Guttenbergs Dissertation Was ein Doktor heute noch wert ist

Karl-Theodor zu Guttenberg soll für seine Dissertation abgeschrieben haben. Ein Einzelfall? Oder Folge des Leistungsdrucks an unseren Hochschulen?

Viele Wege führen zu einer Doktorarbeit. Und genau damit beginnt schon das Problem. Je nachdem, in welchem Fach ein Akademiker in Deutschland promoviert, unterscheiden sich die Anforderungen an die Dissertation, die Art darin neue Erkenntnisse zu beschreiben und die Zeit, die für die Forschungsarbeit vorgesehen ist. 

Geisteswissenschaftler studieren häufig im stillen Kämmerlein über Monate oder Jahre haufenweise Literatur, um dann in einer theoretischen Arbeit eben diese zu zitieren und schließlich einen entscheidenden neuen Gedanken zu formulieren. Naturwissenschaftliche Dissertationen sind dagegen oft recht praxisnah. Unter angehenden Ärzten ist es üblich, etwa ein neues medizinisches Gerät in der Klinik zu testen, die Versuchsergebnisse zu protokollieren und daraus die Doktorarbeit zu stricken. Zwischen beiden Extremen sind sämtliche Varianten denkbar, wie ein Akademiker in Deutschland zu seinem Titel kommt.

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Doch die Motive für den Doktor können höchst unterschiedlich sein. Da sind zum einen die Menschen, die sich aus tiefster Seele für ein Thema interessieren. Sei es nun eine Zoologin, deren Leidenschaft der Wanderung von Schmetterlingen gilt, oder ein Romanist, dessen Herz für die französische Literatur des 18. Jahrhunderts schlägt. Solche Menschen suchen die intellektuelle Herausforderung, sich intensiv mit ihrem Thema zu beschäftigen. Unter den Doktoren, die heute die Universitäten als Mittzwanziger mit einem Summa cum laude verlassen, dürften sie in der Minderheit sein.

Viel häufiger werden Doktorarbeiten mittlerweile wohl aus Opportunismus geschrieben. Weil man als Arzt oder Architekt den Titel für die Karriere braucht, weil unter Chemikern oder Pharmazeuten die Dissertation in Fachkreisen inoffiziell schon zur Ausbildung gerechnet wird oder, weil in vielen Unternehmen nur Juristen oder Betriebswirte mit Titel in Führungspositionen befördert werden. Auch in weniger klassischen "Karriereberufen" hilft der Titel: Unter den Archäologen oder Philologen, die sich um eine Forschungsstelle bemühen, haben diejenigen mit Doktor sicherlich bessere Chancen.

Aus welchem Motiv heraus Karl-Theodor zu Guttenberg seine Jura-Arbeit geschrieben hat, wissen wir nicht. Warum er manche der darin enthaltenen Zitate vielleicht nicht korrekt gekennzeichnet hat, auch nicht. Für die Klärung der Schuldfrage, mit der sich gerade der Ombudsmann für Selbstkontrolle an der Universität Bayreuth befasst, ist es auch egal, ob jemand bei seiner Arbeit ein hehres Forschungsziel verfolgt oder einfach einen besseren Job anstrebt: Schummeln ist in keinem Fall erlaubt.

Dennoch könnte der Fall Guttenberg exemplarisch dafür stehen, in welche Richtung sich unsere Leistungsgesellschaft auch in Lehre und Forschung entwickelt. Eine Gesellschaft, die die Hochschulen leistungsfähiger, ihre Absolventen jünger und die Lehre praxisorientierter gestalten will, fördert die Doktorarbeit aus Berechnung. Fehlschläge, länger an der Arbeit sitzen, das Thema wechseln, eine mittelmäßige Note – all das wollen sich junge "Erfolgsmenschen" heute nicht mehr erlauben. Gute Forschung jedoch braucht vor allem Zeit, Raum und auch die Möglichkeit des Scheiterns.

 
Leser-Kommentare
    • _bla_
    • 16.02.2011 um 13:14 Uhr

    ... und auch deren Doktorarbeiten sind nicht mit denen von Naturwissenschaftlern und Ingenieueren zu vergleichen.

    24 Leser-Empfehlungen
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    Wer als Mediziner oder teilweise auch als Jurist sich für die akademische Karriere entscheidet, muss inzwischen meist entweder eine herausragende Promotion zum Dr.med oder zum Dr.jur schreiben - oder aber den sehr viel steinigeren und schwierigeren Weg zu einem "Großen Dr." - zum Dr. rer. nat bzw. zum Dr. phil. wählen.

