Brände in Russland Tausende Helfer schützen Atomzentrum

Hunderte Brände in 17 Regionen: Die Hitze in Russland verursacht immer neue Waldbrände. In Sarow bedrohen die Feuer auch ein Zentrum für atomare Forschung.

Smoke from forest fires rolls through a graveyard some 130 kilometers from Moscow in Beloomut on August 1, 2010. Firefighters fought an uphill battle against spreading forest fires that have already killed 30 people, destroyed thousands of homes and mobilised hundreds of thousands of emergency workers. The emergency ministry said that forest fires had engulfed more than 114,000 hectares across Russia. It mobilised almost 240,000 emergency workers to fight the blazes, along with 2,000 members of the armed forces. AFP PHOTO / ARTYOM KOROTAYEV (Photo credit should read ARTYOM KOROTAYEV/AFP/Getty Images)

"Wir arbeiten hart Tag und Nacht. Es ist ein wahrer Kampf": Nach Worten von Wladimir Stepanow, dem Chef des Nationalen Krisenzentrums, wird die Lage in den Waldbrandgebieten in Russland immer bedrohlicher. Landesweit würden noch immer mehr als 500 Wald- und Torfbrände lodern, die aufgrund des noch immer sehr heißen Wetters nur schwer bekämpft werden könnten. "Die Hitze ist das Hauptproblem im Kampf gegen die Flammen", sagte Stepanow.. "Hinzu kommen mancherorts ständig wechselnde Winde."

Vor diesen Problemen stehen auch die Rettungskräfte in der am stärksten betroffenen Region Nischni Nowgorod. Dort, im Raum Sarow, näherten sich die Flammen einem Zentrum für atomare Forschung. Nach Angaben der Agentur Interfax sind inzwischen mehr als 2200 Helfer im Einsatz, um das auch für die Waffenentwicklung wichtige Atomforschungszentrum zu schützen. Zur Koordinierung der Rettungsarbeiten flog auch der Leiter der Atom-Agentur Rosatom, Sergej Kirijenko, in das Gebiet etwa 400 Kilometer westlich von Moskau.

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Russland erlebt derzeit eine Hitze und Trockenheit wie seit mehr als 130 Jahren nicht. Die Temperaturen in vielen Gebieten sollen bis Ende der Woche auf mehr als 40 Grad Celsius steigen. Die Dürre hat bereits große Teile der Ernte vernichtet.

Die Hitzewelle ist auch Auslöser für verheerende Brände in insgesamt 17 Regionen. Bei der Naturkatastrophe starben bisher mindestens 41 Menschen. Tausende sind obdachlos. Die Löscharbeiten Hunderttausender Helfer gestalten sich aufgrund der starken Rauchentwicklung schwierig. Zahlreiche Löschflugzeuge konnten nicht aufsteigen.

Präsident Dmitrij Medwedjew hatte am Montag für sieben Regionen den Ausnahmezustand verhängt. "Das ist eine große Tragödie", sagte der Kreml-Chef in einer Videobotschaft. Russland werde alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, "um der Naturgewalt zu trotzen". Medwedjew rief die Bevölkerung zur gegenseitigen Hilfe auf. "Stehen Sie nicht abseits, sondern helfen Sie jenen, die wegen der Brände ihr Zuhause verloren haben."

Bei der Bekämpfung der Brände stand jedoch auch der Kreml in der Kritik. "Die Regierung hat gezeigt, dass sie auf die Bekämpfung der Feuer nicht vorbereitet war. Die örtlichen Behörden konnten mit ihren begrenzten Mitteln auch nicht damit fertig werden", kritisierte die oppositionelle Zeitung Nowaja Gaseta . Mittlerweile versichert die Regierung, sie habe die Lage im Griff. Krisenkoordinator Stepanow sagte, im Schnitt brächen jeden Tag 300 neue Feuer aus, 90 Prozent davon bekämen die Helfer binnen 24 Stunden unter Kontrolle.

Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu machte auch die Bevölkerung für die Brände verantwortlich, da sie in ihrer Freizeit im Freien Grillfeste und Lagerfeuer veranstalteten. "Die Menschen müssen die Regeln begreifen, wenn sie in den Wald gehen. Unsere bevorstehende Arbeitswoche hängt davon ab, wie die Menschen ihre Freizeit verbringen."

 
Leser-Kommentare
  1. Er sah die Gefährlichkeit der Feuer nicht voraus. Zur Strafe sollten alle Mitglieder dieser Organisation beim Löschen helfen, aber diese Leute wollen leider lieber Menschen quälen.Sie sind sowas von sinnlos....Jetzt müssen sogar Nachbarstaaten diesem hilflosen,ärmlichen Staat helfen.Schämen die Regierenden sich nicht?

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    Man kann dem neuen KGB für alles mögliche die Schuld geben, aber sicher nicht dafür, dass die Mitarbeiter nicht durch Wald- und Moorgebiete gelaufen sind, um den Zustand der Natur zu überprüfen. Genauso gut könnte man die Bäcker-Innung anprangern.

    Man kann dem neuen KGB für alles mögliche die Schuld geben, aber sicher nicht dafür, dass die Mitarbeiter nicht durch Wald- und Moorgebiete gelaufen sind, um den Zustand der Natur zu überprüfen. Genauso gut könnte man die Bäcker-Innung anprangern.

  2. Man kann dem neuen KGB für alles mögliche die Schuld geben, aber sicher nicht dafür, dass die Mitarbeiter nicht durch Wald- und Moorgebiete gelaufen sind, um den Zustand der Natur zu überprüfen. Genauso gut könnte man die Bäcker-Innung anprangern.

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