Fukushima Tepcos Kultur der Desinformation

Versehentlich verstrahlte Arbeiter, falsche Werte: Der Stromkonzern Tepco informiert spät und ungenau – und zerstört das Vertrauen der Menschen in Japan.

Tepco-Vizepräsident Norio Tsuzumi (Mitte) bittet in einem Notquartier die Bewohner der Region am Kraftwerk Fukushima um Verzeihung

Tepco-Vizepräsident Norio Tsuzumi (Mitte) bittet in einem Notquartier die Bewohner der Region am Kraftwerk Fukushima um Verzeihung

Drei Arbeiter des Atomkraftwerks Fukushima sind so stark verstrahlt, dass sie akute Symptome der Strahlenkrankheit haben. Geschehen ist das nicht, weil sie sich wissentlich hoher Radioaktivität ausgesetzt haben. Verstrahlt wurden sie, weil ihr Arbeitgeber, die Tokyo Electric Power Company (Tepco), vergessen hatte, sie davor zu warnen, einen bestimmten Bereich zu betreten.

Tepco entschuldigte sich dafür mit den Worten, man bedauere diesen "Mangel an Kommunikation".

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Je länger die Katastrophe dauert, desto stärker zeigt sich, dass es sich bei diesem Mangel an Kommunikation um einen systemischen Mangel handelt. Es gibt bei Tepco keine Kultur einer offenen und umfassenden Kommunikation, auch die japanische Regierung scheint sich schwer damit zu tun, das Problem zu beheben.

Szenarien für Fukushima
Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?

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Die drei Arbeiter hatten ein Stromkabel zum Reaktor 3 verlegt und waren dazu im Keller eines Turbinengebäudes eine Dreiviertelstunde lang durch hochradioaktives Wasser gewatet. Dass das in dem Gebäude stehende Wasser wohl kontaminiert war, wusste Tepco schon seit Tagen. Die Arbeiter erfuhren es erst, als sie Strahlenverbrennungen an ihren Füßen bemerkten. Tepco versuchte anschließend, ihnen eine Mitschuld zu geben: Sie hätten Messgeräte dabei gehabt, deren Angaben aber ignoriert. Doch scheint vor allem der Konzern das Problem zu sein – beziehungsweise seine Krisenkommunikation.

Hirota Koyama, der stellvertretende Chef der Tepco-Niederlassung in Fukushima, wird in der Tageszeitung Yomiuri mit den Worten zitiert: "Wäre ein System zur Verbreitung von Informationen (über Strahlungsrisiken) in Kraft gewesen, hätte dieser Unfall im Reaktor 3 wahrscheinlich vermieden werden können."

Ein solches System, das Informationen über verstrahlte Bereiche an alle Arbeiter verteilt, existierte also in Fukushima offensichtlich nicht. Und das 13 Tage nach Beginn der Probleme in dem Atomkraftwerk.

Vier der sechs Reaktoren der Atomanlage Fukushima-1 (Daiichi) an der Ostküste Japans. Die Gebäude der Blöcke 1, 3 und 4 sind nach Wasserstoffexplosionen schwer, der des Reaktors 2 leicht beschädigt. Die Sicherheitsbehälter (Containments) von Block 2 und vermutlich auch 3 sind beschädigt. Sie bestehen aus Beton und Stahl und sollen die Druckbehälter mit den radioaktiven Kernbrennstäben von der Umwelt abschirmen. Experten gehen davon aus, dass in allen vier abgebildeten Blöcken eine partielle Kernschmelze bereist stattfinden könnte. In allen Reaktoren (1-6) lagern in Abklingbecken verbrauchte Brennstäbe, die gekühlt werden müssen, um die Freisetzung von Radioaktivität zu verhindern. In den Blöcken 3 und 4 gibt es wohl Lecks in den Pools, deren Wasserstände gering sind. Die Reaktoren 4 bis 6 waren vor dem Beben abgeschaltet und enthalten im Kern des Druckbehälters keine Brennelemente mehr. Nur die die Blöcke 5 und 6 gelten momentan als stabil

