Einwanderung Türkisch zu Hause, Deutsch in der Kita

Kinder mit Migrationshintergrund sollen besser Deutsch lernen. Das Potenzial ihrer Mehrsprachigkeit wird in vielen Kitas einfach ignoriert.

Als Merih Ergün letztens in einer Berliner Bäckerei seine fünfjährige Tochter auf Türkisch fragte, was sie denn gerne hätte, war die Verkäuferin schlichtweg entsetzt. Wie könne er mit ihr nicht auf Deutsch reden, fuhr sie ihn an. So verbaue er dem Kind doch seine Zukunft.

Für Ergün, Sohn eines Gastarbeiters aus der Türkei, ist das eine schwierige Situation. Natürlich will er, dass seine Kinder gut Deutsch können. Aber gleichzeitig möchte er auch seine Muttersprache an sie weitergeben. Doch das, findet er, werde in Deutschland oft nicht akzeptiert. Auch wenn Mehrsprachigkeit hierzulande auf dem Arbeitsmarkt andererseits oft groß geschrieben wird.

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Die Vorurteile gegenüber der Zweisprachigkeit von Migranten waren diese Woche Thema bei einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung. Unter dem Motto Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Bedingungen des Sprachlernens von Menschen mit Migrationshintergrund hatte die Stiftung gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt Erzieher und Interessierte nach Berlin geladen.

In der politischen und öffentlichen Debatte werde oft stillschweigend vorausgesetzt, dass nur die deutsche Sprache Integration ermögliche, finden die Veranstalter. Die Heimatsprachen der Migrantenfamilien hingegen würden "eher als lästiges Integrationshindernis denn als individuelle Ressource" behandelt. Höchste Zeit sei es also, sich weitergehend mit diesem Thema zu beschäftigen.

Auch Bernt Ahrenholz, Professor für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache an der Universität Jena, hat seine Erfahrungen mit der fehlenden Toleranz der deutschen Gesellschaft gegenüber mehrsprachigen Familien gemacht. So werde die Erstsprache der Kinder zu selten in der Kita mit einbezogen, findet Ahrenholz. Doch für kleine Kinder sei es wichtig, beim Spracherwerb an ihre Vorerfahrungen aus der Familie anknüpfen zu können.

Durch eine Kombination aus Deutschunterricht und der in der Familie gesprochenen Sprache und viel Förderung durch Erzieher könnte man diese Kinder und ihre Zweisprachigkeit gezielt fördern, sagt Ahrenholz. Man könne von bilingual erzogenen Kindern außerdem nicht erwarten, dass sie vor dem Schulbeginn gleich gut Deutsch sprechen, wie ihre einsprachig erzogenen Altersgenossen. Zweisprachig erzogene Kinder bräuchten länger zum Spracherwerb.

Gute Erfahrungen mit der Förderung von Mehrsprachigkeit in Kitas hat man in Bonn gemacht, wie Donja Amirpur erzählt. Sie leitete das Modellprojekt Vielfalt gestalten – Integration im Kindergartendes Vereins AktionCourage e.V, das allerdings im Februar 2010 auslief. Man hatte keine neuen Geldgeber gefunden.

Leser-Kommentare
  1. Es mag situationsbedingt hilfreich sein, auf die Muttersprache der Kinder zurückzugreifen. Andererseits müssen sie in der KITA Deutsch lernen, denn daheim erhalten sie die notwendige Schule und Übung nicht. Daher sollte Deutsch Priorität haben, denn nur mit dieser Sprache ist ein späterer Erfolg in Schule, Ausbildung und Beruf derzeit in Deutschland zu sichern.

  2. Unerwähnt bleibt der Aspekt, dass vor allem Kinder mit muslimischem Migrationsintergrund auch ihre eigene Muttersprache sehr häufig nur schlecht sprechen. Das Bildungsniveau der Eltern von Kindern mit Integrations- und Sprachproblemen, zumeist mit einer Mutter dörflich-konservativer Herkunft, ist mangelhaft.
    Häufig ist die in muslimischen Familien gesprochenen Sprache die Sprache von "einfachen Leuten", mit starken heimatlich-lokalen Einflüssen und fast immer stellt sie ein Mischmasch dar, das deutsche Ausdrücke und Satzfragmente enthält.
    Was ist das für eine Basis an die man anknüpfen möchte?