    Leider zeichnet sich ab, dass im Rahmen des Bologna-Prozesses eine Dissertation immer mehr zu einer Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben wird. Durch die massive Verschulung der Studiengänge sind wesentliche Aspekte - wie z.B. das eigenständige, kritische wissenschaftliche Arbeiten - der akademischen Ausbildung verloren gegangen. Eine Master-Arbeit entspricht nicht mehr den Anforderungen einer Diplom-Arbeit, eine Bachelor-Arbeit erst recht nicht mehr.

    Die Tendenz, die Dissertation als Qualifikation für eine Tätigkeit auch in der Freien Wirtschaft zu fordern, ist ein mehr als deutliches Indiz für das völlige Scheitern der Bologna-Reform, deren Hauptforderung es war, Leistung besser zu beurteilen und Studienzeiten deutlich zu verkürzen: man hat genau das Gegenteil von dem erreicht, was man wollte und was von den Wirtschaftsverbänden gefordert wurde. Bei letzteren hat schon jetzt das ganz große Heulen und Zähneklappern begonnen.

    die mediziner-dr-arbeiten, die ich bisher gesehen habe, entsprachen in anspruch und umfang den diplomarbeiten in unserem fachbereich.

    Bitte bei medizinischen Doktorarbeiten nicht verallgemeinern. Vielleicht kann ich etwas Klarheit verschaffen.

    1. Es gibt statistische und experimentelle Doktorarbeiten. Letzteres verstehen Sie wahrscheinlich als "richtige" Doktorarbeiten.

    2. Wir werden nicht bezahlt, im Gegensatz zu ALLEN anderen.

    3. Wir müssen das parallel zum Studium machen, d.h., enorme Doppelbelastung.

    4. Überlegen Sie sich den anderen Fall, dass Mediziner 3 Jahre nach deren Stdium noch eine Doktorarbeit schreiben müssen, es würden drei Jahrgänge auf einmal fehlen!!!

    Bitte nicht allzuschnell urteilen, Danke.

    lg

    ist, zu einer Promotion zu kommen, sondern darum, welche Qualität die Dissertation am Ende hat. Und in der Regel klafft zwischen einer Druchschnitts-Dr-med.- und einer Durchschnitts-Dr.rer.nat.-Arbeit eben eine gewaltige qualitative Lücke.

    Wer als Mediziner oder teilweise auch als Jurist sich für die akademische Karriere entscheidet, muss inzwischen meist entweder eine herausragende Promotion zum Dr.med oder zum Dr.jur schreiben - oder aber den sehr viel steinigeren und schwierigeren Weg zu einem "Großen Dr." - zum Dr. rer. nat bzw. zum Dr. phil. wählen.

    Leider zeichnet sich ab, dass im Rahmen des Bologna-Prozesses eine Dissertation immer mehr zu einer Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben wird. Durch die massive Verschulung der Studiengänge sind wesentliche Aspekte - wie z.B. das eigenständige, kritische wissenschaftliche Arbeiten - der akademischen Ausbildung verloren gegangen. Eine Master-Arbeit entspricht nicht mehr den Anforderungen einer Diplom-Arbeit, eine Bachelor-Arbeit erst recht nicht mehr.

    Die Tendenz, die Dissertation als Qualifikation für eine Tätigkeit auch in der Freien Wirtschaft zu fordern, ist ein mehr als deutliches Indiz für das völlige Scheitern der Bologna-Reform, deren Hauptforderung es war, Leistung besser zu beurteilen und Studienzeiten deutlich zu verkürzen: man hat genau das Gegenteil von dem erreicht, was man wollte und was von den Wirtschaftsverbänden gefordert wurde. Bei letzteren hat schon jetzt das ganz große Heulen und Zähneklappern begonnen.

    die mediziner-dr-arbeiten, die ich bisher gesehen habe, entsprachen in anspruch und umfang den diplomarbeiten in unserem fachbereich.

    Bitte bei medizinischen Doktorarbeiten nicht verallgemeinern. Vielleicht kann ich etwas Klarheit verschaffen.

    1. Es gibt statistische und experimentelle Doktorarbeiten. Letzteres verstehen Sie wahrscheinlich als "richtige" Doktorarbeiten.

