar Schacht, der 1923 vom Reichskanzler und Außenminister Gustav Stresemann zum Präsidenten der Reichsbank ernannt wurde. Schacht hatte 1918 die links-liberale Deutsche Demokratische Partei mitgegründet, er galt als unduldsame, höchst arrogante Intelligenzbestie. Ein Egomane und Querulant, aber eben auch ein hervorragender Nationalökonom und genialer Statistiker. Der politischste Kopf, den die Reichsbank nur haben konnte. In den späten Jahren der Weimarer Republik glitt Schacht in die rechtskonservative Ecke ab und stellte seine reichhaltigen Talente nach 1933 den Nationalsozialisten zur Verfügung. Ohne selbst NS-Mitglied zu sein, aber er fand die Nazis "schneidig". Nach dem Krieg schloss sich Schacht der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik an.

Ein Vorbild? Das sollte man Sarrazin nicht unterstellen, aber es gibt, ohne falsche historische Parallelen ziehen zu wollen, verblüffende Ähnlichkeiten im Charakter, den Fähigkeiten und der persönlichen Entwicklung. Gewiss ist der Bundesbank-Vorstand und ehemalige Finanzsenator, der 1990 die deutsche Währungsunion maßgeblich konzipierte, kein Mitläufer oder gar eine kommende Führungsfigur rechtspopulistischer oder neonazistischer Parteien. Aus dem eigenen Selbstverständnis heraus muss Sarrazin deren Personal und Anhängerschaft verachten. Weil er diese Leute mit Sicherheit für tumb – und weitgehend der Unterschicht zugehörend – erachtet.

Trotzdem hat sich der Mann im Nadelstreifenanzug, der am liebsten mit hochgerecktem Kinn und verschränkten Armen posiert, seit etwa drei Jahren Schritt für Schritt der Sprache und den Kernaussagen politischer Gruppen angenähert, die Fremdenhass schüren und sich auf den Endkampf gegen die islamische Weltherrschaft vorbereiten. Ein Agent provocateur, der unvermittelt begann, mit dem Hinweis auf die extraordinär hohen Sozialkosten des Landes Berlin die bildungsfernen Schichten und Langzeitarbeitslosen analytisch gnadenlos zu begutachten.

Mit großem Geschick setzte der Finanzsenator dafür die öffentlichen Medien in Bewegung. Mit Reden, bunten Grafiken und Hintergrundgesprächen. Als er zum ersten Mal eine kleine Runde von Journalisten nicht nur in die Geheimnisse des nächsten Landeshaushalts einweihte, sondern den dringenden Wunsch äußerte, wenigstens einen Teil der Hartz-IV-Empfänger irgendwie aus der Stadt zu kriegen, waren alle verblüfft. Manche schockiert, andere fanden, dass Sarrazin mit seinem schwarz-humorigen Charme ein tatsächlich vorhandenes Problem anfasste. Verknüpft mit markigen Sprüchen, die einen hohen Unterhaltungswert hatten. Die öffentliche Resonanz wird ihn ermutigt haben, weiterzumachen, allerdings zog das Regierungsamt im rot-roten Berlin vorerst Grenzen. Im Juni 2008 musste sich Sarrazin auf dringende Weisung des Regierungschefs Wowereit für eine kritische Äußerung gegen den Mindestlohn ("Ich würde jederzeit für fünf Euro arbeiten") in geradezu erniedrigender Weise öffentlich entschuldigen. "Eine dämliche Äußerung", sagte er im Interview. Eine stärkere Selbstdisziplinierung dürften künftig alle von ihm erwarten.

Das konnte aus heutiger Sicht nur taktisch gemeint sein. Damals wusste Sarrazin schon, dass er bei halbwegs skandalfreiem Verhalten – auf Vorschlag Berlins und Brandenburgs – in die Führung der Bundesbank einziehen durfte. Im Mai 2009 war es so weit. Der langjährige Manager, Spitzenbeamte und Regierungspolitiker wurde in die größtmögliche Unabhängigkeit entlassen. Im Turm der Bundesbank in Frankfurt am Main saß er endlich ganz oben, befreit von fast jeder Rücksichtnahme, die dem kreativen Denken und der Veröffentlichung neuer Thesen noch Einhalt gebieten könnte.

