Sarrazins Provokationen : "Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen"

Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat die von ihm entfachte Migrationsdebatte in weiteren Interviews angeheizt und erntet damit die erwartbare Aufmerksamkeit.

Die Aufregung um den ehemaligen Finanzsenator Thilo Sarrazin wird so schnell nicht abreißen – dafür sorgt er schon selbst. "Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden", sagte Sarrazin jetzt in Welt am Sonntag und Berliner Morgenpost , wie der Axel Springer Verlag vorab meldete. Sarrazins Äußerungen riefen umgehend Widerspruch hervor.

Dieses Zitat fiel, nachdem Sarrazin im Gespräch mit den Zeitungen gefragt wurde, ob es eine genetische Identität gibt. Zuvor hatte der ehemalige Berliner Finanzsenator gesagt, die kulturelle Eigenart der Völker sei keine Legende, sondern bestimme die Wirklichkeit Europas.

"Es wird immer unsäglicher, was man von ihm hört", sagte der Berliner Senatssprecher Richard Meng. Sarrazin gebe "rechthaberischen Schwachsinn" von sich und kenne offenbar keinerlei "Grenzen des politischen Anstands mehr", fügte Meng hinzu.

Der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, sagte, es sei seit langem bekannt, dass die meisten Angehörigen einer Volksgruppe einen gemeinsamen geografischen oder genetischen Ursprung haben. "Wer die Juden über ihr Erbgut zu definieren versucht, auch wenn das vermeintlich positiv gemeint ist, erliegt einem Rassenwahn, den das Judentum nicht teilt." Sarrazin versuche nicht zum ersten Mal, Minderheiten zu polarisieren und gegeneinander aufzubringen.

Die Deutsche Bundesbank äußerte sich nicht inhaltlich zu den neuen Aussagen ihres Vorstandsmitglieds. Ein Sprecher der Bundesbank erklärte: "Es bleibt dabei, dass die Ansichten von Herrn Sarrazin seine persönliche Meinung sind, die in keinem Zusammenhang stehen mit seiner Tätigkeit als Bundesbankvorstandsmitglied."

In dem Interview erklärte SPD-Mitglied Sarrazin unter anderem auch, dass die Einwanderung bis vor wenigen Jahrzehnten für den "Genpool" der europäischen Bevölkerung nur eine geringe Rolle gespielt und sich zudem sehr langsam vollzogen habe. "Es ist nämlich falsch, dass es Einwanderungsbewegungen des Ausmaßes, wie wir sie heute haben, schon immer in Europa gegeben hätte."

Einen Austritt aus der SPD lehnte der frühere Berliner Finanzsenator kategorisch ab. Auf die Frage, warum er in der Partei bleiben werde, sagte er der Welt am Sonntag , seine Vorschläge seien sozialdemokratisch. Bei der Armutsbekämpfung entwerfe er ein Szenario, das den Arbeitslosen den Einstieg in die Arbeitswelt und sozialen Aufstieg ermöglichen solle. "Das ist sehr sozialdemokratisch", sagte er.

Führende SPD-Vertreter hatten den Bundesbanker aufgefordert, aus ihrer Partei auszutreten. Der Vorsitzende seines Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf, Christian Gaebler, sagte dem Spiegel : "Das Maß ist voll. Für den Fall, dass Herr Sarrazin nicht freiwillig aus der SPD austritt, bereiten wir ein Parteiausschlussverfahren vor."

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Kommentare

491 Kommentare Seite 1 von 62 Kommentieren

Wer stoppt diesen Mann?

Ich teile die meisten meiner Gene mit den Affen, und wenn wir die Sache noch etwas weiter treiben, auch eine ganze Menge mit der Stubenfliege. Und mit Herrn Sarrazin auch. Welche Schlüsse zieht er daraus? Offensichtlich andere als ich. Wer immer nur Unterschiede sucht, eventuell auch nur postuliert, dann verallgemeinernd schlecht über große Teile der Bevölkerung redet, ist eine Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden. Die Art, wie er Ängste schürt, erinnert zu sehr an den Stil der Dreißiger Jahre.
Warum ist er noch nicht gekündigt, verabschiedet, wegen Volksverhetzung eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet? Wer sind seine einflussreichen Freunde?