Vier der sechs Reaktoren der Atomanlage Fukushima-1 (Daiichi) an der Ostküste Japans. Die Gebäude der Blöcke 1, 3 und 4 sind nach Wasserstoffexplosionen schwer, der des Reaktors 2 leicht beschädigt. Die Sicherheitsbehälter (Containments) von Block 2 und vermutlich auch 3 sind beschädigt. Sie bestehen aus Beton und Stahl und sollen die Druckbehälter mit den radioaktiven Kernbrennstäben von der Umwelt abschirmen. Experten gehen davon aus, dass in allen vier abgebildeten Blöcken eine partielle Kernschmelze bereist stattfinden könnte. In allen Reaktoren (1-6) lagern in Abklingbecken verbrauchte Brennstäbe, die gekühlt werden müssen, um die Freisetzung von Radioaktivität zu verhindern. In den Blöcken 3 und 4 gibt es wohl Lecks in den Pools, deren Wasserstände gering sind. Die Reaktoren 4 bis 6 waren vor dem Beben abgeschaltet und enthalten im Kern des Druckbehälters keine Brennelemente mehr. Nur die die Blöcke 5 und 6 gelten momentan als stabil

Es war dort nicht der einzige "Mangel an Kommunikation". Am Tag zwei nach dem Tsunami gibt es in Fukushima die erste Explosion. Der Konzern braucht nach Angaben japanischer Medien mehr als eine Stunde, um Premierminister Naoto Kan über die Tatsache zu informieren, dass eines der Reaktorgebäude explodiert ist. Als Kan von der trägen Informationspolitik erfährt, soll er gefragt haben: "Was zur Hölle geht dort vor?"

In den folgenden Tagen beschweren sich diverse japanische Medien über die langsamen, ungenauen oder ganz ausbleibenden Informationen des Energiekonzerns. Dabei sind Japans Journalisten nicht für Konfrontation bekannt. Direkte Nachfragen gelten ebenso als unhöflich wie kurze, konkrete Antworten. Die Redaktionen sind geübt darin, in blumigen Statements zwischen den Zeilen zu lesen. Schnell Fakten anzufordern ist nicht ihr Stil.

Nun aber beklagen sich die Journalisten offen. Jede Behörde halte ihre eigene Pressekonferenz ab, die Angaben seien lückenhaft und oft nicht übereinstimmend, offensichtlich hätten die Behörden Mühe, notwendige Informationen auszutauschen und zu übermitteln, schreibt beispielsweise die Tageszeitung Mainichi Shimbun am 15. März. Nicht nur bei den Angaben zum Atomkraftwerk gebe es Chaos, sondern auch bei denen zu Stromausfällen und Stromsperren, die noch viel mehr Menschen beträfen.

Leser-Kommentare
  1. Ich muss die nächsten Tage aus beruflichen Gründen wieder nach Tokio fliegen. Wir brauchen Information, Information, Information.

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    Hier einer vom Spiegel, dass Reedereien Tokio nicht mehr anfahren wollen. Ein Schiff wurde schon in China unter Quaratäne gestellt, kam von Tokio.

    http://www.spiegel.de/pan...

    Zwei Japaner in China wegen Verstrahlung im Spital behandelt

    kamen aus Tokio.

    Hier der Link, kommt weiter unten:

    http://www.tagesanzeiger....

    Würde ihnen empfehlen nicht nach Tokion zu fliegen, außer sie sind schon 50 und wollen keine Kinder mehr, dann wird es wohl nicht so risikoreich sein.

