Aufgeklärter Islam Hoffnung auf den "Aufstand der Kopftuchmädchen"

Die SPD-Politikerin Lale Akgün plädiert in ihrem Buch für einen aufgeklärten Islam. Und sie wünscht sich mehr Diskussionsbereitschaft unter Muslimen. Von L. Caspari

Ein gläubiger Muslim darf Alkohol trinken – in Maßen. Er muss auch nicht fünf Mal am Tag beten, um seinem Gott nahe zu sein. Und eine Muslimin muss kein Kopftuch tragen – "korrekte islamische Kleidung" gibt es sowieso nicht. Außerdem sind laut Koran Frauen und Männer in allen Lebensbereichen gleichberechtigt.

So sieht jedenfalls die langjährige SPD-Politikerin Lale Akgün ihre Religion. Bis 2009 saß sie im Bundestag und war Islambeauftragte ihrer Partei. Akgün ist in Istanbul geboren, als Neunjährige kam sie nach Deutschland. Sie fühlt sich als "moderne Muslimin". Ihr Glaube ist ihr wichtig. Deshalb will sie ihn nicht konservativen islamischen Kreisen überlassen. Doch gerade die gäben derzeit in der deutschen Öffentlichkeit lautstark den Ton an.

Am Donnerstagabend präsentierte Akgün ihr Buch in Berlin. Aufstand der Kopftuchmädchen heißt es. Der Titel ist ein wenig missverständlich, denn der Aufstand findet laut Autorin noch nicht statt. In ihrem Werk erörtert sie vielmehr ausführlich die ihrer Ansicht nach problematische Religionsauslegung konservativer Muslime.

Erschreckend sei die "unheilvolle Islamisierung zu vieler Lebensbereiche, in denen Religion nichts zu suchen hat", schreibt die 56-Jährige beispielsweise. Oftmals gehe es den konservativen Muslimen dabei weniger um ihren Glauben, als um Machtdemonstration. Als Beispiel nennt Akgün den Streit um Gebetsräume an Schulen und die Höhe der Minarette von Moscheen. Dabei habe die erste muslimische Gastarbeitergeneration in Deutschland ihre Religionsausübung noch als etwas sehr Privates angesehen, gibt die Autorin zu bedenken.

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Die  großen Islamverbände versuchten heute jedoch, gezielt "Parallelgesellschaften" zu schaffen. Sie nähmen für sich in Anspruch, allein definieren zu dürfen, was der Islam ist. Die deutsche Politik mache daher einen großen Fehler, wenn sie zum Beispiel auf der Islamkonferenz hauptsächlich den großen Islamverbänden eine Stimme gebe, findet die Autorin. Denn diese Verbände, berichtet Akgün, verträten ausschließlich konservative Positionen. Aber nur 15 Prozent der muslimischen Bevölkerung in Deutschland finden sich in diesen Ansichten wieder, die, wie Akgün schreibt, "in ihrem Denken oft im Mittelalter verhaftet sind." Viele Muslime fügten sich dem lediglich aus Angst vor sozialer Isolation. Und deutsche Politiker widersprächen der Denkweise der konservativen Muslime nicht, weil sie Toleranz gegenüber den Religionen beweisen wollten.

Bleibt also der erhoffte Aufstand der Kopftuchmädchen aus? "Er wird irgendwann kommen", sagt die Psychologin und Medizinerin auf die Frage eines Zuhörers, "es wird aber noch Zeit brauchen. Vielleicht noch zehn bis fünfzehn Jahre."

Akgün setzt auf Bildung, denn die werde auch bei den konservativsten muslimischen Familien groß geschrieben. Die Töchter "lernen in den Schulen mehr als nur Mathematik und Deutsch, sie lernen auch, dass die Welt da draußen keine unsittliche Hölle ist", schreibt die Autorin in ihrem Buch. Junge Muslima aus streng konservativen Familien, so ihre Hoffnung, würden dann lernen, die Dogmen ihrer Religionsausübung zu hinterfragen. Sie würden zum Beispiel erkennen, dass der Koran nicht vorschreibe, dass eine Frau ein Kopftuch trage. Dass das Tuch vielmehr ein "eiserner Vorhang" sei, den die Frauen hauptsächlich aus Angst vor ihren konservativen Familien mit sich herumtrügen.

