Stuttgart 21 Polizei holt Demonstranten vom Bahnhofsdach

Spezialkräfte haben die Besetzung des Stuttgarter Hauptbahnhofs durch Gegner des Bahn-Großprojektes Stuttgart 21 beendet. Die Abrissbagger setzten ihre Arbeit fort.

Die Protestierenden hatten am späten Mittwochnachmittag das Bahnhofsdach erklommen und wollten es freiwillig erst wieder verlassen, wenn Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Abriss des alten Gebäudes stoppt. Spezialkräfte hätten die Besetzer überrascht und vom Dach geholt, sagte der Polizeisprecher. Das Abbruchunternehmen hatte die für das Milliardenprojekt Stuttgart 21 nötigen Arbeiten vorübergehend unterbrochen. Später setzten die Bagger ihre Arbeit fort.

Innenminister Heribert Rech (CDU) kritisierte die Aktion der Demonstranten scharf. "Es geht auch nicht, dass Züge behindert, Rettungskräfte gestört, Straßen blockiert und die Innenstadt lahmgelegt wird", sagte er. Das habe nichts mehr mit demokratischem Protest zu tun, "hier werden die Grenzen eindeutig überschritten". Die Gegner müssten die demokratischen Entscheidungen akzeptieren und einsehen, dass der Protest viel zu spät komme, Unfrieden und Zwietracht säe. Die Grünen widersprachen Rech. Fragen zu Finanzierung, Sicherheit und Verkehrspolitik sollten "nicht mit dem Abrisslärm" übertönt werden, sagte die Landesvorsitzende Silke Krebs.

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Hinter dem Namen Stuttgart 21 verbergen sich ein neuer Durchgangsbahnhof unter der Erde, ein unterirdischer Schienenring und die Anbindung an die geplante Schnellbahnstrecke nach Ulm. Das Gesamtprojekt soll die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm auf 28 Minuten fast halbieren und die Landeshauptstadt an die europäische Schienenmagistrale Paris-Budapest anbinden. Kostenpunkt für Stuttgart 21 heute: 4,1 Milliarden Euro.

Der Protest wird durch zwei Elemente emotionalisiert: Zum einen sollen im Schlossgarten an der Südseite des Bahnhofs fast 300 uralte Bäume fallen. Zum andern sollen die beiden Seitenflügel des denkmalgeschützten Bauwerks von Paul Bonatz (1877- 1956) entfernt werden.

Der Aufruhr hatte schon am Abend zuvor begonnen: Tausende Demonstranten hatten gegen den Abriss des denkmalgeschützten Kopfbahnhofs protestiert. Nach Ende der eigentlichen Arbeiten, die am frühen Nachmittag begonnen hatten, zogen die Protestler durch die Innenstadt der baden-württembergischen Landeshauptstadt und legten den Verkehr lahm. Die Demonstranten blockierten drei große Kreuzungen und zwei Bundesstraßen. Die Polizei richtete zahlreiche Umleitungen ein, das Verkehrschaos blieb dennoch nicht aus. Es bildeten sich lange Rückstaus, teilweise bis an den Stadtrand.

Auch unmittelbar am und im Bahnhof herrschten teils chaotische Zustände. Demonstranten veranstalteten eine Sitzblockade vor dem Bauzaun – einige wurden später weggetragen. Im Bahnhof hinderten Demonstranten für rund eine Stunde einen TGV-Schnellzug in Richtung Paris an der Abfahrt. Die Bundespolizei sperrte aus Sicherheitsgründen die daneben liegenden Gleise ab. Es kam zu Verspätungen im Bahnverkehr.

Auch auf dem Boden soll die Dauerblockade weitergehen. Einer der Initiatoren des Protestes gegen das Milliarden-Bahnprojekt , Fritz Mielert, kündigte an, dass Demonstranten mindestens bis Freitag vor dem Baugelände sitzen bleiben werden, um Lastwagen daran hindern, Abrissschutt wegzufahren. Es sollen noch andere nicht näher genannte Aktionen in den nächsten Tagen folgen. Für Freitagabend ist zudem eine Großdemonstration mit Menschenkette um den nahe gelegenen Landtag geplant.

