Fukushima Dritte Explosion im AKW, Premier Kan warnt vor Strahlung

Im AKW Fukushima-1 ist es zu einer weiteren Explosion gekommen. Vermutlich wurde der Reaktorbehälter beschädigt. Premier Kan hat die Bevölkerung zur Vorsicht gemahnt.

Der japanische Premierminister Naoto Kan während einer Pressekonferenz in Tokyo

Der japanische Premierminister Naoto Kan während einer Pressekonferenz in Tokyo

Die Strahlenbelastung im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-1 hat in den letzten Stunden ein kritisches Ausmaß erreicht. Premierminister Kan hat alle Bewohner im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern um das AKW eindringlich aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. In der Nähe des Reaktorgebäudes 3 wurde eine Strahlenbelastung von 400 Millisievert pro Stunde gemessen, ein Wert, den Regierungssprecher Edano als gesundheitsgefährdend bezeichnete. In Deutschland beträgt die natürliche Strahlenbelastung laut Bundesumweltministeriums in einem ganzen Jahr durchschnittlich 2,4 Millisievert.

Die erhöhte Strahlung soll aber nach Angaben der Regierung nicht von Dauer sein. Es sei unwahrscheinlich, dass die hohen Werte anhalten würden, sagte Edano. Die Strahlenbelastung sei bereits am Morgen drastisch gesunken. Mit 596,4 Mikrosievert sei sie 700-fach geringer gewesen als noch am Morgen nach zwei Explosionen in der Anlage.

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Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA teilte mit, Japan habe sie über den "direkten" Austritt von Radioaktivität in die Atmosphäre informiert. Die Radioaktivität breitet sich zudem offenbar aus. Bereits rund 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio war die Strahlenbelastung nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo um bis zu zehnmal höher als normal. Die Agentur berief sich auf die örtlichen Behörden. Auch Russland berichtete mittlerweile erhöhte Strahlenwerten in östlichen Teilen des Landes.

Unterdessen wirkt die Lage in dem AKW zunehmend hoffnungslos und verworren. Nachdem am Samstag schon das Reaktorgebäude 1 und am Montag das Reaktorgebäude 3 explodiert waren, kam es am Dienstag um 06.15 Uhr Ortszeit auch in Reaktorgebäude 2 zu einer Explosion. Bei dieser dritten Explosion wurde vermutlich auch der Reaktorbehälter beschädigt. Mitarbeiter des Kraftwerkbetreibers Tepco sagten bei einer Pressekonferenz, auch hier habe es sich wieder um eine Wasserstoff-Explosion gehandelt. 

Ein Tepco-Sprecher sagte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Reaktor 2 auf eine Kernschmelze zusteuere. Nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde fiel in Reaktor 2 eine Pumpe zur Kühlung der Brennstäbe aus. Daraufhin lagen die Brennstäbe zeitweise nicht mehr unter Wasser und drohten zu schmelzen.

Auch in Reaktor 4 hat es gebrannt, das Feuer sei inzwischen aber unter Kontrolle; dieser Reaktor war schon vor dem Erdbeben für Wartungsarbeiten abgeschaltet worden. Regierungssprecher Edano mutmaßte, dass die radioaktiven Emissionen aus diesem Reaktor stammen, in dem sich ausgebrannte Brennelemente befinden.

Twitter, Behördenseiten und Livestreams

Erdbeben- und Wetterdienste: Meteorologischer Dienst Japans, Japanseite des Potsdamer Geoforschungszentrums, Liveübersicht des Geoforschungszentrums über neue Erdstöße,Tsunamiwarnzentrum der National Oceanic and Atmospheric Administration der USA, Erdbebenvorhersage-Institut Tokyo, Erdbebenerforschungszentrum Tokyo

Reaktorsicherheit: japanische Atomaufsichtsbehörde, internationale Atomenergiebehörde IAEA, Facebookseite der IAEA mit aktuellen Informationen, englischsprachige Seite des AKW-Betreibers Tokyo Electric Power Company (Tepco)