Akgün sagt auch, dass ein Muslim den Koran nicht immer wörtlich nehmen dürfe. Manche Suren seien einfach nicht mehr zeitgemäß. Ein Gläubiger müsse mit Verstand die "wesentlichen Kernaussagen" herauslesen. Für Akgün ist eine dieser Kernaussagen, dass der Koran für Nächstenliebe und Mäßigung plädiere, nicht aber, dass er dem Gläubigen einen festgefahrenen Lebensstil vorschreibe.

Akgün weiß, dass sie konservative Muslime mit ihren Thesen provoziert. Sie weiß auch, dass sie sich auf schwieriges Terrain begibt. Wenn manches Gotteswort wirklich nicht mehr zeitgemäß ist, welches muss man dann befolgen, welches nicht? Diese große Frage treibt  auch das Christentum um.

"Für mich sind Sie keine Muslimin", ruft ein aufgebrachter junger Mann in der Diskussionsrunde nach der Lesung in den Saal. Akgün verunglimpfe mit ihrem Buch seine Religion, den Islam.

Die Autorin steht ruhig hinter ihrem Rednerpult. Sie kennt solche Anfeindungen. Muslime, die "mit den propagierten Vorstellungen von angeblicher Moral nicht einverstanden" seien, würden von konservativen Gläubigen als "abgefallene Dissidenten" behandelt, schreibt sie auch in ihrem Buch.

Akgün lässt ihren Widersacher aussprechen. Dann sagt sie bestimmt: "Genau deshalb habe ich dieses Buch geschrieben." Ein moderner Islam, der müsse eben auch Kritik und Andersdenken aushalten. Den jungen Mann beruhigt das nicht. Lautstark diskutiert er auf dem Flur mit nicht-muslimischen Besuchern weiter.

Lale Akgün: Aufstand der Kopftuchmädchen. Deutsche Musliminnen wehren sich gegen den Islamismus. Piper Verlag. 2010. 16,95 Euro.

 
Leser-Kommentare
  1. die Machtdemonstrationen sind der Grund, warum viele Menschen dem Islam ablehnend gegenüberstehen. Muslime zwingen anderen Menschen teilweise ihren Lebensstil auf. Z.B. keine Schweinefleisch mehr in Schulkantinen, demnächst (dank SPD) geschlechterhomogener Sport- und Sexualkundeunterricht und Berücksichtigung des Ramadan bei Klassenfahrten (in der Pfalz).

    36 Leser-Empfehlungen
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    Zunächst mal finde ich gut, dass hier ein Buch besprochen wird, was eine moderne türkische Betrachtung als Ausgangslage hat. Der Titel ist zwar reißerisch, aber na ja, frau will ja auch was verkaufen.
    Zu Ihren Kommentaren:
    Ich persönlich sehe die Sache mit dem Sportunterricht und die zeitliche Abstimmung vom Ramadan für Klassenfahrten und Arbeiten als falsches Zugeständnis. Der Ramadan erlaubt auch Ausnahmeregelungen für Kranke, Reisende usw. Wer dann trotzdem in der Zeit fasten will, muss auch damit umgehen können!
    Mit den Kantinen sehe ich das anders. Größere Kantinen kennzeichnen zum großen Teil garnicht welches Fleisch da überhaupt "verbraten" wird. Da reißt sich niemand ein Bein aus, das zu verbessern. Zumindest nicht wenn man seine Kundschaft glücklich machen will.
    Die Machtdemonstration der Muslime, die sie beschreiben, sehe ich aber nicht. Vielleicht stehe ich auch deshalb dem Islam (als Agnostiker) nicht ablehnend gegenüber, weil ich Muslime aus meinem Bekanntenkreis so nicht erlebe. Ich schließe nicht aus, dass es einflussreiche konservativ-muslimische Verbände in Deutschland gibt.
    Ich sehe aber keinen Grund darin den Islam als Ganzes abzulehnen, wenn sich der eigene Blick nur auf -sehr explizite, teils von der Presse hochgeschriebene- Phänomene beschränkt.

