15. April 2010: Erste Tea-Party-Demonstration in Washington © Win McNamee/Getty Images

Frankreich, Deutschland, Griechenland, USA – es wird derzeit viel demonstriert in der industrialisierten Welt. Den meisten Protesten gemein ist, dass sie mit diffusen Gefühlen um die Folgen der Globalisierung zusammenhängen. Vieles im Leben ist kompliziert geworden, und man will es wieder einfach haben. Veränderungen sind unerwünscht.

Die Verunsicherung hängt aber auch mit ganz konkreten Anlässen zusammen. Spätestens zur Finanzkrise mussten die Bürger vieler Industrienationen erfahren, dass sie lange Zeit auf Pump gelebt hatten, dass sich die öffentlichen Haushalte übernommen haben. Jetzt werden Privilegien gestrichen, die Sozialkassen sind vielerorts überstrapaziert, es wird gekürzt.

Dennoch ist der Protest von Land zu Land sehr verschieden – was die Motivation angeht und erst recht die Intensität. In Deutschland demonstrieren die Menschen gegen Atomkraft, im Atomland Frankreich nicht; in Spanien dominieren die Emotionen, in den USA die Staatsphobie, Polen hat die großen Demo-Zeiten hinter sich und in Russland sind schon 500 Teilnehmer eine erstaunliche Größe. Warum und wofür die Menschen auf die Straße gehen, beschreiben wir anhand von ausgewählten Ländern. Den Anfang macht Frankreich, jenes Land, mit der ausgeprägtesten und am besten organisierten Protestkultur.