Sarrazin-Debatte Zurück ins Vorgestern
Immerhin hat Thilo Sarrazin eine wichtige Debatte angestoßen, sagt mancher. Doch in Wahrheit wirft er uns in der Diskussion um Integration um Jahre zurück. Ein Kommentar
Deutschland 2010: Migrantenkinder versagen in der Schule. Auf dem Schulhof wird türkisch, arabisch oder absonderliches Deutsch gesprochen. Migranteneltern erscheinen nicht zu Elternabenden, scheren sich nicht um die Ausbildung ihres Nachwuchses und nehmen Einladungen zu Sprachkursen nicht wahr. Ganze Stadtteile sind zu Ghettos für Einwanderer geworden, die eigentlich gar keine mehr sind, weil sie seit drei Generationen hier leben. Deutsche Eltern werden darüber immer erfinderischer, um ihre Kinder aus Schulen zu retten, in denen 80 Prozent der Mitschüler schwach in Deutsch, dafür aber umso stärker im Mobben von "Schweinefleischfressern" sind.
Und dann kommt ein Mann, der all das (und noch viel mehr) ausspricht. Thilo Sarrazin. Selbst wer seine These von der angeborenen Dummheit der Muslime nicht teilt, sagt nun: Immerhin hat er eine überfällige Debatte angestoßen, die jahrelang tabuisiert wurde.
Welch Irrtum. Dieses Tabu gibt es nicht. Schon lange nicht mehr.
Deutschland ist längst nicht mehr das Land, in dem totgeschwiegen wird, was alles schief läuft mit der Integration. Die Grünen bejubeln Multikulti nicht mehr vorbehaltlos , die CDU negiert nicht mehr, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, und auch die Medien haben ihre alte Scheu abgelegt, die Probleme beim Namen zu nennen.
Nein, die Missstände werden seit Jahren öffentlich diskutiert. Nahezu jede Schulstudie thematisiert sie. Und seit geraumer Zeit wird an der Lösung des Problems gearbeitet. Es gibt die (inzwischen weitgehend entideologisierte) Islamkonferenz, um die uns viele Länder beneiden. Es gibt Hunderte Projekte und Ideen an Schulen. Manche haben heute schon Erfolg, bei anderen werden sich Ergebnisse erst nach Jahren zeigen. Oft wissen wir also, was zu tun wäre. Nur lassen wir uns noch nicht konsequent darauf ein. Die verstorbene Jugendrichterin Kirsten Heisig hat das oft beklagt.
Deshalb braucht es viel Beharrlichkeit und Geduld, um die Dinge zum Guten zu ändern. Sarrazin katapultiert die Debatte jedoch ins Vorgestern zurück. Solange wir uns aber für Erfolge in der Integrationsarbeit nicht interessieren, solange wir lieber über das große Ganze schwadronieren anstatt über konkrete Maßnahmen zu reden, so lange müssen wir feststellen: Es steht nicht gut um die Integration in Deutschland.
- Datum 02.09.2010 - 15:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 304
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muss man feststellen, dass die Integration der im 18. Jahrhundert eingewanderten Hugenotten (zu deren Nachfahren er gehört) in Deutschland letztendlich gescheitert ist!
Anm.: Bitte bemühen Sie sich um sachliche und konstruktive, auf Argumenten aufbauende Diskussionsbeiträge. Danke. /Die Redaktion pt.
Entfernt. Begründen Sie Ihre Meinung bitte mit sachlichen Argumenten. Die Redaktion/sh
Bitte beteiligen Sie sich mit differenzierten Beiträgen an der Diskussion und erläutern Sie ihre Aussagen argumentativ. Danke, die Redaktion/fk.
... die Calvinisten, Hugenotten, die ab 1685 nach Preußen und in andere Länder kamen, waren fähige Handwerker und Händler.
Besonders im Tuchgewerbe und in all den Dingen die der merkantile Staat so brauchte.
Unter denen gab es keine massiven ethnischen Probleme, wie unter Türken und Kurden und auch keine Macho-Alluren und auch keinen Körperkult und auch keine Übersexualisierung.