    In diesen Fällen müsste man erst eine Basis schaffen. Also die "Heimat"-Sprache unterrichten und so eine klare Identität bilden auf die man tatsächlich bauen kann. Dann erst kann eine weitere Sprach-Identität erfolgreich entwickelt werden.

    Das mag im Fall von dem im Artikel genannten Herrn Ergün und seiner Tochter nicht das Problem zu sein, aber er ist nicht repräsentativ für diese Gruppe.

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    • Oogie
    • 01.12.2010 um 13:28 Uhr

    Um (ausländische) Zeitungen lesen zu können muss es nicht gleich die Hochschulsprache sein. Wie kommen sie auf ihre Schlüsse? Sind sie Sprachexperte??? Oder glaueb sie immernoch das im Ausland auf den Bäumen unterrichtet wird?

    Der Wortschatz hier ist auch hier nicht gerade üppig

    • Oogie
    • 01.12.2010 um 13:46 Uhr

    ich selber kenne es nicht anders. Meine Eltern kommen aus dem Ausland. Zuerst habe ich türkisch gelernt. Mit 3 Jahren kam ich schon in den Kindergarten, wo ich Deutsch gelernt habe. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern das Zuhause immer Deutsch geübt wurde. Die die Hauptsächlich gesprochen wurde war aber türkisch. So habe ich beide Sprachen gut gelernt. Mittlerweile übe ich einen Beruf ich einen Kaufmännsichen Beruf im Außendienst aus. Ich wurde damals bei meiner Bewerbung "bevorzugt" weil ich auch türkisch kann und meine Firma viele ältere türkische Kunden hat und die sich auch auf ihrer Heimatsprache besser beraten fühlen.

    Ich sehe aber in meinem Umfeld Bekannte welche Deutsch nicht allzu gut können. Grund aber dafür ist das System. Ich weis von denen Bekannten das die Eltern damals keinen Kindergarteplatz bekommen haben. Durften daraufhin mangels Deutscher Sprache auch keine deutsche Schule besuchen. Der große Fehler wurde gemacht indem türkische Schulen gebildet und Kinder mit Migrationshintergrund von staatlicher Seite dorthin abgeschoben wurde. Deutsch wurde dort als Fremsprache unterrichtet. Viele dieser Bekannten haben erst richtig Deutsch gelernt das sie nach erfolgreichem Quali eine höhere Schule besuchen konnten. Der Fehler ging aber dort weiter und türkisch wurde durch englisch ersetzt. Ausländische Schulen wurden damals während der Einwanderung von "GASTARBEITERN" gebildet. Mit dem Hintergrundgedanken das die Gastarbeitern mit ihren Kindern wieder....

    • Oogie
    • 01.12.2010 um 14:04 Uhr

    .... wieder auwandern war ja in Ordnung. Aber spätestens nach der zweiten Generation hätte man erkennen müssen das die "Gäste" mittlerweile über den Gaststatus hinaus gegangen waren und dauerhaft hier leben wollten. Spätestens dann hätten diese ausländische Schulen abgeschaft gehört. Geschaft hat man dies aber erst mit Schulabgang der dritten Generation. Ich sehe auch Bekannte welche kaum ein Wort türkisch können. Zuhause wurde nur Deutsch gelernt. Die Kultur wurde aber beibehalten. Diese Personen tun sich in ihrem ausländischen Umfeld dafür schwerer. Von der deutschen Bevölkerung werden sie (aufgrund Namen, Hautfarbe usw) als ausländer abgestempelt obwohl sie nichts anderes als Deutsch sprechen. Bei der letzten WM konnte ich sehen das türkische Jungendliche beim Deutschlandspiel neben der deutschen Flagge auch die türkische Flagge am Auto befästigt hatten. Von ihrem "deutschen" Umfeld wurden sie daraufhin ausgelacht (türkei nicht dabei usw). Für die richtige Integration muss sich deshalb grundlegend etwas an der Gesellschaft ändern. Menschen mit Migratiosnhintergrund werden, egal wieviel Generationen vegehen, ihre ausländischen Wurzen nicht aufgeben. Finde ich auch gut so, denn kein Mensch sollte seine Herkunft vergessen. Fragen sie doch mal einen deutschen in den USA wer er ist?? Die Antwort kann ich Ihnen jetzt schon geben. Ich selber bin mit beiden Kulturen aufgewachsen und ziehe mir aus beiden die Vorteile und lebe mein leben friedlicher als manch anderer.