Nach Ansicht der Polizei haben die Proteste "ihren friedlichen Charakter verloren". Feuerwehr und Rettungskräfte seien behindert und bedrängt sowie Besucher eines Weinfestes mit Eiern beworfen worden. Zudem seien aus Gruppen von Straßenblockierern Flaschen geflogen. "Dies hat mit verständlichen Protesten sowie zivilem Ungehorsam bei Weitem nichts mehr zu tun", klagte Polizeipräsident Siegfried Stumpf. Die Initiatoren weisen die Vorwürfe zurück. "Generell versucht die Politik uns über die Polizei zu kriminalisieren", sagte Matthias von Herrmann, Sprecher der sogenannten Parkschützer. Alles sei friedlich geblieben.

Bei dem möglicherweise 4,1 Milliarden Euro teuren Vorhaben wird der Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt, mit einem unterirdischen Ring an die Zulaufstrecken und mit einem Tunnel an den Flughafen und die Schnellbahnstrecke nach Ulm angebunden. Seit Wochen protestieren Zehntausende Menschen gegen das Milliardenprojekt – am Mittwochabend auch in New York: Knapp zehn Deutsche demonstrierten mit Trillerpfeifen und Gegröle auf dem Times Square gegen das Bauvorhaben.

 
Leser-Kommentare
  1. ist absolut berechtigt. Die Bevölkerung will das Projekt nicht. Der OB von Stuttgart und der Ministerpräsident von BW sollten den Hut nehmen.
    Bürger wehrt Euch.

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    Wie kommen Sie dazu für die gesamte Bevölkerung zu sprechen? Der Umbau ist in einem Demokratischen Verfahren beschlossen worden. Ein Teil der Bevölkerung möchte ihn nicht und hat keine Lust demokratische Beschlüsse zu akzeptieren und geht dem Rest der Bevölkerung nun täglich auf die Nerven.

    ...in Stuttgart - und vielleicht auch bald im ganzen Land. Das nicht mehr von Bürgerinteressen sondern von einer Mafia aus Kapital, Konzernen und Politikern regiert wird. Während in Stuttgart ein denkmalgeschützter Bahnhof abgerissen wird hockt der Bürgermeister Schuster feixend mit ein paar "Honoratioren" bei der Weindorferöffnung. Möge ihm der Trollinger im Hals steckenbleiben.

    • trueQ
    • 26.08.2010 um 9:14 Uhr

    Woher wissen Sie, dass "die Bevölkerung" S21 nicht will? Als Ulmer kann ich nur klar sagen: sowohl die Neubaustrecke als auch S21 samt Flughafenanbindung sind dringend notwendig.

    Diejenigen, die jetzt demonstrieren, haben offenbar die letzten 10 Jahre über nur eines getan: geschlafen.

    Und besonders diejenigen, die im Rollstuhl sitzen, werden dankbar sein, wenn Stuttgart 21 endlich steht....

    Es muss dringend etwas getan werden, der Bahnhof ist einfach nicht behindertengerecht. (und es handelt sich hier ja nicht um nen kleinen Dorfbahnhof, bei dem man mal drüber hinweg sehen könnte)

    Das Einzige, was ich begrüßen würde ist, wenn die schönen alten Bäume im Park nicht weichen müssen.

    Wie kommen Sie dazu für die gesamte Bevölkerung zu sprechen? Der Umbau ist in einem Demokratischen Verfahren beschlossen worden. Ein Teil der Bevölkerung möchte ihn nicht und hat keine Lust demokratische Beschlüsse zu akzeptieren und geht dem Rest der Bevölkerung nun täglich auf die Nerven.

    ...in Stuttgart - und vielleicht auch bald im ganzen Land. Das nicht mehr von Bürgerinteressen sondern von einer Mafia aus Kapital, Konzernen und Politikern regiert wird. Während in Stuttgart ein denkmalgeschützter Bahnhof abgerissen wird hockt der Bürgermeister Schuster feixend mit ein paar "Honoratioren" bei der Weindorferöffnung. Möge ihm der Trollinger im Hals steckenbleiben.

    • trueQ
    • 26.08.2010 um 9:14 Uhr

    Woher wissen Sie, dass "die Bevölkerung" S21 nicht will? Als Ulmer kann ich nur klar sagen: sowohl die Neubaustrecke als auch S21 samt Flughafenanbindung sind dringend notwendig.

