Tödlicher UnfallMarine setzt Ausbildung auf "Gorch Fock" aus

Die Offiziersausbildung auf dem Segelschulschiff der Deutschen Marine wird vorübergehend unterbrochen. Grund ist der tödliche Unfall einer Kadettin Anfang November.

Die Bundeswehr reagiert auf den jüngsten Unfall auf dem Segelschulschiff Gorch Fock mit einer grundsätzlichen Überprüfung des Lehrgangs auf dem Dreimaster. So kehren die 70 Kadetten am kommenden Montag mit dem Flugzeug aus Brasilien nach Deutschland zurück und sollen im Anschluss auch nicht mehr an Bord, sondern an der Marineschule Mürwik bei Flensburg weiter ausgebildet werden. Erst im September 2011 sollen wieder Offiziersanwärter mit der Gorch Fock in See stechen.

Während das Schiff mit der Stammbesatzung voraussichtlich seinen Kurs über Buenos Aires und dem Kap Hoorn fortsetzt, kommt das Ausbildungskonzept auf den Prüfstand. Nach Angaben des Sprechers des Flottenkommandos Glücksburg, Uwe Rossmeisl, soll der Lehrgang nicht grundsätzlich infrage gestellt werden. Es solle aber geprüft werden, ob die Ausbildung verbesserungswürdig ist. So werde überlegt, die Offiziersanwärter nicht direkt nach ihrer Grundausbildung auf das Traditionsschiff zu schicken. Offen ist auch, ob das Sicherheitskonzept an Bord verändert werden muss.

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Der Unfall hatte sich ereignet, als die Gorch Fock  im brasilianischen Hafen Salvador de Bahia lag. Die 25-jährige Offizieranwärterin aus Holzminden war während einer Übung aus der Takelage gestürzt und auf das hölzerne Deck geprallt. Wenig später starb sie in einem Krankenhaus.

Für die Marine ist der Unfall und nun die Aussetzung der Ausbildung ein Schlag. Die 89 Meter lange, elegante Bark ist für die Seeleute nicht irgendein Schiff, sondern ein Symbol für die Identität der Marine. Auch wenn sie jährlich Millionen kostet, hält der zu massiven Kürzungen gezwungene Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) an ihr fest.

Bereits in der Vergangenheit hatte es auf der Gorch Fock tödliche Unfälle gegeben. Im September 2008 ertrank eine 18-Jährige in der Nordsee , nachdem sie während ihrer Seewache über Bord gefallen war. 2002 starb ein 19-Jähriger nach einem Sturz aus der Takelage. 1998 fiel ein ebenfalls 19-Jähriger aus dem Großmast aus zwölf Metern Höhe auf die Planken. Fregattenkapitän Rossmeisl, der selbst auf der Gorch Fock gelernt hatte, sagte, keiner der Unfälle sei genau gleich gewesen. Trotzdem müsse man alles überprüfen, und das brauche Zeit.

Auf dem berühmten Dreimaster wurden in den vergangenen 52 Jahren mehr als 14.500 Offizier- und Unteroffizieranwärter ausgebildet. Das traditionsreiche Schiff war Mitte August zu seiner 156. Ausbildungsreise in internationale Gewässer aufgebrochen. Es war eine der längsten Fahrten, die die Gorch Fock jemals angetreten hatte. Rund 23.000 Seemeilen, etwa 42.500 Kilometer sollte sie dabei zurücklegen.

 
Leserkommentare
    • jagu
    • 19.11.2010 um 18:23 Uhr

    Deutsche Bundeswehrsoldaten auf See sind sowieso ein Witz. Seefahrt ist nun mal kein Zuckerschlecken, vielleicht sollte die Bundeswehr ihre Kadetten besser auf die körperliche Eignung untersuchen.

    Die Vernöchlässigung des deutschen Schulsports in den letzten Jahren hat große Schäden angerichtet, die durchschnittliche Sportgesundheit und körperliche Koordination der heutigen Heranwachsenden ist daher trotz Bodyshaping größtenteils wirklich ein Witz.

    Dass es jetzt 2 Frauen sind, zeigt, dass der Gruppendruck und das bisherige auf Männer zugeschnittene Ausbildungskonzept einfach nicht durchdacht ist.