    MFG

    ... also nichts zwischenmänschliches, privates oder familiäres, dann würde ich Ihnen sehr dringend empfehlen es zu lassen. Wenn die Angaben über die Plutoniumfunde ähnlich ungenau sind wie die Angaben über die sonstige Strahlung, dann würde ich es vermeiden mich dort nur im beruflichen Interesse aufzuhalten, das kann kein Job der Welt wert sein. Vor allem verhält sich das mit dem nicht gesundheitschädlichen Plutonium genauso, wie mit der vorübergehenden Kernschmelze, wie auch dem versuch ein bisschen schwanger zu sein.
    Das geht einfah alles nicht auf. Ebenso wie die erforderlichen Kühlleistungen exakt zu berechnen sind und vermutlich einfach nur fürs hübsche Bild mit wasserschläuchen handtiert wird. Ich habe eine Grafik mit genauen verlaufskurven der Nachzerfallswärme im ideal funktionierendem Kraftwerk, es erscheint mir absulut ausgeschlosssen das diese Kühlleistungen mit den bisherigen Versuchen auch nur im Ansatz erreicht werden konnten.
    Ferner wird für die geschätzte Kühlleistung der ausprobierten aktivitäten kein greifbarer Wert angegeben. Menschen mit physikalischem Sachverstand oder so genannte "Experten" scheinen an einem quantenpysikalischem Versuch teilzunehmen und probieren die katastrophe durch positives Denken ungeschehen zu machen. Ich befürchte nur das die Wirkung des Bewusstseins auf die Realität deutlich überschätzt wird. Daher wegbleiben, es gibt doch Skype.

    Hier einer vom Spiegel, dass Reedereien Tokio nicht mehr anfahren wollen. Ein Schiff wurde schon in China unter Quaratäne gestellt, kam von Tokio.

    http://www.spiegel.de/pan...

    Zwei Japaner in China wegen Verstrahlung im Spital behandelt

    kamen aus Tokio.

    Hier der Link, kommt weiter unten:

    http://www.tagesanzeiger....

    Würde ihnen empfehlen nicht nach Tokion zu fliegen, außer sie sind schon 50 und wollen keine Kinder mehr, dann wird es wohl nicht so risikoreich sein.

    MFG

    ... also nichts zwischenmänschliches, privates oder familiäres, dann würde ich Ihnen sehr dringend empfehlen es zu lassen. Wenn die Angaben über die Plutoniumfunde ähnlich ungenau sind wie die Angaben über die sonstige Strahlung, dann würde ich es vermeiden mich dort nur im beruflichen Interesse aufzuhalten, das kann kein Job der Welt wert sein. Vor allem verhält sich das mit dem nicht gesundheitschädlichen Plutonium genauso, wie mit der vorübergehenden Kernschmelze, wie auch dem versuch ein bisschen schwanger zu sein.
    Das geht einfah alles nicht auf. Ebenso wie die erforderlichen Kühlleistungen exakt zu berechnen sind und vermutlich einfach nur fürs hübsche Bild mit wasserschläuchen handtiert wird. Ich habe eine Grafik mit genauen verlaufskurven der Nachzerfallswärme im ideal funktionierendem Kraftwerk, es erscheint mir absulut ausgeschlosssen das diese Kühlleistungen mit den bisherigen Versuchen auch nur im Ansatz erreicht werden konnten.
    Ferner wird für die geschätzte Kühlleistung der ausprobierten aktivitäten kein greifbarer Wert angegeben. Menschen mit physikalischem Sachverstand oder so genannte "Experten" scheinen an einem quantenpysikalischem Versuch teilzunehmen und probieren die katastrophe durch positives Denken ungeschehen zu machen. Ich befürchte nur das die Wirkung des Bewusstseins auf die Realität deutlich überschätzt wird. Daher wegbleiben, es gibt doch Skype.

  2. Es mag auf den ersten Blick vorteilhaft gewirkt haben, dass die JapanerInnen relativ besonnen blieben. Doch jene Tugend verhinderte, dass die Betreiberfirma sowie die Regierung ausreichend bedrängt wurden, um (möglichst mit ausländischer Hilfe) ein Konzept zu erstellen bzw. ein System aufzubauen, welches zu einer möglichst sinnvollen Krisenbewältigung führt, also zu guter Informationspolitik und effizientem Handeln. Annehmen zu müssen, dass kulturell verankerte Kommunikationsgepflogenheiten die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen radioaktiv verstrahlt werden, erhöhen, bestürzt mich.