    Diejenigen, die jetzt demonstrieren, haben offenbar die letzten 10 Jahre über nur eines getan: geschlafen.

    Und besonders diejenigen, die im Rollstuhl sitzen, werden dankbar sein, wenn Stuttgart 21 endlich steht....

    Es muss dringend etwas getan werden, der Bahnhof ist einfach nicht behindertengerecht. (und es handelt sich hier ja nicht um nen kleinen Dorfbahnhof, bei dem man mal drüber hinweg sehen könnte)

    Das Einzige, was ich begrüßen würde ist, wenn die schönen alten Bäume im Park nicht weichen müssen.

  2. Wie kommen Sie dazu für die gesamte Bevölkerung zu sprechen? Der Umbau ist in einem Demokratischen Verfahren beschlossen worden. Ein Teil der Bevölkerung möchte ihn nicht und hat keine Lust demokratische Beschlüsse zu akzeptieren und geht dem Rest der Bevölkerung nun täglich auf die Nerven.

    Antwort auf "Ziviler Ungehorsam...."
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    • Hickey
    • 26.08.2010 um 9:24 Uhr

    Naja, demokratie hin oder her...das ganze System ist so undurchsichtig, das sich der Bürger eben verarscht vorkommt, wenn es heißt, Geld für eure Kinde nein, aber für den Bahnhof haben wir mal eben 4 Milliarden über.

    In einer Demokratie, sollte das Volk hier mehr mitentscheiden, sonst ist keine richtig demokratie mehr...siehe 5 parteien system oder USA 2 parteien system.

    Klar kann man sich noch hier eine Demokratie erglauben, aber in wirklichkeit ist sie schon sehr eingeschränkt.
    Ein Hoch auf die Schweizer und ihre Volksabstimmungen, sowas fehlt hier.

    Aber dann heißt es wieder, der dumme Bürger hat ja eh keine Ahnung und versteht die Komplexitität der Sache nicht.

    Jaja, am ende kann man sich alles so hindrehen wie es passt :)

    Ist es ein demokratisches Verfahren, wenn unter der Vorenthaltung von Informationen Entscheidungen von einer kleinen -zwar zur Herrschaft bestimmten - Gruppe getroffen werden und diese Entscheidung von einer Mehrheit der von dem Ergebnis der Entscheidung Betroffenen abgelehnt wird?

    @flusser: Ja, da will wieder mal jemand mitreden, der überhaupt nichts über den Sachverhalt weiß. Hauptsache was gesagt.

    Da tun sich hetzt wieder einige Foristen ganz besonders hervor. "In einem demokratischen Verfahren...." "Mehrzahl der Bürger dafür.." Warum kann jeder seine Meinung als fundiert und recherchiert hier einstellen? Mappus, ein Demokrat? Lesen sie mal die Biografie dieses Menschen. Wir alle wissen, dass in Großprojekten dieser Art eine Menge Schmiergeld drinsteckt. Seit 2003 weigert sich die Bundesregierung, Korruption von Politkern unter Strafe zu stellen. Warum wohl? Und Grube, direkter Nachfahre von Mehrdorn, bläst die Backen auf. Kein Wunder, er muss die technisch unzulängliche Bahn ja nicht nutzen, sondern fährt in seiner klimatisierten Luxusklasse durch die Gegend wenn er nicht fliegt. Schauen sie sich die Bahnhöfe an. Reisende rennen zu den Anschlusszügen. Um dann zu erfahren, dass die Schleuder doch nicht abgeht.
    Dafür soll Kulturgut vernichtet werden: Der denkmalgeschützte Bahnhof wird abgerissen, im Schlosspark werden bis zu 200 Jahre alte Bäume gefällt. Da setzen sich die dreisten Drei (Grube, Mappus und Schuster) als die "Speere vom Neckar" ein Denkmal.
    Als das DDR Regime das Berliner Stadtschloss sprengen lies, war die Betroffenheit groß. Aber auch hier wird für nutzloses Prestigegeprotze vieles unwiederbringlich geopfert. Das die Proteste so massiv sind, stört nur die, die ihre "Schein-"Demokratie ungestört in Hinterzimmern ausleben wollen. Mir ist der Protest noch zu brav, ich hoffe da geht noch was
    Ich unterstütze diesen Mist nicht, ich fahre keine Bahn mehr.