Sarrazin liebt den öffentlichen Auftritt, weil er eitel ist und eine Mission hat. Und er entwickelt seine Positionen weiter, um die Lebenswirklichkeit mit seinem Weltbild in Einklang zu bringen: Wie ist ein ordentliches, fleißiges Deutschland wiederherzustellen? Mit einer ethnisch homogenen Bevölkerung, die über gute Gene verfügt? Dass die NPD ihn dafür eingemeindet, mag Sarrazin nicht passen, aber worüber soll er sich beschweren?

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. "(...)Die Medien lieben es, wenn Krach ist. Das finden sie toll, und wenn es unterhaltsam ist, auch. Wenn man beides bietet und den Eindruck erweckt, daß man seine Sache versteht, bekommt man mit der Zeit auch für kontroverse Stellungnahmen eine relativ hohe mediale Zustimmung. Politik wirkt in erster Linie durch das öffentliche Wort, durch die öffentliche Darstellung. Man muß Inhalte diskutieren, und um in Inhalte zu gehen, braucht man keine Stäbe, sondern man muß Akzente setzen und einen politischen Prozeß starten.(...)"

    Thilo Sarrazin im Interview, Lettre International. Da zeigt er schon dass er weiß wovon er redet. Eine Online-Petition für die Einführung einer Enqete-Kommission über Immigration:

    http://www.meideu.de/home...

  2. Man kann und soll sich sachlich mit der Meinung von Sarrazin auseinandersetzen.

    Nach flüchtigem lesen dieses Artikel könnte man den Gedanken bekommen, dass Sarrazin ein weltfremder Oberschichtler und ein Deutschnationaler oder Rassist ist. Zudem wird so getan als ob Sarrazin ein Anhänger Hjalmar Schacht ist und das er sich dessen Aussagen zu den Nazis zu eigen gemacht hat.

    Es ist unter der Würde der Zeit statt durch Gegen-Argumenten zu überzeugen, nur mit Dreck um sich zu werfen.

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    Artikels eine allgemeine Tendenz bzgl. des Umgang mit Herrn Sarrazin zu unterstellen.

    In den letzten Tagen gab es diverse Kommentare bzw. Artikel, welche sich bis in kleinste mit den Thesen dieses Mannes auseinander setzten.

    Ich betrachte Herrn Sarrazin nicht als nur als einen agent provocateur, sondern als einen geistigen Brandstifter, welcher der extremen Rechten den intellektuellen Unterbau für deren Haß auf Muslime und Migranten liefert. Gleichzeitig besitzt er die intellektuelle Trennschärfe, um seine eigene Position für derartige Bewegungen zu reflektieren.

    Es ist dringend notwendig diesen Vorgang in aller Deutlichkeit zu benennen, um zu verhindern, dass derartiges Gedankengut nicht salonfähig wird.

    Eine Gefahr, welche ich durchaus sehe, wenn ein Bundesbankvorstand derartige Thesen verbreitet.

    Artikels eine allgemeine Tendenz bzgl. des Umgang mit Herrn Sarrazin zu unterstellen.

    In den letzten Tagen gab es diverse Kommentare bzw. Artikel, welche sich bis in kleinste mit den Thesen dieses Mannes auseinander setzten.

    Ich betrachte Herrn Sarrazin nicht als nur als einen agent provocateur, sondern als einen geistigen Brandstifter, welcher der extremen Rechten den intellektuellen Unterbau für deren Haß auf Muslime und Migranten liefert. Gleichzeitig besitzt er die intellektuelle Trennschärfe, um seine eigene Position für derartige Bewegungen zu reflektieren.

    Es ist dringend notwendig diesen Vorgang in aller Deutlichkeit zu benennen, um zu verhindern, dass derartiges Gedankengut nicht salonfähig wird.

    Eine Gefahr, welche ich durchaus sehe, wenn ein Bundesbankvorstand derartige Thesen verbreitet.

  3. Wer Thesen absondert, die seit ca. 150 Jahren überholt sind, nämlich, dass Intelligenz zu 50 - 80% vererbbar sei, der kann doch nicht richtig im Oberstübchen sein. Was oll also das Gesabbel von der abgeblichen Intelligenz von Sarazin?