Nachrichtenblogs: CNN, Wall Street Journal, japanische Nachrichtenagentur Kyodo (auf englisch)

Livestream: öffentlich-rechtlicher japanischer Sender NHK

Notfallinformationen: Informationen über Evakuierungen in der Region Fukushima (englisch), Google "Person Finder" auf japanisch, Google "Person Finder" auf englisch, Google-Seite mit Nachrichten, aber auch Notfallhinweisen und Telefonnummern

Karten und Grafiken: Satellitenfotos vorher/nachher bei der New York Times, interaktive Grafik eines Siedewasserreaktors bei der NYT, Erdbebenrisiko-Karte Japans bei U.S. Geological Survey

Die Betreiberfirma Tepco sprach in einer kurzen Pressekonferenz von einem "sehr schlimmen Szenario". Man habe begonnen, einen Großteil der Arbeiter in Sicherheit zu bringen. Von den rund 800 Mitarbeitern im AKW Fukushima-1 habe man etwa 750 abgezogen, nur 50 Mitarbeiter seien noch in der Anlage, um die Reaktoren 1, 2 und 3 weiterhin mit Meerwasser zu kühlen.

Zum Zeitpunkt der Explosion herrschte Meteorologen zufolge Nordwind. Dies würde bedeuten, dass radioaktive Teilchen nach Süden in Richtung Tokyo gelangen könnten. Die japanische Hauptstadt liegt nur 260 Kilometer südwestlich von Fukushima-1. Im Großraum Tokyo leben etwa 35 Millionen Menschen.

 
Leser-Kommentare
  1. So hart wurde aber auch noch kein Land zuvor getroffen. Erdbeben, Tsunami, KKW und jetzt auch noch ein Vulkanausbruch. Hoffentlich schaut die internationale Staatengemeinschaft nicht genauso zu, wie sie es in Libyen tut.
    Mein Mitgefühl ist bei den Japanern.

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    Ein derartiges Desaster haette sich vor ein paar Tagen wohl noch niemand von uns vorstellen koennen. Nach diesem Ereignis wird die Welt nicht mehr so sein, wie sie mal war. Leider ist Libyen aus dem Blickfeld geraten, was Angesicht des Schreckens in Japan verstaendlich, wenn auch nicht richtig ist. Die Fuelle der Ereignisse seit Anfang des Jahres sind eine wahre Herausforderung fuer die Menschheit.

    • joG
    • 15.03.2011 um 10:20 Uhr

    ....das Erdbeben notwendig für den Tsunami und beide zusammen notwendig, um das Desaster im KKW zu bewirken. Das bedeutet nicht, dass es nicht zu einem GAU ohne Erdbeben und Tsunami kommen kann. Aber in diesem Fall ist das wohl so.

    Ein derartiges Desaster haette sich vor ein paar Tagen wohl noch niemand von uns vorstellen koennen. Nach diesem Ereignis wird die Welt nicht mehr so sein, wie sie mal war. Leider ist Libyen aus dem Blickfeld geraten, was Angesicht des Schreckens in Japan verstaendlich, wenn auch nicht richtig ist. Die Fuelle der Ereignisse seit Anfang des Jahres sind eine wahre Herausforderung fuer die Menschheit.

    • joG
    • 15.03.2011 um 10:20 Uhr

    ....das Erdbeben notwendig für den Tsunami und beide zusammen notwendig, um das Desaster im KKW zu bewirken. Das bedeutet nicht, dass es nicht zu einem GAU ohne Erdbeben und Tsunami kommen kann. Aber in diesem Fall ist das wohl so.

  2. 2. Zitat

    "Wenn ihr lange genug an die Tür des Teufels klopft, braucht ich euch nicht zu wundern, wenn irgendwann auch jemand aufmacht." (Zitat aus dem Film "Vier Brüder")

    Bleibt zu hoffen, dass die richtigen Lehren daraus gezogen. Atomenergie wird niemals 100%ig sicher sein. Warum muss eigentlich immer etwas großes passieren, bevor umgedacht wird, zumal ja schon einmal etwas derartiges geschehen ist???