    habediehre

    • Oogie
    • 01.12.2010 um 13:28 Uhr

    Um (ausländische) Zeitungen lesen zu können muss es nicht gleich die Hochschulsprache sein. Wie kommen sie auf ihre Schlüsse? Sind sie Sprachexperte??? Oder glaueb sie immernoch das im Ausland auf den Bäumen unterrichtet wird?

    Der Wortschatz hier ist auch hier nicht gerade üppig

    • Oogie
    • 01.12.2010 um 13:46 Uhr

    ich selber kenne es nicht anders. Meine Eltern kommen aus dem Ausland. Zuerst habe ich türkisch gelernt. Mit 3 Jahren kam ich schon in den Kindergarten, wo ich Deutsch gelernt habe. Ich kann mich auch noch gut daran erinnern das Zuhause immer Deutsch geübt wurde. Die die Hauptsächlich gesprochen wurde war aber türkisch. So habe ich beide Sprachen gut gelernt. Mittlerweile übe ich einen Beruf ich einen Kaufmännsichen Beruf im Außendienst aus. Ich wurde damals bei meiner Bewerbung "bevorzugt" weil ich auch türkisch kann und meine Firma viele ältere türkische Kunden hat und die sich auch auf ihrer Heimatsprache besser beraten fühlen.

    Ich sehe aber in meinem Umfeld Bekannte welche Deutsch nicht allzu gut können. Grund aber dafür ist das System. Ich weis von denen Bekannten das die Eltern damals keinen Kindergarteplatz bekommen haben. Durften daraufhin mangels Deutscher Sprache auch keine deutsche Schule besuchen. Der große Fehler wurde gemacht indem türkische Schulen gebildet und Kinder mit Migrationshintergrund von staatlicher Seite dorthin abgeschoben wurde. Deutsch wurde dort als Fremsprache unterrichtet. Viele dieser Bekannten haben erst richtig Deutsch gelernt das sie nach erfolgreichem Quali eine höhere Schule besuchen konnten. Der Fehler ging aber dort weiter und türkisch wurde durch englisch ersetzt. Ausländische Schulen wurden damals während der Einwanderung von "GASTARBEITERN" gebildet. Mit dem Hintergrundgedanken das die Gastarbeitern mit ihren Kindern wieder....

    • Oogie
    • 01.12.2010 um 14:04 Uhr

    .... wieder auwandern war ja in Ordnung. Aber spätestens nach der zweiten Generation hätte man erkennen müssen das die "Gäste" mittlerweile über den Gaststatus hinaus gegangen waren und dauerhaft hier leben wollten. Spätestens dann hätten diese ausländische Schulen abgeschaft gehört. Geschaft hat man dies aber erst mit Schulabgang der dritten Generation. Ich sehe auch Bekannte welche kaum ein Wort türkisch können. Zuhause wurde nur Deutsch gelernt. Die Kultur wurde aber beibehalten. Diese Personen tun sich in ihrem ausländischen Umfeld dafür schwerer. Von der deutschen Bevölkerung werden sie (aufgrund Namen, Hautfarbe usw) als ausländer abgestempelt obwohl sie nichts anderes als Deutsch sprechen. Bei der letzten WM konnte ich sehen das türkische Jungendliche beim Deutschlandspiel neben der deutschen Flagge auch die türkische Flagge am Auto befästigt hatten. Von ihrem "deutschen" Umfeld wurden sie daraufhin ausgelacht (türkei nicht dabei usw). Für die richtige Integration muss sich deshalb grundlegend etwas an der Gesellschaft ändern. Menschen mit Migratiosnhintergrund werden, egal wieviel Generationen vegehen, ihre ausländischen Wurzen nicht aufgeben. Finde ich auch gut so, denn kein Mensch sollte seine Herkunft vergessen. Fragen sie doch mal einen deutschen in den USA wer er ist?? Die Antwort kann ich Ihnen jetzt schon geben. Ich selber bin mit beiden Kulturen aufgewachsen und ziehe mir aus beiden die Vorteile und lebe mein leben friedlicher als manch anderer.

