Nelson Mandelas Krankenhausaufenthalt ist beendet. Der 92-jährige Friedennobelpreisträger leide an einer akuten Atemwegsinfektion, werde aber fortan zuhause weiter gepflegt, sagte der Chefmediziner der südafrikanischen Armee, Vejaynand Ramlaken, vor Journalisten in Johannesburg. Vize-Präsident Kgalema Motlanthe sagte, Mandela gehe es gut und er werde die bestmögliche Betreuung erhalten. 

Motlanthe erinnerte daran, dass Mandela während seiner langjährigen Haft auf Robben Island unter Tuberkulose gelitten und in der Vergangenheit mehrfach mit Atemwegsinfektionen zu kämpfen gehabt hatte. Es gebe keinen Grund, sich um Mandela ernste Sorgen zu machen oder gar in Panik zu verfallen, sagte er weiter.

Die Nelson Mandela Stiftung hatte am Mittwoch in einer knappen Erklärung mitgeteilt, Mandela sei zu Routineuntersuchungen in einem Krankenhaus und "guter Dinge". Aus Mandelas Umfeld war hingegen am Donnerstagabend verlautet, Mandela sei "sehr krank", schwebe aber nicht Lebensgefahr.

Mandela hatte nach 27 Jahren Haft im rassistischen Apartheid-System als Führer der schwarzen Befreiungsbewegung ANC wesentlich dazu beigetragen, dass in Südafrika ein friedlicher Übergang in ein modernes, demokratisches System gelang. Er war von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident Südafrikas. Zuletzt war Mandela bei der Abschlussfeier der Fußball-WM 2010 öffentlich aufgetreten.