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    • neu2
    • 28.03.2011 um 20:25 Uhr

    heute nachmittag hat BBC versucht, den Chef der IAEO in die Zange zu nehmen. Es war nicht möglich, ihn zu einem einzigen klaren Satz zu bewegen. Er verwies auf seine Konferenz, die er im Juni abhalten will, darauf, dass Lehren gezogen werden müssen (welche, lies er offen) und darauf, dass sich der unglaubliche Fehler der Weitergabe zu hoher Messwerte nicht wiederholen dürfe. Ansonsten müsse man nun eben alle Kräfte bündeln und nach vorne schauen. Dabei nickte er einige dutzendmale.

    Die klare Frage, ob TEPCO und die japan. Regierung lügen, liess er unbeantwortet, bzw. hat sie wortreich und relativ sinnfrei umschwafelt.

    Dass FAO und IAEO in Japen Bodenproben untersuchen, scheint wohl eher auf Druck der FAO zustande gekommen zu sein. Die sind ja ohnehin als "Linksaussen" innerhalb UN-Familie dafür bekannt, dass sie auch bereit sind, vom mainstream abzuweichen, wenn es sein muss.

    von den Japanern lernen. Bloss nichts in Frage stellen.

    • neu2
    • 28.03.2011 um 20:25 Uhr

    heute nachmittag hat BBC versucht, den Chef der IAEO in die Zange zu nehmen. Es war nicht möglich, ihn zu einem einzigen klaren Satz zu bewegen. Er verwies auf seine Konferenz, die er im Juni abhalten will, darauf, dass Lehren gezogen werden müssen (welche, lies er offen) und darauf, dass sich der unglaubliche Fehler der Weitergabe zu hoher Messwerte nicht wiederholen dürfe. Ansonsten müsse man nun eben alle Kräfte bündeln und nach vorne schauen. Dabei nickte er einige dutzendmale.

    Die klare Frage, ob TEPCO und die japan. Regierung lügen, liess er unbeantwortet, bzw. hat sie wortreich und relativ sinnfrei umschwafelt.

    Dass FAO und IAEO in Japen Bodenproben untersuchen, scheint wohl eher auf Druck der FAO zustande gekommen zu sein. Die sind ja ohnehin als "Linksaussen" innerhalb UN-Familie dafür bekannt, dass sie auch bereit sind, vom mainstream abzuweichen, wenn es sein muss.

    von den Japanern lernen. Bloss nichts in Frage stellen.

    • Akanda
    • 28.03.2011 um 19:20 Uhr

    Die für Lebewesen schädliche Wirkung der radioaktiven Strahlung kommt vor allem dadurch zustande, dass sie im Körper so genannte „freie Radikale" erzeugt, die dann die DNS angreifen. was zu Karzinomen führen kann.

    Das wird in dem Buch „Freedom from Disease: How to Control Free Radicals, a Major Cause of Aging and Disease" von Prof. Hari Sharma anschaulich beschrieben.
    [...]
    Anm: Bitte achten Sie auf eine sachliche Diskussion. Danke. Die Redaktion/km

    Eine Leser-Empfehlung
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    • noitom
    • 28.03.2011 um 19:50 Uhr

    dann hoffen Sie lieber mal, dass ihre ayurvedischen Präparate auch frei von Radionukliden sind und nicht selbst zum Träger dieser werden. Ich fürchte die Effekte ionisierender Strahlung lassen sich weder durch traditionelle indische Medizin noch durch transzendentale Meditation aufhalten.

    Im Übrigen finde ich die Relevanz Ihres Kommentars zu dieser Thematik und zu diesem Artikel wenn überhaupt nur sehr marginal.