    habediehre

  3. Bitte beachten Sie, das die Kommentarfunktion nicht für Werbung vorgesehen ist. Danke, die Redaktion/fk.

    Eine Leser-Empfehlung
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    ist es doch wunderbar, wenn sie eine weitere Sprache beherrschen. Die Kritik richtet sich allerdings an Eltern, die mit ihren Kindern beispielsweise türkisch sprechen und bis zum Erwachsenalter, ihre gesamte Zeit bis auf Urlaube verbrachten und gleichzeitig immer noch kein die deutsche Sprache beherrschen.

    Das ist krank und da versagen Eltern. Kitas und Schulen sind nicht in der Lage, diesen in Deutschland in fremdsprachiger Isolation aufwachsenden Kinder, sprachlich zu integrieren und ihre Defizite auszugleichen, wenn von zu Hause keine Förderung und Unterstützung erfolgt.

    ist es doch wunderbar, wenn sie eine weitere Sprache beherrschen. Die Kritik richtet sich allerdings an Eltern, die mit ihren Kindern beispielsweise türkisch sprechen und bis zum Erwachsenalter, ihre gesamte Zeit bis auf Urlaube verbrachten und gleichzeitig immer noch kein die deutsche Sprache beherrschen.

    Das ist krank und da versagen Eltern. Kitas und Schulen sind nicht in der Lage, diesen in Deutschland in fremdsprachiger Isolation aufwachsenden Kinder, sprachlich zu integrieren und ihre Defizite auszugleichen, wenn von zu Hause keine Förderung und Unterstützung erfolgt.

  4. „Für Ergün, Sohn eines Gastarbeiters aus der Türkei, ist das eine schwierige Situation. Natürlich will er, dass seine Kinder gut Deutsch können. Aber gleichzeitig möchte er auch seine Muttersprache an sie weitergeben.“

    Dann kann Herr Ergün das doch machen.

    „Doch das, findet er, werde in Deutschland oft nicht akzeptiert.“
    Es geht darum, dass bestimmte Kinder kein Deutsch sprechen. Bitte nicht ablenken.

    „Die Vorurteile gegenüber der Zweisprachigkeit von Migranten waren diese Woche Thema bei einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung.“

    Diese Vorurteile sind konstruiert. Es geht darum dass bestimmte Kinder kein Deutsch sprechen. Zweisprachigkeit ist schön. Dreisprachigkeit ist besser.

    „In der politischen und öffentlichen Debatte werde oft stillschweigend vorausgesetzt, dass nur die deutsche Sprache Integration ermögliche, finden die Veranstalter.“

    Das finden die Veranstalter sehr richtig. Anders geht es nicht.

    „Die Heimatsprachen der Migrantenfamilien hingegen würden "eher als lästiges Integrationshindernis denn als individuelle Ressource" behandelt. „

    Würden…eher….
    Ich kenne Chinesen die sprechen Deutsch, Englisch und Chinesisch. Wie machen die das?

    „Auch Bernt Ahrenholz, Professor ... fehlenden Toleranz der deutschen Gesellschaft... So werde die Erstsprache der Kinder zu selten in der Kita mit einbezogen, findet ...“

    Die Kita ist schuld. Die Gesellschaft ist schuld. Wie viele Sprachen gibt es? Wir sollten alle Sprachen aller Zuwanderer lernen. Dann wird alles gut.