    Bitte diskutieren Sie differenziert und sachlich vor dem Hintergrund des sensiblen Themas. Danke. Die Redaktion/er

    14 Leser-Empfehlungen
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    100%ige Sicherheit wird es NIEMALS geben. In keiner Beziehung. Man kann aber das Risiko so gut wie möglich minimieren. Laut zahlreichen Meldungen hat bei dem Betreiber von Fukushima aber wohl die Geldgier über die Sicherheit gesiegt. Und das wird nun hoffentlich auch bei uns überprüft. Es kann nicht sein, dass die Kraftwerkbetreiber aus Profitgier die Sicherheit vernachlässigen.

    Zitat von the critical:
    "Bleibt zu hoffen, dass die richtigen Lehren daraus gezogen. Atomenergie wird niemals 100%ig sicher sein. Warum muss eigentlich immer etwas großes passieren, bevor umgedacht wird, zumal ja schon einmal etwas derartiges geschehen ist???"

    Die Zeitredaktion schreibt: "Bitte diskutieren Sie differenziert und sachlich vor dem Hintergrund des sensiblen Themas. Danke. Die Redaktion/er"

    Liebe Redaktion: Ich sehe in diesem Beitrag keinen Affront gegen die Sachlichkeit. Dieser Kommentar trifft den Punkt und geißelt die Bedarfsbetroffenheit der Politik als das, was sie ist: Eine kurzfristige Reaktion auf erschreckendste Ereignisse, um das Gesicht zu wahren und die Wählerstimmen auf seiner Seite zu halten. Das Primat der Logik ist getauscht gegen das Primat der Mandatserteilung. Also noch mal die Frage: Warum muss immer erst etwas Schlimmes passieren, bevor sich die Politik bewegt? Ich lade alle Politiker, die von kalkulierbarem Restrisiko oder Minimalgefahr schwadronieren mal auf eine Besichtigungstour nach Prybjat und die umliegenden Krankenhäuser und Kindergärten ein. Aber selbst da befürchte ich, wird das Mandatsprimat und die Lobbyhörigkeit (wirft ja FANTASTISCHE Gewinne ab so ein AKW!! verhindern, dass Einsicht eintritt. Bitter, bitter, wenn mich mein Sohn fragt, warum ich dagegen nichts tue und ich ihm keine Antwort geben kann.

    "Bleibt zu hoffen, dass die richtigen Lehren daraus gezogen. Atomenergie wird niemals 100%ig sicher sein."

    Zugfahren , fliegen, Autofahren, Sex usw. all diese Dinge sind mit einem "Restrisiko" behaftet.
    Jemand der zu 100% auf Sicherheit setzt , ist in vielerlei Hinsicht zum Stillstand verdammt.
    Und dass kann sich Deutschland nicht leisten.

    100%ige Sicherheit wird es NIEMALS geben. In keiner Beziehung. Man kann aber das Risiko so gut wie möglich minimieren. Laut zahlreichen Meldungen hat bei dem Betreiber von Fukushima aber wohl die Geldgier über die Sicherheit gesiegt. Und das wird nun hoffentlich auch bei uns überprüft. Es kann nicht sein, dass die Kraftwerkbetreiber aus Profitgier die Sicherheit vernachlässigen.

    Zitat von the critical:
    "Bleibt zu hoffen, dass die richtigen Lehren daraus gezogen. Atomenergie wird niemals 100%ig sicher sein. Warum muss eigentlich immer etwas großes passieren, bevor umgedacht wird, zumal ja schon einmal etwas derartiges geschehen ist???"

