Cholera Sauberes Wasser – Haitis größter Mangel

Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal, UN-Soldaten werden angegriffen, Hilfsorganisationen müssen ihre Arbeit einstellen.

Proteste gegen UN-Blauhelmsoldaten in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince

Proteste gegen UN-Blauhelmsoldaten in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince

Sie kamen um zu helfen und um für Sicherheit zu sorgen. Nun werden die UN-Blauhelmsoldaten in Haiti mehr und mehr zur Zielscheibe von Aggression und Gewalt – am Donnerstag auch erstmals in der Hauptstadt Port-au-Prince. Mehrere Hundert Demonstranten bewarfen Blauhelmsoldaten mit Steinen und forderten ihren Abzug.

Sie beschuldigen UN-Soldaten, die Cholera eingeschleppt zu haben. Die Vereinten Nationen bestreiten die Vorwürfe, für die es keine Beweise gibt. Viele Beobachter – in den NGOs, in diplomatischen Kreisen und bei den UN-Organisationen selbst – vermuten, dass die Cholera von lokalen Gruppierungen instrumentalisiert wird, um das Land vor den Präsidentschaftswahlen Ende des Monats zu destabilisieren.

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Ursache für die schnelle Ausbreitung der Seuche – und möglicherweise auch für ihren Ausbruch – sind die schon seit langem katastrophalen hygienischen Bedingungen im Land. Wie prekär die Situation ist, zeigt sich in der größten öffentlichen Klinik Haitis : Erst seit wenigen Tagen verfügt das Hopital de l'Université d'Etat d'Haiti über eine neue Anlage zur Trinkwasseraufbereitung – rund einen Monat nach Ausbruch der Cholera im Land und zehn Monate nach dem großen Beben vom Januar.

Damals strömten ausländische Helfer in die Klinik, brachten hochtechnisches Gerät, operierten, amputierten Gliedmaßen. Dann zogen sie ab, seither ist es um die Klinik wieder so bestellt wie zuvor: das Geld reicht hinten und vorne nicht, Patienten müssen Medikamente oder Hilfsmittel selbst mitbringen, die Infrastruktur ist marode. Selbst sauberes Wasser fehlte, bis die spanische Feuerwehr-Organisation Bomberos Unidos Sin Fronteras am Mittwoch die Aufbereitungsanlage spendete.

Knappes Trinkwasser ist – neben mangelnder Aufklärung – einer der Hauptgründe für die schnelle Ausbreitung der Cholera im Land. Schon bald nach dem Erdbeben hatten die großen Hilfsorganisationen auf diese Gefahr hingewiesen. Die unzähligen Helfer im Land investierten viel Arbeit und Geld, um die sanitären Verhältnisse zu verbessern. Doch ihre Anstrengungen reichen nicht aus. Neuesten Zahlen der haitianischen Regierung zufolge sind mehr als 1100 Menschen an Cholera gestorben und mehr als 18.000 erkrankt. Doch weil nicht alle Kranken zum Arzt gebracht werden und nicht alle Toten untersucht und registriert, dürfte die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen.

Leser-Kommentare
  1. Ich habe eine Frage (Ingenieurwissenschaften Maschinenbau, Verfahrenstechnik)

    Wie kann ein Reset von Staat funktionieren nach einer Naturkatasstrophe?
    Wie müssen Wasser- und Klärwerke entwickelt werden damit Sie
    in Gebieten mit Erdbeben funtionieren?
    Wie bauen Japaner Ihre Wasserwerke und Kläranlagen?

  2. Zum Schutz vor Cholara in Gebieten mit hoher Sonneneinstrahlung reicht die SODIS Methode vollkommen aus um eine Cholara Epidemie in den Griff zu bekommen.

    http://www.sodis.ch/index

    Das einzige was man dazu bräuchte sind PET oder Glasflflaschen oder Durchsischtige Plastikbeutel und vor allem die Aufklärung der Bevölkerung.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Varech
    • 20.11.2010 um 21:41 Uhr

    Was man sich am allerschwersten vorstellen kann, ist die Ignoranz. Nur aufklärbare Leute können aufgeklärt werden. Ich fürchte, dass das in Haiti d a s Problem ist. Niemand sollte sich aber daran hindern lassen, alles zu versuchen.

