Urteil in Portugal Prominente als Kinderschänder verurteilt

In Lissabon wurden sechs Männer und eine Frau schuldig gesprochen, die jahrelang Waisenkinder missbraucht hatten. Unter den Tätern sind ein TV-Moderator und ein Politiker.

Es war der längste Prozess in der Geschichte Portugals. Fünf Jahre und 10 Monate dauerte das Verfahren um den Missbrauch von 32 Minderjährigen im Waisenhaus Casa Pia in Lissabon.

Sieben Menschen, unter ihnen mehrere Prominente, waren wegen Kindesmissbrauchs und Vergewaltigung angeklagt. Zwischen Mitte der siebziger Jahre und 2002 haben sie systematisch Waisenkinder aus einem Lissaboner Heim missbraucht. Am heutigen Freitag wurden sie alle schuldig gesprochen.

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Der Skandal schockierte die Portugiesen nach ersten Berichten der Wochenzeitung Expresso im November 2002 und hielt das Land bis heute in Atem. Zu den Tätern gehört der Showmaster Carlos Cruz, der einst einer der beliebtesten Fernsehmoderatoren Portugals war.

Auf der Anklagebank saßen außerdem ein früherer Botschafter und Politiker, ein Arzt, ein Unternehmer, ein Anwalt und eine Frau, deren Haus als Tatort gedient haben soll. Gestanden hat im Laufe des Verfahrens aber nur einer der Angeklagten, der ehemalige Gärtner und Fahrer des Heimes.

Zu welchen Strafen sie verurteilt werden, soll erst am Ende der Urteilsverlesung am späten Nachmittag feststehen. Die Staatsanwaltschaft forderte Mindeststrafen von fünf Jahren Haft ohne Bewährung. Die möglichen Höchststrafen betragen in Portugal bis zu zehn Jahren.

Die Täter seien "völlig skrupellose Menschen", sagte eines der mutmaßlichen Opfer der Zeitung Público . Der heute 23-jährige Miguel fügte an: "Die bereuen das alles immer noch nicht. All diese Sachen sind immer noch in meinem Kopf, tauchen in meinen Alpträumen immer wieder auf".

Leser-Kommentare
  1. Hoffentlich setzt sich diese Erkenntnis Europaweit durch.

  2. "10 Jahre ist das Maximum"- immer wieder schockierend, wie gering so ein schlimmes Verbrechen wie Missbrauch geahndet wird.

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    aber geht sehr wahrscheinlich in Revision, wie die
    anderen auch

    aber geht sehr wahrscheinlich in Revision, wie die
    anderen auch

  3. bitte bedenken Sie, daß auch diese Täter Menschenwürde besitzen, die es gebietet, sie anständig zu behandeln.

    Sarkasmus off.

  4. ich habe den prozess unwillkuerlich mitverfolgt, und kann
    ihnen sagen, dass bis heute kein gramm reue gezeigt wurden.
    Die jetzt verurteilten haben mit grossen mengen geld und
    starken politischen beziehungen nicht nur versucht alles unter den tisch zu kehren, sondern die opfer auch noch zu
    verunglimpfen. sie werden das voraussichtlich auch nach der
    verurteilung tun. der prozess hat 8 Jahre lang wichtige
    staatliche institutionen gebunden und wird es wohl auch noch
    weiter tun. ich habe grosse schwierigkeiten bei solchen leuten menschenwuerde zu finden, aber natuerlich darf der
    staat nicht auf das gleiche niveau absinken.

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    sarkastisch gemeint, mit der menschenwürde! diese menschen haben leben zerstört - lebenslange haft für missbrauch! pädophil zu sein ist zwar ein schreckliches schicksal, da sich die neigung keiner aussucht - trotzdem hat man auch für seine triebe die verantwortung zu tragen.

    sarkastisch gemeint, mit der menschenwürde! diese menschen haben leben zerstört - lebenslange haft für missbrauch! pädophil zu sein ist zwar ein schreckliches schicksal, da sich die neigung keiner aussucht - trotzdem hat man auch für seine triebe die verantwortung zu tragen.

  5. aber geht sehr wahrscheinlich in Revision, wie die
    anderen auch

    Antwort auf "Bestrafung"
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    • TDU
    • 04.09.2010 um 22:10 Uhr

    Das erden Sie, wenn sie es nicht schon sind. Ausserdem sind alle auf freiem Fuss und das Revisionsverfahren wird vermutlich mehr als 3 Jahre dauern.

    • TDU
    • 04.09.2010 um 22:10 Uhr

    Das erden Sie, wenn sie es nicht schon sind. Ausserdem sind alle auf freiem Fuss und das Revisionsverfahren wird vermutlich mehr als 3 Jahre dauern.

  6. Es ist eine Schande, dass dieser Prozeß sich derart lange durch die Institutionen ziehen konnte, wo die Aussagen der Geschädigten als auch der übrigen Belastungszeugen längst genügend Beweismaterial hervorgebracht hatten. Dies zeigt nur einmal wieder, dass wir alle vor dem Gesetz für gleich gehalten heißen, während einige wenige sich mit gutdotierten Anwälten noch immer als "Gleicher" beweisen.

  7. sarkastisch gemeint, mit der menschenwürde! diese menschen haben leben zerstört - lebenslange haft für missbrauch! pädophil zu sein ist zwar ein schreckliches schicksal, da sich die neigung keiner aussucht - trotzdem hat man auch für seine triebe die verantwortung zu tragen.

