Kolle starb bereits am 24. September in den Niederlanden. Seine Familie bestätigte einen entsprechenden Bericht von Welt Online . Am Freitag fand demnach bereits die Trauerfeier statt, nach der die Angehörigen den Tod des berühmten deutschen Sexualaufklärers bekannt gaben. Kolle wäre am Samstag 82 Jahre alt geworden.

Der Sohn eines Psychiaters war ein wichtiger Vorkämpfer der sexuellen Aufklärung. Nach einer Ausbildung in der Landwirtschaft wurde er Journalist und widmete sich ab Mitte der sechziger Jahre dem damaligen Tabu-Thema Sexualität.

Zur Ikone der sexuellen Revolution wurde er ab 1960 durch eine Reihe von Aufklärungsserien für die Illustrierten Quick und Neue Revue , die er als freiberuflicher Autor verfasste. Sie erschienen später auch in Buchform. Kolles Bücher erschienen in insgesamt zwölf Sprachen.

Sein erster Aufklärungsfilm Das Wunder der Liebe - Sexualität in der Ehe hatte 1968 Premiere in den Kinos und wurde in ganz Europa zum Kassenschlager. In Belgien und einigen Kantonen der Schweiz war er zunächst verboten. Ab 1970 kamen weitere Werke wie Deine Frau, das unbekannte Wesen oder Was ist eigentlich Pornografie in die Kinos. Seine Filme sahen 140 Millionen Menschen in aller Welt.

"Piekfein mit Anzug und Schlips hab ich mich vor die Kamera gesetzt und gesagt: Wir sprechen jetzt über Sexualität, ein schwieriges Thema", sagte Kolle in einem Gespräch mit seinem Enkel 2008 im ZEITmagazin. "Ich habe mich nie mit dem nackten Arsch auf den Tisch des Bürgermeisters gesetzt, so wie die 68er. Wenn man eine Gesellschaft verändern will, kostet das Mühe und Arbeit. Mit Schockeffekten kommst du nicht weit."

Bis in die 1990er Jahre hinein trat Kolle, der nach eigenen Angaben offen bisexuell lebte, häufig als Gesprächspartner in Fernseh- und Radiosendungen in Erscheinung. Seit 1969 lebte Kolle in Amsterdam.