    Von Anbeginn war die Geschichte Haitis aussergewöhnlich.Was heute dort abläuft, mag Wahnsinn sein, hat aber doch Methode. Die "Unterentwicklung" als endemische Soziopathie halte ich für ein vorrangiges Forschungsgebiet.Zudem können wir nicht einmal sicher sein, dass Gesellschaften à la Haiti irgendwie "zurückgeblieben" sind; auf längere Sicht könnten sie uns durchaus voraus sein.

    Ist es Ihnen übrigens auch aufgefefallen, dass die "Demonstranten" auf dem Foto garnicht den armen Schluckern sonst auf den Strassen ähnlich sehen? Der eine mit dem gebügelten Hemd, den Stetch-Jeans und den dunklen Schuhen, vielleicht ist das der zukünftige Feldmarschall-Präsident-auf-Lebenszeit-Messias.

    Ihr Verweis auf ´SODIS´ ist absolut richtig.
    Damit wäre der erste und einzig richtige Schritt zur Wasseraufbereitung getan.
    Das diese genial einfache solare Wasseraufbereitung hier nicht zum Einsatz kommt, ist mehr als eine Sauerei.

    Eine Schande für die großen Hilfsorganisationen, hierauf nicht zurückzugreifen !!!

    Davon abgesehen verstehe ich nicht, weshalb die haitianische Bevölkerung in ihrer Not nicht vorab zur Selbsthilfe greift, und erst einmal den zahlreichen Müll aus den Gewässern entfernt. Ich versteh es einfach nicht!

    • Varech
    • 20.11.2010 um 21:41 Uhr

    Was man sich am allerschwersten vorstellen kann, ist die Ignoranz. Nur aufklärbare Leute können aufgeklärt werden. Ich fürchte, dass das in Haiti d a s Problem ist. Niemand sollte sich aber daran hindern lassen, alles zu versuchen.

    Von Anbeginn war die Geschichte Haitis aussergewöhnlich.Was heute dort abläuft, mag Wahnsinn sein, hat aber doch Methode. Die "Unterentwicklung" als endemische Soziopathie halte ich für ein vorrangiges Forschungsgebiet.Zudem können wir nicht einmal sicher sein, dass Gesellschaften à la Haiti irgendwie "zurückgeblieben" sind; auf längere Sicht könnten sie uns durchaus voraus sein.

    Ist es Ihnen übrigens auch aufgefefallen, dass die "Demonstranten" auf dem Foto garnicht den armen Schluckern sonst auf den Strassen ähnlich sehen? Der eine mit dem gebügelten Hemd, den Stetch-Jeans und den dunklen Schuhen, vielleicht ist das der zukünftige Feldmarschall-Präsident-auf-Lebenszeit-Messias.

    Ihr Verweis auf ´SODIS´ ist absolut richtig.
    Damit wäre der erste und einzig richtige Schritt zur Wasseraufbereitung getan.
    Das diese genial einfache solare Wasseraufbereitung hier nicht zum Einsatz kommt, ist mehr als eine Sauerei.

    Eine Schande für die großen Hilfsorganisationen, hierauf nicht zurückzugreifen !!!

    Davon abgesehen verstehe ich nicht, weshalb die haitianische Bevölkerung in ihrer Not nicht vorab zur Selbsthilfe greift, und erst einmal den zahlreichen Müll aus den Gewässern entfernt. Ich versteh es einfach nicht!

  3. Nach dem Erdbeben sind ALLE erdenklichen Hilfsorganisationen gekommen. Die UN haben so viel Geld zum Wiederaufbau bereitgestellt, daß selbst der haitianische Präsident beeindruckt war.

