Sparkurs Britische Studenten protestieren gegen Studiengebühren

Der Protest gegen erhöhte Studiengebühren ist erneut eskaliert. In London gab es Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Britische Studenten sitzen auf einem Polizeiauto in Whitehall

Britische Studenten sitzen auf einem Polizeiauto in Whitehall

Die geplante Verdreifachung der Studiengebühren treibt britische Hochschüler erneut gegen die Konsolidierungspolitik der konservativ-liberalen Regierung auf die Straße. Tausende Studenten demonstrierten im Zentrum Londons gegen die Erhöhung auf jährlich 9000 Pfund (etwa 10.600 Euro). Dabei lieferten sie sich erneut Handgemenge mit der Polizei, die mehr Präsenz demonstrierte als bei den ersten Protesten vor zwei Wochen. Damals waren die Demonstranten in das Hauptquartier der konservativen Partei eingedrungen , hatten Fensterscheiben eingeworfen und Polizisten mit Gegenstände attackiert.

Demonstranten schleuderten auch diesmal vereinzelt Plakate auf Polizisten. Andere griffen einen Polizeiwagen an und demolierten ihn. Die Randalierer stießen auf Unverständnis der protestierenden Schüler und Studenten. "Es ist nicht in Ordnung, ein Polizeiauto zu zerstören", sagte ein 15-Jähriger. Die Polizei nahm drei Demonstranten fest. Sie sollen Landfriedensbruch begangen haben.

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"Die Menschen haben ein Recht, im Rahmen der Gesetze und friedlich zu demonstrieren. Für Gewalt und Einschüchterung ist jedoch kein Platz", ließ Premierminister David Cameron erklären. Die Polizei warnte vor Krawallen. Wer auf den Straßen der Hauptstadt die öffentliche Ordnung störe und Gewalt anwende, müsse mit der Festnahme rechnen, sagte der Einsatzleiter der Polizei.

Die Demonstranten wollten zum Amtssitz des konservativen Premierministers und zum Sitz seines liberalen Koalitionspartners ziehen. Die Studenten sind besonders über die Liberalen verärgert, die im Wahlkampf versprochen hatten, eine Erhöhung der Studiengebühren abzulehnen. Der Chef der Liberal-Demokraten und Vizepremier Nick Clegg bedauerte in der BBC den Bruch des Wahlversprechens. Andererseits lege er sich wegen der Proteste ein "dickes Fell" zu.

In der Küstenstadt Brighton gingen 3000 Menschen auf die Straße. Einige warfen Eier und Feuerwerkskörper auf die Polizisten. Auch in Bristol flogen Knaller. Protestmärsche und Sitzblockaden, die zu großen Teilen friedlich abliefen, gab es unter anderem auch in Manchester, Birmingham, Leeds und Sheffield. An der altehrwürdigen Universität von Cambridge gingen rund 1000 junge Leute auf die Straße. Unterstützt wurden sie von Schülern und Universitätsmitarbeitern.

Die Regierung des hoch verschuldeten Königreichs strebt Ausgabenkürzungen von 81 Milliarden Pfund an. Die Hochschulen sollen mit 2,9 Milliarden Pfund zur Sanierung der Staatsfinanzen beitragen.

 
Leser-Kommentare
  1. ...unterwürfig bleiben, liebe Studenten.

    Die Erfahrung lehrt, dass daraufhin die Politiker springen und ihre assozialen Programme freiwillig auf erträgliches Niveau zurückschrauben.

    Und gerade ein Börsenmaklersohn wie Cameron wird gerne in die Londoner City gehen und die Krisenverantwortlichen um ihren Beitrag bitten.

    Nein, im ernst, ich glaube in dieser Krise hilft nur noch Gewalt und massiver ziviler Ungehorsam. Stürmt beim nächsten Mal doch die Londoner Börse. Gewalt gegen die Finanzmafia sichert euch die Symphatie der ganzen Nation, ach was, die Symphatie der ganzen Welt.

  2. Da wacht man eines morgens auf und merkt, dass man in England wohnt. Einfach zum aus der Haut fahren.

  3. diese 'polizeiauto' war naturlich 'ganz zufällig' alein gelassen mitten auf die strasse..genau die strasse die protest nehmen soll...alein..kein polizei..nichts..

    wie oft sieht man sowas?

    typisch..ubrigens..es gibt auch hinweise das in stuttgart die polizei auch solche tricks benutz haben...es ist ein ur alten trick der machthaber und dient 2 sachen..

    1..die protest verliert so unterstutzung in die bevolkerung wenn es so ruber kommt das die einfach randaliere sind...

    2..es erlaubt die polizei eine hartere umgang mit die protestierenden...und das beenden das protest durch gewalt..

    die 'pfeffersprayer' in suttgart zumbeispiel war 100% einen polizist...man sieht sogar die kabel die zu seinen kopfhörer fuhrt unter seinen schwarzen kopf bedeckung..

    sowas ist auch bei G20s usw vorgekommen...in canada..in griechenland..uberall..

    die volk wird ständig angelogen..von allen seiten...

    Eine Leser-Empfehlung
  4. http://www.kritische-poli...

    da gibt es viele info..

    hier auch:

    http://www.youtube.com/re... provocateur G20&aq=f

    wenn immer es im fernsehen aussieht als ob eine protest ins gewalt umkippt..kann es gut sein das der staat das so will und herbeifuhrt..

    der staat ist der terrorist..

    Eine Leser-Empfehlung
    • BerndL
    • 25.11.2010 um 12:15 Uhr

    Warum sollen sie für die Casino-Akteure bezahlen, die ihre Speilgewinne auch noch behalten durften?
    Die Studiengeühren sind mit über 10000 Euro enorm hoch!

    • FrauK
    • 25.11.2010 um 13:11 Uhr

    Ich war gestern fuer 7 Stunden mit anderen Studenten und auch Schuelern, die teilweise kaum aelter waren als 11 Jahre, in Whitehall eingeschlossen. Schon um drei Uhr habe ich heulende Schulmaedchen gesehen, die nicht verstanden haben was gerade passiert und die Polizisten angefleht haben sie gehen zu lassen. 6 Stunden spaeter war ich selber am heulen. Wie Rinder eingeschlossen 7 Stunden ohne Wasser, Essen und Toilette. Als es kaelter wurde waren ueberall Lagerfeuer in denen Schulbuecher verbrannt wurden. Wenn es kein Papier mehr gab wurde Plastik verbrannt. Ueber uns 4 Hubschrauber zur Kontrolle...wegen wem oder was??? SCHULKINDER.
    Das schlimmste war der psychische Terror der Polizei, die weder Auskunft gab, gelogen hatte oder falsche Hoffnungen geschuert hatte. Mal ganz abgesehen von den physischen Umstaenden, war das schlimmste das man aller Freiheit beraubt wurde und absolut gedemuetigt wurde.
    Ich frage mich wie so etwas demokratisch sein kann und wie die Medien es fertig bringen hier ueber einen Van (der fuer wilde school boys zum spielen absichtlich bereit gestellt wurde) zu schreiben, waehrend hier etwas ganz anderes in Frage gestellt werden muss!

    Eine Leser-Empfehlung
    • Impuls
    • 25.11.2010 um 21:02 Uhr

    Diese Erhöhung der Gebühren ist ja ein Affront für jeden Demokraten.
    Wie kann ich psychisch frei studieren, wenn ich gleichzeitig in schulden ersticke?
    So ruiniert sich das ehemalige Piratenreich GB endgültig.

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