Völliger Blödsinn - das ist vollkommen durchgerechnete Kalkül - in welcher Form es aufgeht ist freilich eine andere Frage.

Der Typ hat einfach keinen Bock mehr auf seinen Job oder sonstige öffentliche Anerkennung. Dem ist es "gleich-lieb" von anderen Bestätigung oder [...] zu bekommen [...]

Das Problem ist, dass man so jemanden mit lautstarkem Protest über die Medien nur weiter dazu antreibt, [...] sein Lebensskript - weiter aufrecht erhalten zu können. [...]

Was ist also zu tun? Vielleicht einen Gang herunter schalten. Er erwartet eine massive negative Reaktion und da man ihm eben durch den Protest sowohl eine persönliche Bestätigung, wie auch massenweise PR für das Buch liefert, sollte man ihm genau diesen Gefallen NICHT tun.

Man sollte aufhören lautstark zu protestieren. Die Politik scheint dazu übergegangen zu sein, sich von dem zu distanzieren, was er verzapft und ihm ansonsten keine Plattform zu bieten. Und genau das sollte ein aufgeklärtes Volk auch tun: Sich in aller gebotenen Form von solchem Gedankengut distanzieren und dieser Person mit dem gesäten Hass nicht noch erkleckliche Buch-Gewinne zu ermöglichen.

Y.S.

Gekürzt, bitte bleiben Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.

Wird jetzt versucht...

... ihn mit aller Gewalt in einen Gegensatz zu dem Zentralrat der Juden zu bringen, so als Maximalwaffe, weil sonst nichts hilft? In der Hoffnung, dass zumindest das ihn zu Fall bringt?

Im Übrigen ist es im Judentum schon so, dass die Abstammung von einer jüdischen Mutter Pflicht ist um wirklich akzeptiert zu werden und auch kein wirklicher Wert auf Konvertiten gelegt wird. Auch wenn es kleinere Richtungen geben mag, die das anders sehen.

Rassenideologie auf der Bundespressekonferenz

Die Bundespressekonferenz e.V. sagt in Ihrer Satzung:
"Der Verein ist ein Zusammenschluss deutscher Parlamentskorrespondenten, die aus Berlin und/oder Bonn ständig und weit überwiegend über die Bundespolitik berichten."
http://www.bundespresseko...

Also sind die Rezipienten Parlamentskorrespondeten und es geht um etwas Dienstliches der Bundesrepublik also Sarrazins Funktion als Bundesbankmitarbeiter. Dann ist es ein Skandal.

Wenn es nicht im Zusammenhang mit den dienstlichen Obliegenheiten der Bundesbank steht, täuscht die Satzung der Bundespressekonferenz und der Vorstand (bestückt von ZDF und Hessischem Rundfunk mit Zwangsabgaben der Bürger) sollte über den Skandal Auskunft geben, warum mit Zwangsabgaben einem Rassideologen ein so breites Publikum geboten wird, statt Herrn Sarrazin die Marketingaufwendungen für sein Buch selbst tragen zu lassen wie jeder andere Bürger auch.

Wie man es dreht und wendet, es bleibt ein Skandal, der bis Montag 10:00 Uhr gelöst werden muss, oder ersatzweise müssen Köpfe rollen. Egal ob Steuern oder Gebühren: es ist unerträglich, dass für so einen Propaganda Gelder der Bürger missbraucht werden.

"eben so" oder "ebenso" ?

Sie meinen, man müsse so Einiges aushalten, denn "das ist in einer Demokratie ebenso".

Wie jetzt? Ist es in einer Demokratie 'ebenso', wie in einer Diktatur oder einer Oligarchie? Oder muss man es ertragen, weil es 'eben so' ist? Beide Varianten würden ja mehr oder weniger Sinn ergeben, wobei in Diktaturen und Theokratien eher Köpfe rollen, als in einer Demokratie - nicht mal im übertragenen Sinn.

Gekürzt. Bitte belassen Sie es beim Austausch sachlicher Argumente. Danke. Die Redaktion/sh

Wie bitte?

Judentum ist eine Religion. Wie soll da, bitteschön, etwas mittels Vererbung übertragen werden? Sollte Thilo Sarrazin im Deutschunterricht gepennt oder ihn geschwänzt haben: Ich empfehle ihm dringend die Lektüre von Lessings Nathan der Weise. Ende der Durchsage.

