Thilo Sarrazin: "Ich fühle mich sehr deutsch"
Thilo Sarrazin war ein erfolgreicher Finanzsenator. Doch dann begann er einen Kreuzzug gegen Arme und Fremde. Die Geschichte eines Mannes, der sich verrannt hat.
Das Erhabene, das klassisch Schöne. Die abendländische Kultur und deren Ideale. Ordnung und effektive Ökonomie. Das Weltbild des Thilo Sarrazin ist davon geprägt. Als er im Januar 1990 zum ersten Mal in seinem Leben Ost-Berlin besuchte, weil die deutsch-deutsche Wirtschaftskommission tagte, lief er am frühen Morgen durchs Brandenburger Tor und sah im aufsteigenden Sonnenlicht, wie er sich später erinnerte, das Zeughaus, den Dom und das Alte Museum. Und ihm ging das Herz auf.
Aber dann – der Alexanderplatz "mit seiner großzügigen asiatischen Hässlichkeit". Der Blick aufs Fremde, das den Volkswirtschaftler Sarrazin damals eher amüsierte als beunruhigte, denn es waren die steinernen Monumente einer untergehenden Kultur, die aus dem Osten kam. "Ich fühle mich sehr deutsch", bekannte er bei einem Treffen mit sozialdemokratischen Genossen. Das war vor drei Jahren. Trotz seiner großen Neigung zur angelsächsischen Literatur könne er sich nicht einmal vorstellen, in den USA oder England zu leben. Und erst recht nicht dort, wo die Muslime herkommen, deren Sprache, Religion und Tradition den deutschen Beamten, der sich nur in der gesellschaftlichen Oberschicht und deren mitteleuropäischen Umgangsformen wohlfühlt, geradezu abstoßen.
"Wenn ich das erleben will", schreibt Sarrazin, "kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen." Der Limes der Römer ist ihm ein Vorbild. "Zu keiner Zeit waren die Sicherung des Territoriums und die Regulierung von Zuwanderung trivial." Leider lasse sich die deutsche politische Klasse ihre Haltung zu Migrationsfragen weitgehend von Stimmen aus den Medien diktieren. Frei nach dem Motto: "Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb." Wozu das führen könnte, sagt der Titel seines Buches, das am Montag offiziell vorgestellt wird: "Deutschland schafft sich ab". Sarrazin will verhindern, dass er, seine Enkel und Urenkel "zu Fremden im eigenen Land werden".
Als der Sozialdemokrat, dessen Parteifreunde ihn großenteils nicht mehr für sozial und demokratisch halten, im Januar 2002 von einer linken Mehrheit im Berliner Abgeordnetenhaus zum Finanzsenator gewählt wurde, war davon nicht die Rede. Weder bei der SPD noch bei den Linken hatte irgendjemand das Gefühl, einen Deutschnationalen oder Rassisten ins Amt gehoben zu haben. Als der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit damals zum Telefonhörer griff, um den Ministerialbeamten und ausgebufften Manager staatlicher Unternehmen für Berlin anzuwerben, wusste er nur, dass Sarrazin ein hoch intelligenter und fachlich versierter Querkopf war, der sich auch von seinen Chefs wenig gefallen ließ.
Auch in den ersten fünf Jahren einer rot-roten Landesregierung fiel der Berliner Sparkommissar zwar durch unnachsichtige Härte auf, wenn es um die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen ging, aber nur selten durch spontane Äußerungen jenseits politischer Korrektheit. Aber einmal, als die Hauptstadt im November 2002 erbittert über höhere Kita-Gebühren diskutierte, rutschte dem Senator die Zunge aus: "Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte." Dafür musste sich Sarrazin im Parlament entschuldigen. Der Satz sei ein Missgriff gewesen. Ein Fehler, der ihm ausdrücklich leidtue. Er beschwerte sich damals auch darüber, dass in der Stadt so viele Menschen "in Trainingsanzügen herumschlurfen", aber das war verzeihlich, denn er hatte nicht unrecht.