    2. Wir werden nicht bezahlt, im Gegensatz zu ALLEN anderen.

    3. Wir müssen das parallel zum Studium machen, d.h., enorme Doppelbelastung.

    4. Überlegen Sie sich den anderen Fall, dass Mediziner 3 Jahre nach deren Stdium noch eine Doktorarbeit schreiben müssen, es würden drei Jahrgänge auf einmal fehlen!!!

    Bitte nicht allzuschnell urteilen, Danke.

    lg

    ist, zu einer Promotion zu kommen, sondern darum, welche Qualität die Dissertation am Ende hat. Und in der Regel klafft zwischen einer Druchschnitts-Dr-med.- und einer Durchschnitts-Dr.rer.nat.-Arbeit eben eine gewaltige qualitative Lücke.

    • tabe
    • 16.02.2011 um 13:15 Uhr

    Hier geht es nicht um "Schummeln" sondern den akademischen Tod und den Verlust der bürgerlichen Ehre. Wenn sich es bewahrheitet - die Beweise sind erdrückend - dann muss er zurücktreten von seinem Amt und kann auch seinen Doktortitel (das Verfahren wird wohl noch ein paar Monate dauern) verlieren müssen. Aber wer weiss, kein falsches Mitleid, die Sitten sind verroht, man schaue sich den Murphy an, spioniert als Botschafter gegen unser Land und tritt trotzdem nicht zurück. So frech scheint auch Guttenberg zu sein. Dabei ist die Möglichkeit des Scheiterns ist für ihn gegeben, er fällt weicher als mancher anderer, wenn er Ministeramt und Titel los wird.

    17 Leser-Empfehlungen
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    Wegen so etwas, was mit seinre Politik nichts zu tun hat, soll er zurück treten.

    Das manchen Leuten das Zurücktretengeheule nicht langsam peinlich wird...

    Haben Sie evtl eine Quelle gefunden wo man nachlesen kann welche Stellen dem Plagiatsvorwurf unterliegen und evtl. auch die original Stellen gegenüber gestellt?

    das würde mich wirklich interessieren mir das mal selber anzuschauen. Denn es besteht ja auch die Gefahr, dass dies viel. nur eine Kampagne eines eher links gerichteten Redakteurs einer juristischen Fachzeitschrift gegen einen konservativen Politker ist.

    Aber da ich die Stellen der Arbeit nicht selber gesehen habe, ist dies natürlich nur reine Spekulation! Also wenn jemand einen Link hat, bitte posten.

    Was wäre denn damit? -Endlich einen Grund gefunden ihn fertig zu machen- Wäre doch mal interessant zu erfahren wer diesen "Stein ins Rollen gebracht hat".

    Hat hier jemand eine Idee?

    Wegen so etwas, was mit seinre Politik nichts zu tun hat, soll er zurück treten.

    Das manchen Leuten das Zurücktretengeheule nicht langsam peinlich wird...

    Haben Sie evtl eine Quelle gefunden wo man nachlesen kann welche Stellen dem Plagiatsvorwurf unterliegen und evtl. auch die original Stellen gegenüber gestellt?

    das würde mich wirklich interessieren mir das mal selber anzuschauen. Denn es besteht ja auch die Gefahr, dass dies viel. nur eine Kampagne eines eher links gerichteten Redakteurs einer juristischen Fachzeitschrift gegen einen konservativen Politker ist.

    Aber da ich die Stellen der Arbeit nicht selber gesehen habe, ist dies natürlich nur reine Spekulation! Also wenn jemand einen Link hat, bitte posten.

    Was wäre denn damit? -Endlich einen Grund gefunden ihn fertig zu machen- Wäre doch mal interessant zu erfahren wer diesen "Stein ins Rollen gebracht hat".

    Hat hier jemand eine Idee?

  1. die Verlegenheitspromotion. Viele Absolventen fühlen sich nach dem Studium noch nicht reif dafür die Uni zu verlassen. Ist die Möglichkeit da, wird gerne noch eine Promotion nachgeschoben. Das gilt meist für Natur- und Geisteswissenschaftler und nicht so sehr für BWLer, Juristen und Ingenieure.

    Für die Karriere in der privaten Wirtschaft ist ein MBA oder ein MSc meist sinnvoller als ein Doktortitel.

