Gedenktag 9/11 Obama warnt vor religiösen Ressentiments
Amerika gedenkt zum neunten Mal der rund 3000 Opfer der Terroranschläge vom 11. September. Unterdessen hat der radikale US-Pastor die Koran-Verbrennung abgesagt.
© John Angelillo-Pool/Getty Images

Familienangehörge der Opfer der Anschläge vom 11. Septemer 2001 bei der Gedenkfeier am Ground Zero
Mit einer Schweigeminute haben am Samstag die Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 begonnen. In New York läuteten um 08.46 Uhr Ortszeit (14.46 MESZ) überall in der Stadt die Kirchenglocken. Genau um diese Zeit war vor neun Jahren das erste entführte Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers gerast. Insgesamt kamen bei den Anschlägen islamistischer Terroristen fast 3000 Menschen ums Leben .
Bei der Gedenkveranstaltung in New York wurden die Namen der 2752 Opfer verlesen , die in den Trümmern der Zwillingstürme ihr Leben verloren. An der Zeremonie nahmen der amerikanische Vizepräsident Joe Biden und Bürgermeister Michael Bloomberg teil.
Die zentrale Gedenkveranstaltung mit Präsident Barack Obama findet unterdessen im Verteidigungsministerium nahe Washington statt. Er warnte anlässlich des Jahrestags vor religiösen Ressentiments und beschwor die nationale Einheit. Die Amerikaner seien am stärksten, wenn sie Versuchen zur Spaltung nicht nachgäben, sagte Obama.
Wie so oft in "schwierigen Zeiten" gebe es Versuche, das Land zu spalten, sagte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache am Samstag. "Wir stehen zusammen, wir kämpfen Seite an Seite, wir lassen uns nicht von unserer Angst leiten, sondern von unseren Hoffnungen für unsere Familien, unsere Nation und eine strahlendere Zukunft".
Bereits am Freitag hatte der Präsident einen Zusammenhang zwischen Ressentiments gegen Muslime in den USA und der verbreiteten wirtschaftlichen Unsicherheit hergestellt. "Wenn in einem Land allgemeine Furcht herrscht, wenn es eine schwere Zeit durchlebt, dann werden Ängste, Verdächtigungen und Spaltungen sichtbar." Die Amerikaner aber dürften sich nicht von Religion spalten lassen. "Solange ich Präsident bin, werde ich alles tun, um die Amerikaner daran zu erinnern, dass wir eine Nation unter einem Gott sind, auch wenn wir diesem Gott unterschiedliche Namen geben", sagte er. Der Gegner der USA sei nicht der Islam, sondern "die Terroristen und Mörder, die den Islam pervertiert haben".
Die Feier wird in diesem Jahr überschattet vom Wirbel um den Pastor Terry Jones , der zuvor eine öffentliche Koran-Verbrennung angekündigt und damit weltweit Empörung ausgelöst hatte. Er versicherte derweil dem Fernsehsender NBC , seine Kirche verzichte endgültig auf das Vorhaben: "Wir werden den Koran definitiv nicht verbrennen. Heute nicht, niemals", sagte der Fanatiker
In den vergangenen Tagen hatte Jones mit mehrdeutigen und widersprüchlichen Äußerungen über die angekündigte Aktion am Jahrestag der Anschläge vom 11. September große Verwirrung ausgelöst. Seine Pläne für die Verbrennung von rund 200 Koran-Ausgaben auf dem Gelände seiner winzigen Gemeinde in Gainesville (Florida) hatten weltweit Empörung ausgelöst. Unter anderem riefen der amerikanische Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, islamische Führer und die Vereinten Nationen den Pastor und seine knapp 50 Gemeindemitglieder auf, die Aktion aufzugeben.
Auch der umstrittene Bau einer Moschee am Ground Zero in New York sorgt derzeit für heftige Diskussionen . Das geplante Zentrum nahe des bei dem Attentat in New York vor neun Jahren zerstörten World Trade Centers erregt die Gemüter. In Umfragen lehnt eine Mehrheit der Amerikaner zwei Monate vor den Kongresswahlen den Bau ab. Am Freitagabend demonstrierten rund 2000 Menschen für Toleranz und Religionsfreiheit. Am Samstag waren erneut Kundgebungen geplant, auch von Gegnern des Projekts.