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    Wie verzweifelt Sind Sie, um den Tod von jungen Menschen durch Unfälle zu nutzen, um damit Ihrer Abneigung gegenüber der Bundeswehr Ausdruck zu verleihen? Weiterhin machen Sie sich über die Verstorbenen lustig indem Sie schreiben, dass Soldaten der Marine ein Witz seien.

    Haben Sie bedacht, was Sie damit den Familien antun? Wahrscheinlich nicht.

    Verzichten Sie lieber darauf Ihre Meinung kund zu tun, wenn Sie dafür Tote instrumentalisieren müssen.

    werden für Frauen vereinfacht vorgenommen, im Heer auf jeden Fall, bei der Marine weiß ich das nicht.

    Gedeckt ist das durch das Gleichbehandlungsgesetz für Soldatinnen und Soldaten.

    Die Anforderungen für die Offizierslaufbahn werden für Frauen gesenkt, um die Quote zu heben.

    Wie verzweifelt Sind Sie, um den Tod von jungen Menschen durch Unfälle zu nutzen, um damit Ihrer Abneigung gegenüber der Bundeswehr Ausdruck zu verleihen? Weiterhin machen Sie sich über die Verstorbenen lustig indem Sie schreiben, dass Soldaten der Marine ein Witz seien.

    Haben Sie bedacht, was Sie damit den Familien antun? Wahrscheinlich nicht.

    Verzichten Sie lieber darauf Ihre Meinung kund zu tun, wenn Sie dafür Tote instrumentalisieren müssen.

    werden für Frauen vereinfacht vorgenommen, im Heer auf jeden Fall, bei der Marine weiß ich das nicht.

    Gedeckt ist das durch das Gleichbehandlungsgesetz für Soldatinnen und Soldaten.

    Die Anforderungen für die Offizierslaufbahn werden für Frauen gesenkt, um die Quote zu heben.

  1. Was bringt eigentlich eine Offiziersausbildung auf einem Segelschiff? Warum nicht auf einer Fregatte, die ist im Zweifelsfall genau so eng und verlangt von der Besatzung auch äußerste Disziplin.
    Irgendwie sind Segelschiffe nur wunderbare Nostalgie - aber irgendwie hat die Offiziersausbildung darauf so etwas von Heizer auf Diesel-Lok.

    2 Leserempfehlungen
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    Die Ausbildung auf der Gorch Fock soll vermitteln, dass es nur im Team möglich ist ein Segelschiff dieser Grösse zu bewegen.

    Genauso funktioniert eine Armee nur dann, wenn alle Rädchen (von oben bis unten) aber auch quer durch verschiedenen Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche ineinander greifen.

    Die Ausbildung auf der Gorch Fock soll vermitteln, dass es nur im Team möglich ist ein Segelschiff dieser Grösse zu bewegen.

    Genauso funktioniert eine Armee nur dann, wenn alle Rädchen (von oben bis unten) aber auch quer durch verschiedenen Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche ineinander greifen.

  2. Die Ausbildung auf der Gorch Fock soll vermitteln, dass es nur im Team möglich ist ein Segelschiff dieser Grösse zu bewegen.

    Genauso funktioniert eine Armee nur dann, wenn alle Rädchen (von oben bis unten) aber auch quer durch verschiedenen Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche ineinander greifen.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "...und wofür?"
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    Wenn es tatsächlich keinen keinen anderen, effizienteren, günstigeren Weg geben sollte, künftigen Offizieren das beizubringen, was andere günstigstenfalls schon in der Kinderstube lernen, ist die Bundeswehr nicht nur in Materialnöten.
    Immerhin muss Mutti ja irgendjemanden gemeint haben als sie sagte, dass "wir" über "unsere" Verhältnisse gelebt hätten. Selbstverständlich bin ich für eine ordentliche und gründliche Ausbildung von Offizieren und Soldaten. Ebenso kann ich verstehen, dass die Marine stolz auf dieses Schiff ist. Aber in einer Gesellschaft in der sich die meisten Menschen Stolz wortwörtlich nicht mehr leisten können, müssen vor allem die Prestigeprojekte einzelner Gruppen auf den Prüfstand, die von dieser Allgmeinheit bezahlt werden.