Entfernt. Begründen Sie Ihre Meinung bitte mit sachlichen Argumenten. Die Redaktion/sh
Bitte beteiligen Sie sich mit differenzierten Beiträgen an der Diskussion und erläutern Sie ihre Aussagen argumentativ. Danke, die Redaktion/fk.
... die Calvinisten, Hugenotten, die ab 1685 nach Preußen und in andere Länder kamen, waren fähige Handwerker und Händler.
Besonders im Tuchgewerbe und in all den Dingen die der merkantile Staat so brauchte.
Unter denen gab es keine massiven ethnischen Probleme, wie unter Türken und Kurden und auch keine Macho-Alluren und auch keinen Körperkult und auch keine Übersexualisierung.
Sachlich betrachtet, mögen sie richtig liegen. Doch
DIE SACHE ist nebensächlich für den Menschen und
immer Anlass für eine freie - gar befreiende! - Entscheidung.
Statt Integration - also Herstellung einer Einheit oder Eingliederung in ein größeres Ganzes - brauchen wir ZUERST ein GROSSES GANZES: Also integre Persönlichkeiten!
Gekürzt. Bleiben Sie bitte beim Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/sh
die von meinen eigenen Landsleuten momentan geradezu frenetisch gefeiert wird, beleidigt nicht nur mein jahrzehntelanges Engagement in der Arbeit in sozialen Brennpunkten und Kiezen, die sich durch die verfehlte Integrationspolitik wie kleine "Staaten im Staate" etabliert haben.
Ich würde gerne mal von Migranten in den Medien positive Würdigungen unseres unermüdlichen Einsatzes und auch von den nicht unerheblichen Erfolgen hören und lesen!!!
Fehlanzeige -wohin man hört und liest!
Darüber scheint wohl Nachrichtensperre verhängt zu sein - oder die Journalisten befragen sogen. "Ausländer" oder "Deutsche mit Migrationshintergrund" erst gar nicht danach.
Nach solchen Interviews suche ich vergeblich!
Auch hierüber sollten mal Studien in Auftrag gegeben und sie ebenso medienwirksam veröffentlicht werden, statt sich wochenlang einseitig über Sarrazins Thesen erregen.
Aus meiner Sicht und Erfahrung kann ich bislang nichts Falsches an seiner Bestandsaufnahme entdecken, während ich gerade sein Buch lese!
Ich war noch nie ein Fan von Sarazin.
Aber wie man einem, der im Grundsatz die sozialpolitischen Fakten zutreffend beschreibt, die Worte im Munde herumdreht, wie das versammelte Kritiker-Aufgebot ihn in den TV-Sendungen und anderswo mundtot machenwill, ist nicht nur unwürdig sondern ein zutiefst anti-demokratischer Vorgang.
Zu befürchten ist nun, was man akribisch herbeigeredet hat - ein reflexhafter gefährlicher Rechtsruck!
Unerträgliche Aussichten sind das!
Ist der nicht gebrieft? Anmerkung einer Politikerin zum Statement eines Bürgers mit Migrationshintergrund in einer Talkshow. Dieser sagte, er habe Deutschland viel zu verdanken und ein Menge Chancen bekommen.
Ich denke diejenigen, die Ihre Arbeit loben würden, kämen gar nicht ins Fernsehen. Der Lust am Niedermachen Sarrazins entspricht nämlich die konsequente ausser Acht Lassung der vom Autor benannten Fortschritte.
Und man sollte nicht vergessen, dass die Islamkonferenz so unideolgisch geworden ist, weil die Verantwortlichen der Einseitigkeit widerstanden haben.
Sollte es einen Konflikt geben, wird es sich zeigen, ob der Fortschritt nachhaltig ist. Oder wieder die Propagandisten des ausländerfeindlichen Deutschland, die es ja zur Genüge auch in den "eigenen Reihen " gibt wieder den Ton angeben.
