Islamkritik: Westergaard und die Brandstifter
Kurt Westergaard, der Mohammed zur Karikatur machte, wird geehrt. Ein Pastor, der Korane verbrennen will, scharf kritisiert. Warum ist das richtig? Ein Kommentar
© Pool/Getty Images

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard auf der Preisverleihung in Potsdam
Am Mittwoch erhielt der dänische Karikaturist Kurt Westergaard den Medienpreis M100. In ihrer Rede würdigte Angela Merkel den Wert der Meinungsfreiheit. Über den Plan des evangelikalen Pfarrers Terry Jones in Florida, am 11. September Korane zu verbrennen, urteilte sie in derselben Rede: "respektlos, sogar abstoßend und einfach falsch". Warum hat sie damit Recht?
Könnte man nicht auch die Aktion des Pfarrers mit dem Argument der Meinungsäußerung rechtfertigen? Hier wie dort kommt kein Mensch unmittelbar zu Schaden. Hier wie dort können sich gläubige Moslems gekränkt fühlen. Abgesehen davon, dass der Akt des Bücherverbrennens unter Deutschen besonders schwarze Erinnerungen wachruft, zielen beide auf Provokation. Sie wollen aufrütteln und wirken. Worin also liegt der Unterschied?
Man erinnere sich an die Aktion des jüngst verstorbenen, großen Künstlers Christoph Schlingensief, der 2000 in Wien einen Big-Brother-Container aufstellte, in dem sich Asylbewerber für ihr Bleiberecht empfehlen konnten. Die Arbeit war - freundlich formuliert - umstritten. Aber völlig in Ordnung, konform mit unseren Gesetzen und unseren Wertvorstellungen, nach denen man Asylbewerber nicht per Gucklochanlayse abschieben darf.
Was zählt ist die Intention des Handelnden. Westergaard spießte eine Eigenschaft von extremistischen Moslems auf, die mit Selbstmordanschlägen ihr eigenens und das Leben anderer Menschen vernichten wollen. Darauf wollte er aufmerksam machen. Er will Leben ermöglichen, Mord verhindern. Er tritt also für eines unserer allerförderlichsten Grundsätze ein, den Schutz des individuellen Lebens.
Ganz anders der Pastor aus Florida. Er plant, Korane zu verbrennen, um eine Welt ohne Islam zu versinnbildlichen. Er streitet dieser Religion das Recht ab, zu existieren und will die Bücher stellvertretend vernichten. Handeln, das darauf abzielt, verstößt aufs Gröbste gegen einen weiteren wichtigen Grundsatz unserer Rechtsauffassung, die Religionsfreiheit.





Wenke Husmann bringt den Unterschied auf den Punkt:
"Ganz anders der Pastor aus Florida. Er plant, Korane zu verbrennen, um eine Welt ohne Islam zu versinnbildlichen. Er streitet dieser Religion das Recht ab, zu existieren und will die Bücher stellvertretend vernichten."
Das ist es! Die Koran-Verbrennung wäre stellvertretende Vernichtung. Der Bible-Belt-Geistliche will der anderen Religion ihr Existenzrecht absprechen. Als zur Zeit des Karikaturenstreits fanatische Islamisten dänische Flaggen verbrannten, hat mich das in Angst und Wut versetzt. Denn es bedeutet, dass sie die Flagge stellvertretend für ein Land des Westens vernichten. Dass Muslime nun durch den Plan der Koran-Verbrennung in Angst und Wut versetzt werden, verstehe ich gut. Als man im Dritten Reich Bücher von Heine und Freud verbrannte, wollte man dadurch ein Deutschland und eine Welt ohne Heine und Freud, ja ohne Juden versinnbildlichen. Wenke Husmanns nüchterner Scharfblick tut in dieser jetzigen aufgeregten Zeit gut!