Thilo Sarrazins Aussage ist deshalb rassistisch.

Nicht Rassistisch.

@VMK: Wenn sich die Angehörigen einer Religion über Jahrtausende hinweg weitgehend untereinander fortpflanzen, kann das durchaus zu unterschiedlichen Gen-Poolen führen (um das hässliche Wort "Rasse" zu vermeiden); wo waren Sie im Biologieunterricht? Eine derartige Aussage ist auch nicht "rassistisch", da es am diskriminierend-abwertenden Charakter fehlt. Ebensogut könnten Sie die Feststellung, dass es auf der Welt blonde und schwarzhaarige Menschen gibt, als rassistisch bezeichnen.

Und Nathan der Weise befasst sich in keiner Weise mit der Existenz oder gar der Wertigkeit von Rassen. Er ruft vielmehr zur Toleranz zwischen den Religionen auf.

Wie man Jude wird

Aber man muss nicht unbedingt als Jude geboren werden. Was ist mit den Menschen, die zum Judentum übertreten? An diesen Menschen scheitern die Gene. Schließlich wechselt man nur seine Religion, jedoch kein einziges seiner Gene.

Und was ist eigentlich mit Adoptivkindern?

Als ich getauft wurde ist meine DNA schließlich auch gleich geblieben. Oder haben etwa auch alle Katholiken ein bestimmtes gemeinsames Gen?

Haplogruppen

Sie teilen kein "Judengen", besagt der Link. Bestimmte Haplogruppen sind unter ihnen sehr verbreitet und typisch.

Mit den Basken könnte es sich ähnlich verhalten, aber daraus ein "Gen" zu machen, ist schlicht dummes Gewäsch.

Die Bevölkerung in Nahost und Südeuropa dürfte im Übrigen ein wilder genetische Mix sein.

Wenn Thilo der Sarazene nah "reinen Rassen" sucht, kann er nach Island gehn, oder nach Indien zu den Parsi. Die heiraten nur untereinander und sind genetisch fast reine Altperser. Was sie aber weder besser noch schlechter als andere Menschen macht.

Das Judentum ist eine Gemeinschaft mit gleicher Geschichte, Kultur und Religion.
Die Juden verstehen sich nicht nur als eine Religionsgemeinschaft, sondern auch direkt als ein historisches Volk der Israeliten.
Es ist also falsch zu behaupten, dass der Gedanke, die Juden würden ein bestimmtes Gen teilen (so unwichtig und dümmlich er auch sein mag), mit der Tatsache zu widerlegen ist, dass das Judentum eine Religion ist.

"Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen"

Diese Behauptung ist so gesagt falsch (und wie schon gesagt dümmlich, unwichtig und möglicherweise auch gefährlich), aber den Gedanken gänzlich zu verwerfen ist auch falsch.

Anhang:

Auch der Vergleich mit den Basken ist sehr unglücklich gelungen, um nicht zu sagen, er ist dumm!
Es reicht ein Blick auf den Wikipediaeintrag zu "Basken". Unter dem Abschnitt "Definitionen" werden hier mehrer Antworten auf die Frage "Wer sind die Basken?" gefunden.
Wenn er unbedingt von Genen und letztlich von Rassen sprechen möchte, hätte er beispielsweise die Pygmäen herbeiziehen können.
Aber ich kenne mich mit diesem Thema nicht sonderlich aus.
Herr Sarrazin allerings auch nicht, was mich darauf schließen lässt, dass er scheinbar ein harmloser Trottel ist, der jedes Fettnäpfchen mitnimmt. Vielleicht sind die Denkanstöße in richtung der Integrationsfrage wichtig, nur macht er diese und sich mit solchem Geschwätz von einem jüdischen Gen und der gleichen lächerlich, gar gefährlich.

Wenn für Sie...