    • Hickey
    • 26.08.2010 um 9:24 Uhr

    Naja, demokratie hin oder her...das ganze System ist so undurchsichtig, das sich der Bürger eben verarscht vorkommt, wenn es heißt, Geld für eure Kinde nein, aber für den Bahnhof haben wir mal eben 4 Milliarden über.

    In einer Demokratie, sollte das Volk hier mehr mitentscheiden, sonst ist keine richtig demokratie mehr...siehe 5 parteien system oder USA 2 parteien system.

    Klar kann man sich noch hier eine Demokratie erglauben, aber in wirklichkeit ist sie schon sehr eingeschränkt.
    Ein Hoch auf die Schweizer und ihre Volksabstimmungen, sowas fehlt hier.

    Aber dann heißt es wieder, der dumme Bürger hat ja eh keine Ahnung und versteht die Komplexitität der Sache nicht.

    Jaja, am ende kann man sich alles so hindrehen wie es passt :)

    Ist es ein demokratisches Verfahren, wenn unter der Vorenthaltung von Informationen Entscheidungen von einer kleinen -zwar zur Herrschaft bestimmten - Gruppe getroffen werden und diese Entscheidung von einer Mehrheit der von dem Ergebnis der Entscheidung Betroffenen abgelehnt wird?

    @flusser: Ja, da will wieder mal jemand mitreden, der überhaupt nichts über den Sachverhalt weiß. Hauptsache was gesagt.

    Da tun sich hetzt wieder einige Foristen ganz besonders hervor. "In einem demokratischen Verfahren...." "Mehrzahl der Bürger dafür.." Warum kann jeder seine Meinung als fundiert und recherchiert hier einstellen? Mappus, ein Demokrat? Lesen sie mal die Biografie dieses Menschen. Wir alle wissen, dass in Großprojekten dieser Art eine Menge Schmiergeld drinsteckt. Seit 2003 weigert sich die Bundesregierung, Korruption von Politkern unter Strafe zu stellen. Warum wohl? Und Grube, direkter Nachfahre von Mehrdorn, bläst die Backen auf. Kein Wunder, er muss die technisch unzulängliche Bahn ja nicht nutzen, sondern fährt in seiner klimatisierten Luxusklasse durch die Gegend wenn er nicht fliegt. Schauen sie sich die Bahnhöfe an. Reisende rennen zu den Anschlusszügen. Um dann zu erfahren, dass die Schleuder doch nicht abgeht.
    Dafür soll Kulturgut vernichtet werden: Der denkmalgeschützte Bahnhof wird abgerissen, im Schlosspark werden bis zu 200 Jahre alte Bäume gefällt. Da setzen sich die dreisten Drei (Grube, Mappus und Schuster) als die "Speere vom Neckar" ein Denkmal.
    Als das DDR Regime das Berliner Stadtschloss sprengen lies, war die Betroffenheit groß. Aber auch hier wird für nutzloses Prestigegeprotze vieles unwiederbringlich geopfert. Das die Proteste so massiv sind, stört nur die, die ihre "Schein-"Demokratie ungestört in Hinterzimmern ausleben wollen. Mir ist der Protest noch zu brav, ich hoffe da geht noch was
    Ich unterstütze diesen Mist nicht, ich fahre keine Bahn mehr.

  3. ...in Stuttgart - und vielleicht auch bald im ganzen Land. Das nicht mehr von Bürgerinteressen sondern von einer Mafia aus Kapital, Konzernen und Politikern regiert wird. Während in Stuttgart ein denkmalgeschützter Bahnhof abgerissen wird hockt der Bürgermeister Schuster feixend mit ein paar "Honoratioren" bei der Weindorferöffnung. Möge ihm der Trollinger im Hals steckenbleiben.

    Antwort auf "Ziviler Ungehorsam...."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn Sie Ihre euphorische Redensart konsequent weiterführen,
    sind Sie auf dem Weg zur "Weltrevolution". Denn das was Sie so grundlegend zugespitzt kritisieren, ist diese Gesellschaft. Diese müssten Sie dann wohl abschaffen. Aber Sie haben bestimmt schon eine für alle verständliche, bürgernahe,zutiefst demokratische Altzernative. Oder nicht?