    Die jetzige Situation ist für mich schwer zu verstehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist weg, wo kann es nur sein ? Versickert in dunklen Kanälen und gebracht hat es nichts, außer vielleicht das sich jetzt einige mit 100 Dollarscheinen ihre Zigarren anzünden.

    Was mit den Hilfsorganisationen los ist kann ich ihnen auch nicht sagen, ich denke aber mal nach dem die ganze Sache nicht mehr im Fernsehn war sind viele wieder Nachhause gefahren und haben nur die jungs aus Nepal da gelassen, was daraus resultierte sieht man ja.

    Die Un ist halt weltklasse.

    Lesen sie den Kommentar #4, der beantwortet ihre Frage.

    http://www.zeit.de/gesell...

    ist weg, wo kann es nur sein ? Versickert in dunklen Kanälen und gebracht hat es nichts, außer vielleicht das sich jetzt einige mit 100 Dollarscheinen ihre Zigarren anzünden.

    Was mit den Hilfsorganisationen los ist kann ich ihnen auch nicht sagen, ich denke aber mal nach dem die ganze Sache nicht mehr im Fernsehn war sind viele wieder Nachhause gefahren und haben nur die jungs aus Nepal da gelassen, was daraus resultierte sieht man ja.

    Die Un ist halt weltklasse.

    Lesen sie den Kommentar #4, der beantwortet ihre Frage.

    http://www.zeit.de/gesell...

  4. ist weg, wo kann es nur sein ? Versickert in dunklen Kanälen und gebracht hat es nichts, außer vielleicht das sich jetzt einige mit 100 Dollarscheinen ihre Zigarren anzünden.

    Was mit den Hilfsorganisationen los ist kann ich ihnen auch nicht sagen, ich denke aber mal nach dem die ganze Sache nicht mehr im Fernsehn war sind viele wieder Nachhause gefahren und haben nur die jungs aus Nepal da gelassen, was daraus resultierte sieht man ja.

    Die Un ist halt weltklasse.

    Antwort auf "Staunen"
  5. Lesen sie den Kommentar #4, der beantwortet ihre Frage.

    http://www.zeit.de/gesell...

    Antwort auf "Staunen"
  6. haben einen gemeinsamen Feind, das ist das, was sich Regierung nennt und ihre Verwalter, die Bürokratie.
    Beide haben seit bestehen der Republik mit allen Mitteln verhindert, das irgendwelche Hilfsgelder dem Volk zugute gekommen sind und sie werden es weiterhin tun.
    Die 2 werden mit allen Mitteln versuchen an die Milliarden zu kommen und dann wird das Volk wieder leer ausgehen.
    Den Soldaten und den Hilfsorganisationen stehen schwere Zeiten bevor.
    Ein total verarmtes Volk ist mit Voodoo und der Cholera im Nacken leicht zum Aufruhr zu bringen.
    Haiti ist das heulende Elend und ich wünsche allen, die ihre ganze Kraft vor Ort einsetzen viel Erfolg, trotz der mißlichen Umstände.

  7. Sie schreiben:"Nach dem Erdbeben sind ALLE erdenklichen Hilfsorganisationen gekommen. Die UN haben so viel Geld zum Wiederaufbau bereitgestellt, daß selbst der haitianische Präsident beeindruckt war.
    Die jetzige Situation ist für mich schwer zu verstehen."

    Dass die jungen Männer so derart verzweifelt sind,muß ja Gründe haben...man hätte sie einbeziehen sollen in die Hilfsmaßnahmen und anlernen,ist in dieser Richtung nichts gelaufen?

    Eine Leser-Empfehlung
  8. an die 16 Milliarden US$ zum Ausbau der Infrastruktur bereitgestellt.
    Sehen sie selbst was dabei herausgekommen ist, es ist alles bei der Regierung und der Verwaltung hängengeblieben, für Straßen etc. nada.

    Der LINK dazu ist mir leider abhanden gekommen.

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