AKW-UnglückFukushima-Betreiber hat bei Kontrollen gepfuscht

Der Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima hat Versäumnisse bei den Wartungen zugegeben. Unter anderem wurde die Notstromversorgung nicht ausreichend kontrolliert.

Ein Mitarbeiter von Tokyo Electric Power Co (Tepco) erklärt auf einer Karte, wo es im Atomkraftwerk Fukushima brennt

Ein Mitarbeiter von Tokyo Electric Power Co (Tepco) erklärt auf einer Karte, wo es im Atomkraftwerk Fukushima brennt

Der japanische Energieriese Tepco hat das Atomkraftwerk Fukushima-1 nicht regelmäßig gewartet. Das geht aus einem Briefwechsel zwischen dem Unternehmen und der japanischen Atom-Aufsichtsbehörde hervor, der nun öffentlich wurde. Demnach gab Tepco bereits am 28. Februar – also mehr als zwei Wochen vor dem Erdbeben zu –, dass insgesamt 33 Ausrüstungsgegenstände im Atomkraftwerk nicht untersucht worden seien. Der Bericht wurde am Montag auf der Internetseite des Unternehmens veröffentlicht.

Zu den nicht inspizierten Teilen gehörten unter anderem ein Motor und ein Notstromaggregat im Reaktorblock 1 der Anlage, die nach dem Tsunami immer noch nicht unter Kontrolle ist. Der Ausfall der Notstromversorgung gilt als Ursache für das Reaktor-Unglück.

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Die Atomaufsicht gab Tepco daraufhin bis zum 2. Juni Zeit, einen Korrekturplan auszuarbeiten. In ihrem Schreiben vom 2. März äußerte sich die Behörde überzeugt, dass die ausgefallenen Inspektionen kein unmittelbares Risiko für die Sicherheit des aus den 1970er Jahren stammenden Atomkraftwerks haben würde. Der stellvertretende Behördenchef Hidehiko Nishiyama sagte, ihm sei der Schriftverkehr mit Tepco nicht bekannt. Er könne nicht sagen, ob die unterlassenen Kontrollen das Reaktor-Unglück verschärft haben könnten.

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In der Atomanlage versuchen Techniker und Ingenieure weiter die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Zuletzt war dichter Qualm über zwei Reaktoren der insgesamt sechs Reaktoren des Kraftwerks aufgestiegen.

Die Ursache ist noch unklar. Bei dem weißen Qualm über dem havarierten Block 2 des Unglückskraftwerks Fukushima-1 handelt es sich wahrscheinlich um Dampf und nicht um Rauch. Der Dampf komme vermutlich nicht aus dem Abklingbecken. Das meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. In den Reaktoren lagern über dem eigentlichen Reaktorkern noch ausrangierte Brennelemente in riesigen Kühlwassertanks. Diese Abklingbecken müssen kontinuierlich mit Wasser gekühlt werden, ansonsten heizen sich die Kernbrennstäbe auf. Entwickelt sich genügend Hitze, kann sich Rauch und Wasserdampf entwickeln, der unter anderem radioaktive Teilchen enthalten könnte.

Der Rauch über Reaktorblock 3 verschwand bis zum frühen Abend (Ortszeit) wieder. Die Versuche, die Reaktoren 3 und 4 wieder an den Strom anzuschließen, wurden wegen der Vorfälle vorübergehend unterbrochen. Wasserwerfer hatten die Abklingbecken von Block 3 und 4 am Montagmorgen stundenlang mit Meerwasser beschossen, um die ausgedienten Brennstäbe zu kühlen.

Block 3 des Katastrophenkraftwerks gilt als besonders gefährlich, da er Brennstäbe aus einem Plutonium-Uran-Mischoxid (MOX) benutzt. Plutonium ist nicht nur radioaktiv, sondern auch hochgiftig. Die Brennstäbe im Reaktorkern liegen nach Regierungsinformationen ganz oder teilweise frei, der Sicherheitsbehälter (Containment) gilt aber als intakt. Der Druck im Sicherheitsbehälter war am Wochenende besorgniserregend gestiegen, halbierte sich den Angaben zufolge jedoch in der Nacht zu Montag wieder.