    • TDU
    • 26.08.2010 um 13:48 Uhr

    Falls Sie das ernst nehmen, können Sie gegen alles im Nachinein protestieren, was ordnungsgemäß beschlossen wurde. Denn im Nachhinein können Sie immer einen Haken finden. Baukostensteigerungen bei der öffentlichen Hand gabs immer schon, auch deswegen weil die Verpflichtung bestand und noch besteht, das billigste Angebot der Ausschreibung zu nehmen.

    Ausserdem lassen Sie die Rechte derer ausser Acht, die das Projekt wollen. Gehen diese auch auf die Strasse, könnten wir bald eine Entscheidungsfindung nach Fäusten oder Waffen haben.

    Denken Sie mal drüber nach und fragen sich, was Ihnen lieber ist.

    Ganz nebenbei verharmlosen Sie die Mafia. Mögliche Gegner eines Projekts werden von diesen Entscheidern schon im Vorfeld kaltgestellt.

    Entfernt. Beteiligen Sie sich bitte mit konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sh

    Wenn Sie Ihre euphorische Redensart konsequent weiterführen,
    sind Sie auf dem Weg zur "Weltrevolution". Denn das was Sie so grundlegend zugespitzt kritisieren, ist diese Gesellschaft. Diese müssten Sie dann wohl abschaffen. Aber Sie haben bestimmt schon eine für alle verständliche, bürgernahe,zutiefst demokratische Altzernative. Oder nicht?

    • TDU
    • 26.08.2010 um 13:48 Uhr

    Falls Sie das ernst nehmen, können Sie gegen alles im Nachinein protestieren, was ordnungsgemäß beschlossen wurde. Denn im Nachhinein können Sie immer einen Haken finden. Baukostensteigerungen bei der öffentlichen Hand gabs immer schon, auch deswegen weil die Verpflichtung bestand und noch besteht, das billigste Angebot der Ausschreibung zu nehmen.

    Ausserdem lassen Sie die Rechte derer ausser Acht, die das Projekt wollen. Gehen diese auch auf die Strasse, könnten wir bald eine Entscheidungsfindung nach Fäusten oder Waffen haben.

    Denken Sie mal drüber nach und fragen sich, was Ihnen lieber ist.

    Ganz nebenbei verharmlosen Sie die Mafia. Mögliche Gegner eines Projekts werden von diesen Entscheidern schon im Vorfeld kaltgestellt.

    Entfernt. Beteiligen Sie sich bitte mit konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sh

    • trueQ
    • 26.08.2010 um 9:14 Uhr

    Woher wissen Sie, dass "die Bevölkerung" S21 nicht will? Als Ulmer kann ich nur klar sagen: sowohl die Neubaustrecke als auch S21 samt Flughafenanbindung sind dringend notwendig.

    Diejenigen, die jetzt demonstrieren, haben offenbar die letzten 10 Jahre über nur eines getan: geschlafen.

    Antwort auf "Ziviler Ungehorsam...."
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    Zitat trueQ: "Woher wissen Sie, dass "die Bevölkerung" S21 nicht will? Als Ulmer kann ich nur klar sagen: sowohl die Neubaustrecke als auch S21 samt Flughafenanbindung sind dringend notwendig.

    Diejenigen, die jetzt demonstrieren, haben offenbar die letzten 10 Jahre über nur eines getan: geschlafen."

    Geschlafen haben hier nur Stadt, Land und Bahn. Und zwar länger als 10 Jahre!!! Das die S21 Gegner nach 20 Jahren Protest immer noch die gleichen Argumente anbringen können und das ganze Projekt immer noch die gleichen Schwächen aufweist, zeigt wer hier schläft. Das Projekt ist ca. 20 Jahre alt und wird in eventuell 10 - 20 Jahren fertiggestellt. Da kann man nicht mehr von Fortschritt und Moderne reden. Man hat dann mit politischem Druck ein 40 Jahre altes Konzept verwirklicht. Erstklassige Leistung. Zusätzlich beschert man der eh schon problematischen Kessellage einen Verkehrsgau über Jahrzehnte. Gaaaaannnz toll!

    Die Sinnhaftigkeit der Neubaustrecke zwischen Ulm und Stuttgart steht gar nicht zur Debatte. Es geht um den unsinnigen Umbau der kompletten Innenstadt, der weder ästhetisch noch verkehrsplanerisch Sinn macht.