Auch der Sarrazinsche Zornesausbruch kurz vor Weihnachten 2003 gegenüber Studierenden, die sein Büro in der Klosterstraße besetzten ("alles Arschlöcher"), blieb eine Fußnote in der tagespolitischen Chronik. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, den schnurrbärtigen Finanzsenator mit der Kritik an muslimischen "Kopftuchmädchen" oder völkischen Überfremdungstheorien in Verbindung zu bringen.
Ist irgendwann etwas vorgefallen, leidet der Mann unter einer gespaltenen Persönlichkeit? Im Nachhinein betrachtet lässt sich diese Frage verneinen. Sarrazin ist, was er immer war: ein Sohn aus gutem Hause, der sich schon früh zielstrebig nach oben orientierte und mit einem elitären Bewusstsein und einer kaum zu unterdrückenden Verachtung auf die Masse der Menschen herunterschaut. Die er großenteils für intellektuell unterentwickelt und, soweit sie sich nicht dem wirtschaftlichen Verwertungskreislauf einfügen, auch für Schmarotzer hält.
Als Sohn eines Arztes und einer westpreußischen Gutsbesitzertochter wuchs Sarrazin, der im letzten Kriegsjahr 1945 geboren wurde, im westfälischen Recklinghausen auf. Ein Städtchen zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Er ging, wie es sich für Kinder aus seiner sozialen Schicht gehörte, aufs Gymnasium Petrinum. Altsprachlich. Latein, Hebräisch, Griechisch. Er war ein Bücherwurm, der sich seit dem sechsten Lebensjahr durch tausende Bücher fraß. Ein Eigenbrötler, der schon als Kind und Jugendlicher in seiner eigenen Welt lebte. Grimms Märchen, Schwabs Sagen des klassischen Altertums, die Bestseller der Jugendliteratur bis zur fünfbändigen Ausgabe von Theodor Fontane, weil der Urlaub mit den Eltern in Finnland wenig ereignisreich war.
Später Wallenstein und Macbeth im Theater. Zeitgenössische Bühnenstücke waren nie sein Ding. Zu laut, zu grotesk, zu unordentlich. Ins Kino ging er gern. "Die Bilder der Romane und Filme formten sich in meinem Kopf zu einem Amalgam, aus dem heraus ich fühle, lebe und agiere", bekannte Sarrazin einmal in seltener Offenherzigkeit. Private Dinge gibt er sonst ungern preis. Als seine Eltern 1951 in Recklinghausen eine neue Wohnung bezogen, litt er unter dem Schutt und der Asche der Nachkriegsjahre. "Diese Zahnlückenarchitektur widersprach meinem Ordnungssinn." Als Sarrazin zum ersten Mal ins eingemauerte West-Berlin kam, erlebte er die Stadt als "chaotische Steinwüste".
Die Würde und Schönheit der europäischen Metropolen, deren Historie und imperiale Macht, das hielt Sarrazin stets gefangen. Zeitweilig erwog er, Geschichte zu studieren oder Fotograf zu werden, um die Dinge, die ihm gefielen, für immer festhalten zu können. Dann aber zog es ihn zur Ökonomie. Fast bruchlos machte er nach Abitur und Wehrdienst Karriere. Diplom, Promotion, wissenschaftlicher Angestellter, Bundesministerien, Treuhandliegenschaftsgesellschaft, Deutsche Bahn, Staatssekretär in Rheinland-Pfalz, Finanzsenator. Ein akribischer, kühler Rechner, schonungs- und kompromisslos in seinen Analysen, ein Besserwisser und Mann fürs Grobe.





das ist kein Zeit Artikel. Scheinst mit den Vorurteilen tatsächlich zentimterweit dran zu liegen..
In dem Moment, in dem die Zeit den Artikel (nach)druckt, ist sie redaktionell in der Verantwortung, auch wenn er zunächst anderswo erschienen ist.