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    Verlegenheitspromotionen gegen null. Entweder die Promotion ist de fakto Voraussetzung für den Eintritt ins Berufsleben und wird auch von der Wirtschaft zwingend erwartet (Lebenswissenschaften, Chemie), oder aber es stehen Plätze ohnehin nur für die besten Absolventen zu Verfügung (Physik). In keinem Fall aber handelt es sich "Verlegenheitspromotionen".

    • RobJir
    • 16.02.2011 um 14:32 Uhr

    Die Studiengänge, die Ihrer Meinung nach nicht so "verlegen" seien, sind eher auf die Ausbildung zur Karriere in der Wirtschaft ausgelegt.
    Ein Ingenieur sollte in einem Unternehmen arbeiten/entwickeln, ein Jurist in einer Kanzlei, ein BWLer in einer Beratungsfirma.
    Ich kann jetzt zwar nur von Naturwissenschaftlern berichten, aber hier bietet sich auch viel eher die Möglichkeit zu promovieren. Die Motivation und der Kern des Studienfachs ist in der Regel Grundlagenforschung. Und die eigene Arbeit lässt sich dann sehr gut mit einer Promotion verbinden.
    Als Beispiel dient Infineon. Wenn man als z.B. Physiker in diesem Unternehmen als Berufsaufgabe an neuartigen Halbleitern oder Grenzflächensystemen forscht, muss man eh eine wissenschaftl. Arbeit darüber verfassen. Warum sollte man das nicht auch gleich mit einer Promotion verbinden.
    Gleiches gilt übrigens auch für die Arbeit eines Naturwissenschaftlers an einer Universität oder an einem wissenschaftl. Institut, wo in der Regel eh 60-80% aller Physikabsolventen ihren spätere Job haben.

    Verlegenheitspromotionen gegen null. Entweder die Promotion ist de fakto Voraussetzung für den Eintritt ins Berufsleben und wird auch von der Wirtschaft zwingend erwartet (Lebenswissenschaften, Chemie), oder aber es stehen Plätze ohnehin nur für die besten Absolventen zu Verfügung (Physik). In keinem Fall aber handelt es sich "Verlegenheitspromotionen".

    • RobJir
    • 16.02.2011 um 14:32 Uhr

    Die Studiengänge, die Ihrer Meinung nach nicht so "verlegen" seien, sind eher auf die Ausbildung zur Karriere in der Wirtschaft ausgelegt.
    Ein Ingenieur sollte in einem Unternehmen arbeiten/entwickeln, ein Jurist in einer Kanzlei, ein BWLer in einer Beratungsfirma.
    Ich kann jetzt zwar nur von Naturwissenschaftlern berichten, aber hier bietet sich auch viel eher die Möglichkeit zu promovieren. Die Motivation und der Kern des Studienfachs ist in der Regel Grundlagenforschung. Und die eigene Arbeit lässt sich dann sehr gut mit einer Promotion verbinden.
    Als Beispiel dient Infineon. Wenn man als z.B. Physiker in diesem Unternehmen als Berufsaufgabe an neuartigen Halbleitern oder Grenzflächensystemen forscht, muss man eh eine wissenschaftl. Arbeit darüber verfassen. Warum sollte man das nicht auch gleich mit einer Promotion verbinden.
    Gleiches gilt übrigens auch für die Arbeit eines Naturwissenschaftlers an einer Universität oder an einem wissenschaftl. Institut, wo in der Regel eh 60-80% aller Physikabsolventen ihren spätere Job haben.

  2. Was will mir der Artikel sagen?
    Zuerst stellt der Autor die Frage was ein Doktor wert ist - dann aber fängt er an über die Motivation hinter dem Doktor zu philosophieren.

    Sicherlich alles richtig, aber irgendwie übersehe ich hier eine Kernaussage - oder gibt es sie gar nicht?

    Fakt ist dass das, was sich Bachelor nennt, zumindest in England lächerlich ist -> und auch in Deutschland kann man nicht 5 Jahre Diplom in 3 Jahre Bachelor quetschen.
    Theorie vielleicht ja, aber nicht zum Beispiel Physikexperimente die eventuell Zeit brauchen.

    Für etwas das Zeit will braucht es eine Doktorarbeit - nur so gibt es wirklich Zeit zu forschen - es sei denn man opfert seine Ferien. Des weiteren dürfte vor allem in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Medizin, Biologie etc. ein Doktor ein Türöffner in die Industrie sein - vor allem wenn man ein Industrieprojekt bearbeitet.