Und was die Aussagen Sarrazins betrifft: Entweder ist alles Unsinn, was er sagt, dann braucht man ihn nicht ernst zu nehmen oder man nimmt es ernst und diskutiert über seine Thesen. Ist die Veränderung so nachhaltig, wie der Autor behauptet, kann Deutschland diese Diskussion verkraften und das beachten, was an seinen Thesen vernünftig sein könnte.
Sprech- und Denkverbote im Hinblick auf die Integration gab es, daran ist nicht zu deuteln. Und immer noch kommen die zu Wort, die statt am Probem zu arbeiten, es für ihre Zwecke nutzen.
Vielleicht einen Sarrazins Worte auch die Gutwilligen über Partei und Ideologiegrenzen hinaus zum pragmatischem Handeln.
Aber wie man einem, der im Grundsatz die sozialpolitischen Fakten zutreffend beschreibt, die Worte im Munde herumdreht, wie das versammelte Kritiker-Aufgebot ihn in den TV-Sendungen und anderswo mundtot machenwill, ist nicht nur unwürdig sondern ein zutiefst anti-demokratischer Vorgang.
Treffend formuliert!
Hallo,
ich bin Migrant. Danke für Ihr Engagement!
Wieso halten Sie sich ausgerechnet an Sarrazin, wenn Sie beklagen, dass Ihr „jahrzehntelanges Engagement in der Arbeit in sozialen Brennpunkten und Kiezen“ nicht von „Migranten“ gewürdigt werde?
Erstens ist Sarrazin kein Migrant und zweitens beklagt er, dass für ein solches Engagement Geld ausgegeben wird. Er will das ja einfach „auswachsen“ zu lassen.
Ist der nicht gebrieft? Anmerkung einer Politikerin zum Statement eines Bürgers mit Migrationshintergrund in einer Talkshow. Dieser sagte, er habe Deutschland viel zu verdanken und ein Menge Chancen bekommen.
Ich denke diejenigen, die Ihre Arbeit loben würden, kämen gar nicht ins Fernsehen. Der Lust am Niedermachen Sarrazins entspricht nämlich die konsequente ausser Acht Lassung der vom Autor benannten Fortschritte.
Und man sollte nicht vergessen, dass die Islamkonferenz so unideolgisch geworden ist, weil die Verantwortlichen der Einseitigkeit widerstanden haben.
Sollte es einen Konflikt geben, wird es sich zeigen, ob der Fortschritt nachhaltig ist. Oder wieder die Propagandisten des ausländerfeindlichen Deutschland, die es ja zur Genüge auch in den "eigenen Reihen " gibt wieder den Ton angeben.
Und was die Aussagen Sarrazins betrifft: Entweder ist alles Unsinn, was er sagt, dann braucht man ihn nicht ernst zu nehmen oder man nimmt es ernst und diskutiert über seine Thesen. Ist die Veränderung so nachhaltig, wie der Autor behauptet, kann Deutschland diese Diskussion verkraften und das beachten, was an seinen Thesen vernünftig sein könnte.
Sprech- und Denkverbote im Hinblick auf die Integration gab es, daran ist nicht zu deuteln. Und immer noch kommen die zu Wort, die statt am Probem zu arbeiten, es für ihre Zwecke nutzen.
Vielleicht einen Sarrazins Worte auch die Gutwilligen über Partei und Ideologiegrenzen hinaus zum pragmatischem Handeln.
Aber wie man einem, der im Grundsatz die sozialpolitischen Fakten zutreffend beschreibt, die Worte im Munde herumdreht, wie das versammelte Kritiker-Aufgebot ihn in den TV-Sendungen und anderswo mundtot machenwill, ist nicht nur unwürdig sondern ein zutiefst anti-demokratischer Vorgang.
Treffend formuliert!
Hallo,
ich bin Migrant. Danke für Ihr Engagement!
Wieso halten Sie sich ausgerechnet an Sarrazin, wenn Sie beklagen, dass Ihr „jahrzehntelanges Engagement in der Arbeit in sozialen Brennpunkten und Kiezen“ nicht von „Migranten“ gewürdigt werde?
Erstens ist Sarrazin kein Migrant und zweitens beklagt er, dass für ein solches Engagement Geld ausgegeben wird. Er will das ja einfach „auswachsen“ zu lassen.