In dem Moment, in dem die Zeit den Artikel (nach)druckt, ist sie redaktionell in der Verantwortung, auch wenn er zunächst anderswo erschienen ist.
Danke für dieses sehr gute Psychogramm. Aber jetzt sollte mal Schluss sein mit Sarrazin und seinen wirren Thesen.
Und sollte jetzt wieder das Argument von der "verfolgten Unschuld" kommen und das dieser Herr ja irgendwie doch Recht hat, aber "man" ja "hier" nicht die Wahrheit sagen kann...
Nein, nein und nochmals nein!
1. Herr Sarrazin nutzt seine quasi unkündbare Position schamlos aus, ein Weltbild zu propagieren, dass sich durch nichts belegen lässt. Überspitzt gesagt, nach Sarrazins Thesen hätte es zum Beispiel keinen Camus gegeben, Australien und die USA kämen gänzlich ohne Nobelpreisträger aus und der Europäische Hochadel, der sich ja immer untereinander selbstreproduzierte, hätte lauter Intelligenzbestien hervorgebracht.
2. Und nein, "man" kann in diesem Land alles sagen, aber man muss es dann auch aushalten wenn es Widerspruch erntet. Eine wilde These einfach so in den Raum geworfen und sich dann zu beschwehren bei Kritik, auch Empörung, dass ist keine Streitkultur, dass ist bequem und feige.
3. Natürlich gibt es auch Lösungen, aber die scheitern zumeist kläglich. Siehe Hamburger Schulreform und deren Gegner, die eben nicht ihre Kinder 6 lange Jahre lang neben den Schmuddelkindern in einen Klasseneraum sehen wollen. Auch "Busing" wäre eine Alternative. Aber das kostet Geld und ich befürchte, ein festgeschriebene Anzahl an Migranten pro Klasse, unabhängig vonm Wohngebiet, würde den gleichen Sturm der Entrüstung ernten.
Und jetzt, genug Werbung für ein Muster ohne Wert.
" Überspitzt gesagt, nach Sarrazins Thesen hätte es zum Beispiel keinen Camus gegeben, Australien und die USA kämen gänzlich ohne Nobelpreisträger aus und der Europäische Hochadel, der sich ja immer untereinander selbstreproduzierte, hätte lauter Intelligenzbestien hervorgebracht."
Sie haben nicht überspitzt, Sie haben Sarrazin nicht verstanden und von Genetik verstehen Sie auch nichts. Gerade der europäische Hochadel ist ein Beispiel gegen Ihre These. Seien Sie froh, dass Sie nicht in einem Gespräch mit Sarrazin bestehen müssen.
Sie wissen wohl noch weniger von Genetik. Alles auf Genetik abzuwälzen ist genau die Suppenrezeptur, nach der utilitaristische Monstergesellschaftsvisionen wie Sozialdarwinismus und Nazismus gebraut wurden. Sie verkennen, dass die Genetik unseren Körper vorbereitet, aber nicht bestimmt. Das macht die Umwelt, die Erfahrungen, unser Leben, unsere Biographie.
Und das Problem an Sarrazin ist, dass er einigen Menschen von Geburt an abspricht, intelligent zu werden. Das ist das fatale, und auch das ekelhafte an seinen Thesen. Er schlägt denselben Pfad ein wie einst die Sozialdarwinisten - ob bewusst oder nicht. Und ihm da nicht Einhalt zu gebieten, wäre ein gewaltiges Infernal.
Und eine Schande all den Leuten, die ihn jetzt so hochjubeln lassen!
Denn es bedeutete, dass einige Menschen für Intelligenz vorgesehen sind, andere nicht. Dabei
" Überspitzt gesagt, nach Sarrazins Thesen hätte es zum Beispiel keinen Camus gegeben, Australien und die USA kämen gänzlich ohne Nobelpreisträger aus und der Europäische Hochadel, der sich ja immer untereinander selbstreproduzierte, hätte lauter Intelligenzbestien hervorgebracht."