    • Homsa
    • 28.03.2011 um 20:54 Uhr

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Danke. Die Redaktion/ag

    • Akanda
    • 29.03.2011 um 1:38 Uhr

    das klingt aber gar nicht nach sachlicher Diskussionskultur und lässt auf eine der folgenden Möglichkeiten schliessen:

    · Da keine kirchliche Institution in der heutigen Situation wagt, aus dem Glashaus heraus mit Steinen zu werfen kann die Motivation Ihrer unsachlichen Äusserungen eigentlich nur aus einem Interesse wirtschaftlicher Natur heraus kommen.

    Die wissenschaftliche, in zahlreichen Fachzeitschriften veröffentlichte ( peer reviewed ) Grundlagenforschung zum Thema „Ayurveda", „Transzendentale Meditation", etc. scheint Ihnen auch nicht geläufig ( sein zu wollen ). Das deutet zusammen mit den in diesem Forum von Ihnen geleisteten Beiträgen eher darauf hin, dass Ihre Absichten eher unsachlich und daher unkonstruktiv sein wollen.

    Schade!

    • noitom
    • 28.03.2011 um 19:50 Uhr

    dann hoffen Sie lieber mal, dass ihre ayurvedischen Präparate auch frei von Radionukliden sind und nicht selbst zum Träger dieser werden. Ich fürchte die Effekte ionisierender Strahlung lassen sich weder durch traditionelle indische Medizin noch durch transzendentale Meditation aufhalten.

    Im Übrigen finde ich die Relevanz Ihres Kommentars zu dieser Thematik und zu diesem Artikel wenn überhaupt nur sehr marginal.

    • Homsa
    • 28.03.2011 um 20:54 Uhr

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Danke. Die Redaktion/ag

    • Akanda
    • 29.03.2011 um 1:38 Uhr

    das klingt aber gar nicht nach sachlicher Diskussionskultur und lässt auf eine der folgenden Möglichkeiten schliessen:

    · Da keine kirchliche Institution in der heutigen Situation wagt, aus dem Glashaus heraus mit Steinen zu werfen kann die Motivation Ihrer unsachlichen Äusserungen eigentlich nur aus einem Interesse wirtschaftlicher Natur heraus kommen.

    Die wissenschaftliche, in zahlreichen Fachzeitschriften veröffentlichte ( peer reviewed ) Grundlagenforschung zum Thema „Ayurveda", „Transzendentale Meditation", etc. scheint Ihnen auch nicht geläufig ( sein zu wollen ). Das deutet zusammen mit den in diesem Forum von Ihnen geleisteten Beiträgen eher darauf hin, dass Ihre Absichten eher unsachlich und daher unkonstruktiv sein wollen.

    Schade!

    • CM
    • 28.03.2011 um 19:23 Uhr

    Vertuscht wird immer, wenn es um Atomenergie geht. Wo ist moralisch der Unterschied zwischen Japan und Deutschland?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ja, bei uns wird auch vertuscht, was das Zeug hält. So ist beim Herunterfahren von ISAR 1 (einer der Schrottreaktoren, bei denen man nun überlegt, ob sie endgültig stillgelegt werden sollen), zu einem Störfall gekommen. Berichtet wurde darüber nur in kleineren Medien. Große Medien wie Zeit oder FAZ oder Spiegel kümmern sich um so "kleine" Vorkommnisse nicht, nach dem Motto. "Ist ja nichts schlimmes passiert".

    Fakt ist aber, wenn es mittlerweile schon beim herunterfahren zu einem Störfall kommt, wie marode ist dann das Werk insgesamt? Wenn Isar 1 nach dem Moratorium doch wieder ans Netz gehen darf, und es passiert etwas schlimmes, dann heißt es, es wäre ja alles vertuscht worden. Stimmt. Aber unsere Medien haben sich fleißig daran beteiligt!