    Und ist es am Ende nicht egal warum jemand einen Doktor macht? Solange es kein Plagiat ist, auch keine "Auftragsarbeit" und die Ergebnisse von der Universität & den "Prüfern" akzeptiert werden ist doch alles in Ordnung.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • mooony
    • 16.02.2011 um 14:33 Uhr

    auf ihrer Profilseite zu schauen und den Link zu benutzen. Sie studieren offenbar in England.

    Die Tatsache, dass ein Doktortitel heute entweder über oder unterbewertet wird, hat nichts mir der Bologna Reform zu tun.
    Wo soll da die Kausalität sein?

    Und: Man KANN ein fünfjähriges Diplim in drei Jahren Bachelor studieren. Ich bin gerade dabei - und wir haben in Sachen Inhalt haargenau die gleiche Prüfungsordnung wie der vorherige Diplomstudiengang. Das hat nur zur Folge, dass ich seit zweieinhalb Jahren keinen freien Tag mehr hatte.

    Und: Ich habe auch schon in England studiert. Verglichen mit den Anforderungen an den Bachelor hier ist das, entschuldigung, tatsächlich ein Witz.

    war nie beabsichtigt. Das 5-Jahres-Diplom entspricht dem Master, der Bachelor einem FH-Abschluss.

    • mooony
    • 16.02.2011 um 14:33 Uhr

    auf ihrer Profilseite zu schauen und den Link zu benutzen. Sie studieren offenbar in England.

    Die Tatsache, dass ein Doktortitel heute entweder über oder unterbewertet wird, hat nichts mir der Bologna Reform zu tun.
    Wo soll da die Kausalität sein?

    Und: Man KANN ein fünfjähriges Diplim in drei Jahren Bachelor studieren. Ich bin gerade dabei - und wir haben in Sachen Inhalt haargenau die gleiche Prüfungsordnung wie der vorherige Diplomstudiengang. Das hat nur zur Folge, dass ich seit zweieinhalb Jahren keinen freien Tag mehr hatte.

    Und: Ich habe auch schon in England studiert. Verglichen mit den Anforderungen an den Bachelor hier ist das, entschuldigung, tatsächlich ein Witz.

    war nie beabsichtigt. Das 5-Jahres-Diplom entspricht dem Master, der Bachelor einem FH-Abschluss.

    • marley
    • 16.02.2011 um 13:21 Uhr

    Ich bin zwar weder vom Fach, noch beschäftige ich mich noch weiter mit dem Thema Gutenberg... aber hat wirklich jmd. hinter dem Dr.-Grad des Herrn Gutenberg eine gewaltige Forschungsarbeit vermutet? Die Liste der grad-noch-so-haltbar-Dissertation aus den Reihen der Politik, allen voran Union, ist endlos... Dr. als Vertrauen und Fertigkeiten suggerierender Wählermagnet, nichts anderes steckt doch dahinter.

    14 Leser-Empfehlungen
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    Vergleichen Sie z.B. mal eine Doktoarbeit eines Human-Mediziners mit der eines Veterinär-Mediziners. Erstere sind oftmals nur ein paar Seiten lang, letzteres wesentlich aufwendiger...

    • dp80
    • 16.02.2011 um 18:06 Uhr

    "aber hat wirklich jmd. hinter dem Dr.-Grad des Herrn Gutenberg eine gewaltige Forschungsarbeit vermutet?"

    Wenn es mit "summa cum laude" bewertet wird, würde ich das erwarten, ja. Es mögen an den Unis viele Doktortitel vergeben, die eher mit "zwei Augen Zudrücken" durchgegangen sind, weil man dem Menschen den Weg nicht verbauen wollte, aber dann doch bitte nicht mit einem Summa!

    Vergleichen Sie z.B. mal eine Doktoarbeit eines Human-Mediziners mit der eines Veterinär-Mediziners. Erstere sind oftmals nur ein paar Seiten lang, letzteres wesentlich aufwendiger...

    • dp80
    • 16.02.2011 um 18:06 Uhr

    "aber hat wirklich jmd. hinter dem Dr.-Grad des Herrn Gutenberg eine gewaltige Forschungsarbeit vermutet?"