Sie haben nicht überspitzt, Sie haben Sarrazin nicht verstanden und von Genetik verstehen Sie auch nichts. Gerade der europäische Hochadel ist ein Beispiel gegen Ihre These. Seien Sie froh, dass Sie nicht in einem Gespräch mit Sarrazin bestehen müssen.
Sie wissen wohl noch weniger von Genetik. Alles auf Genetik abzuwälzen ist genau die Suppenrezeptur, nach der utilitaristische Monstergesellschaftsvisionen wie Sozialdarwinismus und Nazismus gebraut wurden. Sie verkennen, dass die Genetik unseren Körper vorbereitet, aber nicht bestimmt. Das macht die Umwelt, die Erfahrungen, unser Leben, unsere Biographie.
Und das Problem an Sarrazin ist, dass er einigen Menschen von Geburt an abspricht, intelligent zu werden. Das ist das fatale, und auch das ekelhafte an seinen Thesen. Er schlägt denselben Pfad ein wie einst die Sozialdarwinisten - ob bewusst oder nicht. Und ihm da nicht Einhalt zu gebieten, wäre ein gewaltiges Infernal.
Und eine Schande all den Leuten, die ihn jetzt so hochjubeln lassen!
Denn es bedeutete, dass einige Menschen für Intelligenz vorgesehen sind, andere nicht. Dabei
"Wer von phänotypischen Merkmalen, Sprache, Religion auf gesitige Fähigkeiten schließt"
Das tut Thilo Sarrazin nirgendwo, Sie haben ihn nicht verstanden oder wollen es nicht. Nach Ihrem Begriff sagt Sarrazin, dass wer Türkisch spricht, Türkisch aussieht und Moslem ist, dümmer sei als andere, das tut er aber nirgendwo, lesen Sie seine Ausführungen nochmal genau.
Eine bestimmte Klientel will nur diffamieren.
Moralisch gesehen ist die ZEIT nicht schuldlos. Sie liefert die Stichworte und die gibt die Angriffsrichtung vor.
Ich könnte jetzt noch mit meinen DDR-Erfahrungen langweilen.
Nur soviel: Besonders anfällig für die damalige Ideologie waren
Lehrerinnen (mit kleinem i).
Eine bestimmte Klientel will nur diffamieren.
Moralisch gesehen ist die ZEIT nicht schuldlos. Sie liefert die Stichworte und die gibt die Angriffsrichtung vor.
Ich könnte jetzt noch mit meinen DDR-Erfahrungen langweilen.
Nur soviel: Besonders anfällig für die damalige Ideologie waren
Lehrerinnen (mit kleinem i).
"1. Sarazin behauptet, dass Intelligenz zu 50-80% vererbbar sei.
Dieser biologistischer Ansatz ist blanker Unsinn und würde auch bedeuten, dass alle Bildungsbemühungen der Schulen völlig sinnlos sind, das man schlacht die Gene verändern kann."
Sie irren schlicht, weil Sie Wissen, Bildung und (ererbte) Intelligenz nicht auseinander halten können. Man kann im Extremfall hochintelligent und dumm sein, ebenso mit einem IQ von 90 ein großes Wissen besitzen. Bildungsbemühungen sind also immer sinnvoll, gerade für Menschen, die nicht so reich von ihrer Biologie gesegnet sind.
"2. Sarazin behauptet, dass sich die Hochbegabten in der sozialen Oberschicht tummeln."
Falsch, er argumentiert statistisch. Das heißt, Hochbegabte sind in der Oberschicht signifikant mehr vorhanden, als in anderen Schichten, das ist der eigentliche soziale "Motor" aller Gesellschaften. Während z. B. Physiker (IQ mindestens 130) durchaus als Kraftfahrer arbeiten könnten, wird das Arbeitsamt einem Kraftfahrer (IQ etwa 90) keinen Job als Physiker anbieten.
- "Seit wann hat Intelligenz etwas mit dem Geldbeutel zu tun? Oberschicht hat etwas mit ungleich verteilten Bildungschancen zu tun."