Erst am späten Sonntag war es gelungen, die Schaltanlagen von Block 1 und 2 wieder an die Stromversorgung anzuschließen. So soll die Reaktorkühlung wieder hergestellt werden – allerdings ist unklar, ob die Kühlwasserpumpen überhaupt noch funktionieren. Block 5 und 6 gelten seit Sonntagnachmittag als "kalt und unterkritisch", also gesichert.

Neben der Sorge, ob eine langfristige Kühlung der Reaktoren gelingt, tauchen auch vermehrt Meldungen über kontaminierte Lebensmittel auf. Die Regierung verhängte in vier Provinzen nahe dem Kraftwerk ein Verkaufsverbot von Milch und Spinat. Ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte jedoch, dass Lebensmittel, die kurzzeitig Radioaktivität ausgesetzt gewesen seien, auf kurze Sicht keine Gefahr für die Gesundheit darstellten.

Vier der sechs Reaktoren der Atomanlage Fukushima-1 (Daiichi) an der Ostküste Japans. Die Gebäude der Blöcke 1, 3 und 4 sind nach Wasserstoffexplosionen schwer, der des Reaktors 2 leicht beschädigt. Die Sicherheitsbehälter (Containments) von Block 2 und vermutlich auch 3 sind beschädigt. Sie bestehen aus Beton und Stahl und sollen die Druckbehälter mit den radioaktiven Kernbrennstäben von der Umwelt abschirmen. Experten gehen davon aus, dass in allen vier abgebildeten Blöcken eine partielle Kernschmelze bereist stattfinden könnte. In allen Reaktoren (1-6) lagern in Abklingbecken verbrauchte Brennstäbe, die gekühlt werden müssen, um die Freisetzung von Radioaktivität zu verhindern. In den Blöcken 3 und 4 gibt es wohl Lecks in den Pools, deren Wasserstände gering sind. Die Reaktoren 4 bis 6 waren vor dem Beben abgeschaltet und enthalten im Kern des Druckbehälters keine Brennelemente mehr. Nur die die Blöcke 5 und 6 gelten momentan als stabil

Vier der sechs Reaktoren der Atomanlage Fukushima-1 (Daiichi) an der Ostküste Japans. Die Gebäude der Blöcke 1, 3 und 4 sind nach Wasserstoffexplosionen schwer, der des Reaktors 2 leicht beschädigt. Die Sicherheitsbehälter (Containments) von Block 2 und vermutlich auch 3 sind beschädigt. Sie bestehen aus Beton und Stahl und sollen die Druckbehälter mit den radioaktiven Kernbrennstäben von der Umwelt abschirmen. Experten gehen davon aus, dass in allen vier abgebildeten Blöcken eine partielle Kernschmelze bereist stattfinden könnte. In allen Reaktoren (1-6) lagern in Abklingbecken verbrauchte Brennstäbe, die gekühlt werden müssen, um die Freisetzung von Radioaktivität zu verhindern. In den Blöcken 3 und 4 gibt es wohl Lecks in den Pools, deren Wasserstände gering sind. Die Reaktoren 4 bis 6 waren vor dem Beben abgeschaltet und enthalten im Kern des Druckbehälters keine Brennelemente mehr. Nur die die Blöcke 5 und 6 gelten momentan als stabil

Nachdem am Samstag bereits leicht erhöhte radioaktive Jod- und Cäsiumwerte im Trinkwasser in Tokyo festgestellt worden waren, wurde am Montag ein erhöhter Wert radioaktiven Jods im Wasser eines Dorfes in 40 Kilometern Entfernung vom Kraftwerk gemessen. Er lag in Iitatemura mehr als drei Mal über dem erlaubten Grenzwert. Als Vorsichtsmaßnahme riet das Gesundheitsministerium den Bewohnern, das Wasser nicht zu trinken.

Spuren von radioaktivem Jod wurden laut Kyodo mittlerweile in dem Trinkwasser von neun Präfekturen gemessen. Cäsium wurde in zweien von ihnen festgestellt. Allerdings seien die Grenzwerte der Kommission für atomare Sicherheit bei allen diesen Proben unterschritten worden, hieß es.