    ... sondern andere lassen ihn sich aufzwingen oder tun es in vorauseilendem Gehorsam, worin Deutsche ja besonders gut geschult sind.

    Man kann "den" Muslimen keinen Vorwurf machen. Sie stellen Forderungen oder nehmen Eigenheiten für sich in Anspruch, so absurd sie auch sein mögen. Da man hier in Deutschland totale Scheu davor hat, Grenzen zu setzen oder Regeln zu formulieren und für deren Einhaltung zu sorgen (gilt für viele Bereiche), kann das Ganze so ausufern.

    Es ist zunächst mal die aufnehmende Gesellschaft selbst, die ein Problem damit hat, sich selbst zu definieren und klare Konturen zu zeigen. Solange das nicht gelöst ist, braucht man sich auch nicht über Muslime oder sonstwen aufzuregen.

    Zunächst mal finde ich gut, dass hier ein Buch besprochen wird, was eine moderne türkische Betrachtung als Ausgangslage hat. Der Titel ist zwar reißerisch, aber na ja, frau will ja auch was verkaufen.
    Zu Ihren Kommentaren:
    Ich persönlich sehe die Sache mit dem Sportunterricht und die zeitliche Abstimmung vom Ramadan für Klassenfahrten und Arbeiten als falsches Zugeständnis. Der Ramadan erlaubt auch Ausnahmeregelungen für Kranke, Reisende usw. Wer dann trotzdem in der Zeit fasten will, muss auch damit umgehen können!
    Mit den Kantinen sehe ich das anders. Größere Kantinen kennzeichnen zum großen Teil garnicht welches Fleisch da überhaupt "verbraten" wird. Da reißt sich niemand ein Bein aus, das zu verbessern. Zumindest nicht wenn man seine Kundschaft glücklich machen will.
    Die Machtdemonstration der Muslime, die sie beschreiben, sehe ich aber nicht. Vielleicht stehe ich auch deshalb dem Islam (als Agnostiker) nicht ablehnend gegenüber, weil ich Muslime aus meinem Bekanntenkreis so nicht erlebe. Ich schließe nicht aus, dass es einflussreiche konservativ-muslimische Verbände in Deutschland gibt.
    Ich sehe aber keinen Grund darin den Islam als Ganzes abzulehnen, wenn sich der eigene Blick nur auf -sehr explizite, teils von der Presse hochgeschriebene- Phänomene beschränkt.

    ... sondern andere lassen ihn sich aufzwingen oder tun es in vorauseilendem Gehorsam, worin Deutsche ja besonders gut geschult sind.

    Man kann "den" Muslimen keinen Vorwurf machen. Sie stellen Forderungen oder nehmen Eigenheiten für sich in Anspruch, so absurd sie auch sein mögen. Da man hier in Deutschland totale Scheu davor hat, Grenzen zu setzen oder Regeln zu formulieren und für deren Einhaltung zu sorgen (gilt für viele Bereiche), kann das Ganze so ausufern.

    Es ist zunächst mal die aufnehmende Gesellschaft selbst, die ein Problem damit hat, sich selbst zu definieren und klare Konturen zu zeigen. Solange das nicht gelöst ist, braucht man sich auch nicht über Muslime oder sonstwen aufzuregen.

  2. Ein überflüssiges Buch mehr. Aber es zeigt wieder das nidrige intellektuelle Niveau dieser Debatte. Es gibt eine Glaubensfreiheit, nach der ein Moslem sehr wohl in Anspruch nehmen kann als wahrer Gläubiger keinen Alkohol trinken zu dürfen, Bart und Kopftuch für unverzichtbar zu halten und den Koran für unabänderliche Lebensanweisungen zu halten. Wie sollten diese persönlichen Ansichten eingeschränkt werden - per Gesetz? Aber es gibt auch eine Religionsfreiheit und die darf sehr wohl eingeschränkt werden. Und zwar da wo sie in die Rechte Dritter eingreift oder allgemeinen Regeln der Gesellschaft zuwiderläuft. also etwa bei Gebetsräumen in Schulen, beim Muezzingeschrei usw.
    [...]
    Ein anderes Beispiel, die US Regierung würde sich nie in Glaubensangelegenheiten der Mormonen einmischen, die früher offen und heute klandestin betriebene Polygamie verfolgt sie schon konsequent.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Verwendung von Totschlagargumenten. Danke. Die Redaktion/ew

