"In der Institution Kirche geht es nicht um den einzelnen Menschen, es geht auch nicht um theologische Impulse, sondern um eine starre, fundamentalistisch orientierte Institution", sagte Gotthold Hasenhüttl der Saarbrücker Zeitung . Der 76-Jährige war 2003 wegen eines gemeinsamen Abendmahls mit Protestanten am Rande des Ökumenischen Kirchentags vom Priesteramt suspendiert worden.

In einem Brief an den Trierer Bischof Stephan Ackermann schreibt Hasenhüttl, zwar trete er aus der Kirche als Institution aus, es sei aber "selbstverständlich, dass ich die Katholische Kirche als Glaubensgemeinschaft nicht verlasse". In dem Schreiben heißt es: "Sollte es sich zeigen, dass die Katholische Kirche als Institution sich wieder voll an Jesu froher Botschaft orientiert, werde ich gerne in ihr meinen Platz wieder suchen."

Anfang 2006 hatte der damalige Trierer Bischof Reinhard Marx Hasenhüttl die Lehrerlaubnis entzogen. "Ich bin als unerwünschte Person nur als Steuerzahler willkommen", sagte Hasenhüttl. "Alles andere, jeder Vortrag und jede Tätigkeit in einer kirchlichen Institution, wird mir versagt". Seit sieben Jahren habe er vergeblich "gekämpft, gewartet und alles versucht". Hasenhüttl beruft sich bei seinem Austritt auf den "Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte" von 2006, nach dem ein formaler Kirchenaustritt noch keinen Abfall vom Glauben darstellt.

"Eine echte Ökumene ist von dieser Institution überhaupt nicht angestrebt", kritisierte Hasenhüttl. Auch der ökumenische Gottesdienst von Triers jetzigem Bischof Stephan Ackermann und dem neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, zum Buß- und Bettag an diesem Mittwoch in Trier sei "eine Farce". "Man tut so, als ob man gut Freund' wäre, aber in Wirklichkeit will man nichts voneinander wissen", sagte Hasenhüttl.

Er hatte Bischof Ackermann im April 2009 gebeten, seine Suspendierung aufzuheben und den Entzug der Lehrerlaubnis rückgängig zu machen. Zunächst hatte es kein Gespräch gegeben, dann habe Ackermann Hasenhüttl überraschend zu Hause aufgesucht. "Er war sehr freundlich und liebenswürdig, aber in der Sache selbst war es wenig ergiebig", sagte der Theologe.