Erhöhte Radioaktivität gibt es in Japan unter anderem bei Blattgemüse wie Spinat. Bei Hitachi – rund 100 Kilometer südlich des AKW Fukushima – wies Spinat einen Jod-131-Wert von 54.000 Becquerel und einen Cäsium-Wert von 1931 Becquerel je Kilogramm auf. Die Grenzwerte liegen in Japan bei 2000 Becquerel für Jod und bei 500 Becquerel für Cäsium. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt einen generellen Grenzwert von nur 100 Becquerel pro Kilo. Die Behörden haben die betroffenen Gemeinden aufgerufen, Lebensmittel nicht in den Handel zu bringen, die erhöhte Strahlenwerte zeigen.

Der Norden der Präfektur Fukushima ist eine der wichtigsten Anbauregionen für Reis, Obst und Gemüse und wird auch für Milchwirtschaft genutzt. An dem mehr als 150 Kilometer langen Küstenstreifen wird intensiv gefischt. Landwirtschaft ist nach Angaben auf der Website der Lokalregierung der wichtigste Wirtschaftszweig in der Provinz.

Strahlendosis

Die Strahlenwirkung auf Menschen, Tiere und Pflanzen wird häufig in Sievert pro Stunde angegeben. Mit Hilfe der Einheit lässt sich abschätzen, wie schädlich eine Strahlung für einen Organismus ist. Sie berücksichtigt dabei die Strahlungsdauer, -art und -wirkung. 1 Sievert entspricht 1.000 Millisievert oder 1.000.000 Mikrosievert. Grundsätzlich gilt eine Einzeldosis von 6.000 Millisievert als tödlich (100 Prozent Sterblichkeit innerhalb von 14 Tagen).

Ob eine Person, die einer geringen Strahlendosis ausgesetzt war, gesundheitliche Schäden zu erwarten hat, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Grenzwerte beziehen sich in der Regel auf ein Jahr. Manche Experten gehen davon aus, dass dieselbe Strahlendosis über einen längeren Zeitraum weniger schädlich ist. Andere sagen, die Strahlung müsse addiert werden.

Natürliche Quellen

Die durchschnittliche Strahlendosis, die ein Deutscher durch natürliche Quellen innerhalb eines Jahres aufnimmt, liegt zwischen zwei und fünf Millisievert. Diese äußere Bestrahlung, der der Mensch je nach Ort und Zeitin unterschiedlicher Höhe ausgesetzt ist, wird Gamma-Ortsdosisleistung genannt. In dieser Deutschlandkarte des Bundesamts für Strahlenschutz ist die Strahlungsstärke je nach Region verzeichnet.

Bei medizinischen Untersuchungen werden zum Teil viel höhere Einzeldosen erreicht, die aber auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sind. So nimmt ein Mensch während einer Computertomografie (CT)seines Kopfes ungefähr zwei Millisievert auf, bei der Mammografie 0,4 Millisievert.

Andere Einheiten

Die Energiedosis einer Strahlenquelle wird in Gray angegeben. Ein Gray bedeutet, dass ein Körper von einem Kilogramm Masse eine Energiemenge von einem Joule aufgenommen hat. Für die in Atomkraftwerken vor allem freigesetzte Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist die Einheit Grayidentisch mit der Äquivalenteinheit Sievert, ein Gray ist also gleich einem Sievert. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde die Äquivalentdosis statt in Sievert in Rem angegeben. Das meinte die Strahlendosis in Roentgen, die ein Mensch aufgenommen hat.

Eine akute Gesundheitsgefahr besteht derzeit nur für die Techniker, Feuerwehrmänner und Ingenieure, die seit Tagen auf der Anlage von Fukushima-1 arbeiten. Sie sind  zum Teil sehr hohen Strahlendosen ausgesetzt, die erhebliche Gesundheitsschäden zur Folge haben könnten. Je nachdem wie hoch die Strahlung ist und wie lange einzelne Arbeiter ihr ausgesetzt sind, kann es auch zur akuten Strahlenkrankheit kommen. Diese kündigt sich oft durch Übelkeit und Schwindel an, kann schwere Hautschäden und innere Blutungen verursachen. Schlimmstenfalls führt sie zum Tod. Daher versuchen die Verantwortlichen, die Helfer so einzuteilen, dass sie sich abwechseln und nicht dauerhaft der extremen Radioaktivität ausgesetzt sind.