    Antwort auf "liebe carla"
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    Die Mehrzahl der Verbrechen sexualisierter Gewalt an Kindern werden nicht von Pädophilen begangen, sondern von 'normalen' heterosexuellen Männern. Dunkelfeldschätzungen gehen von 12-20% durch Pädophile und von 80-88% durch Männer, deren Sexualität sich eigentlich an Erwachsene richtet aus (es gibt auch sexualisierte Gewalt durch Frauen, hier außen vor gelassen).

    Das Strafmaß liegt in Deutschland ähnlich niedrig wie in Portugal. http://www.kinderrechte.g... thema/sexueller_missbrauch_gesetzestexte_aktuell.pdf

    Die deutsche Praxis bei den wenigen Verbrechen, die überhaupt angezeigt werden und den noch viel wenigeren, die verhandelt und die noch mal geringere Zahl, die tatsächlich verurteilt werden, kann dann so aussehen: ein Vater, der bereits die zweite Tochter vergewaltigte, wird für 282 zugegebene Vergewaltigungen zu 2 Jahren auf Bewährung, 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 1000€ Schmerzensgeld verurteilt. Das entspricht etwa 3,54€ pro Vergewaltigung. Das Urteil wurde im April 2010 in Berlin gesprochen. http://www.tagesspiegel.d...

    Immerhin könnte der Prozess in Portugal und auch die Skandale in RKK und Eliteinternaten dazu beitragen, daß sexualisierte Gewalt nicht weiterhin für ein Unterschichtenproblem gehalten wird. Jedes 3.-4. Mädchen, jeder 5.-7. Junge macht mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr.
    Haupttatort: Familien.

    Die Mehrzahl der Verbrechen sexualisierter Gewalt an Kindern werden nicht von Pädophilen begangen, sondern von 'normalen' heterosexuellen Männern. Dunkelfeldschätzungen gehen von 12-20% durch Pädophile und von 80-88% durch Männer, deren Sexualität sich eigentlich an Erwachsene richtet aus (es gibt auch sexualisierte Gewalt durch Frauen, hier außen vor gelassen).

    Das Strafmaß liegt in Deutschland ähnlich niedrig wie in Portugal. http://www.kinderrechte.g... thema/sexueller_missbrauch_gesetzestexte_aktuell.pdf

    Die deutsche Praxis bei den wenigen Verbrechen, die überhaupt angezeigt werden und den noch viel wenigeren, die verhandelt und die noch mal geringere Zahl, die tatsächlich verurteilt werden, kann dann so aussehen: ein Vater, der bereits die zweite Tochter vergewaltigte, wird für 282 zugegebene Vergewaltigungen zu 2 Jahren auf Bewährung, 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 1000€ Schmerzensgeld verurteilt. Das entspricht etwa 3,54€ pro Vergewaltigung. Das Urteil wurde im April 2010 in Berlin gesprochen. http://www.tagesspiegel.d...

    Immerhin könnte der Prozess in Portugal und auch die Skandale in RKK und Eliteinternaten dazu beitragen, daß sexualisierte Gewalt nicht weiterhin für ein Unterschichtenproblem gehalten wird. Jedes 3.-4. Mädchen, jeder 5.-7. Junge macht mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr.
    Haupttatort: Familien.

  8. Die Mehrzahl der Verbrechen sexualisierter Gewalt an Kindern werden nicht von Pädophilen begangen, sondern von 'normalen' heterosexuellen Männern. Dunkelfeldschätzungen gehen von 12-20% durch Pädophile und von 80-88% durch Männer, deren Sexualität sich eigentlich an Erwachsene richtet aus (es gibt auch sexualisierte Gewalt durch Frauen, hier außen vor gelassen).

    Das Strafmaß liegt in Deutschland ähnlich niedrig wie in Portugal. http://www.kinderrechte.g... thema/sexueller_missbrauch_gesetzestexte_aktuell.pdf

    Die deutsche Praxis bei den wenigen Verbrechen, die überhaupt angezeigt werden und den noch viel wenigeren, die verhandelt und die noch mal geringere Zahl, die tatsächlich verurteilt werden, kann dann so aussehen: ein Vater, der bereits die zweite Tochter vergewaltigte, wird für 282 zugegebene Vergewaltigungen zu 2 Jahren auf Bewährung, 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit und 1000€ Schmerzensgeld verurteilt. Das entspricht etwa 3,54€ pro Vergewaltigung. Das Urteil wurde im April 2010 in Berlin gesprochen. http://www.tagesspiegel.d...

    Immerhin könnte der Prozess in Portugal und auch die Skandale in RKK und Eliteinternaten dazu beitragen, daß sexualisierte Gewalt nicht weiterhin für ein Unterschichtenproblem gehalten wird. Jedes 3.-4. Mädchen, jeder 5.-7. Junge macht mindestens eine Erfahrung sexualisierter Gewalt vor dem 16. Lebensjahr.
    Haupttatort: Familien.

    Antwort auf "das war auch..."
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    • TDU
    • 04.09.2010 um 22:12 Uhr

    Die Könige der Neuzeit und die Patriarchen bedienen sich eben der besten Gelegenheiten.

    • TDU
    • 04.09.2010 um 22:12 Uhr

    Die Könige der Neuzeit und die Patriarchen bedienen sich eben der besten Gelegenheiten.

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