RaumfahrtMysteriöses US-Shuttle kehrt aus dem All zurück

Seit Jahren ranken sich Spekulationen um das unbemannte US-Luftwaffen-Raumschiff X-37B. Jetzt ist es nach sieben Monaten zur Erde zurückgekehrt. Die Mission bleibt geheim.

Ende einer geheimnisumwitterten Dienstfahrt: Nach einem sieben Monate langen Testflug im All ist das sogenannte "Space Plane" der US-Luftwaffe wieder auf der Erde. Das unbemannte Raumschiff landete am Freitag rund eine Stunde nach Mitternacht (Ortszeit) auf dem Militärflughafen Vandenberg in Kalifornien. Die Militärs sprachen von einem erfolgreichen Jungfernflug, der "mehr als 220 Tage" gedauert habe. Einzelheiten wurden nicht genannt – das Unternehmen gilt als "top secret".

Bei dem Vehikel unter dem Code-Namen X-37B handelt es sich praktisch um eine Mini-Version eines Space Shuttles. Es ist gerade mal 8,8 Meter lang, hat zwei kurz gestutzte Flügel und soll die Erde in rund 900 Kilometern Höhe umkreist haben.

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Das Gefährt – auch Orbital Test Vehicle (OTV) genannt – war am 22. April vom militärischen Teil des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida von einer Atlas-V-Rakete in den Orbit befördert worden. Über die genaue Dauer der Reise hatten sich die Militärs zunächst ausgeschwiegen. "Ehrlich gesagt, wissen wir nicht sicher, wann es zurückkommt", war alles, was der für Raumfahrt-Programme zuständige stellvertretende Luftwaffen-Staatssekretär Gary Payton damals verriet.

Unklar ist vor allem, welche künftigen Aufgaben die Militärs für den Mini-Shuttle ins Auge fassen.

Bereits zum Start gab es wütende Kritik aus Moskau. Russland wirft den USA vor, den Weltraum militarisieren zu wollen. "Die USA haben schlichtweg auf die Rufe Russlands und der Welt gespuckt, auf die Pläne zur Stationierung von Waffen im Weltraum zu verzichten", sagte Ex-Luftwaffenchef Anatoli Kornukow im April. Der X-37B-Orbiter erhöhe die Kampffähigkeit der USA deutlich.

Als Antwort müsse Moskau ein neues System zur Abwehr von Angriffen aus dem All entwickeln, sagte Kornukow. Das "Space Plane" zeige das Bestreben der USA, "in den Weltraum zu gelangen und uns zu bedrohen".

Aufgabe des Jungfernflugs war es, zunächst die Navigations- und Flugleitsysteme, Materialien und Dichtungen dem Realitätstest zu stellen. Die Raumfähre sollte in der Umlaufbahn ihre Ladebucht öffnen und ihre Sonnensegel entfalten.

An dem Orbital Test Vehicle wurde über zehn Jahre lang gearbeitet. Begonnen wurde das Projekt in den späten neunziger Jahren zunächst von der zivilen Raumfahrtbehörde Nasa, 2004 übernahm dann das Militär das Projekt – zusammen mit dem Hersteller, der Boeing-Abteilung "Phantom Works". Es heißt, die Luftwaffe habe bereits einen zweiten X-37B-Orbiter bestellt.
 

 
Leserkommentare
  1. aber vielleicht hat das Raumschiff ja auch die aliens gesehen, über die die amerikaner heimlich in hunderten von botschaftszetteln berichtet haben. und dank herrn assange werden wir bald wissen, mit wem sich die amerikaner gegen den rest der welt verschworen haben und was sie noch alles mit der welt vorhaben.

    es bleibt jedenfalls spannend.

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  2. 2. Hmmm,

    irgentwie komisches Gefühl zu wissen, dass eine eventuelle Waffe 900 Kilometer über einem kreist.

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    Starwars ist auf jeden Fall bald kein SciFi mehr, sondern traurige Realität.

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  3. Starwars ist auf jeden Fall bald kein SciFi mehr, sondern traurige Realität.