    Zitat trueQ: "Woher wissen Sie, dass "die Bevölkerung" S21 nicht will? Als Ulmer kann ich nur klar sagen: sowohl die Neubaustrecke als auch S21 samt Flughafenanbindung sind dringend notwendig.

    Diejenigen, die jetzt demonstrieren, haben offenbar die letzten 10 Jahre über nur eines getan: geschlafen."

    Geschlafen haben hier nur Stadt, Land und Bahn. Und zwar länger als 10 Jahre!!! Das die S21 Gegner nach 20 Jahren Protest immer noch die gleichen Argumente anbringen können und das ganze Projekt immer noch die gleichen Schwächen aufweist, zeigt wer hier schläft. Das Projekt ist ca. 20 Jahre alt und wird in eventuell 10 - 20 Jahren fertiggestellt. Da kann man nicht mehr von Fortschritt und Moderne reden. Man hat dann mit politischem Druck ein 40 Jahre altes Konzept verwirklicht. Erstklassige Leistung. Zusätzlich beschert man der eh schon problematischen Kessellage einen Verkehrsgau über Jahrzehnte. Gaaaaannnz toll!

    Die Sinnhaftigkeit der Neubaustrecke zwischen Ulm und Stuttgart steht gar nicht zur Debatte. Es geht um den unsinnigen Umbau der kompletten Innenstadt, der weder ästhetisch noch verkehrsplanerisch Sinn macht.

  4. Einerseits sind die aggressiven Aktionen vereinzelter Demonstranten sowohl unnötig als auch für die Sache schädlich. Der berechtigte, friedliche Protest, getragen von der Mehrzahl der Bürger BW's und insbesondere Stuttgarts, läuft Gefahr, als typische Sponti-Nummer abgestempelt zu werden. Wegen der erhöhten Verletzungsgefahr Anderer könnten sich Teile öffentlich protestbereiter Bürger von der aktiven Beteiligung an Demonstrationen lossagen. Das Bild schwindender Demonstrantenmassen würde schließlich den Befürwortern des Projekts Auftrieb verleihen.
    Andererseits wird der Protest nichts bringen. Das Projekt wurde beschlossen. Es wird gegen allen öffentlichen Druck durchgesetzt werden. Die "Volksvertreter" (Bundesverkehrsminister, OB, Gemeinderat Stuttgart) verkennen die Bedeutung der Worte Demokratie (griech:"dem Volk dienen") und Minister (lat:"dienen").
    Es bleibt zu hoffen, dass die Ingenieure bei der Planung über eine höhere Fachkompetenz verfügten als Schuster, Ramsauer und Gruber, denen Anfang 2010 der überaus kritische Bericht des Bundesrechnungshofes angeblich nicht bekannt war.

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    ...daß denen beim ersten Gipsanstich kein Trollinger-Lemberger entgegenschießt: Damit das Projekt sich nicht noch nachträglich rechnet!

    ...auf Seiten der Demonstranten. Die gab und gibt es auf Seiten sogenannter "Entscheidungsträger": Aggressive gigantomanische Renditeprojekte ohne nachweisbaren Nutzen für die Bevölkerung. Sie brauchen dafür nur 10 Meter nördlich des Nordflügels sehen: Eine gigantische, seelenlose LBBW die niemand braucht, die mit Milliardenverlusten in der Kreide steht bei den Bürgern und soeben wieder 300 Millionen Verlust verursacht hat. (im Quartal!) Das gleiche passiert mit Stuttgart 21.

    Ich glaube, dass wir grundsätzlich gleicher Meinung sind.

    Allerdings bin ich der Ansicht, dass sich die Jungs von der Polizei das Flaschen-/Eierwerfen nicht gerade aus den Fingern gesaugt haben. Naja...fliegende Flaschen halte ich persönlich nicht für ein Zeichen besonderer Friedfertigkeit.

    Im Übrigen teile ich Ihre Meinung, dass es bei der veranschlagten Summe für Stuttgart 21 nicht bleibt. Chefplaner Hany Azer hat ja bereits in Berlin bewiesen, wie solide seine Planung ist (Kosten weit über Budget, fehlende S-Bahn-Verbindung in die Stadt).