    Die Zeitredaktion schreibt: "Bitte diskutieren Sie differenziert und sachlich vor dem Hintergrund des sensiblen Themas. Danke. Die Redaktion/er"

    Liebe Redaktion: Ich sehe in diesem Beitrag keinen Affront gegen die Sachlichkeit. Dieser Kommentar trifft den Punkt und geißelt die Bedarfsbetroffenheit der Politik als das, was sie ist: Eine kurzfristige Reaktion auf erschreckendste Ereignisse, um das Gesicht zu wahren und die Wählerstimmen auf seiner Seite zu halten. Das Primat der Logik ist getauscht gegen das Primat der Mandatserteilung. Also noch mal die Frage: Warum muss immer erst etwas Schlimmes passieren, bevor sich die Politik bewegt? Ich lade alle Politiker, die von kalkulierbarem Restrisiko oder Minimalgefahr schwadronieren mal auf eine Besichtigungstour nach Prybjat und die umliegenden Krankenhäuser und Kindergärten ein. Aber selbst da befürchte ich, wird das Mandatsprimat und die Lobbyhörigkeit (wirft ja FANTASTISCHE Gewinne ab so ein AKW!! verhindern, dass Einsicht eintritt. Bitter, bitter, wenn mich mein Sohn fragt, warum ich dagegen nichts tue und ich ihm keine Antwort geben kann.

    "Bleibt zu hoffen, dass die richtigen Lehren daraus gezogen. Atomenergie wird niemals 100%ig sicher sein."

    Zugfahren , fliegen, Autofahren, Sex usw. all diese Dinge sind mit einem "Restrisiko" behaftet.
    Jemand der zu 100% auf Sicherheit setzt , ist in vielerlei Hinsicht zum Stillstand verdammt.
    Und dass kann sich Deutschland nicht leisten.

  3. Ein derartiges Desaster haette sich vor ein paar Tagen wohl noch niemand von uns vorstellen koennen. Nach diesem Ereignis wird die Welt nicht mehr so sein, wie sie mal war. Leider ist Libyen aus dem Blickfeld geraten, was Angesicht des Schreckens in Japan verstaendlich, wenn auch nicht richtig ist. Die Fuelle der Ereignisse seit Anfang des Jahres sind eine wahre Herausforderung fuer die Menschheit.

    Antwort auf "Um Himmels Willen...."
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    • sven2
    • 15.03.2011 um 8:13 Uhr

    'Ein derartiges Desaster haette sich vor ein paar Tagen wohl noch niemand von uns vorstellen können.'

    was?....klar könnten leute das vorstellen...warum glauben sie das es ein anti-nuklear bewegung gibt..weil die der gebeuden hässlig finden oder was?

    politiker die DAS sagen lugen...

    So ein Unfug hoch drei: "Ein derartiges Desaster haette sich vor ein paar Tagen wohl noch niemand von uns vorstellen koennen."
    Vorstellen kann man sich noch viel Schlimmeres, man hofft nur, wie das kleine Kind, nicht erwischt zu werden, bzw. dass es nicht eintritt. Viele beten dann auch noch.
    Einstein hat mit seiner Erkenntnis von der unheimlichen Dummheit der Menschheit nur Recht.
    Und es bleibt zu hoffen, dass endlich etwas Vernunft einkehrt, und diese Technologie so schnell wie möglich, weltweit, zurückgefahren wird.
    Hochmut kommt vor dem Fall, nicht nur bei Guttenberg

    'Nach diesem Ereignis wird die Welt nicht mehr so sein, wie sie mal war'. Meine Frage: Warum wird sie nicht mehr so sein? Es gibt auf der Welt nur ein ( 1 !!! ) Land, welches sich aus der Kernkraft und der dazugehoerigen Forschung aussteigen will.

    Deutschland ist nicht 'die Welt' - und das ist auch ganz OK so...

    • sven2
    • 15.03.2011 um 8:13 Uhr

    'Ein derartiges Desaster haette sich vor ein paar Tagen wohl noch niemand von uns vorstellen können.'

    was?....klar könnten leute das vorstellen...warum glauben sie das es ein anti-nuklear bewegung gibt..weil die der gebeuden hässlig finden oder was?

    politiker die DAS sagen lugen...