....rechtfertigen, wenn man will. Eigentlich sind beide Meinungsäußerungen aus meiner Sicht komisch. Der Eine konnte sich, wie Oscar Wilde einen Freund einem Wortspiel zu opfern bereit wäre, einer Stichelei nicht enthalten, während der Andere sich aufbläst als wäre es bedeutungsvoll, was er macht.
Letztlich ist mir nur wichtig, dass beide Meinungen geäußert werden dürfen und nicht nach Zeitgeschmack zensiert werden darf. Wenn man mit den Meinungen nicht d'accord ist? Dann kann man es ja diskutieren.
Vermeiden Sie Pauschalisierungen und belegen Sie solche Aussagen bitte mit seriösen Quellenangaben. Die Redaktion / mh
dass Sie noch nie einen Blick in den Koran geworfen haben, sondern den Interpretationen rigider Übersetzer unterliegen, die die Worte des Korans so auslegen, wie es ihrem patriachalischem Weltbild entspricht. Es steht weder wörtlich im Koran, dass der Mann die Frau verprügeln und beherrschen darf, es gibt kein Wort zur Ganzkörperverhüllung oder zur Steinigung von Ehebrechern. Es steht darin auch nicht die "ständige Aufforderung" Ungläubige zu töten. Dies steht darin nur im Zusammenhang mit der Selbstverteidigung, wenn man um seines Glaubens willen verfolgt oder angegriffen wird. Wenn Sie auf Muslime schimpfen, die die Worte des Korans verdrehen und sich instrumentalisieren lassen, dann sollten Sie aufpassen, dass es Ihnen nicht von umgekehrter Richtung her genauso ergeht. Man sollte KENNEN, worüber man schreibt.
und verlassen sich nicht auf irgendwelche Zitate, die meist
nicht stimmen. Ich bin Katholik und habe grossen Respekt vor
dem Koran.
Sie waren wohl noch nie in einem muslimischen Land und haben die Menschen und ihre Kultur dort kennengelernt, sondern haben sich nur von dem Gesülze, Panikmache und der Propaganda der hiesigen Mainstream Medien berieseln lassen.
Nur weil in vielen islamischen Ländern Religion und Politik nicht voneinander getrennt sind, ist der Islam längst nicht schlecht oder wie sie es meinen eine "Partei", vielmehr wird diese, genauso gute oder schlechte Religion wie das Christentum auch, von vielen unterschiedlichen Parteien benutzt (und oft auch beschmutzt) ... Man denke nur mal bei uns einige Jahrhunderte zurück.
[...]
Sicherlich gibt es auch nette Sprüche, der Koran hat vermutlich auch genauso viele Widersprüche wie die Bibel. Allerdings gibt es keinen Grund Respekt vor Religionen zu haben. Respekt muss man sich verdienen.
Bitte verzichten Sie auf Zitate, die in keinem unmittelbaren Kontext zum Artikel stehen und die keine sachliche Diskussion fördern. Danke. Die Redaktion/km
dass Sie noch nie einen Blick in den Koran geworfen haben, sondern den Interpretationen rigider Übersetzer unterliegen, die die Worte des Korans so auslegen, wie es ihrem patriachalischem Weltbild entspricht. Es steht weder wörtlich im Koran, dass der Mann die Frau verprügeln und beherrschen darf, es gibt kein Wort zur Ganzkörperverhüllung oder zur Steinigung von Ehebrechern. Es steht darin auch nicht die "ständige Aufforderung" Ungläubige zu töten. Dies steht darin nur im Zusammenhang mit der Selbstverteidigung, wenn man um seines Glaubens willen verfolgt oder angegriffen wird. Wenn Sie auf Muslime schimpfen, die die Worte des Korans verdrehen und sich instrumentalisieren lassen, dann sollten Sie aufpassen, dass es Ihnen nicht von umgekehrter Richtung her genauso ergeht. Man sollte KENNEN, worüber man schreibt.
und verlassen sich nicht auf irgendwelche Zitate, die meist
nicht stimmen. Ich bin Katholik und habe grossen Respekt vor
dem Koran.