...die Kinder nicht vom Storch kommen, dann sollten auch Sie nachvollziehen können, dass Bevölkerungsgruppen, die sich mehrheitlich untereinander fortpflanzen, zwangsläufig einen spezifischen Genpool untereinander herausbilden, der sie von anderen Bevölkerungsgruppen unterscheidet.
Mit ein wenig Kenntnissen aus der Biologie lässt sich dies auch wissenschaftlich nachvollziehen.
Das in Deutschland ALLES als gefährlich angesehen wird, was auch von Adolf Hitler unterstützt wurde, ist ein Problem für sich. Demzufolge sollte heute eigentlich auch niemand mehr Mercedes fahren.

Lesen bildet.

Auch wenn ich, wohl wie Sie, eine individuelle Verurteilung auf Grund von Religionszugehörigkeit oder eine Wesensbestimmung auf der Basis von Genanalysen ablehne, so würde ich doch eher vorschlagen, vielleicht mal zwischen Rabat und Rawalpindi runde 250 Millionen Ausgaben von "Nathan der Weise" auf Arabisch/Persisch/Urdu/etc. vom Himmel zu werfen. Würde denen sicher auch gut tun. Und um mir eine eigene Antwort auf Ihre Aussage zu ersparen, zitiere ich von etwas weiter oben:

Im Übrigen ist es im Judentum schon so, dass die Abstammung von einer jüdischen Mutter Pflicht ist um wirklich akzeptiert zu werden und auch kein wirklicher Wert auf Konvertiten gelegt wird. Auch wenn es kleinere Richtungen geben mag, die das anders sehen.

Der Zeit würde ich mal eine Sonderbeitrag zum Theman Sach- und Inhaltsebene wünschen, um den Schisselameng hier wenigstens mal etwas zu begrenzen.
Schönen Tag noch.

Kein jüdisches Gen

Es mag ja sein, dass Juden bei der Partnerwahl Gleichgläubige bevorzugen, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber wieso sollte dabei ein bestimmtes Gen oder bestimmte Gene vererbt werden??
Es möchte sicher niemand leugnen, dass Menschen einer Religion biologisch nichts gemein haben müssen. Wenn Juden also groß, klein, dick, dünn, dunkelhäutig, hellhäutig, blond, rothaarig ETC sind, was um alles in der Welt, soll sich dann als typisch jüdisches Gen weitervererben?!bn

@derkaiser: Es gibt keinen "Judentest".

Bei dem mtDNA-Test geht es um die Aschkenasim - also schon mal nicht um alle Juden. Und von denen wiederum haben 40% (!!) genetische Gemeinsamkeiten, welche in anderen Bevölkerungsgruppen praktisch nicht vorkommen. Aus dem Link geht selbst ohne weitere Kenntnisse eindeutig hervor, dass in jeden Fall weitaus weniger als 40% aller Juden dieses Gen haben. Zu was soll ein Test diesbezüglich also taugen?

Beim Y-Chromosom wiederum heißt es total vage, dass "bestimmte Haplogruppen mit jüdischen Populationen in Verbindung gebracht werden". Ziemlich schwammig. Die Macher dieser Website wissen bestimmt selbst ganz genau, dass damit kein "Beweis" möglich ist, ob man jüdische Vorfahren hatte oder nicht.

Und das eins klar ist:
Wenn es ein "Judengen" gäbe, was würde das dann bedeuten? Eigentlich nur eins: Dass Juden über viele Jahrhunderte hinweg gesellschaftlich isoliert waren. Es wäre kein Hinweis oder gar Beweis für irgendeine wie auch immer geartete "Rassentheorie".

Die Unterschiede sind spannend

"Wenn es ein "Judengen" gäbe, was würde das dann bedeuten? Eigentlich nur eins: Dass Juden über viele Jahrhunderte hinweg gesellschaftlich isoliert waren. Es wäre kein Hinweis oder gar Beweis für irgendeine wie auch immer geartete "Rassentheorie"."

Das wäre nur ein Hinweis darauf, dass es sich um eine Bevölkerungsgruppe handelt, die sich "durch die Isolierung" genetisch von anderen Menschengruppen unterscheidet. Das ist es, was Sarrazin, viele Wissenschaftler und ich behaupten.

Inszenierter Streitpunkt ...