    10 Leser-Empfehlungen
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    Überflüssig ist dieses Buch mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil, für Moslems ist diese Diskussion sehr wichtig und man sollte sie dabei unterstützen.
    Als Beispiel kann man eben diese Gebetsräume in Schulen und halal gefertigtes Kantinenessen anführen.
    Denn diese von den "Fünf Säulen des Islams" abgeleiteten Forderungen sind absurd, da laut Koran "Kranke, Reisende und Kinder" von diesen Regeln ausgenommen sind.
    Dh. selbstverständlich können islamische Kinder in Deutschland Schweinefleisch essen und ganz sicher brauchen (und wollen :-) sie auch keine Gebetsräume in Schulen.

    • dacapo
    • 21.01.2011 um 21:23 Uhr

    Es geht doch darum, dass konservative Muslime die Freiheit einschränken wollen, die Relgion so auszuüben, wie es ein/e Muslim/in für angemessen hält. Denn eins macht den positiven Unterschied zum Christentum maus, es gibt keinen Klerus. Das heißt im Umkehrschluss, ein Muslim hat sich dem "lieben Gott" zu verantworten. Und dass Sie nun auch noch den Bart anbringen, zeigt doch wie falsch die Konservativen den Koran verstehen. Vor 1400 Jahren ist ein Luxus gewesen, sich zu rasieren. Von dem Bart wird im Koran im Zusammenhang der Hygene gesprochen, er solle so geschnitten sein um den Mund Herum, dass der Mund nicht verschmiert wird. Die Waschnungen waren ein praktischer Regelhinweis, dass man sich nicht verdreckt dem Gebet hingeben soll. Wenn die Konservativen den Koran mündlich nehmen wollen, dass müssen sie die Zeit zurückdrehen. In eine Zeit, als es noch Sklaven gab, die man laut Koran gut behandeln soll. Wo gibt es denn noch Skalverei? In eine Zeit, als die Männer gierig nach Frauen sich umgeguckt hatten, sich nicht beherrschen konnten. Aber das soll es ja noch heute geben, die gierigen Blicke hinter schwankenden Hinterteilen her, hauptsach ist nicht meine Schwester. Das besagte Stück Stoff ist ja nun das größte Mißverständnis. Wenn man die entsprechenden Suren im zeitlichen Zusammenhang bringt und die aramäischen Lehnwörter der damaligen Zeit kennt, dann wird ein anderer Begriff daraus. Haare verstecken und mit langen zum wallenbringenden Röcken den Trottoir fegen.

    • tinaha
    • 28.03.2011 um 10:18 Uhr

    natürlich mischen sich die USA ein

    in die heiratsangelegenheiten der mormonen. es ist ihnen nicht erlaubt, mehrere gesetzlich gleichgestellte ehe-frauen zu haben. glaube hin oder her. es kommt auch immer mal zu "spektakulären befreiungen" von z.b. kindern und wenn es hinweise gibt, dass sex mit minderjährigen stattgefunden hat, wird das strafrechtlich verfolgt und bestraft.

    • tinaha
    • 28.03.2011 um 10:18 Uhr

    Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/lv

    • tinaha
    • 28.03.2011 um 10:18 Uhr

    Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/lv

    Überflüssig ist dieses Buch mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil, für Moslems ist diese Diskussion sehr wichtig und man sollte sie dabei unterstützen.
    Als Beispiel kann man eben diese Gebetsräume in Schulen und halal gefertigtes Kantinenessen anführen.
    Denn diese von den "Fünf Säulen des Islams" abgeleiteten Forderungen sind absurd, da laut Koran "Kranke, Reisende und Kinder" von diesen Regeln ausgenommen sind.
    Dh. selbstverständlich können islamische Kinder in Deutschland Schweinefleisch essen und ganz sicher brauchen (und wollen :-) sie auch keine Gebetsräume in Schulen.