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    Antwort auf "Hmmm,"
  4. ...also dafür, dass das ganze laut Artikel "Top Secret" ist, sind ganz schön viele Dinge bekannt. Es gibt z.B. mehrere Fotos, es wurde erklärt, seit wann das Gerät im Weltall war, was getestet wurde, wann das Projekt begonnen wurde usw.
    Es gibt wirklich Projekte mit wesentlich dünnerer Faktenlage, z.B. die X-41 und X-42.
    Einzig was man genau mit dem Gerät vorhat verrät man nicht. Darüber kann man wunderbar spekulieren - Überwachung ohne auf die Umlaufzeiten von Satelliten angewiesen zu sein? Laserstrahlenwaffen? Wer weiß.
    Detail am Rande: die X-37B wird sowieso nicht tatsächlich eingesetzt. "X" ist die Bezeichnung für experimentelle Fluggeräte. In den meisten Fällen gibt es keine direkten Nachfolger, sondern lediglich weitere Projekte, die von den mit den X-Planes gesammelten Erfahrungen profitieren.

    • optun
    • 03.12.2010 um 23:00 Uhr

    Ich bin jetzt wirklich zu der Erkenntnis gekommen, dass man den USA nicht trauen kann. Viele Tatsachenbücher haben mich zu dieser Erkenntnis gebracht. Und wenn ich jetzt diesen Fall betrachte, ist das ein erneuter Beweis.
    Überall wo die USA sich in der Welt eingemischt hat, ist es anschließend zum militärischen Auseinandersetzungen gekommen. Der letzte Fall war in Georgien.
    Die USA hat nur ihre militärische Entwicklung im Auge, um sie dann auch einzusetzen, wenn es um ihre Interessen geht.
    Ich bin der Meinung, dass die USA augenblicklich die größte Bedrohung für einige Länder in der Welt bedeutet.

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    • xpol
    • 04.12.2010 um 17:51 Uhr

    ... zu sein, heisst zwar noch lange nicht, nicht verfolgt zu werden - aber die meisten Kommentare gehen an der Faktenlage vorbei.

    Star Wars, neues Waffensystem usw. und den USA sei nicht zu trauen - wieso?

    Bis jetzt haben wir ein kleines Fluggerät, das in die Erdumlaufbahn vordringen kann und auch wieder landet, ähnlich wie das Space Shuttle. Man arbeitet offenbar an einem Nachfolger, etwas kleiner und weniger aufwändig. Was ist denn daran jetzt verkehrt?

    Das Space Shuttle wurde übrigens auch militärisch genutzt, ohne dass die Welt untergegangen wäre.

    • xpol
    • 04.12.2010 um 17:51 Uhr

    ... zu sein, heisst zwar noch lange nicht, nicht verfolgt zu werden - aber die meisten Kommentare gehen an der Faktenlage vorbei.

    Star Wars, neues Waffensystem usw. und den USA sei nicht zu trauen - wieso?

    Bis jetzt haben wir ein kleines Fluggerät, das in die Erdumlaufbahn vordringen kann und auch wieder landet, ähnlich wie das Space Shuttle. Man arbeitet offenbar an einem Nachfolger, etwas kleiner und weniger aufwändig. Was ist denn daran jetzt verkehrt?

    Das Space Shuttle wurde übrigens auch militärisch genutzt, ohne dass die Welt untergegangen wäre.

  5. In einem ganz besonderen Fall vor nun fast 70 Jahren bin ich ihnen da sogar verdammt dankbar.

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    • optun
    • 03.12.2010 um 23:27 Uhr

    Da gebe ich Ihnen umunwunden Recht!
    Die USA hat uns vom Hitlerfaschismus befreit. Dafür bin ich den Soldaten der USA auch zu tiefem Dank verpflichtet.
    In der alten BRD wurde diese These aber lange nicht so offen vertreten, sondern nur in der DDR.
    Bis Herr von Weiszäcker dass ganz offen vor dem Bundestag offenbart hat, worauf viele von der CDU lange Gesichter gezogen haben.
    Sie haben vollkommen Recht. Nur die Zeit hat sich geändert, warum auch immer. Die USA hält sich stets für die Weltpolizei, für mich unberechtigt. Rot soll eben immer das Böse sein. Nur, das rote China ist der größte Gläubiger der USA, etwas wiedersprüchlich oder?
    Es sind auch nicht die Soldaten, es ist die Führung der USA.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie zum Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/er