    Wenn es mit "summa cum laude" bewertet wird, würde ich das erwarten, ja. Es mögen an den Unis viele Doktortitel vergeben, die eher mit "zwei Augen Zudrücken" durchgegangen sind, weil man dem Menschen den Weg nicht verbauen wollte, aber dann doch bitte nicht mit einem Summa!

  3. ...sind die promovierten Opportunisten. Sie haben Gesellschaft aus dem Gleichgewicht gebracht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "...sind die promovierten Opportunisten. Sie haben Gesellschaft aus dem Gleichgewicht gebracht."

    Diejenigen die auf den vollen Titel bestehen im Namen bestehen sind häufig schlimm.

    O-Ton: Ich heiße DOKTOR Müller. Sagte ein Bubi zu mir, dessen Freundin mit meiner Frau befreundet war. Man darf ja als Erwachsener keine Leute verkloppen...

    Die Promotion Aufgrund von Minderwertigkeitskomplexen und übersteigertem Geltungsbedürfnis aufgrund fehlender sozialer Antennen fehlt in dem Artikel.

    "...sind die promovierten Opportunisten. Sie haben Gesellschaft aus dem Gleichgewicht gebracht."

    Diejenigen die auf den vollen Titel bestehen im Namen bestehen sind häufig schlimm.

    O-Ton: Ich heiße DOKTOR Müller. Sagte ein Bubi zu mir, dessen Freundin mit meiner Frau befreundet war. Man darf ja als Erwachsener keine Leute verkloppen...

    Die Promotion Aufgrund von Minderwertigkeitskomplexen und übersteigertem Geltungsbedürfnis aufgrund fehlender sozialer Antennen fehlt in dem Artikel.

    • AMD
    • 16.02.2011 um 13:23 Uhr

    ...kennzeichnet doch schon das Problem:
    'Was ein Doktor heute noch wert ist' -
    Die Frage nach der 'Verwertbarkeit' eines akademischen Titels.
    Die eigene 'Vermarktung' tritt erbarmungslos in den Fordergrund.
    Die Literaturwissenschaftlerin, die für die französische Romantik des 18.Jhds. brennt... das ist leider ebensolches romantisches Verblenden der realen Zustände. Der Absatz über Architekten, Juristen und Betriebswirte, die ohne Titel ihre Aufstiegschancen mindern und somit aus beruflichem Druck promovieren, entsprechen doch viel eher der traurigen Realität, dass wir schon längst aufgegeben haben, Bildung als etwas um seiner selbst Willen Erstrebbares zu betrachten und
    es aus rein ökonomischer Sicht heraus definieren.
    Dass daraus lieblose Plagiate resultieren, dürfte niemanden überraschen.

    11 Leser-Empfehlungen
  4. Wegen so etwas, was mit seinre Politik nichts zu tun hat, soll er zurück treten.

    Das manchen Leuten das Zurücktretengeheule nicht langsam peinlich wird...

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    Ein Doktortitel suggeriert bei Nicht-Fachleuten erst einmal den Eindruck einer wissenschaftlich herausragenden Leistung, d.h. Respekt.

    Als Politiker kann dieser Respekt nützlich sein.
    Steckt dahinter jedoch einfacher schmuckloser Betrug, dann ist es schon ein Grund den Hut zu nehmen. Es bedeutet nämlich nichts Geringeres als den Verlust der Glaubwürdigkeit.

    Und was ist ein Politiker schon ohne Glaubwürdigkeit?

    Man sollte nicht bei jedem Fehler (meistens sind es keine Fehler, es passt den Leuten nur einfach nicht in ihren Kram) nach Rücktritt schreien.
    Aber falls es ein erwiesener Betrug war, sollte man das nicht einfach so stehen lassen.

    Ein Doktortitel suggeriert bei Nicht-Fachleuten erst einmal den Eindruck einer wissenschaftlich herausragenden Leistung, d.h. Respekt.

    Als Politiker kann dieser Respekt nützlich sein.
    Steckt dahinter jedoch einfacher schmuckloser Betrug, dann ist es schon ein Grund den Hut zu nehmen. Es bedeutet nämlich nichts Geringeres als den Verlust der Glaubwürdigkeit.

    Und was ist ein Politiker schon ohne Glaubwürdigkeit?

    Man sollte nicht bei jedem Fehler (meistens sind es keine Fehler, es passt den Leuten nur einfach nicht in ihren Kram) nach Rücktritt schreien.
    Aber falls es ein erwiesener Betrug war, sollte man das nicht einfach so stehen lassen.

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