Was ich hier lese schlägt dem Fass den Boden aus,seit Jahrzehnten weis man über diese These der immigration, und was wird getan? Nun kommt jemand der genau den Finger da reinsteckt wos den Politikern besonders weh tut. da ist eine Frau Kanzlerin ja sowas von beleidigt genau wie unser lieber Bundespräsident, sie sollten mal das Buch lesen, und zwar genau. Wenn man in diesem Staat,der sich Demokratisch nennt,seine Meinung nicht mehr frei sagen darf, dann Prost Mahlzeit.
"wos den Politikern besonders weh tut"
Sarrazin ist selber Politiker und hat einen hochen Psoten in einem Unternehmen,w elches als Aushängeschild Deutschlands dient.
er ist kein untergundkämpfer, kein Aussenseiter. Er hat viele Jhre das Syetm mitgeformt und beeinflusst.
Sie tun so als würde er es den politiker zeigen und sind damit genau so pauschal wie er selber.
Wann fangen die sarrazinbefürworter an mit argumenten zu reen, asntatt mit beschuldigungen. Politiker sind schuld, Medien sind schule, Migranten sind schuld, nur man selber nicht. Oh wie ist das einfach.
Der Kommentator hat nicht unrecht. Während meines Studiums wurde intensiv daran gearbeitet, dass Lehrer auf die Schwierigkeiten von Schülern mit Migrationshintergrund vorbereitet werden, ob es die Seminare zu Deutsch als Zweitsprache oder spezifische Didaktik-Seminare waren. Das Thema wird auch in keiner Weise totgeschwiegen, wie es von den Sarrazin-Anhängern deklariert wird. Die Thematik wird offen angesprochen und diskutiert.
Vielmehr wird nun die Diskussion in der Hinsicht verzerrt, als dass ein Diktat des "political correctness" konstruiert wird, deren Durchbrechen zum Tabubruch stilisiert wird. Der Tabubrecher erhält den Anschein eines unbequemen Heldes, der eine scheinbare Wahrheit ausspricht. In Hinblick der wissenschaftlichen Ergebnissen hat Sarrazin aber nun wirklich nichts Neues oder Bahnbrechendes gesagt. Der schulische Rückstand von Schüler mit türkischen Migrationshintergrund ist schon lange bekannt und über die Bildung von Subkulturen wurde auch schon oft diskutiert. Ich möchte an dieser Stelle an die Leitkulturdebatte erinnern.
Das Problem bei der ganzen Angelegenheit ist die Pauschalisierung von Menschen muslimischen Glaubens. Der Syllogismus, eine Gruppe von Menschen ist nicht leistungsfähig, diese Gruppe ist muslimisch, Muslime sind nicht leistungsfähig, stößt zurecht vielen Menschen und auch mir sehr stark auf und stellt schon die Frage eines Rassismus zumindest in den Raum.
Hinzukommt die Missverständlichen Diskussionen über Genetik, welche den Eindruck verstärkt.
Ein weiterer Punkt, der zumindest mich irritierte, ist das scheinwissenschaftliche, bedrohliche Szenario, mit dem Sarrazin operiert. Sie gilt zugleich als eschatologische Vorhersage, die die Bedrohlichkeit verdeutlichen soll, wie auch als Legitimation der Position von Sarrazin, um Aussagen über Muslime zu pauschalisieren. Dies ist die typische demagogische Vorgehensweise, die Sarrazin aus meiner Sicht zu Recht vorgeworfen wird. Es geht weniger darum, dass Sarrazin Missstände benannt hat, sondern um die Art und Weise welche Aussagen er aus diesen abgeleitet hat.
Diese Thesen und Interpretationen sind allerdings wissenschaftlich nicht haltbar und fallen eher unter den Bereich Rechtspoplismus.
Im übrigen ist meine Frau muslimisch (Akademikerin) und ich bin Christ. Wir können wunderbar miteinander leben und ich empfinden keine Überfremdung
"wos den Politikern besonders weh tut"
Sarrazin ist selber Politiker und hat einen hochen Psoten in einem Unternehmen,w elches als Aushängeschild Deutschlands dient.
er ist kein untergundkämpfer, kein Aussenseiter. Er hat viele Jhre das Syetm mitgeformt und beeinflusst.
