1994
Der Obdachlose Eberhart Tennstedt (43) wird in der Nacht vom 5. April 1994 in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) gemeinsam mit einem anderen Obdachlosen von drei Angehörigen einer rechten Clique im Alter von 21 bis 23 Jahren geschlagen und mit Schüssen aus einer Gaspistole in einen Fluss getrieben. Die Angreifer hindern die hilflosen Obdachlosen daran, den Fluss zu verlassen. Der stark alkoholisierte Tennstedt ertrinkt. Als Tatmotiv geben die Täter an, "Penner" würden nicht ins Stadtbild passen. Ein Kioskbesitzer hatte ihnen den Auftrag erteilt, die beiden Obdachlosen zu vertreiben. Im Dezember 1994 verurteilt das Landgericht Magdeburg den 21-jährigen Haupttäter wegen Aussetzung einer hilflosen Person und Körperverletzung mit Todesfolge zu einer dreijährigen Jugendstrafe. Der Kioskbesitzer und die Mittäter werden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Es habe sich um eine "Machtdemonstration gegenüber Schwächeren" gehandelt, stellt das Gericht fest. Die Täter hätten die Obdachlosen "gewaltsam vertreiben" wollen.
In der Nacht zum 28. Mai 1994 geraten Skinheads, die eine Wohnung in einem Haus in der Lützner Straße in Leipzig besetzt hatten, mit dem 43-jährigen Mieter Klaus R. in Streit. Sechs der Jugendlichen verprügeln und treten den Leipziger zu Tode. 1995 verurteilt das Leipziger Landgericht den 18-jährigen Hauptangeklagten wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung zu fünf Jahren Haft. Die fünf Mittäter kommen mit niedrigeren Haft- und Bewährungsstrafen davon.
Am 23. Juli 1994 abends erwürgen drei Skinheads die 32-jährige Berlinerin Beate Fischer und legen sie an eine Mülltonne. Die Prostituierte ist den drei Männern zunächst freiwillig in eine Wohnung gefolgt. Dem Gericht zufolge hat die Frau dort freiwillig Sex mit allen, will aber nach einer Misshandlung gehen. Die Skinheads verhindern das und vergewaltigen die Frau mehrmals. Dann töten sie Beate Fischer. Das Gericht verhängt lebenslange Haft für den 21-Jährigen, neun und zehn Jahre Jugendstrafe für die Mittäter. Der Richter sagt in der Urteilsbegründung, die Neonazis "haben nach ihrer Wolfsmoral Sex als die Bühne ihrer Macht benutzt".
In der Nacht zum 26. Juli 1994 ertrinkt in Berlin der polnische Bauarbeiter Jan W. in der Spree. Der 45-Jährige und ein 36-jähriger Landsmann sind nach einem Streit mit einer Gruppe junger Deutscher ins Wasser getrieben und gewaltsam daran gehindert worden, ans Ufer zurückzuschwimmen. Eine Polizeistreife hörte die Rufe "Polacken, verpisst Euch" und "lasst den Polen nicht raus". Auf den Tod von Jan W. reagiert die Gruppe belustigt. Das Gericht kann keine ausländerfeindlichen Motive erkennen. Die Rufe hätten lediglich auf die "Ausländereigenschaft" der Opfer angespielt. Im Mai 1995 werden vier 19- bis 25-jährige Männer und zwei 16- und 17-jährige Mädchen wegen Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Körperverletzung zu Bewährungsstrafen und Freiheitsstrafen bis zu vier Jahren verurteilt.
Der Radfahrer Gunter Marx wird von vier Skinheads am 6. August 1994 nachts in Velten (Brandenburg) von seinem Fahrrad gestoßen und getreten. Die Rechten im Alter von 18 und 19 Jahren waren zu einem Raubzug aufgebrochen. Als Reaktion auf die Antwort ihres 42-jährigen Opfers, er habe kein Geld dabei, erschlägt ihn der 18-jährige Maik L. mit einem schweren Schraubenschlüssel. Danach überfällt die Gruppe noch zwei weitere Opfer. Die Polizei findet bei einer Hausdurchsuchung des wegen Körperverletzung an einem Portugiesen mit Haftbefehl gesuchten Maik L., der im Jahr zuvor eine Russin überfallen hatte, unter anderem einen Baseballschläger mit eingeritztem Hakenkreuz und der Aufschrift "Sieg Heil". Für die Staatsanwaltschaft handelt es sich beim Tod von Gunter Marx um einen "normalen Raubmord" ohne rechte Motive. Im Mai 1995 wird Maik L. vom Landgericht Neuruppin wegen Mordes und Raub in drei Fällen zu zehn Jahren Jugendhaft verurteilt. Seine Mittäter erhalten wegen schweren Raubes mit Todesfolge Jugendstrafen von zweieinhalb, viereinhalb und sechs Jahren.
- Datum 15.09.2010 - 20:50 Uhr
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Wenn sich die Autoren dazu entschlossen haben, die Täternamen zu anonymisieren, dann sollte dies auch konsequent durchgezogen werden. Insbesondere sollte nicht im ersten Satz der volle Vorname und abgekürzte Nachname, und im weiteren Verlauf stets der voll ausgeschriebene Nachname auftauchen.
