KriminalitätGrößte Mafia-Razzia der US-Geschichte

Das FBI hat bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion mehr als 120 mutmaßliche Mafiosi festgenommen. Aussteigerberichte hatten die Verhaftungen möglich gemacht.

Der amerikanische Justizminister Eric Holder auf der Pressekonferenz zu den Mafia-Festnahmen

Der amerikanische Justizminister Eric Holder auf der Pressekonferenz zu den Mafia-Festnahmen

Bei der größten Razzia gegen die Mafia in der US-Justizgeschichte haben Ermittler mehr als 120 Verdächtige festgenommen. FBI und Polizei durchsuchten in New York und Umgebung Wohnungen und Geschäftsräume. An der Razzia seien mehr als 800 Polizisten beteiligt gewesen, sagte US-Justizminister Eric Holder. Er sprach von der bislang größten Einzelaktion gegen die Mafia: "Dies ist einer der größten Schläge gegen die Mafia in der Geschichte des FBI, und zwar sowohl, was die Zahl der festgenommen Personen angeht als auch die Breite der vorgeworfenen Verbrechen."

Den Mafiosi werden so ziemlich alle schweren Verbrechen vorgeworfen, die das Strafgesetzbuch auflistet: Erpressung, Kokainhandel, illegaler Waffenbesitz, Körperverletzung, Hehlerei, Brandstiftung, Schutzgelderpressung, Zinswucher, illegales Glücksspiel und natürlich Mord. Der Schlag richtete sich offenbar vor allem gegen die Gambino-Familie, aber auch gegen die Genoveses, Bonnanos, Luccheses und Colombos alles mächtige Mafiagrößen in New York, New Jersey und Rhode Island.

Die Ermittlungen stützten sich nach Angaben des FBI auch auf Aussagen von Mafia-Aussteigern. Dies zeige, dass es sich bei dem vielbeschworenen Schweigegelöbnis der Mafia, der sogenannten Omerta, eher um eine Legende handle, sagte die stellvertretende Leiterin der New Yorker Polizei, Janice Fedarcyk.

Exemplarisch veröffentlichte die Staatsanwaltschaft den Fall von Joseph Watts, der ebenfalls verhaftet worden war. Weil er keine italienischen Wurzeln habe, stieg Watts nie bis ganz nach oben in der Cosa Nostra auf, er habe es aber bis zum Capo gebracht. Als solcher Unterführer habe ihn der damalige Chef der Gambino-Familie 1989 mit dem Mord an dem verhafteten Mafia-Mann Frederick Weiss beauftragt, weil der offenbar mit der Justiz zusammenarbeitete.

Watts heuerte ein Mordteam an und kümmerte sich sogar um den Aushub eines Grabes, in dem das Opfer verscharrt werden sollte. Er wartete mit einer Waffe in einer Garage, doch Weiss kam nicht. Dafür wurde der mutmaßliche Überläufer am nächsten Tag von einem anderen Hit Team erschossen. Watts hat der Staatsanwaltschaft zufolge jetzt gestanden, an dem versuchten Mord beteiligt gewesen zu sein.

Die Festgenommenen wurden zunächst auf ein Gefängnisschiff im Fort Hamilton vor der Küste New Yorks gebracht. Zu ihnen gehört auch der derzeitige Boss der Colombo-Familie, der im Bundesstaat Rhode Island lebt. Die übrigen der mutmaßlichen Gangster seien der Polizei in New York selbst und in angrenzenden Gebieten von Long Island sowie im Nachbarstaat New Jersey ins Netz gegangen.

 
Leserkommentare
  1. Die kleinen henkt man, die großen lässt man laufen. Das ist doch immer das gleiche Spiel. Guckt Euch nur Italien an, und den Mafiosi Berlusconi, und der Mann bleibt und bleibt und bleibt im Amt. Man könnte genauso gut um Washington eine Gefängnismauer ziehen....

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    • ddkddk
    • 20.01.2011 um 21:34 Uhr

    Glückwunsch an das FBI.

    Wenn bewiesen werden kann, dass die Omerta folgenlos gebrochen werden kann, hat der Schlag ein ungeheure Folgewirkung.

    Hoffen wir, dass der Zeugenschutz funktioniert.

    dass Sie in ihrem kommentar die aktion explizit als ablenkmanöver von den richtig großen gaunern, die eh alles in der hand haben, darstellen. nun ja, implizit tun Sie das ja.
    freuen sie sich doch mal darüber, dass sehr wahrscheinlich ein paar gangster mit übelsten verbrechen aus dem verkehr gezogen worden sind. ober geht ihnen usa-bashing über alles?