    Ja, bei uns wird auch vertuscht, was das Zeug hält. So ist beim Herunterfahren von ISAR 1 (einer der Schrottreaktoren, bei denen man nun überlegt, ob sie endgültig stillgelegt werden sollen), zu einem Störfall gekommen. Berichtet wurde darüber nur in kleineren Medien. Große Medien wie Zeit oder FAZ oder Spiegel kümmern sich um so "kleine" Vorkommnisse nicht, nach dem Motto. "Ist ja nichts schlimmes passiert".

    Fakt ist aber, wenn es mittlerweile schon beim herunterfahren zu einem Störfall kommt, wie marode ist dann das Werk insgesamt? Wenn Isar 1 nach dem Moratorium doch wieder ans Netz gehen darf, und es passiert etwas schlimmes, dann heißt es, es wäre ja alles vertuscht worden. Stimmt. Aber unsere Medien haben sich fleißig daran beteiligt!

    • noitom
    • 28.03.2011 um 19:50 Uhr

    dann hoffen Sie lieber mal, dass ihre ayurvedischen Präparate auch frei von Radionukliden sind und nicht selbst zum Träger dieser werden. Ich fürchte die Effekte ionisierender Strahlung lassen sich weder durch traditionelle indische Medizin noch durch transzendentale Meditation aufhalten.

    Im Übrigen finde ich die Relevanz Ihres Kommentars zu dieser Thematik und zu diesem Artikel wenn überhaupt nur sehr marginal.

    Antwort auf "freie Radikale"
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    • Akanda
    • 29.03.2011 um 1:57 Uhr

    @ 5. au weia:
    Die Notlage Japans schreit nach konstruktiven Lösungsansätzen. Wir — die Menschheit —können zur Zeit alle Hilfe gebrauchen, der wir habhaft werden können.

    Mein Kommentar zum Thema „Strahlenbelastung" mit der Buchempfehlung ( Prof. Hari Sharma: „Freedom from Disease: How to Control Free Radicals, a Major Cause of Aging and Disease" ) wurde aus diesem Bedürfnis heraus geschrieben.

    Professor Sharma hat bahnbrechende Grundlagenforschung im Themenbereich „Freie Radikale" geleistet und verdient gehört zu werden, da die gesundheitsschädliche Wirkung radioaktiver Strahlung zu einem grossen Teil auf „Freie Radikale" zurückzuführen ist.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Peinlich hier ein Buch zu promoten, wenn es in dem Artikel um desaströse Informationspolitik geht. Ich zapp mal.

    • Akanda
    • 29.03.2011 um 1:57 Uhr

    @ 5. au weia:
    Die Notlage Japans schreit nach konstruktiven Lösungsansätzen. Wir — die Menschheit —können zur Zeit alle Hilfe gebrauchen, der wir habhaft werden können.

    Mein Kommentar zum Thema „Strahlenbelastung" mit der Buchempfehlung ( Prof. Hari Sharma: „Freedom from Disease: How to Control Free Radicals, a Major Cause of Aging and Disease" ) wurde aus diesem Bedürfnis heraus geschrieben.

    Professor Sharma hat bahnbrechende Grundlagenforschung im Themenbereich „Freie Radikale" geleistet und verdient gehört zu werden, da die gesundheitsschädliche Wirkung radioaktiver Strahlung zu einem grossen Teil auf „Freie Radikale" zurückzuführen ist.

    http://de.wikipedia.org/w...

    Peinlich hier ein Buch zu promoten, wenn es in dem Artikel um desaströse Informationspolitik geht. Ich zapp mal.

  3. .. Fukushima professioneller arbeiten, als es momentan den Anschein hat. Das sieht doch sehr nach Herumraten aus.

    Ich wünsche Ihnen, dass sie eine großflächige Verstrahlung des Landes verhindern können.

    Was passiert eigentlich, wenn der nächste Tsnuami in das marode Kraftwerk flutet?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Auf ihre Frage: Was passiert eigentlich, wenn der nächste Tsnuami in das marode Kraftwerk flutet?
    Dazub folgende Antwort: Ein Teil der radiaktiven Fracht wird ins Landesinnere geschwemmt und ein weiterer Teil wird dem Pazifik anvertraut.