Sie tun so als würde er es den politiker zeigen und sind damit genau so pauschal wie er selber.
Wann fangen die sarrazinbefürworter an mit argumenten zu reen, asntatt mit beschuldigungen. Politiker sind schuld, Medien sind schule, Migranten sind schuld, nur man selber nicht. Oh wie ist das einfach.
Der Kommentator hat nicht unrecht. Während meines Studiums wurde intensiv daran gearbeitet, dass Lehrer auf die Schwierigkeiten von Schülern mit Migrationshintergrund vorbereitet werden, ob es die Seminare zu Deutsch als Zweitsprache oder spezifische Didaktik-Seminare waren. Das Thema wird auch in keiner Weise totgeschwiegen, wie es von den Sarrazin-Anhängern deklariert wird. Die Thematik wird offen angesprochen und diskutiert.
Vielmehr wird nun die Diskussion in der Hinsicht verzerrt, als dass ein Diktat des "political correctness" konstruiert wird, deren Durchbrechen zum Tabubruch stilisiert wird. Der Tabubrecher erhält den Anschein eines unbequemen Heldes, der eine scheinbare Wahrheit ausspricht. In Hinblick der wissenschaftlichen Ergebnissen hat Sarrazin aber nun wirklich nichts Neues oder Bahnbrechendes gesagt. Der schulische Rückstand von Schüler mit türkischen Migrationshintergrund ist schon lange bekannt und über die Bildung von Subkulturen wurde auch schon oft diskutiert. Ich möchte an dieser Stelle an die Leitkulturdebatte erinnern.
Das Problem bei der ganzen Angelegenheit ist die Pauschalisierung von Menschen muslimischen Glaubens. Der Syllogismus, eine Gruppe von Menschen ist nicht leistungsfähig, diese Gruppe ist muslimisch, Muslime sind nicht leistungsfähig, stößt zurecht vielen Menschen und auch mir sehr stark auf und stellt schon die Frage eines Rassismus zumindest in den Raum.
Hinzukommt die Missverständlichen Diskussionen über Genetik, welche den Eindruck verstärkt.
Ein weiterer Punkt, der zumindest mich irritierte, ist das scheinwissenschaftliche, bedrohliche Szenario, mit dem Sarrazin operiert. Sie gilt zugleich als eschatologische Vorhersage, die die Bedrohlichkeit verdeutlichen soll, wie auch als Legitimation der Position von Sarrazin, um Aussagen über Muslime zu pauschalisieren. Dies ist die typische demagogische Vorgehensweise, die Sarrazin aus meiner Sicht zu Recht vorgeworfen wird. Es geht weniger darum, dass Sarrazin Missstände benannt hat, sondern um die Art und Weise welche Aussagen er aus diesen abgeleitet hat.
Diese Thesen und Interpretationen sind allerdings wissenschaftlich nicht haltbar und fallen eher unter den Bereich Rechtspoplismus.
Im übrigen ist meine Frau muslimisch (Akademikerin) und ich bin Christ. Wir können wunderbar miteinander leben und ich empfinden keine Überfremdung
Entfernt. Begründen Sie Ihre Meinung bitte mit sachlichen Argumenten. Die Redaktion/sh
"Solange wir uns aber für Erfolge in der Integrationsarbeit nicht interessieren, solange wir lieber über das große Ganze schwadronieren anstatt über konkrete Maßnahmen zu reden..."
Gut. Dann hätte ich zwei Fragen:
1. Welche Maßnahmen gab es bis jetzt?
2. Welche Erfolge haben diese gebracht?
Das steht leider nicht in diesem (und hier auch in sonst nicht vielen) Artikel(n). Neulich hab ich ja mal gehört, Türken und Türkischstämmige würden jetzt nicht mehr bei Allah, sondern bei "ihrem BMW" schwören. Aber heißt dies, dass es keinerlei Integrationsproblematik mehr gäbe?