    • dacapo
    • 21.01.2011 um 21:23 Uhr

    Es geht doch darum, dass konservative Muslime die Freiheit einschränken wollen, die Relgion so auszuüben, wie es ein/e Muslim/in für angemessen hält. Denn eins macht den positiven Unterschied zum Christentum maus, es gibt keinen Klerus. Das heißt im Umkehrschluss, ein Muslim hat sich dem "lieben Gott" zu verantworten. Und dass Sie nun auch noch den Bart anbringen, zeigt doch wie falsch die Konservativen den Koran verstehen. Vor 1400 Jahren ist ein Luxus gewesen, sich zu rasieren. Von dem Bart wird im Koran im Zusammenhang der Hygene gesprochen, er solle so geschnitten sein um den Mund Herum, dass der Mund nicht verschmiert wird. Die Waschnungen waren ein praktischer Regelhinweis, dass man sich nicht verdreckt dem Gebet hingeben soll. Wenn die Konservativen den Koran mündlich nehmen wollen, dass müssen sie die Zeit zurückdrehen. In eine Zeit, als es noch Sklaven gab, die man laut Koran gut behandeln soll. Wo gibt es denn noch Skalverei? In eine Zeit, als die Männer gierig nach Frauen sich umgeguckt hatten, sich nicht beherrschen konnten. Aber das soll es ja noch heute geben, die gierigen Blicke hinter schwankenden Hinterteilen her, hauptsach ist nicht meine Schwester. Das besagte Stück Stoff ist ja nun das größte Mißverständnis. Wenn man die entsprechenden Suren im zeitlichen Zusammenhang bringt und die aramäischen Lehnwörter der damaligen Zeit kennt, dann wird ein anderer Begriff daraus. Haare verstecken und mit langen zum wallenbringenden Röcken den Trottoir fegen.

    • tinaha
    • 28.03.2011 um 10:18 Uhr

    natürlich mischen sich die USA ein

    in die heiratsangelegenheiten der mormonen. es ist ihnen nicht erlaubt, mehrere gesetzlich gleichgestellte ehe-frauen zu haben. glaube hin oder her. es kommt auch immer mal zu "spektakulären befreiungen" von z.b. kindern und wenn es hinweise gibt, dass sex mit minderjährigen stattgefunden hat, wird das strafrechtlich verfolgt und bestraft.

    • tinaha
    • 28.03.2011 um 10:18 Uhr

    Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/lv

    • tinaha
    • 28.03.2011 um 10:18 Uhr

    Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/lv

  3. Frau Lale Akgün plädiert dafür, dass der Koran einer sog. "kritisch-historische Methode" unterzogen wird - denn wie sollte man wohl unterscheiden können, welche Stellen im Koran wörtlich zu nehmen sind und welche nicht, welche Stellen sind zeitbedingt und welche drücken die Grundintention des Verfassers aus?

    Mit dieser Forderung rüttelt sie am heiligsten Dogma des Islam: der Koran ist das Wort Gottes (im wortwörtlichen Sinn - Mohammed wurden diese Worte vom Engel diktiert). Jede Änderung und Relativierung würde dieses Dogma außer Kraft setzen und alle die das tun würden wären keine Muslime mehr.

    Daher ist die Reaktion des jungen Mannes am Ende des Vortrages vollkommen schlüssig.

    14 Leser-Empfehlungen
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    Beim anderen "Wort Gottes" hat es letztendlich auch geklappt.

    in welcher die Aussage " das einzige Wort Gottes" wortwörtlich genommen wurde. Obwohl ich mir sehr sicher bin, dass damals schon jede Menge Freidenker in ihrem eigenen Kopf "wußten", dass das nicht stimmen kann. Das einzig wahre Wort Gottes diente schon immer und in jeder Zeit dazu die eigenen Leute einzuschwören: Auf die Gemeinschaft, aufs Durchhalten in schwierigen Lagen und natürlich auch darauf, geeint in den Kampf zu ziehen.
    Die jeweiligen Autoritäten beriefen sich dabei gerne auf eine höhere Macht, welche nicht so leicht in Frage zu stellen war, wie die eigene, offensichtliche vergängliche Weltlichkeit. Aber alle Religionen sind andererseits auch die Hüterinnen einer inneren Spiritualität, der inneren Einkehr und ein Schatz wichtiger Traditionen. Das wertvolle in den Religionen zu erhalten, ohne dabei den totalitären Aspekt weiter zu transportieren, ist offensichtlich ziemlich schwierig, zumal dieser immer wieder willkommen ist, dafür herhalten zu müssen die eigene brüchig gewordene Autorität zu stützen. Viel leichter ist es dagegen die Religionen in Bausch und Bogen zu verdammen und als Blödsinn ab zu tun. Jeder der sich an diese schwierige Unterfangen wagt, hat meine volle Bewunderung.