Auch zehn Tage nach Erdbeben und Tsunami harren noch 350.000 Menschen in Notunterkünften aus. Zehntausende verbringen die Nächte in bitterer Kälte und Regen. Die japanische Polizei geht jetzt von knapp 22.000 Opfern aus. Bis Montag wurden 8649 Tote geborgen, hinzu kommen offiziell 13.262 Vermisste.

Zwar treffen allmählich Hilfsgüter ein, und die Reparaturarbeiten unter anderem an den Gas- und Wasserleitungen sind im Gange. Doch vielerorts mangelt es an Heizöl und Öfen. Ministerpräsident Naoto Kan sprach von einem "langsamen, aber stetigen Fortschritt" in der Atomkrise. Wegen des schlechten Wetters sagte er einen geplanten Hubschrauberflug in das Katastrophengebiet ab.

 
Leserkommentare
  1. Ist das für Irgendjemanden eine Überraschung? Bei einem privaten Unternehmen gehören Sicherheitsüberprüfungen zur Kosten Seite, natürlich wird da geschoben wo es geht, Kosten gedrückt und Termine "versäumt". Das ist Marktwirschaft!
    Die Frage ist wirklich, ob man als Gesellschaft, wie auch hier in Deutschland, so eine verantwortungsvolle Aufgabe einem Unternehmen überlässt. Gesetze und Reglungen sind ja auch da, doch wie sie eingehalten werden, das ist wieder fraglich.
    Die Frage ist weiterhin, ob es für die Gesellschaft akzeptiert, dass die Regierung auf die Auskunft des Betreiberunternehmens angewiesen ist. Wer sagt denn, dass diese die richtigen Informationen preisgeben und wann?
    Das ist die Frage!
    Wollen wir hier in Deutschland auch auf fragwürdige Informationspolitik eines privaten Unternehmens bauen?

    11 Leserempfehlungen
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    • mooody
    • 21.03.2011 um 17:35 Uhr

    der grosse Unterschied zwischen Deutschland und Japan?! Ebenso wie unsere AKW's sicherer sind als die Japanischen, wird es sowas wie "Versäumungen" bei uns nicht geben ;)

    es geht sogar noch schlimmer:

    der TÜV Süd prüft reaktoren nur alle 4 (vier) jahre (während unsere ach so gefährlichen kraftfahrzeuge alle zwei jahre geprüft werden müssen).

    und nun der knüller:
    "TÜV Süd ist eine Aktiengesellschaft. 74,9 % der Aktien gehören dem TÜV e.V., der ca. 13.500 Mitglieder hat; die übrigen 25,1 % gehören der "TÜV SÜD Stiftung". Mitglieder des TÜV e.V. sind unter anderem die Energiekonzerne E.ON, Vattenfall und EnBW."
    http://de.wikipedia.org/w...

    wie geprüft und informiert wird, erfährt man aus folgendem kontraste-beitrag:
    http://www.youtube.com/wa...

    • mooody
    • 21.03.2011 um 17:35 Uhr

    der grosse Unterschied zwischen Deutschland und Japan?! Ebenso wie unsere AKW's sicherer sind als die Japanischen, wird es sowas wie "Versäumungen" bei uns nicht geben ;)

    es geht sogar noch schlimmer:

    der TÜV Süd prüft reaktoren nur alle 4 (vier) jahre (während unsere ach so gefährlichen kraftfahrzeuge alle zwei jahre geprüft werden müssen).

    und nun der knüller:
    "TÜV Süd ist eine Aktiengesellschaft. 74,9 % der Aktien gehören dem TÜV e.V., der ca. 13.500 Mitglieder hat; die übrigen 25,1 % gehören der "TÜV SÜD Stiftung". Mitglieder des TÜV e.V. sind unter anderem die Energiekonzerne E.ON, Vattenfall und EnBW."
    http://de.wikipedia.org/w...

    wie geprüft und informiert wird, erfährt man aus folgendem kontraste-beitrag:
    http://www.youtube.com/wa...