    So ein Unfug hoch drei: "Ein derartiges Desaster haette sich vor ein paar Tagen wohl noch niemand von uns vorstellen koennen."
    Vorstellen kann man sich noch viel Schlimmeres, man hofft nur, wie das kleine Kind, nicht erwischt zu werden, bzw. dass es nicht eintritt. Viele beten dann auch noch.
    Einstein hat mit seiner Erkenntnis von der unheimlichen Dummheit der Menschheit nur Recht.
    Und es bleibt zu hoffen, dass endlich etwas Vernunft einkehrt, und diese Technologie so schnell wie möglich, weltweit, zurückgefahren wird.
    Hochmut kommt vor dem Fall, nicht nur bei Guttenberg

    'Nach diesem Ereignis wird die Welt nicht mehr so sein, wie sie mal war'. Meine Frage: Warum wird sie nicht mehr so sein? Es gibt auf der Welt nur ein ( 1 !!! ) Land, welches sich aus der Kernkraft und der dazugehoerigen Forschung aussteigen will.

    Deutschland ist nicht 'die Welt' - und das ist auch ganz OK so...

    • Teryky
    • 15.03.2011 um 7:58 Uhr
  4. Interessant ist, was hier in Deutschland alles angestellt wurde, um die Laufzeitverlängerung durchzudrücken:

    http://www.welt.de/wirtsc...

    Besonders bemerkenswert: bei der Sicherheit sollte ausdrücklich gespart und die Laufzeitverlängerung so geregelt werden, dass zukünftige Bundesregierungen diese nicht ohne horrende Schadensersatzforderungen wieder würden zurücknehmen können.

    In Japan werden jetzt vermutlich zehntausende in den nächsten Jahren an den Folgen einer unverantwortlichen und nicht veherrschbaren Technologie sterben.

    11 Leser-Empfehlungen
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    • joG
    • 15.03.2011 um 11:07 Uhr

    ....dass immer abgewogen werden muss, wie viel man für zusätzliche Sicherheit (sprich wie viele zusätzlich wahrscheinlich gerettete Leben) man wie viel ausgeben will. Das ist in fast allen Bereichen staatlicher Aktivität so. Selbst wo man dies nicht vermutet, wägt man Sicherheit gegen Geldausgabe ab. Was sie ausgeben für Subventionen hier, können Sie zum retten des Lebens dort nicht einsetzen. Eine Million, die ich hier für Windenergie ausgebe kosten eine Million Mensch/Tage Lebenszeit in Afrika aus der Hilfe. Die gleiche Million könnte die Überlebewahrscheinlichkeit der Soldaten im Einsatz erhöhen. Man muss abwägen, wenn man statistisch bevorzugen will und letztlich wer überleben soll. Das ist prima, weil es anders nicht geht.

    So ist aber verständlich, dass man nicht unendlich Geld ausgibt um unwahrscheinliche Katastrophenrisiken noch ein wenig unwahrscheinlicher zu machen.

    • joG
    • 15.03.2011 um 11:07 Uhr

    ....dass immer abgewogen werden muss, wie viel man für zusätzliche Sicherheit (sprich wie viele zusätzlich wahrscheinlich gerettete Leben) man wie viel ausgeben will. Das ist in fast allen Bereichen staatlicher Aktivität so. Selbst wo man dies nicht vermutet, wägt man Sicherheit gegen Geldausgabe ab. Was sie ausgeben für Subventionen hier, können Sie zum retten des Lebens dort nicht einsetzen. Eine Million, die ich hier für Windenergie ausgebe kosten eine Million Mensch/Tage Lebenszeit in Afrika aus der Hilfe. Die gleiche Million könnte die Überlebewahrscheinlichkeit der Soldaten im Einsatz erhöhen. Man muss abwägen, wenn man statistisch bevorzugen will und letztlich wer überleben soll. Das ist prima, weil es anders nicht geht.

    So ist aber verständlich, dass man nicht unendlich Geld ausgibt um unwahrscheinliche Katastrophenrisiken noch ein wenig unwahrscheinlicher zu machen.