    Mit allem Respekt, unsere Streitkräfte zur See sind mit Segelschiffen ausgerüstet?

    Jede Tätigkeit zum Beispiel in der Industrie beim Zusammenschrauben eines Wagens beruht auf Teamwork, das Führen eines Ladens oder Polizeieinsätze in Stuttgart ebenso. Also wären das gute Übungen Ihrer Meinung nach für einen Kampfeinsatz?

    Dieses Schiff gehört abgeschafft, verkauft und der Erlös sinnvollen Zwecken zugeführt. Ein Geprotze der Bundeswehr womit auch immer ist nicht notwendig und bedient nur sentimentale Geister. Genauso wie Musikkorps usw. Die Bundeswehr sollte sich auf ihre Arbeitsgebiete konzentrieren, genauso wie der Industriearbeiter, der auch nicht seine Zeit mit Vorbereitungen für Betriebsfeiern und das Aufblasen von Luftballons etc. strapazieren darf. Warum schickt man diese Anwärter nicht in Kriegsgebiete um Disziplin und den Umgang mit Gefahren zu trainieren?! Aus Imagegründen einen Riesenmaster um die Welt segeln zu lassen und das auch noch auf Kosten der Bürger ist Unsinn. Dieses Geld kann in fehlende Ausrüstung besser investiert werden, wenn man schon der Meinung ist, eine Kampf- und Kriegstruppe unterhalten zu müssen. Die sich normalerweise soundso immer heraushält und auf Bio- und Beobachterkrieg macht und deswegen von tatsächlichen Einsatztruppen wie die der USA oder England verspottet werden.

    • BSiR
    • 20.11.2010 um 18:16 Uhr

    Die Kenntnis der Vergangenheit ist wichtig für die Gegenwart und die Zukunft. Diese Kenntnis sollte unser Handeln bestimmen.
    Tradition gehört zu dieser Vergangenheit, ist aber letztlich Geschichte, Nostalgie, und schon in der Gegenwart von geringem Nutzen.
    In Zeiten, in denen dem Staat an allen Ecken und Kanten das Geld fehlt, sind Ausgaben zur Traditionspflege wenig sinnvoll und verantwortungslos.
    Die Anmerkung @ Johann44 (4.) ist völlig richtig.
    @ Statler-u. Waldorf:(3.)
    Teamwork wird heute an jedem Fertigungsband verlangt. Den dort Beschäftigten wird das nicht in die Wiege gelegt, sie müssen es erst lernen. Die erlernten handwerklichen Fähigkeiten auf einem Segelschiff, sind wohl kaum auf einer modernen Schiffseinheit zu verwenden.
    Teamwork ist in jeder Armee notwendig, ja oft überlebenswichtig und wird bereits in der kleinsten Einheit verlangt (Gruppe).
    Kein Flugzeug fliegt ohne ausreichende Wartung, kein Panzer rollt, keine Kanone schießt, kein Schiff läuft ohne Wartung. Alles Teamwork.
    Zugegeben, die Gorch Fock ist eine Augenweide und oftmals der Star unter anderen Segelschiffen. Aber wenn Menschen darauf sterben, weil sie Handlungen vornehmen die ihnen in der Laufbahn wenig nützen, ist das nicht hinnehmbar. Die Unterhaltungskosten von mehreren Millionen sind ein weiterer Grund das Schiff auszumustern.

    Wenn es tatsächlich keinen keinen anderen, effizienteren, günstigeren Weg geben sollte, künftigen Offizieren das beizubringen, was andere günstigstenfalls schon in der Kinderstube lernen, ist die Bundeswehr nicht nur in Materialnöten.
    Immerhin muss Mutti ja irgendjemanden gemeint haben als sie sagte, dass "wir" über "unsere" Verhältnisse gelebt hätten. Selbstverständlich bin ich für eine ordentliche und gründliche Ausbildung von Offizieren und Soldaten. Ebenso kann ich verstehen, dass die Marine stolz auf dieses Schiff ist. Aber in einer Gesellschaft in der sich die meisten Menschen Stolz wortwörtlich nicht mehr leisten können, müssen vor allem die Prestigeprojekte einzelner Gruppen auf den Prüfstand, die von dieser Allgmeinheit bezahlt werden.