    • TQB1
    • 21.03.2011 um 17:28 Uhr

    Auch wenn eine Nichtueberpruefung des Notstromaggregats sicher nicht ausschlagegebend war (die der anderen Bloecke sind schliesslich auch abgesoffen), es wirft kein gutes Licht auf den Betreiber.
    Wer bei Riskiotechnologien schlampt, muss sich vollkommen zu recht Schelte anhoeren lassen.
    Das ist leider das Hauptproblem, es ist einfach kostenguenstiger, manche Dinge zu unterlassen oder aufzuschieben.

    Zum Artikel: Die Verwendung von Bequerel als Einheit ohne Angabe, dass sie die Aktivitaet beschreibt (Kernzerfaelle pro Sekunde), ist kein guter Journalismus. Selbst im Kasten fehlt eine Ergaenzung.
    Wieviel Roentgen sind denn ein Sievert? 1 rem = 10 mSv. Das sollte auch mit in den Kasten. Genauso wie spezifische Aktivitaet (Bq/kg).

    "Für die in Atomkraftwerken vor allem freigesetzte Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist die Einheit Gray identisch mit der Äquivalenteinheit Sievert, ein Gray ist also gleich einem Sievert."

    "...in Millisievert pro Stunde angegeben. Die Zahl gibt nicht die Strahlung an sich wieder, sondern versucht zu berücksichtigen, wie schädlich die Strahlung für den Organismus ist."

    Da beisst sich doch was, bei der Info im Kasten, oder?
    Ein Gray ist zwar ein Sievert (beide J/Kg), aber vergleichbar sind die nicht unbedingt. Siehe meinen Kommentar hier:

    http://www.zeit.de/wissen...

    Ich bitte um Berichtigung der Informationen im Kasten.

    2 Leserempfehlungen
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    • TQB1
    • 21.03.2011 um 17:49 Uhr

    Falls es nicht auf Anhieb klar wird, nochmal zusammengefasst:

    Gy beim Menschen fuer die Abschaetzung von deterministischen Strahlenschaeden verwenden, Sv fuer die stochastischen.
    (Der Uebergangsbereich ist natuerlich nicht ausgedehnt und nicht klar definiert, aber die Unterschiede der Einheiten sollten nun klar sein)
    Fuer technische Anwendungen verwendet man nur Gray.
    1 Gy Photonendosis sammelt der Strahlungsdetektor aus z.B. Sillizium an einer Quelle (Von mir aus Cs-137) auf, meine Hand in gleichem Abstand in gleicher Zeit und ungefaehr auch gleichen Volumens aller Wahrscheinlichkeit nach nicht.
    (Zu geringe Dichte, Hand inhomogen...)
    Wenn ich einen Strahlungsdetektor baue, der einer Hand aehnlich ist (oder oder einen oder mehrerer klitzekleine Detektoren in ein Handphantom stecke), (Aufbau, Dichte, effektive Kernladungszahl,...) dann stimmt 1 Gy immer mehr mit 1 Sv ueberein, und so aehnlich wird sowas auch abgeschaetzt...

    Man kann sowas auf bei serioesen, oeffentlichen Stellen nachlesen:
    http://www.icrp.org/docs/ICRP_Publication_103-Annals_of_the_ICRP_37(2-4)-Free_extract.pdf

    Da ist viel erklaert...

    • TQB1
    • 21.03.2011 um 17:49 Uhr

    Falls es nicht auf Anhieb klar wird, nochmal zusammengefasst:

    Gy beim Menschen fuer die Abschaetzung von deterministischen Strahlenschaeden verwenden, Sv fuer die stochastischen.
    (Der Uebergangsbereich ist natuerlich nicht ausgedehnt und nicht klar definiert, aber die Unterschiede der Einheiten sollten nun klar sein)
    Fuer technische Anwendungen verwendet man nur Gray.
    1 Gy Photonendosis sammelt der Strahlungsdetektor aus z.B. Sillizium an einer Quelle (Von mir aus Cs-137) auf, meine Hand in gleichem Abstand in gleicher Zeit und ungefaehr auch gleichen Volumens aller Wahrscheinlichkeit nach nicht.
    (Zu geringe Dichte, Hand inhomogen...)
    Wenn ich einen Strahlungsdetektor baue, der einer Hand aehnlich ist (oder oder einen oder mehrerer klitzekleine Detektoren in ein Handphantom stecke), (Aufbau, Dichte, effektive Kernladungszahl,...) dann stimmt 1 Gy immer mehr mit 1 Sv ueberein, und so aehnlich wird sowas auch abgeschaetzt...