    sonst würden nämlich die Religionen sich selber auflösen. Religion ist eine einfache Möglichkeit, Menschen zu instrumentalisieren, manipulieren und kontrollieren.

    Beim anderen "Wort Gottes" hat es letztendlich auch geklappt.

    in welcher die Aussage " das einzige Wort Gottes" wortwörtlich genommen wurde. Obwohl ich mir sehr sicher bin, dass damals schon jede Menge Freidenker in ihrem eigenen Kopf "wußten", dass das nicht stimmen kann. Das einzig wahre Wort Gottes diente schon immer und in jeder Zeit dazu die eigenen Leute einzuschwören: Auf die Gemeinschaft, aufs Durchhalten in schwierigen Lagen und natürlich auch darauf, geeint in den Kampf zu ziehen.
    Die jeweiligen Autoritäten beriefen sich dabei gerne auf eine höhere Macht, welche nicht so leicht in Frage zu stellen war, wie die eigene, offensichtliche vergängliche Weltlichkeit. Aber alle Religionen sind andererseits auch die Hüterinnen einer inneren Spiritualität, der inneren Einkehr und ein Schatz wichtiger Traditionen. Das wertvolle in den Religionen zu erhalten, ohne dabei den totalitären Aspekt weiter zu transportieren, ist offensichtlich ziemlich schwierig, zumal dieser immer wieder willkommen ist, dafür herhalten zu müssen die eigene brüchig gewordene Autorität zu stützen. Viel leichter ist es dagegen die Religionen in Bausch und Bogen zu verdammen und als Blödsinn ab zu tun. Jeder der sich an diese schwierige Unterfangen wagt, hat meine volle Bewunderung.

    sonst würden nämlich die Religionen sich selber auflösen. Religion ist eine einfache Möglichkeit, Menschen zu instrumentalisieren, manipulieren und kontrollieren.

  4. Den Titel des Buches kann man so und so sehen, wahrscheinlich ist das auch gewollt.
    Viel mehr würde mich interessieren, wie die Autorin aus dem Koran "Nächstenliebe" insbesondere für Nichtmoslems herauslesen will. Dass dem Moslem eine gewisse Mässigung im Lebensstil angeordnet wird ist wahr.
    Nicht korrekt ist die Aussage, dass der Koran Frauen und Männern volle Gleichheit in allen Lebensbereichen zusichert. Richtig wäre, dass Mann und Frau vor Allah gleichberechtigt sind, bzw. ihre Taten selbst und individuell verantworten müssen.
    Nicht ganz sicher bin ich mir, ob es wirklich der beste Ansatz ist, den Koran umdeuten und weichspühlen zu wollen.
    Das einzige, was mich wirklich interessiert, ist wie Moslems gedenken, ihre Rolle auf Grundlage des Korans gegenüber NICHTmoslems auf eine friedliche und gleichberechtigte Basis stellen zu wollen.

    10 Leser-Empfehlungen
    • hthswa
    • 21.01.2011 um 13:19 Uhr

    Sie hebt sich fantastisch zum vorherrschenden Bild der Konan Kolat und Mazyek ab.

    Konan Kolat, Vorsitzender der "Türkischen Gemeinde in Deutschland und A. Mazyek, "Präsident des Zentralrates der Muslime in Deutschland, die der Integration und auch einer eventuell möglichen Entstehung eines europäischen Islam hindernd im Wege stehen, wurden von ihre nicht namentlich genannt, aber Frau Akgün ließ durchblicken, dass die Diskussionen zwischen Politikern und "Verbandsfürsten" der Muslime nicht sehr positiv von ihr angesehen werden.