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    "150 Jahren überholt sind" - Eben nicht. Die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten führte in den Folge-Jahrzehnten dazu dass man von der Prägung des Menschen durch Sozio-Kulturelle Einflüsse ausgehen WOLLTE (mußte...) - Wissenschaftliche Erkenntnisse haben dies mittlerweile widerlegt, und belegen, wie SEHR erbliche Faktoren tatsächlich eine Große Rolle dabei spielen, wer und wie wir sind. Beobachtungen von Zwillingen, die unter völlig verschiedenen Sozialen Strukturen aufwuchsen, belegen dies beeindruckend. Aber es ist nur eine von vielen Thesen und Denkansätzen die Sarrazin anführt.

    Die meisten Psychologen, die sich damit ernsthaft beschäftigen, nehmen an, daß die Intelligenz (genauer die Unterschiede in der Intelligenz zwischen Individuen) zu einem großen Teil erblich sind. Die Vorstellung, daß man mit entsprechender Erziehung aus jedem Kind wahlweise einen Spitzenforscher, einen Müllmann oder einen Schwerverbrecher machen könne (diese Vorstellung wurde vor einigen Jahrzehnten ungefährt in dieser Form ernsthaft geäußert!), vertreten heutzutage nur noch Journalisten und andere Leute, die nichts von der Sache verstehen. Welche (sozial- und bildungspolitischen) Folgerungen man daraus zieht, steht auf einem anderen Blatt. Aber selbst die neuerdings extrem populäre Forderung nach einer "Gemeinschaftsschule mit individueller Förderung für jeden" impliziert ja, daß die Menschen keineswegs gleich, sondern ausgesprochen verschieden sind (andernfalls kämen sie mit einer einheitlichen Förderung für alle schon zurecht).

    Die These, dass Intelligenz vererbbar sei, ist keineswegs "überholt"; sie ist lediglich aus Gründen der sog. politischen Korrektheit diskreditiert. Was nicht sein darf, das kann auch nicht sein. In der Wissenschaft besteht heute Konsens, dass sowohl die Gene als auch die Umwelt Einfluss auf die Intelligenz haben. Selbst wenn Sarrazin aber eine falsche These verträte, ließe das keine Rückschlüsse auf seine eigene Intelligenz zu. Die Wissenschaft lebt nun mal von "trial and error". Aber folgender Zirkelschluss gehört nunmal von jeher zum Credo linker Gutmenschen: "Wer uns widerspricht kann nicht intelligent und integer sein. Denn wenn er dies wäre, würde er uns ja beipflichten. Weil wir definitionsgemäß immer Recht haben."

    Sie sind nicht auf dem aktuellen Stand der Intelligenzforschung!
    T. S. stützt sich auf den aktuellen Stand der Forschung.
    Hier wird unbegründet gegen T. S. argumentiert und das überzeugt nicht.

    Ich frage mich überhaupt, wieso es ein Verbot gibt, definierten Personengruppen genetische Merkmale zuzuordnen und deren bedingte Verhaltensmerkmale zu untersuchen?
    Wer spricht denn hier die Verbote aus?

    Punkt.

    Ob das nun 2%, 50% oder 99% sind, ist erstmal wurscht.

    Wäre Intelligenz ein rein durch die Gesellschaft bedingtes Phänomen, könnte man jederzeit einen Schimpansen oder eben auch eine Wühlmaus in eine Schule setzen und bis zu Abitur führen.

    Anders formuliert: Was uns als Menschen von unseren tierischen Vorfahren unterscheidet, ist eben auch unsere Intelligenz, die sich über Jahrmillionen herausgebildet hat. Intelligentere Affen pflanten sich schneller fort als dumme, weil erstere Säbelzahntigern den Schädel mit einem Stein einschlugen als die dummen das noch mit bloßen Händen versuchten.

    Wobei durchaus möglich ist, dass sich Intelligenz und bspw auch ein Ich-Bewusstsein bei gestiegener gesellschaftlicher Komplexität in jüngerer Zeit (also in den letzten zehntausend Jahren) als relativ starker Evolutionsfaktor darstellen, sprich: Intelligente Homo sapiens pflanzten sich häufiger fort als dumme Homo sapiens, weil erstere schon den Ackerbau nutzten, die Töoferei erfanden etc, als letztere noch Viechern hinterhechelten und sich eher mal das Bein brachen.