Im Gegensatz uzu Christentum und Islam hat das Judentum nie missioniert. Die Zugehörigkeit zum Judentum definiert sich über die Mutter. Also ist das Judentum eben keine "Religion", sondern eine Bezeichnung für eine Ansammlung von Stämmen aus Palästina, die vor zweitausend Jahren von dort vertrieben wurden. Es ist anzunehmen, dass angesichts der antisemitischen Dauerverfolgung eine Vermischung mit anderen Völkern erst spät eingesetzt hat. Ob die herausragenden Fähigkeiten dieses Volkes (Musik, Naturwissenschaften etc.) nun genetisch oder sozio-kulturell bedingt sind, ist eher zweitrangig. Auch Herrn Sarrazin ist das letzlich egal. Er sieht halt Deutschland nicht als Weltsozialamt für Völker, die nichts zu unserem Wohlstand beitragen wollen und können. Die demographische Katastrophe erfordert aber eigentlich eine Auswahl der Migranten nach Befähigung. Kanada, Australien und Neuseeland tun genau dies !

Laut Artikel in der New York Times

gibt es Untersuchungen, die belegen, dass es messbare genetische Übereinstimmungen gibt.
Das ist seriöse Wissenschaft: Überraschung gab es hinsichtlich darüber, wie stabil gewisse Abstammungen nachweisbar sind und wie verhältnismäßig gering andere Einflüsse.
Demnach ist der genetische Unterschied zwischen sephardischen Juden und den Aschkenasim geringer als zwischen Juden und Europäern allgemein. (Zwei regional unterschiedlich in Europa siedelnde jüdische Bevölkerungsgruppen) sogar die "Abspaltung" der irkaischen und iranischen Juden ließe sich demnach um 2500 Christus nachweisen durch genetische Diffenrenzierung und begründet trotzdem noch eine höhere genetische Verwandtschaft untereinander als mit den Europäern.
Es handelt sich also um wissenschaftliche Fakten und keineswegs um Rassismus.
Diese Stabilität war von den Forschern nicht erwartet worden.

H.

Bitte nennen Sie Quellen für Ihre Thesen. Die Redaktion/sh

@paulaner

Wenn Sie (wie auch Sarrazin) behaupten, dass es ein "Judengen" gibt, dann liegen Sie schlicht falsch. Es gibt keines.

Die Frage nach einem "Judengen" weckt Verdachtsmomente. Ich habe noch nie gehört, dass z.B. die Spanier Überlegungen anstellen, wie stark sie sich von den hispanischen Amerikanern genetisch unterscheiden. Warum auch? - Wieso also diese Frage in Bezug auf Juden? Diese Diskussion ist für mich erst dann in Ordnung, wenn ich mit derselben Selbstverständlichkeit höre, dass ein Bayer sein genetisches Erbe mit einem Friesen vergleicht.

Weiterhin behauptet Sarrazin, er sei kein Antisemit oder Rassist. Das ist bei derlei provokanten Aussagen in etwa so, als würde ich mit einer Kalaschnikow in der Fußgängerzone herumlaufen und die herbeigerufenen Polizei betont harmlos beruhigen mit den Worten: "Aber ich habe doch noch gar nicht geschossen."

Es geht nicht darum, jemanden sein Recht auf Meinungsäußerung zu verbieten. Es geht darum, dass jeder NACHDENKEN darf, bevor er den Mund aufmacht. Und gerade ein Sarrazin, der seine intellektuelle Überlegenheit gegenüber Ausländern betont, sollte sich nicht scheinheilig rausreden. Seine Worte sind entweder dumm oder bösartig, weil allzu einfach für "braune Socken" als Argument zu missbrauchen. Sein kokettes Gehabe macht es nicht besser.

Genetik

"sogar die Abspaltung der irkaischen und iranischen Juden ließe sich demnach um 2500 Christus nachweisen durch genetische Diffenrenzierung und begründet trotzdem noch eine höhere genetische Verwandtschaft untereinander als mit den Europäern."

vor Christus? - Um 2500 v. Chr. gabs noch gar keine Juden.
nach Christus? - Soweit sind wir noch nicht...

Der genet. Hammingabstand zw. den Koanim und allen anderen Juden ist übrigens größer als der zw. Spharadim und spanischen Goim.

Allerdings ist das völlig belanglos, da derlei Genausprägungen keinerlei Effekt auf Kultur, Intelligenz oder Integrationsbereitschaft zeitigen.