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und respektvoll angesichts des Geschehnisse. Danke. Die Redaktion/km

    • c2j2
    • 29.03.2011 um 7:25 Uhr

    "Was passiert eigentlich, wenn der nächste Tsnuami in das marode Kraftwerk flutet?"

    Ideale Kühlung. Sozusagen das temporäre Ende der temporären Kernschmelze ;)

    Auf ihre Frage: Was passiert eigentlich, wenn der nächste Tsnuami in das marode Kraftwerk flutet?
    Dazub folgende Antwort: Ein Teil der radiaktiven Fracht wird ins Landesinnere geschwemmt und ein weiterer Teil wird dem Pazifik anvertraut.

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und respektvoll angesichts des Geschehnisse. Danke. Die Redaktion/km

    • c2j2
    • 29.03.2011 um 7:25 Uhr

    "Was passiert eigentlich, wenn der nächste Tsnuami in das marode Kraftwerk flutet?"

    Ideale Kühlung. Sozusagen das temporäre Ende der temporären Kernschmelze ;)

  4. und den AKW-Betreibern?? Ich weiß ganz genau das wenn dieser GAU sich in Deutschland ereignet hätte RWE&Co genau die gleiche Desinformationspolitik betrieben hätten. Das ist eine Atom-Mafia und Tepco ist wohl einer der übelsten Betreiber. Sie setzen Leiharbeiter ein um Fukushima stabilisieren, die Legende der "50" ist Propaganda...

    http://www.sueddeutsche.d...

    http://www.youtube.com/wa...

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    • Pterry
    • 28.03.2011 um 23:54 Uhr

    in Deutschland würde sich Guido Westerwelle hinstellen und verlangen, dass Hartz IV Empfänger den Mist zu beseitigen hätten...

    • Pterry
    • 28.03.2011 um 23:54 Uhr

    in Deutschland würde sich Guido Westerwelle hinstellen und verlangen, dass Hartz IV Empfänger den Mist zu beseitigen hätten...

  5. http://videos.arte.tv/de/...

    Arte hat mal die Arbeiter zu ihrer Meinung bezüglich der Sicherhheit in den Kraftwerken befragt. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Insbesondere durch die gesteigerten Rendite Erwartungen wurde bei der Sicherheit massiv eingespart und immer mehr Leiarbeiter beschäftigt.

    Inzwischen denke ich, dass es unverantwortlich ist privaten Firmen die Leitung von Kernkraftwerken zu überlassen, da für sie die Sicherheit weit hinter dem Profit kommt und Managern den Ingenieuren vorschreiben wie sie etwas zu machen haben. Z.B. die Wartungsarbeiten dauerten früher drei Monate, heute noch 10 Tage bis drei Wochen.

    MFG

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    ... wenn überhaupt Kernkraft genutzt wird, sollte der Umgang damit frei von jedem ökonomischen Druck sein.

    • nixnuz
    • 29.03.2011 um 0:27 Uhr

    und war überrauscht, dass es überhaupt Gegenstimmen zur Atomkraft in Frankreich gibt. Mich berührte besonders, dass und dass die Atomkraftgegner (sprich Anwohner) des AKWs jetzt auf der Seite der langjährig angestellten (und jetzt entlassenen) Mitarbeiter standen, um dagegen zu protestieren, billigen und womöglich unfähigen Subunternehmen den Weg frei zu machen. Das diese, Mitarbeiter wie Anwohner, sich Sorgen um ihre Zukunft machen, ist in dieser Situation sebstverständlich.
    Werden hier in Deutschland auch Subunternehmen zur Instandhaltung und Überprüfung der AKW eingesetzt??? Ein TÜV-Zertifikat ist ja wohl auch nichts mehr Wert, denn das,so scheint es, kann man ja kaufen.