    Persönlich würde ich Sarrazins These unterschreiben, dass sich das in allerjüngster Zeit umgedreht hat, dass die intelligente(re)n Homo sapiens also hierzulande weniger Kinder kriegen als die dummen. Aber davon geht weder die Welt noch Deutschland unter, noch tut's zum Thema "ist Intelligenz erblich" was zur Sache.

    • BerndL
    • 28.08.2010 um 14:40 Uhr

    dass die 50-80 % inzwischen wissenschaftlich relativ gesichert sin. Einfach mal wikipedia oder in der Fachliteratur nachschauen.

    • Ellmax
    • 29.08.2010 um 7:35 Uhr

    Ich schäme mich für Deutschland.

    Spätestens seit dem der Sozialrassismus der Apologeten der "Neuen Mitte" mit der Agenda 2010 und der schwarzen Pädagogik ihres strafenden Sozialstaates sein Gift in dieses Land gegossen hat, schäme ich mich, ein Deutscher zu sein.

    Sarrazin ist da nur ein kleiner Tropfen, der in einer großen trüben Suppe schwimmt.

    Der Anteil von Vererbung und Erwerb an der Intelligenz ist übrigens keineswegs wissenschaftlich geklärt. Die Befürworter der einen oder anderen Seite bepflastern sich mit Studien und das Pendel schwingt im Dekadenrhythmus. Wer es ganz sicher weiß, hat mit Sicherheit Unrecht.

    Intelligenz ist aber vor allem eine Definitionsfrage. "Die Intelligenz" gibt es also gar nicht. So wie ich sie verstehe, zeugen die Thesen des Herrn Sarrazin von einer eher unterdurchschnittlichen Intelligenz.

    Für die Bundesbank und seine Statistiken sollte es jedoch reichen.

    "150 Jahren überholt sind" - Eben nicht. Die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten führte in den Folge-Jahrzehnten dazu dass man von der Prägung des Menschen durch Sozio-Kulturelle Einflüsse ausgehen WOLLTE (mußte...) - Wissenschaftliche Erkenntnisse haben dies mittlerweile widerlegt, und belegen, wie SEHR erbliche Faktoren tatsächlich eine Große Rolle dabei spielen, wer und wie wir sind. Beobachtungen von Zwillingen, die unter völlig verschiedenen Sozialen Strukturen aufwuchsen, belegen dies beeindruckend. Aber es ist nur eine von vielen Thesen und Denkansätzen die Sarrazin anführt.

    Die meisten Psychologen, die sich damit ernsthaft beschäftigen, nehmen an, daß die Intelligenz (genauer die Unterschiede in der Intelligenz zwischen Individuen) zu einem großen Teil erblich sind. Die Vorstellung, daß man mit entsprechender Erziehung aus jedem Kind wahlweise einen Spitzenforscher, einen Müllmann oder einen Schwerverbrecher machen könne (diese Vorstellung wurde vor einigen Jahrzehnten ungefährt in dieser Form ernsthaft geäußert!), vertreten heutzutage nur noch Journalisten und andere Leute, die nichts von der Sache verstehen. Welche (sozial- und bildungspolitischen) Folgerungen man daraus zieht, steht auf einem anderen Blatt. Aber selbst die neuerdings extrem populäre Forderung nach einer "Gemeinschaftsschule mit individueller Förderung für jeden" impliziert ja, daß die Menschen keineswegs gleich, sondern ausgesprochen verschieden sind (andernfalls kämen sie mit einer einheitlichen Förderung für alle schon zurecht).

    Die These, dass Intelligenz vererbbar sei, ist keineswegs "überholt"; sie ist lediglich aus Gründen der sog. politischen Korrektheit diskreditiert. Was nicht sein darf, das kann auch nicht sein. In der Wissenschaft besteht heute Konsens, dass sowohl die Gene als auch die Umwelt Einfluss auf die Intelligenz haben. Selbst wenn Sarrazin aber eine falsche These verträte, ließe das keine Rückschlüsse auf seine eigene Intelligenz zu. Die Wissenschaft lebt nun mal von "trial and error". Aber folgender Zirkelschluss gehört nunmal von jeher zum Credo linker Gutmenschen: "Wer uns widerspricht kann nicht intelligent und integer sein. Denn wenn er dies wäre, würde er uns ja beipflichten. Weil wir definitionsgemäß immer Recht haben."