    [...]
    Entfernt. Bitte fuehren Sie Ihre Meinung mit Argumenten und Belegen weiter aus. Danke. Die Redaktion/er

    • Hickey
    • 04.12.2010 um 10:51 Uhr

    Anm: Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/km

    Nun können Sie mit Recht sagen, dass die Beseitigung des Naziregimes eine gute Tat war. Stimmt!

    Das relativiert sich aber, wenn man sieht, mit welchen verbrecherischen Regimen die USA vorher (z.B. UdSSR) und nachher (z. B. Sadam Hussein, Pinochet und der Rest der Mittel- und Südamerikanischen Diktatoren) gute Beziehungen hatten.

    Die Frage bleibt ob dieses Eingreifen vor 70 Jahren nötig gewesen wäre, wenn man sich 25 jahre zuvor rausgehalten hätte.... aber man weiss es nicht.

    • optun
    • 03.12.2010 um 23:27 Uhr

    Da gebe ich Ihnen umunwunden Recht!
    Die USA hat uns vom Hitlerfaschismus befreit. Dafür bin ich den Soldaten der USA auch zu tiefem Dank verpflichtet.
    In der alten BRD wurde diese These aber lange nicht so offen vertreten, sondern nur in der DDR.
    Bis Herr von Weiszäcker dass ganz offen vor dem Bundestag offenbart hat, worauf viele von der CDU lange Gesichter gezogen haben.
    Sie haben vollkommen Recht. Nur die Zeit hat sich geändert, warum auch immer. Die USA hält sich stets für die Weltpolizei, für mich unberechtigt. Rot soll eben immer das Böse sein. Nur, das rote China ist der größte Gläubiger der USA, etwas wiedersprüchlich oder?
    Es sind auch nicht die Soldaten, es ist die Führung der USA.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie zum Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/er

    [...]
    Entfernt. Bitte fuehren Sie Ihre Meinung mit Argumenten und Belegen weiter aus. Danke. Die Redaktion/er

    • Hickey
    • 04.12.2010 um 10:51 Uhr

    Anm: Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/km

    Nun können Sie mit Recht sagen, dass die Beseitigung des Naziregimes eine gute Tat war. Stimmt!

    Das relativiert sich aber, wenn man sieht, mit welchen verbrecherischen Regimen die USA vorher (z.B. UdSSR) und nachher (z. B. Sadam Hussein, Pinochet und der Rest der Mittel- und Südamerikanischen Diktatoren) gute Beziehungen hatten.

    Die Frage bleibt ob dieses Eingreifen vor 70 Jahren nötig gewesen wäre, wenn man sich 25 jahre zuvor rausgehalten hätte.... aber man weiss es nicht.

    • optun
    • 03.12.2010 um 23:27 Uhr

    Da gebe ich Ihnen umunwunden Recht!
    Die USA hat uns vom Hitlerfaschismus befreit. Dafür bin ich den Soldaten der USA auch zu tiefem Dank verpflichtet.
    In der alten BRD wurde diese These aber lange nicht so offen vertreten, sondern nur in der DDR.
    Bis Herr von Weiszäcker dass ganz offen vor dem Bundestag offenbart hat, worauf viele von der CDU lange Gesichter gezogen haben.
    Sie haben vollkommen Recht. Nur die Zeit hat sich geändert, warum auch immer. Die USA hält sich stets für die Weltpolizei, für mich unberechtigt. Rot soll eben immer das Böse sein. Nur, das rote China ist der größte Gläubiger der USA, etwas wiedersprüchlich oder?
    Es sind auch nicht die Soldaten, es ist die Führung der USA.

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  • Quelle dpa
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  • Schlagworte Nasa | Militär | Raumfahrt | Weltraum | Luftwaffe | Raumfähre
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