Richtig, Intelligenz hat nichts mit dem Geldbeutel zu tun! Aber wer intelligent ist, schafft es eher als der Unintelligente, einen Job mit gutem Einkommen zu erreichen. Wie will man es schaffen, in einem Land mit hochentwickelten Medien, Bibliotheken, Volkshochschulen, Bafög, einem Kind die Bildung zu verweigern?
In dem Moment, in dem die Zeit den Artikel (nach)druckt, ist sie redaktionell in der Verantwortung, auch wenn er zunächst anderswo erschienen ist.
Falsch. Sarrazin behauptet zwar, dass die in Deutschland lebenden Muslime weniger intelligent seien als die Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft. Er macht hierfür aber keineswegs die Zugehörigkeit zum Islam als solche verantwortlich, sondern vielmehr, dass es sich um Zuwanderer handelt und diese in aller Regel eine Art "Negativauslese" der entsendenden Gesellschaft darstellen. Ein Hochschullehrer von der Universität Ankara mit Eigenheim und Auto wird im Allgemeinen weniger Anlass verspüren nach Deutschand zu emigrieren als der analphabetische anatolische Schafhirte.
Ich gebe ehrenamtlich Nachhilfeunterricht in Elementarmathematik in Berlin-Neukölln für Benachteiligte.
Ich kann die Aussagen von T. S. inhaltlich bestätigen. Ich würde es aber niemals so verletzend ausdrücken.
Ich kann natürlich nicht verallgemeinern. Wo es bei meinen arabischen und türkischen Schülern mangelt ist nicht der Wille und die Motivation, sondern zum großen Teil an der Fähikeit des Denkens.
Ich habe auch zwei Vietnamesen, wo man den Unterschied so deutlich merkt, dass ein Abstreiten dieser Sachverhalte nicht mehr möglich erscheint.
Wie gesagt, ich will auf keinen Fall verletzen und denke, dass diese Sachverhalte sich auf Dauer nicht mehr verheimlichen lassen.
Die Form und Ausdrucksweise von T. S. erscheint mir korrekturbedürftig.
Serenus Zeitblom, die Sachverhalte sind sicher weithin bekannt, niemand mit Vernunft wird sie bestreiten wollen.
Strittig sind eher die Ursachen dieser Unterschiede und, daraus folgend, politische Konsequenzen.
Genetische Argumente stechen jedenfalls nicht. Immerhin ist der Nahe Osten die Wiege unserer Zivilisation. Die fernen Vorfahren Ihrer Nachhilfeschüler haben teilweise in Hochkulturen gelebt. Leider sind die kulturellen Brücken dahin abgebrochen.
Die jungen Vietnamesen wiederum stammen aus dem chinesischen Kulturkreis, wo Talent und Bildung seit ewigen Zeiten DAS Mittel zum Erfolg sind. Vielleicht war kein Land der Welt für begabte Aufsteiger so durchlässig wie China.
Kulturelle Vererbung, frühe Prägung, Vorbilder, vielleicht epigenetische Vorgänge dazu - und dann sitzt da Klein Nguyen und kapierts, und Klein Farroukh kapiert es nicht.
Daraus ergibt sich erstens: was muss geschehen, damit aus den kleinen Farroukhs trotzdem anständige Menschen werden? Welche Lebensmöglichkeiten kann man ihnen bieten, was von ihnen verlangen? Sarrazinisches Entsorgen kommt nicht in Frage.
Zweitens: wie bringt man solche Familien dazu, die Grenzen ihres kulturellen Codes zu überschreiten und die fatale Frühprägung zu mildern?
Durch freundliche Konsequenz sicher eher als durch Beleidigungen.
Drittens: wie verhindert man noch mehr solcher problematischer Zuwanderer? Indem vernünftige Bedingungen gestellt werden und die, die sie erfüllen, wirklich ohne Wenn und Aber willkommen sind.