    Man kann sowas auf bei serioesen, oeffentlichen Stellen nachlesen:
    http://www.icrp.org/docs/ICRP_Publication_103-Annals_of_the_ICRP_37(2-4)-Free_extract.pdf

    Da ist viel erklaert...

    • mooody
    • 21.03.2011 um 17:35 Uhr

    der grosse Unterschied zwischen Deutschland und Japan?! Ebenso wie unsere AKW's sicherer sind als die Japanischen, wird es sowas wie "Versäumungen" bei uns nicht geben ;)

    Antwort auf "Überraschung?"
  2. 4. ALARA

    Eine der ersten Tatsachen, die man über radioaktive Strahlung lernt, wenn man sich denn damit beschäftigt, ist diese: Es gibt keinen Grenzwert, unterhalb dem keine schädlichen Auswirkungen auftreten können.
    Im Umgang mit diesen Stoffen gilt deshalb das sogenannte
    ALARA-Prinzip (die Bestrahlung muss "as low as reasonably achievable" gehalten werden).
    Damit sind alle erlaubten Grenzwerte sozusagen willkürlich.

    4 Leserempfehlungen
    • TQB1
    • 21.03.2011 um 17:49 Uhr

    Falls es nicht auf Anhieb klar wird, nochmal zusammengefasst:

    Gy beim Menschen fuer die Abschaetzung von deterministischen Strahlenschaeden verwenden, Sv fuer die stochastischen.
    (Der Uebergangsbereich ist natuerlich nicht ausgedehnt und nicht klar definiert, aber die Unterschiede der Einheiten sollten nun klar sein)
    Fuer technische Anwendungen verwendet man nur Gray.
    1 Gy Photonendosis sammelt der Strahlungsdetektor aus z.B. Sillizium an einer Quelle (Von mir aus Cs-137) auf, meine Hand in gleichem Abstand in gleicher Zeit und ungefaehr auch gleichen Volumens aller Wahrscheinlichkeit nach nicht.
    (Zu geringe Dichte, Hand inhomogen...)
    Wenn ich einen Strahlungsdetektor baue, der einer Hand aehnlich ist (oder oder einen oder mehrerer klitzekleine Detektoren in ein Handphantom stecke), (Aufbau, Dichte, effektive Kernladungszahl,...) dann stimmt 1 Gy immer mehr mit 1 Sv ueberein, und so aehnlich wird sowas auch abgeschaetzt...

    Man kann sowas auf bei serioesen, oeffentlichen Stellen nachlesen:
    http://www.icrp.org/docs/ICRP_Publication_103-Annals_of_the_ICRP_37(2-4)-Free_extract.pdf

    Da ist viel erklaert...

    Eine Leserempfehlung
  3. Als Deutscher bewundere ich die japanische Mentalitaet: mit einer stoischen, genauer konfuzianischen Ruhe gehen die an Beben, Tsunami und GAU heran und haben dadurch sicherlich viel zum Krisenmanagement beigetragen. Das ist weit weg von German Angst.

    Aber man wuenscht sich auch mehr Kritikfaehigkeit der Japaner: lasst Euch nicht von diesem Energieunternehmen auf der Nase herum tanzen. Warum besetzt die japanische Regierung das Unternehmen nicht einfach mit Militaer und Polizei ? Immerhin herrscht nationaler Notstand.

    4 Leserempfehlungen
    • qbrick
    • 21.03.2011 um 18:02 Uhr

    切腹

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  4. Gepfuscht, geschlampt wie die Amateurbastler, und nun kleinlaut. Mit dem Unterschied, dass kein fahrlässig zusammengezimmerter Schrebergartenschuppen eingefallen ist, sondern ein durchgebranntes Kernkraftwerk Millionen Menschen Krankheit und Tod bringen wird: Die Strahlenbelastung von Umwelt, Wasser und Lebensmitteln steigt bedrohlich. Die französische Atomaufsichtsbehörde rechnet inzwischen damit, dass Japan jahrzehntelang verseucht sein wird. Es ist einfach unfassbar, welche enormes Maß an krimineller Energie die Atombranche beherrscht.

    7 Leserempfehlungen

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