Die Pegel von Elbe, Rhein und Donau steigen weiter. Das Rhein-Hochwasser soll in Koblenz an diesem Sonntag fast die Höhe der ersten Flutwelle vom Wochenbeginn erreichen. Es werde ein Höchststand von bis zu 7,50 Metern erwartet, teilte das Hochwassermeldezentrum in Mainz mit. Experten hatten zuvor noch etwa 15 Zentimeter weniger vorhergesagt. Am Montag war der Pegelstand bis auf 7,52 Meter gestiegen. 5000 Einwohner waren in der Rhein-Mosel-Stadt vom Hochwasser betroffen. Am Samstagvormittag lag der Wasserstand bei 7,15 Meter – das Deutsche Eck war bereits teilweise überspült. Einige Straßen in Ufernähe standen unter Wasser, Keller liefen voll.

In Mainz wurde in den frühen Morgenstunden ein Pegel von rund 6,30 Meter erreicht, wobei der Anstieg laut Hochwassermeldezentrum wohl erst am Sonntag wieder nachlassen wird.

Auch in Sachsen bleibt die Hochwasserlage angespannt. Das Landeshochwasserzentrum in Dresden hat in der Nacht seine Hochwasserwarnungen erneuert. Demnach wird die Elbe voraussichtlich bis Samstagabend stellenweise auf bis zu siebeneinhalb Meter steigen und damit die höchste Alarmstufe 4 erreichen. Der Wasserstand der Schwarzen Elster hatte sich bereits in der Nacht zum Samstag dem Richtwert für den Katastrophenabwehr-Alarm angenähert.

Am Samstagmorgen galt für die Pegel in Riesa, Dresden und Schöna die zweithöchste Hochwasseralarmstufe 3. Angespannt ist die Lage außerdem an der Vereinigten Mude und ihren Zuflüssen. Auch hier galt am Morgen an vielen Pegeln im Norden Sachsens die Alarmstufe 3.

In Regensburg entwickelte sich die Hochwasserlage am Samstagmorgen weniger dramatisch, als zunächst befürchtet. Pro Stunde stieg das Wasser nur noch um drei Zentimeter, an der Eisernen Brücke erreichte der Pegelstand die 6,14 Meter-Marke.

Der Krisenstab der Stadt rechnete am Samstag damit, dass der Scheitelpunkt der Flutwelle bei etwa 6,30 Meter liegen und gegen 20 Uhr erreicht sein könnte. Damit würde der höchste Pegelstand unter dem der Flutkatastrophen von 1988 und 2002 bleiben.

Am Morgen stärkten die Helfer die Schutzwände weiter mit Sandsäcken. Nach Angaben der Stadtverwaltung waren in der Stadt keine Schutzwände gebrochen. Die meisten Menschen blieben nach Angaben der Einsatzkräfte trotz der angespannten Lage gelassen.

In Brandenburg und in Thüringen gilt vielerorts Alarmstufe 3, wie die Hochwassermeldezentrale auf ihrer Internetseite meldete. In Sachsen-Anhalt soll am Samstagmorgen zum Schutz der Stadt Magdeburg das Pretziener Wehr geöffnet werden. Es ist die wichtigste Hochwasserschutzanlage der Region. Für die Elbe wird in Magdeburg mit einem Anstieg des Pegelstandes auf 5,50 Meter gerechnet.