Der deutsche Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte unterdessen zum Jahrestag der Anschläge in Brüssel vor den Gefahren von Extremismus und Gewaltbereitschaft. "Und deshalb verurteilen wir auch in aller Klarheit Überlegungen, zum Beispiel den Koran zu verbrennen", sagte Westerwelle. "Das ist genau der religiöse Terrorismus, auf dem Gewalt gedeiht."
- Datum 11.09.2010 - 16:00 Uhr
- Quelle dpa, AFP
- Kommentare 29
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Der Gegner der USA sei nicht der Islam, sondern "die Terroristen und Mörder, die den Islam pervertiert haben".
und das sind nicht wenige !!dazu kommen die vielen moslems
die damit sympathisieren.kein wort der distanzierung von diesen-weltweit nicht!wohl dem der böses dabei denkt
Es gibt genug Muslime, die sich von diesen radikalen Islamisten distanzieren! Wer das nicht wahrnimmt, der will es entweder nicht, oder hat andere Probleme...
Natürlich haben Sie sicher noch nichts von den Anschlägen in z.B. Pakistan gehört, wo allein in den vergangenen 3 Monaten Hunderte Menschen ermordet wurden, die einer Gemeinde angehören, die sich regelmäßig von diesen Islamisten distanzieren und diese aufs Schärfste kritisieren.
Ich frage mich, ob "Sie" in der Lage wären jemanden zu verurteilen, der bewaffnet vor Ihnen steht, während Sie ihm hilflos gegenüber stehen. Es ist leider so und wird sich in den nächsten Jahrzehnten wohl auch nicht großartig ändern.
Zumindest habe ich noch KEINEN muslimischen Mitbürger kennengelernt, der dieses Verhalten der Terroristen nicht verurteilt.
wie er denkt - aber auf die distanzierung seitens von dem jakub köhler oder dem finster dreinblickenden mayzek warten wir noch....oder wissen sie mehr-vielleicht habens die ihnen ins ohr geflüstert
Bitte äußern Sie sich mit qualitativen Argumenten zum Thema des Artikels. Die Redaktion/is
Warum teilen Sie nicht einfach ihr Mitleid mit den Opfern anstatt sich über den Sympathisanten der Attentäter zu äußern? Geht es ihnen wirklich um die Opfer? Natürlich, will ich nicht innen etwas Böses unterstellen.
Es gibt genug Muslime, die sich von diesen radikalen Islamisten distanzieren! Wer das nicht wahrnimmt, der will es entweder nicht, oder hat andere Probleme...
Natürlich haben Sie sicher noch nichts von den Anschlägen in z.B. Pakistan gehört, wo allein in den vergangenen 3 Monaten Hunderte Menschen ermordet wurden, die einer Gemeinde angehören, die sich regelmäßig von diesen Islamisten distanzieren und diese aufs Schärfste kritisieren.
Ich frage mich, ob "Sie" in der Lage wären jemanden zu verurteilen, der bewaffnet vor Ihnen steht, während Sie ihm hilflos gegenüber stehen. Es ist leider so und wird sich in den nächsten Jahrzehnten wohl auch nicht großartig ändern.
Zumindest habe ich noch KEINEN muslimischen Mitbürger kennengelernt, der dieses Verhalten der Terroristen nicht verurteilt.
wie er denkt - aber auf die distanzierung seitens von dem jakub köhler oder dem finster dreinblickenden mayzek warten wir noch....oder wissen sie mehr-vielleicht habens die ihnen ins ohr geflüstert
Bitte äußern Sie sich mit qualitativen Argumenten zum Thema des Artikels. Die Redaktion/is
Warum teilen Sie nicht einfach ihr Mitleid mit den Opfern anstatt sich über den Sympathisanten der Attentäter zu äußern? Geht es ihnen wirklich um die Opfer? Natürlich, will ich nicht innen etwas Böses unterstellen.
Wie wäre es, Obama richtete diese Warnung an die Muslime ?
[...]
Gekürzt. Bitte diskutieren Sie differenziert. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.
Sie argumentieren im Sinne der Terroristen und deren Sympathisanten,denn sie rechtfertigen Attentate als eine Reaktion auf die amerikanische Außenpolitik in den islamischen Ländern.
Bitte sehen Sie von Unterstellungen ab und argumentieren Sie bitte differenzierter. Die Redaktion/is
Sie argumentieren im Sinne der Terroristen und deren Sympathisanten,denn sie rechtfertigen Attentate als eine Reaktion auf die amerikanische Außenpolitik in den islamischen Ländern.