    Sie sind nicht auf dem aktuellen Stand der Intelligenzforschung!
    T. S. stützt sich auf den aktuellen Stand der Forschung.
    Hier wird unbegründet gegen T. S. argumentiert und das überzeugt nicht.

    Ich frage mich überhaupt, wieso es ein Verbot gibt, definierten Personengruppen genetische Merkmale zuzuordnen und deren bedingte Verhaltensmerkmale zu untersuchen?
    Wer spricht denn hier die Verbote aus?

    Punkt.

    Ob das nun 2%, 50% oder 99% sind, ist erstmal wurscht.

    Wäre Intelligenz ein rein durch die Gesellschaft bedingtes Phänomen, könnte man jederzeit einen Schimpansen oder eben auch eine Wühlmaus in eine Schule setzen und bis zu Abitur führen.

    Anders formuliert: Was uns als Menschen von unseren tierischen Vorfahren unterscheidet, ist eben auch unsere Intelligenz, die sich über Jahrmillionen herausgebildet hat. Intelligentere Affen pflanten sich schneller fort als dumme, weil erstere Säbelzahntigern den Schädel mit einem Stein einschlugen als die dummen das noch mit bloßen Händen versuchten.

    Wobei durchaus möglich ist, dass sich Intelligenz und bspw auch ein Ich-Bewusstsein bei gestiegener gesellschaftlicher Komplexität in jüngerer Zeit (also in den letzten zehntausend Jahren) als relativ starker Evolutionsfaktor darstellen, sprich: Intelligente Homo sapiens pflanzten sich häufiger fort als dumme Homo sapiens, weil erstere schon den Ackerbau nutzten, die Töoferei erfanden etc, als letztere noch Viechern hinterhechelten und sich eher mal das Bein brachen.

    Persönlich würde ich Sarrazins These unterschreiben, dass sich das in allerjüngster Zeit umgedreht hat, dass die intelligente(re)n Homo sapiens also hierzulande weniger Kinder kriegen als die dummen. Aber davon geht weder die Welt noch Deutschland unter, noch tut's zum Thema "ist Intelligenz erblich" was zur Sache.

    • BerndL
    • 28.08.2010 um 14:40 Uhr

    dass die 50-80 % inzwischen wissenschaftlich relativ gesichert sin. Einfach mal wikipedia oder in der Fachliteratur nachschauen.

    • Ellmax
    • 29.08.2010 um 7:35 Uhr

    Ich schäme mich für Deutschland.

    Spätestens seit dem der Sozialrassismus der Apologeten der "Neuen Mitte" mit der Agenda 2010 und der schwarzen Pädagogik ihres strafenden Sozialstaates sein Gift in dieses Land gegossen hat, schäme ich mich, ein Deutscher zu sein.

    Sarrazin ist da nur ein kleiner Tropfen, der in einer großen trüben Suppe schwimmt.

    Der Anteil von Vererbung und Erwerb an der Intelligenz ist übrigens keineswegs wissenschaftlich geklärt. Die Befürworter der einen oder anderen Seite bepflastern sich mit Studien und das Pendel schwingt im Dekadenrhythmus. Wer es ganz sicher weiß, hat mit Sicherheit Unrecht.

    Intelligenz ist aber vor allem eine Definitionsfrage. "Die Intelligenz" gibt es also gar nicht. So wie ich sie verstehe, zeugen die Thesen des Herrn Sarrazin von einer eher unterdurchschnittlichen Intelligenz.

    Für die Bundesbank und seine Statistiken sollte es jedoch reichen.

  4. Warum bekommt Herr S. für sein Buch(?) eine derart große Werbebasis von den Medien kostenlos zur Verfügung gestellt (Bild/Spiegel) ?

    Die Zeit hat es nicht nötig für diesen Mann Publicity zu machen. Und wenn diese und andere Medien sich daran halten würden, Herrn S. einfach nicht zu erwähnen, so wäre auch der mediale Aufschrei viel kleiner.

    Ohne diese Plattform würde sein Buch in der Versenkung verschwinden bzw. wäre niemals daraus hervorgekrochen.