    Ich habe einen Vorschlag: Flashmob täglich 12.00 Uhr vor dem Ministerium für Umwelt und Verkehr, 12.30 Uhr vor dem Landtag und um 13.00 Uhr vor dem Rathaus. Und wie der Kommentator RogerGerhold zu empfehlen plegt: 5 Minuten einfach schreien!

    ...daß denen beim ersten Gipsanstich kein Trollinger-Lemberger entgegenschießt: Damit das Projekt sich nicht noch nachträglich rechnet!

    ...auf Seiten der Demonstranten. Die gab und gibt es auf Seiten sogenannter "Entscheidungsträger": Aggressive gigantomanische Renditeprojekte ohne nachweisbaren Nutzen für die Bevölkerung. Sie brauchen dafür nur 10 Meter nördlich des Nordflügels sehen: Eine gigantische, seelenlose LBBW die niemand braucht, die mit Milliardenverlusten in der Kreide steht bei den Bürgern und soeben wieder 300 Millionen Verlust verursacht hat. (im Quartal!) Das gleiche passiert mit Stuttgart 21.

    Ich glaube, dass wir grundsätzlich gleicher Meinung sind.

    Allerdings bin ich der Ansicht, dass sich die Jungs von der Polizei das Flaschen-/Eierwerfen nicht gerade aus den Fingern gesaugt haben. Naja...fliegende Flaschen halte ich persönlich nicht für ein Zeichen besonderer Friedfertigkeit.

    Im Übrigen teile ich Ihre Meinung, dass es bei der veranschlagten Summe für Stuttgart 21 nicht bleibt. Chefplaner Hany Azer hat ja bereits in Berlin bewiesen, wie solide seine Planung ist (Kosten weit über Budget, fehlende S-Bahn-Verbindung in die Stadt).

    Ich habe einen Vorschlag: Flashmob täglich 12.00 Uhr vor dem Ministerium für Umwelt und Verkehr, 12.30 Uhr vor dem Landtag und um 13.00 Uhr vor dem Rathaus. Und wie der Kommentator RogerGerhold zu empfehlen plegt: 5 Minuten einfach schreien!

    • Hickey
    • 26.08.2010 um 9:24 Uhr

    Naja, demokratie hin oder her...das ganze System ist so undurchsichtig, das sich der Bürger eben verarscht vorkommt, wenn es heißt, Geld für eure Kinde nein, aber für den Bahnhof haben wir mal eben 4 Milliarden über.

    In einer Demokratie, sollte das Volk hier mehr mitentscheiden, sonst ist keine richtig demokratie mehr...siehe 5 parteien system oder USA 2 parteien system.

    Klar kann man sich noch hier eine Demokratie erglauben, aber in wirklichkeit ist sie schon sehr eingeschränkt.
    Ein Hoch auf die Schweizer und ihre Volksabstimmungen, sowas fehlt hier.

    Aber dann heißt es wieder, der dumme Bürger hat ja eh keine Ahnung und versteht die Komplexitität der Sache nicht.

    Jaja, am ende kann man sich alles so hindrehen wie es passt :)

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    sowas fehlt hier ! "

    Geduld - Geduld: Kommt Zeit kommt Rat !:

    schwyzer-dütsche Graswurzelbewegung:

    http://www.youtube.com/wa...
    http://www.youtube.com/wa...

    • smsag
    • 26.08.2010 um 15:47 Uhr

    Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland ist wohl nicht davon auzugehen, dass ein Volksentscheid der Weisheit letzter Schluss ist. Zumal die Voksentscheide in HH und Bayern gezeigt haben, dass eher Unterstützer jener Prestigebauvorhaben diese nutzen. Wenn 2/3 der Bevölkerung den Weg zum Wahllokal nicht finden, bei einer wirklich sehr einfachen Entscheidung ist das Wohl eher eine Beruhigungspille.

    Das Argument "Minarettverbot" in der Schweiz spricht übrigens in meinen Augen nicht gegen eine Volksentscheid. Der Ersteller bringen nur eine Frage zur Abstimmung, wenn die Mehrheit dafür stimmt, dann ist eben die Einstellung einer Gesellschaft zu einer bestimmten Frage sichtbar. So unschön sie auch sei.

    Aber solange <18-jährige keine Stimme in Deutschland bekommen, wäre es eh nur Volksberuhigung.