    Mit allem Respekt, unsere Streitkräfte zur See sind mit Segelschiffen ausgerüstet?

    Jede Tätigkeit zum Beispiel in der Industrie beim Zusammenschrauben eines Wagens beruht auf Teamwork, das Führen eines Ladens oder Polizeieinsätze in Stuttgart ebenso. Also wären das gute Übungen Ihrer Meinung nach für einen Kampfeinsatz?

    Dieses Schiff gehört abgeschafft, verkauft und der Erlös sinnvollen Zwecken zugeführt. Ein Geprotze der Bundeswehr womit auch immer ist nicht notwendig und bedient nur sentimentale Geister. Genauso wie Musikkorps usw. Die Bundeswehr sollte sich auf ihre Arbeitsgebiete konzentrieren, genauso wie der Industriearbeiter, der auch nicht seine Zeit mit Vorbereitungen für Betriebsfeiern und das Aufblasen von Luftballons etc. strapazieren darf. Warum schickt man diese Anwärter nicht in Kriegsgebiete um Disziplin und den Umgang mit Gefahren zu trainieren?! Aus Imagegründen einen Riesenmaster um die Welt segeln zu lassen und das auch noch auf Kosten der Bürger ist Unsinn. Dieses Geld kann in fehlende Ausrüstung besser investiert werden, wenn man schon der Meinung ist, eine Kampf- und Kriegstruppe unterhalten zu müssen. Die sich normalerweise soundso immer heraushält und auf Bio- und Beobachterkrieg macht und deswegen von tatsächlichen Einsatztruppen wie die der USA oder England verspottet werden.

    • BSiR
    • 20.11.2010 um 18:16 Uhr

    Die Kenntnis der Vergangenheit ist wichtig für die Gegenwart und die Zukunft. Diese Kenntnis sollte unser Handeln bestimmen.
    Tradition gehört zu dieser Vergangenheit, ist aber letztlich Geschichte, Nostalgie, und schon in der Gegenwart von geringem Nutzen.
    In Zeiten, in denen dem Staat an allen Ecken und Kanten das Geld fehlt, sind Ausgaben zur Traditionspflege wenig sinnvoll und verantwortungslos.
    Die Anmerkung @ Johann44 (4.) ist völlig richtig.
    @ Statler-u. Waldorf:(3.)
    Teamwork wird heute an jedem Fertigungsband verlangt. Den dort Beschäftigten wird das nicht in die Wiege gelegt, sie müssen es erst lernen. Die erlernten handwerklichen Fähigkeiten auf einem Segelschiff, sind wohl kaum auf einer modernen Schiffseinheit zu verwenden.
    Teamwork ist in jeder Armee notwendig, ja oft überlebenswichtig und wird bereits in der kleinsten Einheit verlangt (Gruppe).
    Kein Flugzeug fliegt ohne ausreichende Wartung, kein Panzer rollt, keine Kanone schießt, kein Schiff läuft ohne Wartung. Alles Teamwork.
    Zugegeben, die Gorch Fock ist eine Augenweide und oftmals der Star unter anderen Segelschiffen. Aber wenn Menschen darauf sterben, weil sie Handlungen vornehmen die ihnen in der Laufbahn wenig nützen, ist das nicht hinnehmbar. Die Unterhaltungskosten von mehreren Millionen sind ein weiterer Grund das Schiff auszumustern.

  3. Eine solche "Ausbildung" auf einem Segelschiff hat für mich nur nostalgischen Charakter. Rotstift ansetzen und das Geld sinnvoller ausgeben! Sollen doch Marinesponsoren die Gorch Fock erhalten, nicht das BMVg. Auch kann man zahlungskräftige Kunden mitsegeln lassen.
    Ich bin selbst begeisterter Segler, aber das ist Freizeitvergnügen und Sport. Die Marine sollte sich eher als hochtechnisierte Waffengattung sehen und nicht Teile ihres Budgets als Oldtimer-Verein verplempern.
    Das Heer macht auch keine Ritterspiele zur "Ausbildung" ihrer Offiziere mehr, oder?