  5. hat sich bereits dazu geäußert: Kitas sollen allen (!) Kindern den Kontakt zur Mitwelt ermöglichen. Kernkompetenz ist die deutsche Sprache, da das Land, in dem die Kinder die Kitas besuchen, Deutschland ist. Deutschsprachige Schüler haben in Deutschland beispielsweise die Möglichkeit, das französische Äquivalent zum deutschen Abitur zu machen und den Unterricht auf französisch zu hören. Da das aber nicht von allen gefordert werden kann und die Schule im allgemeinen einem Bildungsauftrag für alle Kinder und Jugendlichen nachzukommen hat, sollte zumindest ein sprachlicher Hauptnenner vorhanden sein. Das ist die Pflicht, Bi- oder Multilingualität die Kür.

    Zitat:"Viele Eltern, die ihre Kinder mehrsprachig erziehen, fühlen sich aber nach wie vor allein gelassen. So sorgt sich Ergün, der selbst als Berater für interkulturelle Kommunikation arbeitet, darüber, dass seine Tochter beim Schulantritt hinter den monolingualen Kindern zurück liegen könnte. Er wünscht sich mehr Unterstützung von staatlichen Bildungseinrichtungen."

    Kinder mit starker Dialektfärbung haben oftmals das Problem, Schrift und gesprochene Sprache unter einen Hut zu bekommen. Die lernen Deutsch manchmal ganz neu. Man kann nicht alles haben.

    Noch eine Frage an Frau Mamonova: Soll das Angebot an bilingualen Pädagogen alle lebenden Sprachen umfassen oder wird auf konkrete Sprachen bevorzugt Wert gelegt und wenn ja, warum?

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Man kann nur eine Muttersprache haben.

    Und natürlich wird es immer die Sprache sein, die man zu Hause, mit den Eltern, Geschwistern, mit der Oma etc. spricht.

    Was oft vergessen und verdrängt wird, Sprache ist nicht nur das Sprechen, sondern der Einstieg in eine Kulturkreis.

    Was Herr Ergün seiner Tochter mit dem edlem Ansinnen der Zweisprachigkeit verwehrt, muttersprachlich Deutsche werden und somit zu 100% hier anzukommen.

    Und das jetzige Assimilationsproblem wird eben noch eine Generation weiter getragen.

    Nichts für ungut Marianna M., ich bewundere Ihre kreative Art die Dinge zu sehen. Paradoxer Weise braucht es für ein buntes Deutschland logische Entscheidungen, die auch manchmal weh tun und keine "Bauchgefühle", die in "ich hätte es gerne so" Argumentationsstängen münden. Doch gerade die Befürworter einer bunten Republik denken und leben eher nach dem zweiteren.

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    Kinder haben Eltern aus verschiedenen Kulturkreisen, was ist Ihrer Meinung nach die Muttersprache dieser Kinder? Ist es evtl. die Vatersprache?

    • th
    • 01.12.2010 um 16:42 Uhr

    Zitat:"Man kann nur eine Muttersprache haben."

    Man kann aber auch noch eine Vater-Sprache haben, und eine Grosselternsprache usw.!

    Intelligente Kinder kommen damit übrigens ganz gut zurecht, und leiden nicht unter Sprachstörungen. Im Gegenteil: manchmal entsteht der Eindruck, solche Kinder hätten ein feineres Sprachgefühl, da sie mehr Vergleichsmöglichkeiten haben. Meine Kinder sind mit zwei Sprachen von Geburt an aufgewachsen, und gut damit zurechtgekommen - inzwischen überwiegt allerdings natürlicherweise das Deutsche.

    Jedenfalls werden bei uns zuhause in der Küche je nachdem wer da ist, manchmal zwei bis drei Sprachen gesprochen - und wenn Gäste kommen, möglicherweise außerdem noch Englisch und Französisch, gelegentlich ein paar Brocken Spanisch oder Russisch - why not?