Bitte sehen Sie von Unterstellungen ab und argumentieren Sie bitte differenzierter. Die Redaktion/is
Es ist richtig von Obama, zwischen Muslimen und Islamisten zu unterscheiden.
Durchaus:
"Der Gegner der USA sei nicht der Islam, sondern "die Terroristen und Mörder, die den Islam pervertiert haben"."
Alle in einen Topf zu werfen, ist die Pauschalaburteilung aller, die ein bisschen fremd sind. Und das ergibt nur ein Ventil für Wut.
".......Alle in einen Topf zu werfen, ist die Pauschalaburteilung aller, die ein bisschen fremd sind. Und das ergibt nur ein Ventil für Wut."
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Ein Ventil für Wut setzt einen Grund zur Wut voraus!
".......Alle in einen Topf zu werfen, ist die Pauschalaburteilung aller, die ein bisschen fremd sind. Und das ergibt nur ein Ventil für Wut."
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Ein Ventil für Wut setzt einen Grund zur Wut voraus!
".......Alle in einen Topf zu werfen, ist die Pauschalaburteilung aller, die ein bisschen fremd sind. Und das ergibt nur ein Ventil für Wut."
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Ein Ventil für Wut setzt einen Grund zur Wut voraus!
Es gibt genug Muslime, die sich von diesen radikalen Islamisten distanzieren! Wer das nicht wahrnimmt, der will es entweder nicht, oder hat andere Probleme...
Natürlich haben Sie sicher noch nichts von den Anschlägen in z.B. Pakistan gehört, wo allein in den vergangenen 3 Monaten Hunderte Menschen ermordet wurden, die einer Gemeinde angehören, die sich regelmäßig von diesen Islamisten distanzieren und diese aufs Schärfste kritisieren.
Ich frage mich, ob "Sie" in der Lage wären jemanden zu verurteilen, der bewaffnet vor Ihnen steht, während Sie ihm hilflos gegenüber stehen. Es ist leider so und wird sich in den nächsten Jahrzehnten wohl auch nicht großartig ändern.
Zumindest habe ich noch KEINEN muslimischen Mitbürger kennengelernt, der dieses Verhalten der Terroristen nicht verurteilt.
wird natürlich zu recht gedacht-
aber, leider, leider, den zigtausenden zivilen Opfer des amerikanischen
Überfalls auf den Irak zündet niemand eine Kerze an- sie verschwinden im Orkus der Geschichte.
Schön wenn man die (Be)Deutungshoheit hat.
Schaumschläger Westerwelle sich berufen fühlt, Überlegungen, den Koran zu verbrennen, als "religiösen Terrorismus" zu bezeichnen (wenn es denn stimmt).
Ich finde sie zwar idiotisch und kurzsichtig, aber letztlich handelt es sich lediglich um ein paar brennende Bücher.
Terrorismus ist etwas anderes. Und das sollte unser Außenminister eigentlich klarer trennen können.
Ich denke bei einem Ventil für Wut an Alltagsvorgänge.
Wir sind gewohnt, den unsrigen (Freunden, Familie) etwas zu bringen, den Anderen in erster Linie weniger. Wer da verallgemeinert, schafft sich und seinem Unterbewusstsein ein Ventil, was gerne für Wut benutzt wird. Das ist meine Erfahrung, und ganz von Wut frei ist keiner (auch ich nicht). Das Resultat ist schlecht, die Psyche sucht sich unter Druck, den wir alle nicht ausschließen können, ihre Wege.
Ich kenne Muslime, die sehr nett sind, einem Beruf nachgehen, ihre Steuern bezahlen, und uns im Alltag helfen! Immer zu beklagen, dass es da so viele gibt, die nicht gut sind, verstärkt die Ablehnung und solche Ventile für Wut. Zuerst gilt eine Unschuldsvermutung, auch gegenüber Muslimen (auffällig gewordene Straftäter z.b. darf man meiner Meinung nach natürlich polizeilich behandeln). Auch wenn schon nicht wenig Schlechtes vorgefallen ist in der Vergangenheit, Muslime sind hauptsächlich friedliche Menschen, und nicht zu 2/3 Islamisten, wie manche Rhetoriker (damit meine ich nicht Sie!) unterstellen. Die Unschuldsvermutung und das halbwegs positive aufeinander zugehen ist da sehr wichtig und fehlt oft.
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