    • ddkddk
    • 20.01.2011 um 21:34 Uhr

    Glückwunsch an das FBI.

    Wenn bewiesen werden kann, dass die Omerta folgenlos gebrochen werden kann, hat der Schlag ein ungeheure Folgewirkung.

    Hoffen wir, dass der Zeugenschutz funktioniert.

    dass Sie in ihrem kommentar die aktion explizit als ablenkmanöver von den richtig großen gaunern, die eh alles in der hand haben, darstellen. nun ja, implizit tun Sie das ja.
    freuen sie sich doch mal darüber, dass sehr wahrscheinlich ein paar gangster mit übelsten verbrechen aus dem verkehr gezogen worden sind. ober geht ihnen usa-bashing über alles?

    • ddkddk
    • 20.01.2011 um 21:34 Uhr

    Glückwunsch an das FBI.

    Wenn bewiesen werden kann, dass die Omerta folgenlos gebrochen werden kann, hat der Schlag ein ungeheure Folgewirkung.

    Hoffen wir, dass der Zeugenschutz funktioniert.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "USA gegen Kriminelle"
  2. dass Sie in ihrem kommentar die aktion explizit als ablenkmanöver von den richtig großen gaunern, die eh alles in der hand haben, darstellen. nun ja, implizit tun Sie das ja.
    freuen sie sich doch mal darüber, dass sehr wahrscheinlich ein paar gangster mit übelsten verbrechen aus dem verkehr gezogen worden sind. ober geht ihnen usa-bashing über alles?

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    Antwort auf "USA gegen Kriminelle"
  3. Das Problem ist, das die FBI`ler ab und zu auch mal ein paar Ganoven fangen müssen. Das gehört zum Geschäft. Aber sie fangen nicht alle, denn das erlauben die Ganoven nicht und außerdem will das FBI ja nicht arbeitslos werden.
    Wie kommen wir nun raus aus dem Dilemma?
    Wir brauchen wieder Politik die auf Menschlichkeit, Ethik und Moral baut und keine Pseudoorganisationen.
    Da Politik noch nie menschlich war, kann nur eine Politik aus dem Volk erwachsen, die ohne politische Machthaber funktioniert.
    Das ist das Wunschdenken vieler und das seit Jahrtausenden, doch immer wieder wurden die Ansätze missbraucht und zerstört.

    Ich wünsche mir für das Jahr 2011 viel Aufklärung und noch mehr Menschen mit Tortenblick.

    Herzliche Grüße
    Alexander P.

    • Anay
    • 21.01.2011 um 5:33 Uhr

    Und was ist mit den anderen Verbrechern, den viel schwereren Jungs? Goldman Sachs zum Beispiel? Ach ja, ich vergaß… deren Verbrechen sind ja legal.

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    Soll heißen, jeder kann machen, was ihm beliebt, hauptsache man kann belegen, daß es noch schlimmere gibt?

    Nichts weiter als eine "mushroom sickness", die sowieso keiner ausrotten kann.
    GS & Konsorten sind die ganz oben, die lassen Gesetze machen, aber müssen sich nicht daran halten, wie die Vergangeneit zeigt.

    Soll heißen, jeder kann machen, was ihm beliebt, hauptsache man kann belegen, daß es noch schlimmere gibt?

    Nichts weiter als eine "mushroom sickness", die sowieso keiner ausrotten kann.
    GS & Konsorten sind die ganz oben, die lassen Gesetze machen, aber müssen sich nicht daran halten, wie die Vergangeneit zeigt.

  4. Soll heißen, jeder kann machen, was ihm beliebt, hauptsache man kann belegen, daß es noch schlimmere gibt?

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    Antwort auf "Uuuuuh, Mafia!"
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    • Anay
    • 21.01.2011 um 16:35 Uhr

    Quatsch.

    • Anay
    • 21.01.2011 um 16:35 Uhr

    Quatsch.

  5. Komisch, dass es tatsächlich Leute gibt, die meinen, sie müssten zu so einer Nachricht einen Kommentar abgeben.

  6. Einen sehr schönen Überblick sowohl über globale Mafiaaktivitäten als auch über die Situation in Deutschland lieferte der SPIEGEL mit diesem Bericht:

    http://www.spiegel.de/pan...

    Aktuell:

    http://www.taz.de/1/debat...

    http://www.stromtarife.co...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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  • Schlagworte Kriminalität | Eric Holder | AFP | Mafia | New York | Rhode Island
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