Es gibt Hunderte Projekte und Maßnahmen. Sprachtests für Vierjährige, wie sie z.B. die damals schwarz-gelbe Regierung in NRW eingeführt hat (http://www.zeit.de/gesell...). Es gibt teilweise verpflichtende Sprachfördermaßnahmen für Kinder. Diese Maßnahmen greifen langsam, aber sie greifen
Es gibt Kooperationen zwischen Kitas und Schulen (wie z.B. in Berlin-Wedding), die erste Erfolge zeigen. Migrantenkinder die so auf die Schule vorbereitet werden, schneiden in Schulstudien viel besser ab als andere.
Und es gibt Ideen, die debattiert werden, aber leider der Realisierung harren. Eine Kita-Pflicht, beispielsweise.
etc.
All diesen Maßnahmen und allen Ideen ist gemein: Sie haben lange vor Sarrazins Buch existiert.
Grüße, Markus Horeld
Es gibt Hunderte Projekte und Maßnahmen. Sprachtests für Vierjährige, wie sie z.B. die damals schwarz-gelbe Regierung in NRW eingeführt hat (http://www.zeit.de/gesell...). Es gibt teilweise verpflichtende Sprachfördermaßnahmen für Kinder. Diese Maßnahmen greifen langsam, aber sie greifen
Es gibt Kooperationen zwischen Kitas und Schulen (wie z.B. in Berlin-Wedding), die erste Erfolge zeigen. Migrantenkinder die so auf die Schule vorbereitet werden, schneiden in Schulstudien viel besser ab als andere.
Und es gibt Ideen, die debattiert werden, aber leider der Realisierung harren. Eine Kita-Pflicht, beispielsweise.
etc.
All diesen Maßnahmen und allen Ideen ist gemein: Sie haben lange vor Sarrazins Buch existiert.
Grüße, Markus Horeld
Dies ist das was das offizielle Berlin und die Politik und die Zeitungen von sich geben. Natürlich gibt es "gelungene" Integration. Aber muss man darüber reden und sich an seinen eigenen Erfolgen laben? Die Probleme müssen angesprochen werden. Die Probleme sind real, wenn in Kitas 40% der Kinder aus sozialschwachen Familien kommen, viele davon aus Migrantenfamilien. Es gibt hier massive Verhaltensauffälligkeiten, die Schimpfwörter, die meine Tochter aus der Kita mit nach Hause bringt, lassen mich an dieser multikulturellen Blase verzweifeln. Wenn wir einmal das Beispiel Hamburg betrachten. Die Kitas müssen von Jahr zu Jahr immer mehr Kinder betreuen, mit immer weniger Betreuerinnen. Nachdem die Sätze für die "Topverdiener" nun drastisch angehoben worden sind, hatte ich mir mal den Spaß erlaubt mit der Leiterin zu sprechen. Ob denn nun mehr Geld da wäre, damit Sportunterricht regelmäßig stattfinden können, war meine Frage. "Nein, im Gegenteil, denn der Senat hat die Mittel um ihren Betrag gekürzt". Was soll immer dieses Virtuelle, wenn die Wirklichkeit ganz anders ist. Musikunterricht findet nicht statt, weil viele Eltern den Sinn in deutschen Kinderliedern nicht sehen. Dann bezahlen eben die "Gutverdiener" es aus der eigenen Tasche. Integration läuft anders. Und so ist es kein Wunder, das selbst mit Kitabesuch die Unterschiede erheblich sind. In der Grundschule kann so kein vernünftiger Unterricht stattfinden, und die Eltern ziehen spätestens dann ihre Kinder ab.
@7 es würde mich interessieren (ehrlich!), welche Schimpfwörter Ihre Tochter mit nach hause bringt? SInd es allgemeine Beschimpfungen ("Schlampe") oder eher welche, die sich gegen "Ungläubige" ("Schweinefleischfresser") richten?
Zitat:
"Die Probleme müssen angesprochen werden."
Abgesehen von den Floskeln...