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    • Timo K
    • 28.08.2010 um 12:06 Uhr

    Ist ja auch höchstens der fünfte Artikel in den letzten 3 Tagen zu diesem Mann.
    Gut das es andere Medien auf sich nehmen Werbung zu machen, aber die Zeit fein dagegen hält. Insbesondere bei jemandem der ganz klar die Linie "auch eine schlechte Nachricht bringt Aufmerksamkeit" fährt.

    • Timo K
    • 28.08.2010 um 12:06 Uhr

    Ist ja auch höchstens der fünfte Artikel in den letzten 3 Tagen zu diesem Mann.
    Gut das es andere Medien auf sich nehmen Werbung zu machen, aber die Zeit fein dagegen hält. Insbesondere bei jemandem der ganz klar die Linie "auch eine schlechte Nachricht bringt Aufmerksamkeit" fährt.

  5. Ich gebe Sarrazin in vielem Recht und begrüße es, dass er Dinge zur Sprache bringt, die so gerne verdrängt werden.

    Aber wenn ich Wehrpflichtiger wäre, hätte ich ihn nicht gerne zum Vorgesetzten. Er erinnert mich an einen preußischen Feldwebel, mit dem nicht gut Kirschen essen ist, wenn du deinen Spind nicht ordentlich aufgeräumt hast.

  6. "150 Jahren überholt sind" - Eben nicht. Die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten führte in den Folge-Jahrzehnten dazu dass man von der Prägung des Menschen durch Sozio-Kulturelle Einflüsse ausgehen WOLLTE (mußte...) - Wissenschaftliche Erkenntnisse haben dies mittlerweile widerlegt, und belegen, wie SEHR erbliche Faktoren tatsächlich eine Große Rolle dabei spielen, wer und wie wir sind. Beobachtungen von Zwillingen, die unter völlig verschiedenen Sozialen Strukturen aufwuchsen, belegen dies beeindruckend. Aber es ist nur eine von vielen Thesen und Denkansätzen die Sarrazin anführt.

    Antwort auf "Sarazin intelligent?"
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    "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit." (Kant)

    "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit." (Kant)

  7. Also, wenn's mit Argumenten gegen die Thesen nicht klappt (weil man die noch gar nicht richtig kennt), dann probiert mans halt gegen die Person.

    Nein, es gibt keine Denkverbote. Nein, man darf alles sagen. Nein, der Mann stellt sich als Querdenker hin, obwohl er gar nicht querdenkt, weil er ja offene Türen einrennt, wenn er sagt, dass es ein Problem gibt. Niemand hat was gegen sachliche Diskussionen.

    Aber dann ist er der seltsame Mann in Nadelstreifen. Bei dem man sich Analogien im Lebenslauf zu irgendeinem Nazi-Mitläufer zusammenreimen darf. Der den Limes toll findet. Halb kleinbürgerlich-spießig, halb preußisch-landadelig aufgewachsen. Bilder über Bilder, die nur eines bezwecken sollen: Die Person anzugreifen. Wenn da irgendwas hängen bleibt beim geschätzten Publikum, muss man sich inhaltlich nicht mehr beschäftigen.

    Zeit, der Artikel ist ein weiteres journalistisches Armutszeugnis.

    Wenn man das sogenannte "Interview" von neulich als qualifizierteste derzeit verfügbare Zusammenfassung der Thesen nimmt, ist das Hauptproblem, dass gefühlte 99% der Leute bei Sarrazins Analyse intellektuell wohl einfach nicht mitkommen. Weder die Braunen, die glauben, er sage offen, was "die meisten" in Deutschland nur denken ("Türken sind scheiße, weil sie Türken sind"). Noch die Masse der leider zunehmend weniger intellektuellen Linken (qed?), die ebenfalls glaubt, er sondere diesen braunen Mist ab. Worauf letztere flugs den Beißreflex aktiviert und laut "Pfui du Schmuddelkind" ruft.

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    Ich stimme Ihnen zu.

    Anstatt jetzt klar zu stellen, daß die Zeit (und nicht nur die) - im besten Falle - der Vermarktungsstrategie des Verlages und der Aufmerksamkeitsgenerieungstaktik von Sarazin auf den Leim gegangen ist, und sich hat dazu hinreißen lassen, Inhalte zu bewerten, die sie offenkundig nicht kannte, wird nun die Person Sarazin in ungare Zusammenhänge gestellt.