Dies nur als Anregung.
Danke für den Hinweis.
Es ist von Fall zu Fall unterschiedlich, ob wir presserechtlich gesehen den vollen Namen der Täter nennen dürfen oder nicht. Bei besonders spektakulären Verbrechen ist es häufig erlaubt den vollen Namen der verurteilten Täter zu nennen. Bei anderen Fällen, besonders wenn Jugendstrafrecht angewendet wurde, werden die Täter hingegen anonymisiert, um die Resozialisierung nach der Haft nicht zu erschweren.
Ich hoffe das Beantwortet Ihre Frage.
Danke für den Hinweis.
Es ist von Fall zu Fall unterschiedlich, ob wir presserechtlich gesehen den vollen Namen der Täter nennen dürfen oder nicht. Bei besonders spektakulären Verbrechen ist es häufig erlaubt den vollen Namen der verurteilten Täter zu nennen. Bei anderen Fällen, besonders wenn Jugendstrafrecht angewendet wurde, werden die Täter hingegen anonymisiert, um die Resozialisierung nach der Haft nicht zu erschweren.
Ich hoffe das Beantwortet Ihre Frage.
Danke für den Hinweis.
Es ist von Fall zu Fall unterschiedlich, ob wir presserechtlich gesehen den vollen Namen der Täter nennen dürfen oder nicht. Bei besonders spektakulären Verbrechen ist es häufig erlaubt den vollen Namen der verurteilten Täter zu nennen. Bei anderen Fällen, besonders wenn Jugendstrafrecht angewendet wurde, werden die Täter hingegen anonymisiert, um die Resozialisierung nach der Haft nicht zu erschweren.
Ich hoffe das Beantwortet Ihre Frage.
Was mich überrascht, ist die Spannweite der Urteile. Von 3 Monate auf Bewährung bis lebenslänglich ist ja alles dabei.
Und es geht in allen Fällen mindestens um Beihilfe zu Tötung.
werden in der Politik oft linksextreme Straftaten mit rechtsextremen gleichgesetzt, ich denke diese Zahlen sprechen eine andere Sprache.
Warum wird das wohl gemacht? Warum schützt die Polizei Aufmärsche von Nazis und prügelt ihnen sogar die Straße frei? Warum wird der Widerstand gegen Auftritte von so genannten "Rechtspopulisten", die nichts weiter als Nazis sind, vom Steuerzahler finanziert? Vom Staatsschutz geschützt? Warum wird immernoch politisch geurteilt, Antifaschisten eingesperrt, Nazis freigelassen?
Warum wird das wohl gemacht? Warum schützt die Polizei Aufmärsche von Nazis und prügelt ihnen sogar die Straße frei? Warum wird der Widerstand gegen Auftritte von so genannten "Rechtspopulisten", die nichts weiter als Nazis sind, vom Steuerzahler finanziert? Vom Staatsschutz geschützt? Warum wird immernoch politisch geurteilt, Antifaschisten eingesperrt, Nazis freigelassen?
Der Artikel ist wichtig und es notwendig das dieses Faktum mal klar gestellt wird, aber was ich wirklich schlecht finde, ist das hier dauernd pauschal von "Skinheads" geredet wird...
Ich bin selbst Skin und eindeutig links.
Überhaupt wird von dem Großteil der Skinheadgemeinde die Auffassung geteilt das man als Skin unmöglich Rassist oder Nazi sein kann, warum wir diese Typen auch "Boneheads" nennen.
Wenn man als als Zei´tung aufklären will, dann bitte, bitte nicht Stereotypen bedienen, also Skins und Nazis in einen Topf werfen, sondern die Dinge beim Namen nennen.
Nazis sind Nazis.
Skins sind Skins... beides geht nicht!
Das ist nämlich absolut falsch, Skinheads als Nazis zu bezeichnen. Sie unterscheiden sich im konkreten allein darin, das sie Politisch vollkommen unterschiedlich sind.
Während echte Skinheads politisch neutral bis Links zu finden sind, haben Naziglatzen, BONEHEADS, nur deren äusseres erscheinungsbild kopiert und in den Dreck gezogen.
Skinhead sein ist aber grundsätzlich mehr als ein äusseres Erscheinungsbild sondern hat auch eine Geschichte.
Warum wird das wohl gemacht? Warum schützt die Polizei Aufmärsche von Nazis und prügelt ihnen sogar die Straße frei? Warum wird der Widerstand gegen Auftritte von so genannten "Rechtspopulisten", die nichts weiter als Nazis sind, vom Steuerzahler finanziert? Vom Staatsschutz geschützt? Warum wird immernoch politisch geurteilt, Antifaschisten eingesperrt, Nazis freigelassen?
Hallo,
finde diese Übersicht mit all seinen Funktionen und Informationen sehr gut. Und hoffe auch, das die noch lange lange online bleibt :)
Allerdings stelle ich mir gerade die Frage, ob ihr die Seite noch aktualisieren wollt. Fänd ich super, wenn ihr da am Ball bleibt :)
Beste Grüße
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