Sie waren wohl noch nie in einem muslimischen Land und haben die Menschen und ihre Kultur dort kennengelernt, sondern haben sich nur von dem Gesülze, Panikmache und der Propaganda der hiesigen Mainstream Medien berieseln lassen.
Nur weil in vielen islamischen Ländern Religion und Politik nicht voneinander getrennt sind, ist der Islam längst nicht schlecht oder wie sie es meinen eine "Partei", vielmehr wird diese, genauso gute oder schlechte Religion wie das Christentum auch, von vielen unterschiedlichen Parteien benutzt (und oft auch beschmutzt) ... Man denke nur mal bei uns einige Jahrhunderte zurück.
[...]
Sicherlich gibt es auch nette Sprüche, der Koran hat vermutlich auch genauso viele Widersprüche wie die Bibel. Allerdings gibt es keinen Grund Respekt vor Religionen zu haben. Respekt muss man sich verdienen.
Bitte verzichten Sie auf Zitate, die in keinem unmittelbaren Kontext zum Artikel stehen und die keine sachliche Diskussion fördern. Danke. Die Redaktion/km
ich kann jetzt offiziell meine Meinung zu jeder Person und alles äußern.Somit will ich Sie Frau Merkel [...] Da Sie nicht gerecht regieren und häufig vergessen was in unserer Verfassung steht.
($186) Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Bitte achten Sie in den Kommentarbereichen bei ZEIT ONLINE auf einen respektvollen Umgangston. Danke. Die Redaktion/sh
eine Meinungsäusserung ist keine Tatsache, insofern ist der zitierte Paragraph in diesem Fall nicht sonderlich hilfreich ;)
eine Meinungsäusserung ist keine Tatsache, insofern ist der zitierte Paragraph in diesem Fall nicht sonderlich hilfreich ;)
dass Sie noch nie einen Blick in den Koran geworfen haben, sondern den Interpretationen rigider Übersetzer unterliegen, die die Worte des Korans so auslegen, wie es ihrem patriachalischem Weltbild entspricht. Es steht weder wörtlich im Koran, dass der Mann die Frau verprügeln und beherrschen darf, es gibt kein Wort zur Ganzkörperverhüllung oder zur Steinigung von Ehebrechern. Es steht darin auch nicht die "ständige Aufforderung" Ungläubige zu töten. Dies steht darin nur im Zusammenhang mit der Selbstverteidigung, wenn man um seines Glaubens willen verfolgt oder angegriffen wird. Wenn Sie auf Muslime schimpfen, die die Worte des Korans verdrehen und sich instrumentalisieren lassen, dann sollten Sie aufpassen, dass es Ihnen nicht von umgekehrter Richtung her genauso ergeht. Man sollte KENNEN, worüber man schreibt.
und nicht der Koran.
Entfernt. Wir möchten Sie bitten, sich wieder der Diskussion zu dem konkreten Thema des Artkels zu widmen. Danke. Die Redaktion/km
Ich wollte sie eigentlich darauf aufmerksam machen, dass sie offensichtlich den Koran nicht kennen, aber die zeitonline Redaktion hat mir verboten sachlich auf ihren Kommentar zu antworten. Meinungsfreiheit gilt halt nicht für jeden. Umso wichtiger sind deshalb Menschen wie Westergaard. Glück für sie, so dürfen sie weiter Behauptungen aufstellen, die nachweislich nicht stimmen. Bitte verzichten sie darauf zu pauschalisieren... Genau.
und nicht der Koran.
Entfernt. Wir möchten Sie bitten, sich wieder der Diskussion zu dem konkreten Thema des Artkels zu widmen. Danke. Die Redaktion/km
Ich wollte sie eigentlich darauf aufmerksam machen, dass sie offensichtlich den Koran nicht kennen, aber die zeitonline Redaktion hat mir verboten sachlich auf ihren Kommentar zu antworten. Meinungsfreiheit gilt halt nicht für jeden. Umso wichtiger sind deshalb Menschen wie Westergaard. Glück für sie, so dürfen sie weiter Behauptungen aufstellen, die nachweislich nicht stimmen. Bitte verzichten sie darauf zu pauschalisieren... Genau.
eine Meinungsäusserung ist keine Tatsache, insofern ist der zitierte Paragraph in diesem Fall nicht sonderlich hilfreich ;)
und nicht der Koran.