Ich bleibe dabei: Juristen, BWLer und Theologen, bitte nicht über Genetik faseln!

Hat Sarrazin eine Kalaschnikow?

"Weiterhin behauptet Sarrazin, er sei kein Antisemit oder Rassist. Das ist bei derlei provokanten Aussagen in etwa so, als würde ich mit einer Kalaschnikow in der Fußgängerzone herumlaufen und die herbeigerufenen Polizei betont harmlos beruhigen mit den Worten: "Aber ich habe doch noch gar nicht geschossen."

Nein, das ist so, als würden Sie in der Fußgängerzone rumlaufen, einen neuen Besenstiel im Arm, und ein paar Blockwarte würden rufen: Der hat eine Kalaschnikow! Polizei!
Und wenn Sie dann verstört sagen, das ist doch nur ein Besenstiel, sagen die Umstehenden: Aber es hätte eine Kalaschnikow sein KÖNNEN! Und schiessen wollte er damit auch - der Mörder!!

[...]

Bitte unterlassen Sie Provokationen. Die Redaktion/is

100 % Zustimmung

Schwachsinn bleibt Schwachsinn, auch wenn´s schön verpackt ist.
Wie, bitte schön, soll es ein Judengen geben? Ein Jude ist ein Mensch (!!!), der einer bestimmten Religionsgemeinschaft angehört. *Sarkasmus an* Wenn er Christ werden würde, würde sich logischerweise auch sein Gen ändern...*Sarkasmus aus*
So, so, ...
Für die Rechten gibt es eine automatische Abwehrhaltung, die sind zu offensichtlich rechts, da bekennt man sich nicht dazu.
Aber schön intellektuell verpackt und dann der Vorstand einer Bank...da springt man schon mal drauf. Wenn DER das sagt, kann es ja sooo verkehrt nicht sein.
Denkste! Es ist und bleibt rechtes Gedankengut!

Der Fortschritt schreitet fort

"Schwachsinn bleibt Schwachsinn, auch wenn´s schön verpackt ist.
Wie, bitte schön, soll es ein Judengen geben? Ein Jude ist ein Mensch (!!!), der einer bestimmten Religionsgemeinschaft angehört."

Natürlich gibt es Gene, die in bestimmten Etnien gehäuft vorkommen. Und Juden kann man selbstverständlich genetisch identifizieren, so wie Kaukasier und Schwarzafrikaner auch. Juden sind nämlich auch ein Volk, nicht nur eine Religionsgemeinschaft. Das ist in der Welt längst bekannt, hier kommt es tröpfchenweise an:

"Die Aussage „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen“ ist das Ergebnis der Studie eines Forscherteams um Harry Ostrer von der New York University.

„Zwei Forschergruppen haben unabhängig voneinander Proben aus dem Erbgut hunderter Juden aus verschiedenen Regionen Europas, Asiens und Afrikas auf Verwandtschaftshinweise untersucht...
»Die Studie stützt die Idee eines jüdischen Volkes mit gemeinsamer genetischer Historie«, sagt Ostrer, Leiter der Studie, die vor zwei
Wochen im »American Journal of Human Genetics« veröffentlicht wurde.

Quelle:
http://www.juedische-allg...
Artikel von Sascha Karberg, erschienen in der Jüdischen Allgemeinen vom 17.06.2010
„Kinder Abrahams - Neueste Forschungen bestätigen die gemeinsame nahöstliche Herkunft aller Juden“

@paulaner

Ich DENKE mir, dass Sie natürlich der Meinung sein dürfen, die Kalaschnikow sei nur ein Besenstiel. Und darüber könnten wir gerne reden und schauen, ob und wie wir zu einem gemeinsamen Standpunkt kommen.

Aber weiterhin DENKE ich mir auch, dass Ihr letzter Satz zeigt, dass ein Gespräch mit Ihnen nicht möglich ist. Sie diffamieren und beleidigen, ohen dass ich Ihnen hierzu einen Anlass gegeben hätte. Das tun Menschen meist dann, wenn sie wissen, dass sie keine sachlich überzeugenden Argumente haben.

[...]

Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde moderiert. Bitte setzen Sie eine sachliche Debatte fort. Die Redaktion/is