    Der BP Wulff hätte sich doch einmal mit Frau Akgün unterhalten sollen, bevor er seine bekannten Sprüche über die Ankunft des Islam und der Muslime von sich gegeben hätte.

    Frau Akgün hat an der Universität zu Köln mit dem Thema “Zur Anwendung von nonverbalen Intelligenztests bei türkischen Grundschulkindern” 1987 promoviert.

    Schade dass die Autorin Lisa Caspari diesen Aspekt nicht näher beleuchtet hat.

    Es hätte der Integration bestimmt wesentlich mehr genutzt als das Gegackere eines aufgescheucht wirkenden Statistik-Huhnes, das mit Zahlen jonglierte, diese teilweise "türkte", verfälschte und damit immensen Schaden an der Integration anrichtete.

    Gruß
    hthswa

    21 Leser-Empfehlungen
  5. Zunächst mal finde ich gut, dass hier ein Buch besprochen wird, was eine moderne türkische Betrachtung als Ausgangslage hat. Der Titel ist zwar reißerisch, aber na ja, frau will ja auch was verkaufen.
    Zu Ihren Kommentaren:
    Ich persönlich sehe die Sache mit dem Sportunterricht und die zeitliche Abstimmung vom Ramadan für Klassenfahrten und Arbeiten als falsches Zugeständnis. Der Ramadan erlaubt auch Ausnahmeregelungen für Kranke, Reisende usw. Wer dann trotzdem in der Zeit fasten will, muss auch damit umgehen können!
    Mit den Kantinen sehe ich das anders. Größere Kantinen kennzeichnen zum großen Teil garnicht welches Fleisch da überhaupt "verbraten" wird. Da reißt sich niemand ein Bein aus, das zu verbessern. Zumindest nicht wenn man seine Kundschaft glücklich machen will.
    Die Machtdemonstration der Muslime, die sie beschreiben, sehe ich aber nicht. Vielleicht stehe ich auch deshalb dem Islam (als Agnostiker) nicht ablehnend gegenüber, weil ich Muslime aus meinem Bekanntenkreis so nicht erlebe. Ich schließe nicht aus, dass es einflussreiche konservativ-muslimische Verbände in Deutschland gibt.
    Ich sehe aber keinen Grund darin den Islam als Ganzes abzulehnen, wenn sich der eigene Blick nur auf -sehr explizite, teils von der Presse hochgeschriebene- Phänomene beschränkt.

    10 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Machtdemonstration"
  6. Überflüssig ist dieses Buch mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil, für Moslems ist diese Diskussion sehr wichtig und man sollte sie dabei unterstützen.
    Als Beispiel kann man eben diese Gebetsräume in Schulen und halal gefertigtes Kantinenessen anführen.
    Denn diese von den "Fünf Säulen des Islams" abgeleiteten Forderungen sind absurd, da laut Koran "Kranke, Reisende und Kinder" von diesen Regeln ausgenommen sind.
    Dh. selbstverständlich können islamische Kinder in Deutschland Schweinefleisch essen und ganz sicher brauchen (und wollen :-) sie auch keine Gebetsräume in Schulen.

    Antwort auf "Debatte"
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    daß Sie meinen Kommentar nicht verstanden haben. zu Ihren beispielen: ich bin gegen die gebetsräume in den Schulen, Religion ist etwas persönliches und hat an einem solch öffentlichem Ort nichts zu suchen. Und bitte kein Gejammer über "Ungerechtigkeit" wegen ein paar historisch begründeten Ausnahmen wie Kruzifixen etc.
    Zum Schulessen, ich meine man könnte hier schon einen vernünftigen Kompromiss finden, etwa man biete auch etwas Vegetarisches an oder kennzeichnet den Inhalt, es gibt schließlich noch andere Religionen (Rindfleisch-Hindus).
    Die Grenze ist bei mir gegeben wenn behauptet wird es sei unzumutbar in derselben Küche zu essen,in der auch Schweinefleisch verwendet wird usw. Hier sind die Machtspielchen gewisser Verbände unübersehbar und sollten abgeschnitten werden.