    ...es lebe der Widerstand.

    sowas fehlt hier ! "

    Geduld - Geduld: Kommt Zeit kommt Rat !:

    schwyzer-dütsche Graswurzelbewegung:

    http://www.youtube.com/wa...
    http://www.youtube.com/wa...

    • smsag
    • 26.08.2010 um 15:47 Uhr

    Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland ist wohl nicht davon auzugehen, dass ein Volksentscheid der Weisheit letzter Schluss ist. Zumal die Voksentscheide in HH und Bayern gezeigt haben, dass eher Unterstützer jener Prestigebauvorhaben diese nutzen. Wenn 2/3 der Bevölkerung den Weg zum Wahllokal nicht finden, bei einer wirklich sehr einfachen Entscheidung ist das Wohl eher eine Beruhigungspille.

    Das Argument "Minarettverbot" in der Schweiz spricht übrigens in meinen Augen nicht gegen eine Volksentscheid. Der Ersteller bringen nur eine Frage zur Abstimmung, wenn die Mehrheit dafür stimmt, dann ist eben die Einstellung einer Gesellschaft zu einer bestimmten Frage sichtbar. So unschön sie auch sei.

    Aber solange <18-jährige keine Stimme in Deutschland bekommen, wäre es eh nur Volksberuhigung.

    ...es lebe der Widerstand.

  5. Zitat trueQ: "Woher wissen Sie, dass "die Bevölkerung" S21 nicht will? Als Ulmer kann ich nur klar sagen: sowohl die Neubaustrecke als auch S21 samt Flughafenanbindung sind dringend notwendig.

    Diejenigen, die jetzt demonstrieren, haben offenbar die letzten 10 Jahre über nur eines getan: geschlafen."

    Geschlafen haben hier nur Stadt, Land und Bahn. Und zwar länger als 10 Jahre!!! Das die S21 Gegner nach 20 Jahren Protest immer noch die gleichen Argumente anbringen können und das ganze Projekt immer noch die gleichen Schwächen aufweist, zeigt wer hier schläft. Das Projekt ist ca. 20 Jahre alt und wird in eventuell 10 - 20 Jahren fertiggestellt. Da kann man nicht mehr von Fortschritt und Moderne reden. Man hat dann mit politischem Druck ein 40 Jahre altes Konzept verwirklicht. Erstklassige Leistung. Zusätzlich beschert man der eh schon problematischen Kessellage einen Verkehrsgau über Jahrzehnte. Gaaaaannnz toll!

    Antwort auf "Woher wissen Sie das?"
  6. Ist es ein demokratisches Verfahren, wenn unter der Vorenthaltung von Informationen Entscheidungen von einer kleinen -zwar zur Herrschaft bestimmten - Gruppe getroffen werden und diese Entscheidung von einer Mehrheit der von dem Ergebnis der Entscheidung Betroffenen abgelehnt wird?

    Antwort auf "Die Bevölkerung"
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    Ja, so funktioniert Demokratie bei uns, Bürger wählen Parteien und diese treffen dann Entscheidungen! Das haben Sie Parteiübergreifend für Stuttgart 21 getan. Wenn diese Entscheidungen nicht auf korrekte Weise getroffen wurden kann man das ja gerichtlich klären lassen und damit den Bau auch abbrechen. Aber erklären Sie mir bitte mal von welcher Mehrheit der Betroffenen reden Sie eigentlich? Wie wurde diese denn festgestellt? Mit einer Volksabstimmung? Oder haben Sie bei den Demonstrationen mal mit Handzeichen abstimmen lassen? Oder ist das mehr so eine bauchgefühlte Mehrheit?

    Ja, so funktioniert Demokratie bei uns, Bürger wählen Parteien und diese treffen dann Entscheidungen! Das haben Sie Parteiübergreifend für Stuttgart 21 getan. Wenn diese Entscheidungen nicht auf korrekte Weise getroffen wurden kann man das ja gerichtlich klären lassen und damit den Bau auch abbrechen. Aber erklären Sie mir bitte mal von welcher Mehrheit der Betroffenen reden Sie eigentlich? Wie wurde diese denn festgestellt? Mit einer Volksabstimmung? Oder haben Sie bei den Demonstrationen mal mit Handzeichen abstimmen lassen? Oder ist das mehr so eine bauchgefühlte Mehrheit?

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