    • fenris
    • 15.03.2011 um 8:07 Uhr

    Wenn mir jemand vor ein paar Wochen prophezeit hätte, was heute in Japan passiert, hätte ich ihn als Fantasten abgetan. Ein Katastrophe eines solchen Ausmaßes in einem modernen Land habe ich mir nicht vorstellen können.
    Alles wirkt auf mich so surreal, als ob ich einen Katastrophenfilm im Kino sehen würde. Auch fühle ich mich wie versteinert, ich nehme zwar die Meldungen, die eine schlimmer als die andere sind, wahr aber sie Lösen bei mir längst nichts mehr aus, es ist als ob mein Gefühlszentrum nach dem ersten Schock durchgebrannt wäre.
    Ich kann mir einfach nicht vorstellen wie es für die Japaner sein muss das mitzuerleben, selbst wenn sie nicht in unmittelbarer Nähe des Katastrophengebietes leben.
    Wie kleinlich komme ich mir vor, dass ich mir vor der Katastrophe Sorgen darum gemacht habe ob mein Auto E10 verträgt, die Versicherung einen unbedeutenden Sachschaden an meinem Auto bezahlt oder ob ich mit meinem derzeitigen Projekt auf der Arbeit im Zeitplan bin.
    Den Japanern möchte ich nur wünschen, dass sie auch aus dieser Katastrophe letztendlich gestärkt hervorgehen werden, wie sie es schon so oft zuvor bewiesen haben.

    20 Leser-Empfehlungen
  5. 100%ige Sicherheit wird es NIEMALS geben. In keiner Beziehung. Man kann aber das Risiko so gut wie möglich minimieren. Laut zahlreichen Meldungen hat bei dem Betreiber von Fukushima aber wohl die Geldgier über die Sicherheit gesiegt. Und das wird nun hoffentlich auch bei uns überprüft. Es kann nicht sein, dass die Kraftwerkbetreiber aus Profitgier die Sicherheit vernachlässigen.

    Antwort auf "Zitat"
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    Atomkraft ist niemals sicher.

    Bei der Energieerzeugung aus radioaktiven Materialien ist selbst das minimalste Restrisoko nicht zu verantworten. Würde es an Alternativen mangeln, müsste man wohl mit diesem Risiko leben. Wir haben aber Alternativen und es geradezu grotesk, wenn berichtet wird, dass immer wieder neue Kernkraftwerke gebaut werden. In Japan sollen 11 Neue geplant sein. Das hat hat sich wohl jetzt erledigt.

    Wie dem auch sei: Ich wünsche den Japanern alles erdenklich Gute

    ausser ganz zu Anfang, als es noch darum ging den Stoff fuer die Bombe herzustellen. Erst spaeter besann man sich doch darauf, die fuer die Armee notwendige Technik mit der vielen anfallende Energie der Zivilbevoelkerung als "Fortschritt" zu verkaufen, ein paar Grossfirmen, die mit Regierungen und Armee zusammenarbeiten werden jahrzehntelang aus Steuergeldern gefoerdert, um es "rentabel" zu machen, jetzt machen sie ca 1 Millionen Euro pro Tag pro Kernkraftwerk.

    Das Risiko wurde schon immer in Kauf genommen und runtergerechnet, Sicherheit war nie gegeben, genausowenig wie eine sichere Verwahrung des Abfalls.

    Was fuer ein Bloedsinn - und einige verdienen Milliarden daran, andere bezahlen mit dem Leben.
    Willkommen in der freien Wirtschaft.

    Atomkraft ist niemals sicher.

    Bei der Energieerzeugung aus radioaktiven Materialien ist selbst das minimalste Restrisoko nicht zu verantworten. Würde es an Alternativen mangeln, müsste man wohl mit diesem Risiko leben. Wir haben aber Alternativen und es geradezu grotesk, wenn berichtet wird, dass immer wieder neue Kernkraftwerke gebaut werden. In Japan sollen 11 Neue geplant sein. Das hat hat sich wohl jetzt erledigt.

    Wie dem auch sei: Ich wünsche den Japanern alles erdenklich Gute

    ausser ganz zu Anfang, als es noch darum ging den Stoff fuer die Bombe herzustellen. Erst spaeter besann man sich doch darauf, die fuer die Armee notwendige Technik mit der vielen anfallende Energie der Zivilbevoelkerung als "Fortschritt" zu verkaufen, ein paar Grossfirmen, die mit Regierungen und Armee zusammenarbeiten werden jahrzehntelang aus Steuergeldern gefoerdert, um es "rentabel" zu machen, jetzt machen sie ca 1 Millionen Euro pro Tag pro Kernkraftwerk.