    "Das ist eben Multikulti" (W. Kaminer)

    ... nur von Dingen zu sprechen, von denen man etwas versteht. Wieviele zweisprachige Kinder kennen Sie persoenlich naeher? Ich vermute: kein einziges. Denn dann wuessten Sie, dass es durchaus moeglich ist, zwei Muttersprachen zu haben sowie dass es kontraproduktiv ist, wenn Eltern mit ihren Kindern in einer Sprache sprechen, die sie selbst nicht perfekt beherrschen. Hinzu kommt, wie hier schon richtig gesagt wurde, dass Kinder Sprachen sehr schnell lernen, sofern man sie nicht daran hindert (von der entsprechenden Sprachumgebung abschottet). Korrekt ist auch, dass ein zweisprachiges Kind zur Einschulung beide Sprachen etwas schlechter beherrschen wird als ein einsprachig aufgewachsenes, doch mit der Zeit holt das zweisprachige Kind in beiden Sprachen die einsprachigen ein, sofern das Kind die entsprechende Foerderung erhaelt. Das alles ist keine graue Theorie, sondern entstammt der eigenen Erfahrung (ich bin selbst erst mit 10 Jahren nach Deutschland gekommen, doch ich bezweifle, dass Sie das in irgendeiner Weise aus meinen Deutschkenntnissen schlussfolgern koennten), den Erfahrungen im Verwandten- und Freundeskreis sowie Gespraechen mit einer Logopaedin.

    Kinder haben Eltern aus verschiedenen Kulturkreisen, was ist Ihrer Meinung nach die Muttersprache dieser Kinder? Ist es evtl. die Vatersprache?

    • th
    • 01.12.2010 um 16:42 Uhr

    Zitat:"Man kann nur eine Muttersprache haben."

    Man kann aber auch noch eine Vater-Sprache haben, und eine Grosselternsprache usw.!

    Intelligente Kinder kommen damit übrigens ganz gut zurecht, und leiden nicht unter Sprachstörungen. Im Gegenteil: manchmal entsteht der Eindruck, solche Kinder hätten ein feineres Sprachgefühl, da sie mehr Vergleichsmöglichkeiten haben. Meine Kinder sind mit zwei Sprachen von Geburt an aufgewachsen, und gut damit zurechtgekommen - inzwischen überwiegt allerdings natürlicherweise das Deutsche.

    Jedenfalls werden bei uns zuhause in der Küche je nachdem wer da ist, manchmal zwei bis drei Sprachen gesprochen - und wenn Gäste kommen, möglicherweise außerdem noch Englisch und Französisch, gelegentlich ein paar Brocken Spanisch oder Russisch - why not?

    "Das ist eben Multikulti" (W. Kaminer)

    ... nur von Dingen zu sprechen, von denen man etwas versteht. Wieviele zweisprachige Kinder kennen Sie persoenlich naeher? Ich vermute: kein einziges. Denn dann wuessten Sie, dass es durchaus moeglich ist, zwei Muttersprachen zu haben sowie dass es kontraproduktiv ist, wenn Eltern mit ihren Kindern in einer Sprache sprechen, die sie selbst nicht perfekt beherrschen. Hinzu kommt, wie hier schon richtig gesagt wurde, dass Kinder Sprachen sehr schnell lernen, sofern man sie nicht daran hindert (von der entsprechenden Sprachumgebung abschottet). Korrekt ist auch, dass ein zweisprachiges Kind zur Einschulung beide Sprachen etwas schlechter beherrschen wird als ein einsprachig aufgewachsenes, doch mit der Zeit holt das zweisprachige Kind in beiden Sprachen die einsprachigen ein, sofern das Kind die entsprechende Foerderung erhaelt. Das alles ist keine graue Theorie, sondern entstammt der eigenen Erfahrung (ich bin selbst erst mit 10 Jahren nach Deutschland gekommen, doch ich bezweifle, dass Sie das in irgendeiner Weise aus meinen Deutschkenntnissen schlussfolgern koennten), den Erfahrungen im Verwandten- und Freundeskreis sowie Gespraechen mit einer Logopaedin.

  7. Wer bitte hat irgendetwas dagegen, wenn man neben fließendem Deutsch auch fließend Türkisch sprechen kann?

    Und die Kinder, die Französisch oder Spanisch können, können in aller Regel auch fließend Deutsch. Kinder lernen die Sprache des Landes, in dem sie leben, meist anstrengungslos und akzentfrei, es sei denn man hindert sie gezielt daran.

