Reporter ohne Grenzen Mindestens 57 Journalisten im Jahr 2010 getötet
Im ausgehenden Jahr sind mindestens 57 Journalisten wegen ihres Berufs gestorben, teilt die Organisation Reporter ohne Grenzen mit. Am gefährlichsten ist es in Pakistan.
Für Journalisten bleibt es in vielen Ländern riskant. Zwar sei 2010 weltweit ein Viertel weniger Medienvertreter ermordet worden als im Jahr zuvor, teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) mit. Im Vorjahr führte allerdings ein Massaker an 32 Journalisten auf den Philippinen zu der höheren Statistik von 76 Toten. Die nach wie vor kritische Lage zeigt die Zahl der Entführungen von Medienvertretern: Die Zahl stieg in diesem Jahr gegenüber 2009 drastisch von 33 auf 51.
Die gefährlichsten Länder sind laut dem ROG-Bericht Pakistan, wo elf Reporter getötet wurden, Mexiko (7), Irak (7) und die Philippinen (4). In Pakistan nehmen vor allem islamistische Gruppen die Journalisten ins Visier, in Mexiko sind es insbesondere Drogenkartelle. Im Irak wurden Reporter vor allem Opfer von Bombenattentaten. Auf den Philippinen stecken hinter der Gewalt gegen Journalisten laut Reporter ohne Grenzen vor allem lokale Politiker und Clanchefs, die kritische Berichte über die Korruption fürchten.
Die Zahl der Länder, in denen Medienvertreter ermordet wurden, stieg im Vergleich zu 2009 von 20 auf 25. Auch in Europa und der GUS-Region seien deutlich mehr Journalisten bedroht oder körperlich angegriffen worden, teilte ROG mit. Beispielsweise seien in Weißrussland nach der Präsidentenwahl am 19. Dezember zehn Journalisten festgenommen worden und immer noch inhaftiert. Immer gefährlicher werde es für Medienvertreter auch in Afghanistan und Nigeria, wo sich vermehrt Entführungen ereignen.
Die meisten Journalisten sitzen ROG zufolge in Iran (37), China (30) und Eritrea (29) hinter Gittern. Iran habe die Überwachung von Journalisten ausgedehnt und die Einreisebestimmungen für Korrespondenten verschärft. Wer sein Recht auf freie Berichterstattung wahrnehmen wolle, müsse erhebliche Risiken in Kauf nehmen.
In dem Land sitzen seit Mitte Oktober auch zwei Mitarbeiter der Bild am Sonntag in Haft . Sie hatten den Sohn der zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani interviewen wollen. Iranischen Angaben zufolge verstießen die beiden Deutschen gegen das Gesetz, weil sie ohne das nötige Journalistenvisum eingereist seien.
- Datum 30.12.2010 - 15:54 Uhr
- Quelle dpa, Reuters, AFP
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Heute kam auf BBC eine Dokumentation "fire line" über Journalisten, die in Krisengebieten mitten drin waren. Diese Frauen und Männer begleiteten US-Soldaten, Taliban und riskierten ihr Leben um auch mal die andere Seite zu zeigen. War sehr interessant zu sehen, dass auch ein Taliban-Führer Frau und Kinder hat, diese dann später bei einem amerikanischen Angriff ums Leben kamen.
Sehr fesselnde Bilder, da der Krieg auch nicht vor Frauen und Kindern halt macht. Ganz gleich wo auf der Welt, ob in Afrika, im Nahen Osten, in China oder in Kirgistan - der Krieg hat ein schreckliches Gesicht und wir sollten diese mutigen Journalisten wirklich ehren, indem wir alles daran setzen, dass ihre Berichte dazu beitragen den Frieden zu etablieren. Ich könnte mir als Journalist nichts schlimmeres vorstellen, als wenn die Leute bloß vor dem Fernseher hocken, sich Bier und Chips reinziehen während sie verbrannte oder verstümmelte Kinder sehen und der Beitrag für den ich mein Leben riskiert habe nichts bewirkt.
Und trotz allem ziehen sie immer wieder los und bringen uns Bilder, Informationen und riskieren Kopf & Kragen um uns zu Hause zu zeigen, was wir mit unserer Gleichgültigkeit und der engstirnigen Politik auf dieser Welt anrichten.
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