    Das Risiko wurde schon immer in Kauf genommen und runtergerechnet, Sicherheit war nie gegeben, genausowenig wie eine sichere Verwahrung des Abfalls.

    Was fuer ein Bloedsinn - und einige verdienen Milliarden daran, andere bezahlen mit dem Leben.
    Willkommen in der freien Wirtschaft.

  6. 8. These

    Könnte es nicht sein, daß die Druckbehälter längst leckgeschlagen sind?
    Daher die gescheiterten Kühlversuche, da die Kühlmittel nach unten versickern; daher die Wasserstoffexplosionen, da die Gase ungehindert nach oben aus dem Druckbehälter entweichen.

    Das hieße: Alle Radioaktivität wird in die Umwelt gelangen, lediglich etwas langsamer als einst in Tschernobyl.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Also das sehe ich als ziemlich sicher an.

    Heute Morgen lief bei MDR Info die Nachricht, dass der Betreiber sein Personal (750 Mitarbeiter) abgezogen hat es verleiben lediglich noch 50 !?!? Mitarbeiter am Unglücksort um weiter zu kühlen.

    Bei einer Pressekonferenz vom Tepco hat man laut MDR auf viele Fragen gar nicht geantwortet oder herumgedruckst. Aber sich am Ende für die unklaren Aussagen entschuldigt. Wenn man die japanische Mentalität mit in Betracht zieht, nicht das Gesicht zu verlieren, war das somit sehr deutlich.

    Ich glaube man hat aufgegeben.

    Es werden Strahlungswerte in Reaktornähe von 400 Millisievert pro Stunde!!! gemessen.
    Der Grenzwert liegt bei 1 Millisievert im Jahr.

    Irgendeine der 4 Reaktorhüllen ist beschädigt und die anderen werden nach Lage der Dinge folgen.

    Zu allen Unglück dreht der Wind Richtung Tokio.

    Es bahnt sich die ultimative Katastrophe an.

    die Informationspolitik der Betreiber etwas besser wäre (nicht mal die Regierung wird scheints ausreichend informiert lt. Spiegel online) und wenn Japan erlauben würde, daß internationale Beobachter vor Ort wären, dann wüßte man mehr. So bleibt ja alles nur Spekulation, was ich mehr als traurig finde.

    Also das sehe ich als ziemlich sicher an.

    Heute Morgen lief bei MDR Info die Nachricht, dass der Betreiber sein Personal (750 Mitarbeiter) abgezogen hat es verleiben lediglich noch 50 !?!? Mitarbeiter am Unglücksort um weiter zu kühlen.

    Bei einer Pressekonferenz vom Tepco hat man laut MDR auf viele Fragen gar nicht geantwortet oder herumgedruckst. Aber sich am Ende für die unklaren Aussagen entschuldigt. Wenn man die japanische Mentalität mit in Betracht zieht, nicht das Gesicht zu verlieren, war das somit sehr deutlich.

    Ich glaube man hat aufgegeben.

    Es werden Strahlungswerte in Reaktornähe von 400 Millisievert pro Stunde!!! gemessen.
    Der Grenzwert liegt bei 1 Millisievert im Jahr.

    Irgendeine der 4 Reaktorhüllen ist beschädigt und die anderen werden nach Lage der Dinge folgen.

    Zu allen Unglück dreht der Wind Richtung Tokio.

    Es bahnt sich die ultimative Katastrophe an.

    die Informationspolitik der Betreiber etwas besser wäre (nicht mal die Regierung wird scheints ausreichend informiert lt. Spiegel online) und wenn Japan erlauben würde, daß internationale Beobachter vor Ort wären, dann wüßte man mehr. So bleibt ja alles nur Spekulation, was ich mehr als traurig finde.

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