    Das Problem ist die Verweigerung der deutschen Sprache, wie auch der Kultur insgesamt und diese Haltung findet man unter Türken und Arabern leider signifikant oft. Meiner Kenntnis nach wird das von manchen islamischen Verbänden auch gezielt so gewollt, als Basis ihres segregativen Einflusses.

    10 Leser-Empfehlungen
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    wenn das Kind den deutschen Kindergarten und Schule besucht . Ein Kind, ganz gleich aus welchem Kulturkreis , ist wie ein Schwamm, saugt alles auf, weil es eben ein Kind ist. Vielleicht ist die ablehnende Haltung den Kindern aus dem muslimischen Kulturkreis einfach zu groß, die Gesellschaft wendet sich von diesen Kindern ab, Kinder merken das ziemlich früh.

    • Oogie
    • 01.12.2010 um 18:03 Uhr

    auf die Gegend an wo man aufwächst. In größeren türkischen Siedlungen wo um die Kinder nur türkisch gesprochen wird hat das nicht viel mit verweigerung zu tun.

    "Meiner Kenntnis nach wird das von manchen islamischen Verbänden auch gezielt so gewollt, als Basis ihres segregativen Einflusses."

    Waren sie denn schonmal in einer Mosche oder Mitglied in einem islamischen Verband, dass sie so etwas behaupten können? Ich glaube NEIN. In meiner Mosche wird hauptsächlich nur Deutsch gesprochen damit auch alle die Predigt verstehen können. Kinder lesen dort den Koran in drei Sprachen (Deutsch,Türkisch,Arabisch). Letztens konnte ich auch sehen wie der "HOCA" einem Schüler der unbedingt auf das Gymnasium gehen wollte Englischunttericht gab weil er selber in England studiert hat. Wenn sie jemals dort gewesen wären wüsste sich auch das z.B. die DITIB in vielen Orten Hausaufgabenhilfe und Deutschunterricht anbietet.

    Vll sollten sie ja mal den Schritt wagen und eine Mosche besuchen. Dann sehen sie vll was Gastfreundschaft bedeutet. Ich empfehle ihnen da hauptsächlich die Moscheen der DITIB.

    http://www.ditib.de/index...

    wenn das Kind den deutschen Kindergarten und Schule besucht . Ein Kind, ganz gleich aus welchem Kulturkreis , ist wie ein Schwamm, saugt alles auf, weil es eben ein Kind ist. Vielleicht ist die ablehnende Haltung den Kindern aus dem muslimischen Kulturkreis einfach zu groß, die Gesellschaft wendet sich von diesen Kindern ab, Kinder merken das ziemlich früh.

    • Oogie
    • 01.12.2010 um 18:03 Uhr

    auf die Gegend an wo man aufwächst. In größeren türkischen Siedlungen wo um die Kinder nur türkisch gesprochen wird hat das nicht viel mit verweigerung zu tun.

    "Meiner Kenntnis nach wird das von manchen islamischen Verbänden auch gezielt so gewollt, als Basis ihres segregativen Einflusses."

    Waren sie denn schonmal in einer Mosche oder Mitglied in einem islamischen Verband, dass sie so etwas behaupten können? Ich glaube NEIN. In meiner Mosche wird hauptsächlich nur Deutsch gesprochen damit auch alle die Predigt verstehen können. Kinder lesen dort den Koran in drei Sprachen (Deutsch,Türkisch,Arabisch). Letztens konnte ich auch sehen wie der "HOCA" einem Schüler der unbedingt auf das Gymnasium gehen wollte Englischunttericht gab weil er selber in England studiert hat. Wenn sie jemals dort gewesen wären wüsste sich auch das z.B. die DITIB in vielen Orten Hausaufgabenhilfe und Deutschunterricht anbietet.

    Vll sollten sie ja mal den Schritt wagen und eine Mosche besuchen. Dann sehen sie vll was Gastfreundschaft bedeutet. Ich empfehle ihnen da hauptsächlich die Moscheen der DITIB.

    http://www.ditib.de/index...

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