  4. Eine Küstenwache mit Schnellbooten und Polizeigewalt genügt.
    Der Rest sollte weg.

  5. Frau.

    P.S.: Unfälle mit tödlichem Ausgang gibt es auch in anderen Truppenteilen der Bundeswehr. Man wird es nie wirklich verhindern können.

  6. Angesichts der unguten Tradition, in der dieses Schiff und sein Namensgeber stehen, wäre eigentlich die Verschrottung (oder wenigstens Umbenennung) des Dreimasters mehr als überfällig.
    http://misanthrope.blogge...

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    ... sollte man ihn auch lesen. Vor allem, wenn man gegen den Schriftsteller Gorch Fock ausholt.

    "Die spätere Vereinnahmung seiner Werke durch die Nationalsozialisten führte dazu, dass der Autor Gorch Fock einseitig als Kriegsverherrlicher und Wegbereiter des Nationalsozialismus wahrgenommen wurde.

    Gorch Focks Brüder Jakob Kinau und vor allem Rudolf Kinau haben in seiner Nachfolge eine eigene Bedeutung als plattdeutsche Autoren und Heimatdichter gewonnen.

    Günter Benjas Biografie stellt heraus, dass Fock unbestreitbar ein Nationalist war, aber durchweg kein Rassist oder Antisemit. Seine Nachlassverwalterin, mit der er trotz des Altersunterschieds über Jahre schriftstellerischen Nebenberufs sehr eng befreundet war, soll nahezu alle kritischen Bemerkungen in seinen Texten beseitigt haben, so dass sie für die propagandistische Vereinnahmung im Dritten Reich passend wurden."

    Wir reden hier immerhin nicht über Leute vom Schlage eines Horst Wessel.

    ... sollte man ihn auch lesen. Vor allem, wenn man gegen den Schriftsteller Gorch Fock ausholt.

    "Die spätere Vereinnahmung seiner Werke durch die Nationalsozialisten führte dazu, dass der Autor Gorch Fock einseitig als Kriegsverherrlicher und Wegbereiter des Nationalsozialismus wahrgenommen wurde.

    Gorch Focks Brüder Jakob Kinau und vor allem Rudolf Kinau haben in seiner Nachfolge eine eigene Bedeutung als plattdeutsche Autoren und Heimatdichter gewonnen.

    Günter Benjas Biografie stellt heraus, dass Fock unbestreitbar ein Nationalist war, aber durchweg kein Rassist oder Antisemit. Seine Nachlassverwalterin, mit der er trotz des Altersunterschieds über Jahre schriftstellerischen Nebenberufs sehr eng befreundet war, soll nahezu alle kritischen Bemerkungen in seinen Texten beseitigt haben, so dass sie für die propagandistische Vereinnahmung im Dritten Reich passend wurden."

    Wir reden hier immerhin nicht über Leute vom Schlage eines Horst Wessel.

  7. ... sollte man ihn auch lesen. Vor allem, wenn man gegen den Schriftsteller Gorch Fock ausholt.

    "Die spätere Vereinnahmung seiner Werke durch die Nationalsozialisten führte dazu, dass der Autor Gorch Fock einseitig als Kriegsverherrlicher und Wegbereiter des Nationalsozialismus wahrgenommen wurde.

    Gorch Focks Brüder Jakob Kinau und vor allem Rudolf Kinau haben in seiner Nachfolge eine eigene Bedeutung als plattdeutsche Autoren und Heimatdichter gewonnen.

    Günter Benjas Biografie stellt heraus, dass Fock unbestreitbar ein Nationalist war, aber durchweg kein Rassist oder Antisemit. Seine Nachlassverwalterin, mit der er trotz des Altersunterschieds über Jahre schriftstellerischen Nebenberufs sehr eng befreundet war, soll nahezu alle kritischen Bemerkungen in seinen Texten beseitigt haben, so dass sie für die propagandistische Vereinnahmung im Dritten Reich passend wurden."

    Wir reden hier immerhin nicht über Leute vom Schlage eines Horst Wessel.

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  • Quelle dpa, AFP
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