Seine Biographie wurde als Händler des Todes bereits verfilmt. Er soll die kolumbianischen Farc-Rebellen mit Luftabwehrraketen versorgt haben, auch die afghanischen Taliban und das Terrornetzwerk al-Qaida gehörten angeblich zu seinen Kunden. Wegen solcher Waffengeschäfte wollen die USA Viktor Bout schon lange den Prozess machen. Nun kommt Bewegung in den Fall: Nach langem juristischem Gezerre entschied ein thailändisches Berufungsgericht, Bout auszuliefern.

Der 43-Jährige war im März 2008 in einem Bangkoker Luxushotel verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. In erster Instanz war er einer Überstellung in die USA noch entgangen. Dagegen hatte die Regierung in Washington Berufung eingelegt. Sie sieht in ihm einen der weltweit größten Waffenhändler .

Bout muss nach dem Gerichtsbeschluss nun innerhalb von drei Monaten ausgeliefert werden. Sein Anwalt Lak Nitewatwitschan hofft jedoch, dies noch durch eine Intervention der Politik zu verhindern. Denn Russland versucht seit Langem, ein Gerichtsverfahren gegen Bout in den USA zu verhindern. Dabei dürfte der Fakt, dass ihm dort eine lebenslange Haftstrafe droht, eher zweitrangig sein. Bout steht jedoch im Verdacht, auch mit russischen Geheimdiensten Geschäfte gemacht zu haben.

Die Reaktion aus Moskau war daher kritisch: Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Entscheidung des Gerichts als "politisch motiviert". "Der Beschluss kam - nach den uns vorliegenden Informationen - auf sehr starken Druck von außen zustande. Das ist traurig", sagte Lawrow laut Agentur Interfax. Russland werde alles tun, um Bout wieder in die Heimat zu holen.

Der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva wies die Vorwürfe zurück. "Es war keine Frage der Politik oder der Bevorzugung einer Seite (Russlands oder der USA). Wir werden die Fakten des Falls beiden Seiten erklären", sagte Abhisit.