Zitat:
"Die Probleme sind real, wenn in Kitas 40% der Kinder aus sozialschwachen Familien kommen, viele davon aus Migrantenfamilien. Es gibt hier massive Verhaltensauffälligkeiten, die Schimpfwörter, die meine Tochter aus der Kita mit nach Hause bringt, lassen mich an dieser multikulturellen Blase verzweifeln. "
Was sind das für welche in der Kita?
Na jedenfalls haben Sie damit auch das Hauptproblem erfasst, es jedoch typischerweise so federleicht in die nationale Herkunftsecke geschoben... Wer schlicht "übersieht", dass eine ohnehin am Start sozial- und bildungsschwache Gruppe, die so wie sie nun mal war hierher geholt (!) wurde, dauernd per se als "fremd" ausgegrenzt wird, ja wenn gar in dritter Generation junge Leute mit dem Bewusstsein aufwachsen, nicht dazu zu gehören, ... und dann noch die Ursachen der Bildung der Parallelgesellschaften ungeachtet der oben erw. Fakten auf die vermeintlichen genetischen Eigenschaften verlagert, DER IST ein Brandstifter, mag er auch noch so brav bei der SPD oder Grünen sitzen...
Überall auf der Welt passiert das Gleiche, wenn die negativen sozialen Randbedingungen alle zugleich (!) aufeinander treffen. Aber es fehlt immer so schwer, über den eigenen Tellerrand zu schauen.
Die Intelligenz, von der Hr. S. redet, die sucht man hier vor der eigenen Tür vergeblich.
@7 es würde mich interessieren (ehrlich!), welche Schimpfwörter Ihre Tochter mit nach hause bringt? SInd es allgemeine Beschimpfungen ("Schlampe") oder eher welche, die sich gegen "Ungläubige" ("Schweinefleischfresser") richten?
Zitat:
"Die Probleme müssen angesprochen werden."
Abgesehen von den Floskeln...
Zitat:
"Die Probleme sind real, wenn in Kitas 40% der Kinder aus sozialschwachen Familien kommen, viele davon aus Migrantenfamilien. Es gibt hier massive Verhaltensauffälligkeiten, die Schimpfwörter, die meine Tochter aus der Kita mit nach Hause bringt, lassen mich an dieser multikulturellen Blase verzweifeln. "
Was sind das für welche in der Kita?
Na jedenfalls haben Sie damit auch das Hauptproblem erfasst, es jedoch typischerweise so federleicht in die nationale Herkunftsecke geschoben... Wer schlicht "übersieht", dass eine ohnehin am Start sozial- und bildungsschwache Gruppe, die so wie sie nun mal war hierher geholt (!) wurde, dauernd per se als "fremd" ausgegrenzt wird, ja wenn gar in dritter Generation junge Leute mit dem Bewusstsein aufwachsen, nicht dazu zu gehören, ... und dann noch die Ursachen der Bildung der Parallelgesellschaften ungeachtet der oben erw. Fakten auf die vermeintlichen genetischen Eigenschaften verlagert, DER IST ein Brandstifter, mag er auch noch so brav bei der SPD oder Grünen sitzen...
Überall auf der Welt passiert das Gleiche, wenn die negativen sozialen Randbedingungen alle zugleich (!) aufeinander treffen. Aber es fehlt immer so schwer, über den eigenen Tellerrand zu schauen.
Die Intelligenz, von der Hr. S. redet, die sucht man hier vor der eigenen Tür vergeblich.
Hoffentlich hält sich das Problembewusstsein bis zum nächsten Zahltag. Eines scheint der Autor jedenfalls nicht bedacht zu haben, dass alles Geld kostet und nicht eine Diskussion oder ein zwei Aktionstage zum Ziel führen. Unsere Gesellschaft wird immer älter und braucht deshalb mehr Bildung in den Bevölkerungsschichten, die die meissten Kinder bekommen und das mit Verlaub ist einen Diskussion die Herr Sarazzin angestossen hat. Denn erst wenn man in Deutschlanf über "Gene" (unabänderbar) redet, bewegt (und bezahlt) sich der Gutmenschenmob.
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