Reden Sie sich doch nicht so billig raus, wenn Sie lediglich um eine Antwort verlegen sind. Ihr erster Kommentar bezog sich mindestens zur Hälfte auf den Koran ("Wo finden wir im Koran irgendwelche humanistischen Gebote oder Thesen..."). Eben auf ihre folgenden Zitate bezog sich die Entgegnung von Isaidy.
das Ihrer Meinung nach keine moralischen Werte enthält, keine Aufforderungen an die Menschen, gerecht und gut zu handeln, sondern zu Mord und Totschlag aufruft und permanent gutheißt, dass die Frau unterdrückt wird. Der Koran hat aus zeitgenössischer Sicht den Frauen unheimlich viele Rechte zugestanden und im gesamten Christentum der Vergangenheit wurden Frauen ebenfalls massiv unterdrückt. Begründet wurde das in beiden Fällen (Christentum und Islam) immer mit dem Sündenfall im Paradies. Sie sollten nicht den Koran als Grundlage Ihrer Abneigung gegen den Islam machen, denn er fordert gleich im ersten Satz den Menschen auf zu lesen, zu lernen, sich zu bilden. Verurteilen kann man nur, was aus dem Inhalt des Buches seitens traditionell gestrigen Menschen oder machthungriger Diktatoren daraus gemacht wird.
Reden Sie sich doch nicht so billig raus, wenn Sie lediglich um eine Antwort verlegen sind. Ihr erster Kommentar bezog sich mindestens zur Hälfte auf den Koran ("Wo finden wir im Koran irgendwelche humanistischen Gebote oder Thesen..."). Eben auf ihre folgenden Zitate bezog sich die Entgegnung von Isaidy.
das Ihrer Meinung nach keine moralischen Werte enthält, keine Aufforderungen an die Menschen, gerecht und gut zu handeln, sondern zu Mord und Totschlag aufruft und permanent gutheißt, dass die Frau unterdrückt wird. Der Koran hat aus zeitgenössischer Sicht den Frauen unheimlich viele Rechte zugestanden und im gesamten Christentum der Vergangenheit wurden Frauen ebenfalls massiv unterdrückt. Begründet wurde das in beiden Fällen (Christentum und Islam) immer mit dem Sündenfall im Paradies. Sie sollten nicht den Koran als Grundlage Ihrer Abneigung gegen den Islam machen, denn er fordert gleich im ersten Satz den Menschen auf zu lesen, zu lernen, sich zu bilden. Verurteilen kann man nur, was aus dem Inhalt des Buches seitens traditionell gestrigen Menschen oder machthungriger Diktatoren daraus gemacht wird.
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks halte ich die Aussoehnung mit den islamischen Laendern fuer die wichtigste
Aufgabe der Weltpolitik. Diese ist erschwert durch das Palaestina-Problem, durch das Iran Problem, den 2. Golfkrieg
und die Afghanistan Intervention. Wer immer Oel in dieses
Feuer schuettet, ist verantwortlich fuer Tote. Wer immer
die Mentalitaet der anderen nicht beachtet, ebenfalls.
Warum kann man Ostfriesen-Witze machen und keine Negerwitze?Warum fliegen die Fetzen, wenn nur das Wort "Jude" erwaehnt
wird? Die Karikaturen haben das Klima genauso angeheizt, wie
es die hoffentlich verhinderte Koran-Verbrennung das tun
wuerde. Haengen Sie mal in Krakau Karikaturen der Jungfrau
Maria! Und die Hauptschuld liegt bei den Medien, die diese
im Prinzip zweitrangigen provinziellen Vorfaelle weltweit
aufblaehen! Schade, dass die sonst so bedaechtige Frau
Merkel das nicht sieht!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren