HochwasserDonauanstieg überrascht Passau

Innerhalb von 24 Stunden ist der Donaupegel um drei Meter gestiegen. Noch ist der Höchststand nicht erreicht. In Hessen und Baden-Württemberg entspannte sich die Lage. von dpa

Die Hochwasserlage in Bayern bleibt angespannt. Die Donau ist im Osten des Bundeslandes rasant angeschwollen. In Passau stieg das Wasser bis zum Freitagmorgen auf 8,90 Meter – 24 Stunden zuvor waren es noch drei Meter weniger. Damit galt die höchste Hochwasser-Meldestufe vier. Feuerwehr und städtische Mitarbeiter verbauten bis weit in die Nacht hinein etwa 2500 Sandsäcke.

Für den Freitag wird ein weiterer Anstieg um etwa einen halben Meter erwartet. Auch der Inn schwoll von einem Pegelstand von unter zwei Metern auf knapp 6,20 Meter an.

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Am Freitag stand der Rathausplatz der Dreiflüssestadt unter Wasser. Auch die Uferpromenade an der Donau ist überflutet.

Bild einer Webcam von der Website der Stadt Passau

Obwohl die Menschen in Passau gut auf das Hochwasser vorbereitet waren, wurden sie in der Nacht von dem rasanten Anstieg des Pegelstandes überrascht. Von Regensburg über Straubing nach Passau herrschte am Morgen Alarmstufe zwei. Die letzten großen Hochwasser in den Jahren 2005 und 2006 überschritten die Neun-Meter-Marke nicht. Beim großen Hochwasser 2002 hatte der Pegel 10,80 Meter erreicht.

Autofahrer mussten wegen zahlreicher überschwemmter Straßen lange Umwege in Kauf nehmen. In der Oberpfalz blieb eine Familie mit ihrem Auto stecken und musste von der Feuerwehr geborgen werden. Ein anderer Autofahrer wurde von einem Traktor aus dem Wasser gezogen.

Vor allem an der Donau und der Schwarzen Laber spitzte sich die Lage nach Angaben der Polizei in der Oberpfalz und in Niederbayern zu: überflutete Ortsdurchfahrten, Keller unter Wasser und Autos, die von Parkplätzen abgeschleppt werden mussten. Der Fluss Regen stand am Freitagmorgen ebenfalls kurz vor der Meldestufe vier, betroffen war unter anderem die oberpfälzische Stadt Cham.

In Hessen und Baden-Württemberg dagegen, wo die Lage am Donnerstag kritisch war, fielen die Pegelstände zumeist. Der Deutsche Wetterdienst sprach zwar noch von einer angespannten Situation, kündigte für die beiden Bundesländer aber einen weitgehend trockenen Tag an. Auch im Osten Deutschlands verschärfte sich die Lage nicht, wie die Polizei in den Hochwassergebieten mitteilte.

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Leserkommentare
  1. Wenn ich höre, dass ein Landwirt wahrscheinlich 10.000 Euro zahlen soll, damit seine Rinder mit einer Fähre von einer Insel in der Havel geholt werden können, damit sie nicht ertrinken, wird mir schlecht.

    Gibt es eigentlich noch so etwas wie Nachbarschaftshilfe, in der Not, in Deutschland oder zählen nur noch "Dollarzeichen"?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Hochwasser | Passau | Auto | Autofahrer | Familie | Feuerwehr
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