    Da ich gewisse Sympathien für den journalistischen Berufsstand pflege, ist es peinlich, mitverfolgen zu müssen, wie sich Journalisten verrennen und somit ihrem Berufsstand erheblichen Schaden zufügen.
    "Die Politik" ist in Augen des "Normalbürgers" bereits ein "Saustall" und jetzt schreibt sich die vierte Gewalt um Kopf und Kragen.

    Ich wäre übrigens dankbar, wenn die Redaktion kurz mitteilen würde, wann der erste feste Zeit-Mitarbeiter das Buch des Anstoßes vollständig und konzentriert durchgelesen und sich vielleicht sogar ein Exzerpt des selben angefertigt hat. Drei Tage später dürfte dann mit dem ersten ernstzunehmenden Beitrag gerechnet werden, der den entstandenen Schaden freilich nicht mehr heilen aber vielleicht doch mildern kann.

    Was hat dieser Wind der Menschheit gebracht?
    Positiv: Moderne Maschinen. Demokratie basierend auf Wohlstand.
    Negativ: Kolonialisierung, Versklavung, Ausbeutung von Menschen. Rassismus, Verfolgung von Minderheiten uns Hass. Ich kenne kein bedeutenden moslemischen Intelektullen, der Hass zwischen Menschen verbreitet hat. So lang der Wind aus dem Orient bliess, war die Welt eine Angenehme Ort zum Leben ( Es gab kein Juden, Christen, Fremdenverfolgung) Letzendlich wird die Geschichte Urteilen welche Wind angenehme bliess.

    Ich stimme Ihnen zu.

    Anstatt jetzt klar zu stellen, daß die Zeit (und nicht nur die) - im besten Falle - der Vermarktungsstrategie des Verlages und der Aufmerksamkeitsgenerieungstaktik von Sarazin auf den Leim gegangen ist, und sich hat dazu hinreißen lassen, Inhalte zu bewerten, die sie offenkundig nicht kannte, wird nun die Person Sarazin in ungare Zusammenhänge gestellt.

    Da ich gewisse Sympathien für den journalistischen Berufsstand pflege, ist es peinlich, mitverfolgen zu müssen, wie sich Journalisten verrennen und somit ihrem Berufsstand erheblichen Schaden zufügen.
    "Die Politik" ist in Augen des "Normalbürgers" bereits ein "Saustall" und jetzt schreibt sich die vierte Gewalt um Kopf und Kragen.

    Ich wäre übrigens dankbar, wenn die Redaktion kurz mitteilen würde, wann der erste feste Zeit-Mitarbeiter das Buch des Anstoßes vollständig und konzentriert durchgelesen und sich vielleicht sogar ein Exzerpt des selben angefertigt hat. Drei Tage später dürfte dann mit dem ersten ernstzunehmenden Beitrag gerechnet werden, der den entstandenen Schaden freilich nicht mehr heilen aber vielleicht doch mildern kann.

    Was hat dieser Wind der Menschheit gebracht?
    Positiv: Moderne Maschinen. Demokratie basierend auf Wohlstand.
    Negativ: Kolonialisierung, Versklavung, Ausbeutung von Menschen. Rassismus, Verfolgung von Minderheiten uns Hass. Ich kenne kein bedeutenden moslemischen Intelektullen, der Hass zwischen Menschen verbreitet hat. So lang der Wind aus dem Orient bliess, war die Welt eine Angenehme Ort zum Leben ( Es gab kein Juden, Christen, Fremdenverfolgung) Letzendlich wird die Geschichte Urteilen welche Wind angenehme bliess.

  8. Auszug Zeit:

    Als er zum ersten Mal eine kleine Runde von Journalisten nicht nur in die Geheimnisse des nächsten Landeshaushalts einweihte, sondern den dringenden Wunsch äußerte, wenigstens einen Teil der Hartz-IV-Empfänger irgendwie aus der Stadt zu kriegen...
    --------

    Der Mann wäre besser Fotograf geworden.

    Den als "enfant terrible" der Politik zeigt er nur seine wirklichen Seiten.
    Und diese sind, stellenweise, konträr mit dem Grundgesetz und der sozialen Verantwortung einer Regierung.

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