    daß Sie meinen Kommentar nicht verstanden haben. zu Ihren beispielen: ich bin gegen die gebetsräume in den Schulen, Religion ist etwas persönliches und hat an einem solch öffentlichem Ort nichts zu suchen. Und bitte kein Gejammer über "Ungerechtigkeit" wegen ein paar historisch begründeten Ausnahmen wie Kruzifixen etc.
    Zum Schulessen, ich meine man könnte hier schon einen vernünftigen Kompromiss finden, etwa man biete auch etwas Vegetarisches an oder kennzeichnet den Inhalt, es gibt schließlich noch andere Religionen (Rindfleisch-Hindus).
    Die Grenze ist bei mir gegeben wenn behauptet wird es sei unzumutbar in derselben Küche zu essen,in der auch Schweinefleisch verwendet wird usw. Hier sind die Machtspielchen gewisser Verbände unübersehbar und sollten abgeschnitten werden.

  7. Wo denn bittschön? Ich habe den Koran gelesen und seine Botschaft lautet: Der Sieg über die Ungläubigen rechtfertigt ALLES. Der Zweck heiligt im Islam die Mittel.

    32 Leser-Empfehlungen
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    Wenn Sie mit diesem Beitag etwas klargemacht haben, dann das Sie sich weder inhaltlich vorurteilslos mit dem Koran auseinandergesetzt haben, noch den Willen dazu haben diese Diskussion konstruktiv weiterzubringen. Sie versuchen hier Zwietracht zu säen und den Umgang in diesem Forum zu vergiften.

    • hthswa
    • 21.01.2011 um 16:11 Uhr

    Man sollte alle drei Abrahamitischen Religionen in den Orkus der Sagen verbannen. Dort können sie dann mit der Nordlandsage, der Islandsage, der Germanensaga und diversen anderen Gottheiten miteinander kämpfen oder zechen. Ganz wie beliebt. Von mir aus in Walhalla beim Met. Ob der erste nun Odin oder Alla oder Gittvater heißt, ist vollkommen unerheblich.
    Aber auf Erden haben sie nichts mehr zu suchen.

    Gruß
    hthswa
    [...]Anm: Bitte achten Sie auf einen respektvollen Tonfall. Danke. Die Redaktion/km

    Der Satz vom Zweck der die Mittel heiligt, ist keine Erfindung des Koran! Alle missionarischen Splittergruppen sowohl des Islam als auch des Christentums berufen sich darauf.
    Deshalb gibt es immer zwei Möglichkeiten: Das friedliche Leben der gemäßigten Mehrheit und ihrer gegenseitigen Gastfreundschaft und Achtung oder deren Leiden unter dem bisweilen blutigen Kampf der Radikalen Sektierer in diesen missionarischen Religionsgruppen.

    Wenn Sie mit diesem Beitag etwas klargemacht haben, dann das Sie sich weder inhaltlich vorurteilslos mit dem Koran auseinandergesetzt haben, noch den Willen dazu haben diese Diskussion konstruktiv weiterzubringen. Sie versuchen hier Zwietracht zu säen und den Umgang in diesem Forum zu vergiften.

    • hthswa
    • 21.01.2011 um 16:11 Uhr

    Man sollte alle drei Abrahamitischen Religionen in den Orkus der Sagen verbannen. Dort können sie dann mit der Nordlandsage, der Islandsage, der Germanensaga und diversen anderen Gottheiten miteinander kämpfen oder zechen. Ganz wie beliebt. Von mir aus in Walhalla beim Met. Ob der erste nun Odin oder Alla oder Gittvater heißt, ist vollkommen unerheblich.
    Aber auf Erden haben sie nichts mehr zu suchen.

    Gruß
    hthswa
    [...]Anm: Bitte achten Sie auf einen respektvollen Tonfall. Danke. Die Redaktion/km

    Der Satz vom Zweck der die Mittel heiligt, ist keine Erfindung des Koran! Alle missionarischen Splittergruppen sowohl des Islam als auch des Christentums berufen sich darauf.
    Deshalb gibt es immer zwei Möglichkeiten: Das friedliche Leben der gemäßigten Mehrheit und ihrer gegenseitigen Gastfreundschaft und Achtung oder deren Leiden unter dem bisweilen blutigen Kampf der Radikalen Sektierer in diesen missionarischen Religionsgruppen.

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