Serenus Zeitblom, die Sachverhalte sind sicher weithin bekannt, niemand mit Vernunft wird sie bestreiten wollen.
Strittig sind eher die Ursachen dieser Unterschiede und, daraus folgend, politische Konsequenzen.
Genetische Argumente stechen jedenfalls nicht. Immerhin ist der Nahe Osten die Wiege unserer Zivilisation. Die fernen Vorfahren Ihrer Nachhilfeschüler haben teilweise in Hochkulturen gelebt. Leider sind die kulturellen Brücken dahin abgebrochen.
Die jungen Vietnamesen wiederum stammen aus dem chinesischen Kulturkreis, wo Talent und Bildung seit ewigen Zeiten DAS Mittel zum Erfolg sind. Vielleicht war kein Land der Welt für begabte Aufsteiger so durchlässig wie China.
Kulturelle Vererbung, frühe Prägung, Vorbilder, vielleicht epigenetische Vorgänge dazu - und dann sitzt da Klein Nguyen und kapierts, und Klein Farroukh kapiert es nicht.
Daraus ergibt sich erstens: was muss geschehen, damit aus den kleinen Farroukhs trotzdem anständige Menschen werden? Welche Lebensmöglichkeiten kann man ihnen bieten, was von ihnen verlangen? Sarrazinisches Entsorgen kommt nicht in Frage.
Zweitens: wie bringt man solche Familien dazu, die Grenzen ihres kulturellen Codes zu überschreiten und die fatale Frühprägung zu mildern?
Durch freundliche Konsequenz sicher eher als durch Beleidigungen.
Drittens: wie verhindert man noch mehr solcher problematischer Zuwanderer? Indem vernünftige Bedingungen gestellt werden und die, die sie erfüllen, wirklich ohne Wenn und Aber willkommen sind.
" Überspitzt gesagt, nach Sarrazins Thesen hätte es zum Beispiel keinen Camus gegeben, Australien und die USA kämen gänzlich ohne Nobelpreisträger aus und der Europäische Hochadel, der sich ja immer untereinander selbstreproduzierte, hätte lauter Intelligenzbestien hervorgebracht."
Sie haben nicht überspitzt, Sie haben Sarrazin nicht verstanden und von Genetik verstehen Sie auch nichts. Gerade der europäische Hochadel ist ein Beispiel gegen Ihre These. Seien Sie froh, dass Sie nicht in einem Gespräch mit Sarrazin bestehen müssen.
..der europäische Hochadel besteht also aus lauter hoch intelligenten Wissenschaftlern, Forschern, Nobelpreisträgern und sogenannten Leistungsträgern der Gesellschaft. Vielen Dank für den Hinweis "Paulaner" aber jetzt mal Butter bei die Fische.
Ich erwarte Namen und Leistungen, die sich nicht nur auf rein ererbtes Geld und Gut beschränken.
Aber..hach!..da fallen mir doch glatt die Habsburger ein. Viele jahrhundertlang pumperl-gesunde Nachkommen, ich vergaß.
Und die..zum Beispiel..Kennedys, die pflanzten im Geiste immer noch Kartoffeln auf der grünen Insel. Anders ausgedrückt, den alten Joseph, den hat es nie gegeben.
..der europäische Hochadel besteht also aus lauter hoch intelligenten Wissenschaftlern, Forschern, Nobelpreisträgern und sogenannten Leistungsträgern der Gesellschaft. Vielen Dank für den Hinweis "Paulaner" aber jetzt mal Butter bei die Fische.
Ich erwarte Namen und Leistungen, die sich nicht nur auf rein ererbtes Geld und Gut beschränken.
Aber..hach!..da fallen mir doch glatt die Habsburger ein. Viele jahrhundertlang pumperl-gesunde Nachkommen, ich vergaß.
Und die..zum Beispiel..Kennedys, die pflanzten im Geiste immer noch Kartoffeln auf der grünen Insel. Anders ausgedrückt, den alten Joseph, den hat es nie gegeben.
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