Der weltweit bekannteste Eisbär ist tot. "Knut ist am Nachmittag ins Wasser gegangen, zuckte noch und war kurz danach tot": Dies teilte der für die Bären zuständige Mitarbeiter des Berliner Zoos, Heiner Klös, mit. Seine drei Gefährtinnen – Mutter Tosca sowie die Eisbärinnen Nancy und Katjuscha – befanden sich zum Zeitpunkt von Knuts Tod bereits nicht mehr im Gehege, sagte Zoosprecherin Claudia Bienek. Warum der Eisbär so plötzlich verstarb, ist unklar. Am Montag soll die Sektion von Knut stattfinden.

"Alle hier sind total geschockt", beschrieb Bienek die Situation im Zoo. Auch der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, äußerte sich betroffen. Gleichzeitig übte er Kritik an der Haltung des Tieres. "Das kurze und qualvolle Leben von Knut zeigt erneut, dass Eisbären nicht in den Zoo gehören, auch wenn sie Knut heißen", sagte Apel. Er nehme das Schicksal von Knut zum Anlass, die komplette Haltung von Wildtieren in deutschen Zoos auf den Prüfstand zu stellen, kündigte er an.

Im Berliner Zoo war Knuts Geburt eine kleine Sensation, denn es war die erste Geburt eines Eisbären seit über dreißig Jahren. Das Muttertier nahm das Junge aber nicht an. Tierpfleger Thomas Dörflein zog ihn daraufhin per Hand auf, bis Kurt schließlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. Dörflein wurde durch seine liebevolle Aufzucht selbst bekannt – er starb im Jahr 2008 mit nur 44 Jahren an einem Herzinfarkt.

Am kommenden Mittwoch jährt sich zum vierten Mal der Tag, an dem die Zoobesucher Knut erstmals öffentlich sehen konnten. Der damalige Bundesumweltminister und heutige SPD-Chef Sigmar Gabriel übernahm damals seine Patenschaft, die ersten Bilder von Knut gingen um die ganze Welt. In der weiteren Zeit besuchten auch Prominente Knut, 2007 etwa kam Moderator Thomas Gottschalk zu seinem Gehege. Außerdem wurde Knut zu einem beliebten Motiv für Souvenirs und kam auf eine Sonderbriefmarke für den Umweltschutz. Dem Zoologischen Garten bescherte die Beliebtheit des Tiers Rekordeinnahmen.