    • E.Wald
    • 29.03.2011 um 7:21 Uhr

    "Inzwischen denke ich, dass es unverantwortlich ist privaten Firmen die Leitung von Kernkraftwerken zu überlassen, da für sie die Sicherheit weit hinter dem Profit kommt"

    Da stimme ich Ihnen zu. Erschwerend kommt hinzu, dass es derzeit offenbar überhaupt keine politische Anreizsetzung gibt, um für eine höhere Sicherheitssensibilität der verantwortlichen Manager zu sorgen. Im Finanzbereich gibt es etwa in einigen Bereichen auch eine persönliche Haftung für Schäden (Verantwortlicher Aktuar haftet bei Insolvenz von Lebensversicherungen persönlich). Würde man eine persönliche (gesamtschuldnerische) Haftung der Vorstände von KKW-Betreibern für alle finanziellen und gesundheitlichen Schäden durch Atomunfälle einführen, hätten die Entscheider auch einen Anreiz für eine möglichst hohe Sicherheit zu sorgen, sei es, indem ältere KKWs nachgerüstet werden oder indem Meiler auch freiwillig vom Netz genommen werden.

    Die schlechte Informationspolitik der Betreiber dürfte übrigens bei uns nicht anders sein.
    Man vergleiche z.B. die unterdrückte Studie zum KKW Isar 1 (dessen Abschaltung übrigens selbst von der ortsansässigen CSU lange vor Fukushima gefordert wurde)
    http://www.br-online.de/b...
    http://www.br-online.de/a...
    http://www.sueddeutsche.d...

    ... wenn überhaupt Kernkraft genutzt wird, sollte der Umgang damit frei von jedem ökonomischen Druck sein.

    • nixnuz
    • 29.03.2011 um 0:27 Uhr

    und war überrauscht, dass es überhaupt Gegenstimmen zur Atomkraft in Frankreich gibt. Mich berührte besonders, dass und dass die Atomkraftgegner (sprich Anwohner) des AKWs jetzt auf der Seite der langjährig angestellten (und jetzt entlassenen) Mitarbeiter standen, um dagegen zu protestieren, billigen und womöglich unfähigen Subunternehmen den Weg frei zu machen. Das diese, Mitarbeiter wie Anwohner, sich Sorgen um ihre Zukunft machen, ist in dieser Situation sebstverständlich.
    Werden hier in Deutschland auch Subunternehmen zur Instandhaltung und Überprüfung der AKW eingesetzt??? Ein TÜV-Zertifikat ist ja wohl auch nichts mehr Wert, denn das,so scheint es, kann man ja kaufen.

    • E.Wald
    • 29.03.2011 um 7:21 Uhr

    "Inzwischen denke ich, dass es unverantwortlich ist privaten Firmen die Leitung von Kernkraftwerken zu überlassen, da für sie die Sicherheit weit hinter dem Profit kommt"

    Da stimme ich Ihnen zu. Erschwerend kommt hinzu, dass es derzeit offenbar überhaupt keine politische Anreizsetzung gibt, um für eine höhere Sicherheitssensibilität der verantwortlichen Manager zu sorgen. Im Finanzbereich gibt es etwa in einigen Bereichen auch eine persönliche Haftung für Schäden (Verantwortlicher Aktuar haftet bei Insolvenz von Lebensversicherungen persönlich). Würde man eine persönliche (gesamtschuldnerische) Haftung der Vorstände von KKW-Betreibern für alle finanziellen und gesundheitlichen Schäden durch Atomunfälle einführen, hätten die Entscheider auch einen Anreiz für eine möglichst hohe Sicherheit zu sorgen, sei es, indem ältere KKWs nachgerüstet werden oder indem Meiler auch freiwillig vom Netz genommen werden.

    Die schlechte Informationspolitik der Betreiber dürfte übrigens bei uns nicht anders sein.
    Man vergleiche z.B. die unterdrückte Studie zum KKW Isar 1 (dessen Abschaltung übrigens selbst von der ortsansässigen CSU lange vor Fukushima gefordert wurde)
    http://www.br-online.de/b...
    http://www.br-online.de/a...
    http://www.sueddeutsche.d...

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